Mitten im Wirtschaftswunder stellt sich eine starke Frau den Schatten ihrer Vergangenheit
Essen 1962: Betty heiratet ihren Martin und ist fest entschlossen, ihr lang ersehntes Glück mit aller Macht festzuhalten. Zu viele Entbehrungen hat sie schon hinnehmen müssen. Der Zweite Weltkrieg hat Betty nicht nur ihre Heimat, ihre Familie und ihre erste Liebe genommen, sondern ihr auch ein düsteres Geheimnis aufgebürdet. Seit jener Zeit ist das Schwimmen Bettys Halt und Trost. Eine Überlebensstrategie, den Kopf immer über Wasser zu halten, komme was wolle. Ausgerechnet beim Schwimmen trifft sie nun auf ein junges Mädchen, das ihr eigenartig vertraut erscheint. Und dieses Mädchen hat entschieden, sich ein Stück von Bettys Glück zu greifen. Es beginnt, sie zu verfolgen, zu erpressen. Betty erkennt, dass die Vergangenheit sie hinabzureißen droht, wenn sie sich ihr nicht endlich stellt. »›Die Schwimmerin‹ ist ein eindrucksvoller Roman über das Leben als Frau in Deutschland vor dem historischen Hintergrund des Zweiten Weltkriegs bis in die 1960er Jahre.« Cathrin Brackmann , WDR 4 Zur Sache , 02.02.2021 »›Die Schwimmerin‹ ist ein historischer Roman fernab von jeder Romantik, die diesem Genre gerne anhaftet – und gerade deshalb umso lesenswerter.« Cathrin Brackmann , WDR 4 Zur Sache , 02.02.2021
Sehr interessante und auch unterhaltsame Geschichte. Zum Ende zu hatte es für mich dann doch ein paar Längen. Den Schreibstil empfand ich als sehr einfach, daher las sich das Buch auch gut weg. Aber trotz dieser Einfachheit hat die Autorin die Stimmung jener Zeit und auch das Gefühlsleben von Betty mir als Leserin sehr nahe bringen können.
Gina Mayer ist einfach eine großartige Autorin. Die Schauplätze, die Protagonisten, die Handlung... es stimmt einfach alles. Man kippt mit dem ersten Satz in die Geschichte und mag beim letzten Satz eigentlich noch gar nicht wieder auftauchen. Wunderbar!
"Die Schwimmerin" spielt in einer Zeit, in der sich Frauen innerhalb eines engen Rahmens von Regeln lebten. Das zeigt die Geschichte von Elisabeth in der Vergangenheit, aber auch die von Betty in der Gegenwart. Elisabeth soll nicht unabhängig von ihrer Mutter leben und als ihr dann ein in deren Augen ein unverzeihlicher Fehler passiert, wird sie weggesperrt und somit das Übel aus der Welt geschafft.
Auch wenn Betty mehr Freiheiten hat als das junge Mädchen, das sie einmal war, so ist sie doch eingeschränkt. Nach ihrer Heirat gibt sie ihre Arbeit auf. Ihr Mann sieht sie am liebsten in der Rolle der braven Hausfrau und die Schwiegermutter wartet sehnsüchtig auf die Enkel. Würde ihre Nachbarin, mit der sie befreundet ist, sich scheiden lassen, wäre sie ruiniert. Und ihr Schwimmen, ganz besonders in der Schwangerschaft, ist ihrem Mann auch ein Dorn im Auge.
Kein Wunder, dass sie daran fast zerbricht. Sie hat niemand, mit dem sie wirklich über ihre Erlebnisse reden kann. Aber trotzdem glaube ich an ein gutes Ende für sie. Die Autorin lässt den Ausgang von Elisabeths Geschichte offen, so dass ich mir selbst überlegen kann, wie es f ür sie weitergehen soll.
Nachdem die Bomben im zweiten Weltkrieg ihr Haus zerstört haben, werden Elisabeth und ihre Mutter aus Düsseldorf in die schwäbische Provinz nach Weilerbach evakuiert. Zunehmend zieht sich die Mutter in das kleine Zimmerchen zurück, nach Anfangsschwierigkeiten findet Elisabeth jedoch Freunde und bald schon fällt auf, dass das Mädchen in der Dorfschule fehl am Platz ist. Der Pfarrer ermöglicht ihr den Besuch eines Gymnasiums zusammen mit seiner Tochter. Nach Zeiten der Ruhe jedoch erreicht das Grauen auch die kleinen Ortschaften und die Leben der Menschen werden aus den bekannten Bahnen geworfen. Anfang der 1960er Jahre ist Betty, wie sie sich nun nennt, mit einem wohlhabenden Mann verheiratet und erwartet bald das erste Kind. Doch dann holen sie die turbulenten Jahre, die sie am liebsten vergessen hätte, plötzlich wieder ein.
Gina Mayers Roman spielt auf zwei Zeitebenen, was unweigerlich Fragen aufreißt, die sich im Laufe der Handlung jedoch nach und nach beantworten. Sie hat eine interessante Protagonistin geschaffen, die im Leben vor einige herausfordernde Aufgaben gestellt wird, die sie immer wieder auch zu erdrücken drohen, aus denen sie letztlich jedoch stärker erwächst. Konstant bleibt immer nur das Schwimmen, das ihr den Ausbruch aus dem Alltag erlaubt und wo sie nicht nur im wörtlichen, sondern auch im übertragenen Sinne abtauchen kann.
Auch wenn ein Großteil der Handlung während der Kriegszeit nur an der historischen Oberfläche kratzt, werden doch die Gefühle deutlich, mit dem die Menschen leben mussten. Die Vertreibung, das Ankommen in der Fremde, die Nazis und Judenverfolgung, die Frage, wer auf welcher Seite steht und wem man vertrauen kann – vieles wird nebenbei erzählt, die junge Elisabeth kann zwar noch nicht alles begreifen, aber doch zumindest erahnen, was gerade geschieht. Das Mädchen war für mich immer deutlich greifbarer auch authentischer als die erwachsene Frau.
Betty ist nicht nur gegenüber ihrem Mann und den Nachbarn reserviert, auch mir als Leserin erschien sie unnahbar. Sie schämt sich der Dinge, die sie erlebt hat, versteckt diese, was sicherlich eine Erklärung dafür ist, dass die Figur nicht so zugänglich ist wie ihr jüngeres Ich. Es bleibt auch immer ein fader Beigeschmack, dass sie nicht wirklich aus Liebe, sondern aus Versorgungsgründen geheiratet hat. Man sollte es ihr wohl aber nicht zum Vorwurf machen, die Erlebnisse rechtfertigen den Wunsch nach Sicherheit für emotionaler Erfüllung.
Ein ansprechender Roman, der seine Zeit überzeugend widerspiegelt und ein Schicksal wie viele heraushebt.
Gina Mayer, die erfolgreiche Autorin von historischen Romanen sowie Kinder- und Jugendbüchern, legt mit "Die Schwimmerin" einen interessanten, spannenden Roman vor. Es geht um das Aufwachsen und die Bedrängnisse einer jungen Frau im Nachkriegsdeutschland. Man könnte das Buch in die Kategorie Frauenroman einordnen, und wenn man das Zielpublikum meinte, so wäre das richtig. Aber der Roman hat nichts klischeehaft Süßes, Triviales, Leichtzukonsumierendes an sich, Gina Mayer geht es darum, die Entwicklung, die Reifung, die Spuren ihrer Protagonistin Elisabeth zu zeigen. Geschickt arbeitet sie dabei auf zwei Zeitebenen, zeigt das Kind Elisabeth gegen Kriegsende in Nazideutschland aufwachsend, lässt es Judenverfolgung, Evakuierung, Besatzung, entbehrungsreiche Zeiten erleben. Die andere Zeitschiene läuft in der jungen Bundesrepublik der 60er Jahre, Elisabeth hat alle Unwägbarkeiten hinter sich gelassen, ist verheiratet und stolz auf das Erreichte. Und doch sehen wir hier keine unbeschwerte, dem Leben zugewandte junge Frau. Gina Mayer zeichnet hervorragend die stille Zurückgenommenheit und Melancholie ihrer Protagonistin, wo doch eigentlich Freude und Leichtigkeit sein müssten. Ein bedrückendes Geheimnis umgibt Elisabeth. Nur beim Schwimmen fühlt sie sich frei, gleichsam gleitend und schwerelos.
Gina Mayer versteht es, die Spannung um das sorgsam Verborgene im Leben dieser jungen Frau bis zur letzten Seite zu halten. Dabei verfällt sie nie ins LeichteSeichte, der Roman fordert die Leserin durchaus. Leider lässt die Autorin ihr Romanpersonal zu häufig und zu ausführlich im Dialekt sprechen, das stört hin und wieder und lässt dann die von ihr sonst so gut gesetzten subtilen Feinheiten nicht zu. Einen besonderen Lesegenuss bieten jedoch ihre perfekt durchkomponierten Kapitelenden, die immer mit einer feinen Besonderheit überraschen. Insgesamt gesehen liest sich der gutgeschriebene Roman ganz wunderbar und Spannung treibt den Lesefortschritt flott voran. Ich jedenfalls habe das Buch gerne gelesen und kann es mit Freude weiterempfehlen.
Essen 1962: Betty heiratet ihren Martin und ist fest entschlossen, ihr lang ersehntes Glück mit aller Macht festzuhalten. Zu viele Entbehrungen hat sie schon hinnehmen müssen. Der zweite Weltkrieg hat Betty nicht nur ihre Heimat, ihre Familie und ihre erste Liebe genommen, sondern ihr auch ein düsteres Geheimnis aufgebürdet. Seit jener Zeit ist das Schwimmen Bettys Halt und Trost. Eine Überlebensstrategie, den Kopf immer über Wasser zu halten, komme was wolle. Ausgerechnet beim Schwimmen trifft sie nun auf ein junges Mädchen, das ihr eigenartig vertraut erscheint. Und dieses Mädchen hat entschieden, sich ein Stück von Bettys Glück zu greifen. Es beginnt, sie zu verfolgen, zu erpressen. Betty erkennt, dass die Vergangenheit sie hinabzureißen droht, wenn sie sich ihr nicht endlich stellt. Meinung Bettys Vergangenheit erlebt der Leser in Rückblenden. Beginnend in der Kriegs und Nachkriegszeit. Schon früh muss Betty Entscheidungen treffen die ihre Realitätsferne Mutter nicht treffen will und kann. Das Betty erst 15 ist interessiert hier niemanden. In Schwäbisch Gmünd findet Sie nach ihrer Flucht Unterschlupf in Schulhaus. Dort verliebt sie sich in den Sohn des Pfarrers. Und lernt das Schwimmen zu lieben. Bis Umstände sie zwingen auch diesen Ort zu verlassen. Lange nicht mehr so ein gutes Buch gelesen. Es ist anrührend und von einer emotionalen Tiefe. Eine wunderschöne tragisch schöne Lebensgeschichte. Große Leseempfehlung
I liked this book! The plot was a slow start for me, but I am glad I didn't abandon it. The blurb says the book is about a mysterious girl that the protagonist meets, but that didn't start for a while. The story went not at all where I thought it would, but it was a great novel regardless. Compelling story, gives insights into how women lived in the middle of the 20th century in West Germany and where the societal expectations and womens rights were at. The writing style is very pleasant. The choice to have so much dialogue in a dialect was interesting/weird. Wold recommend!
This book obviously passes the Bechdel test, since the protagonist is a woman and has a lot of female friends or women she interacts with.
Gina Mayer's neuer Roman "Die Schwimmerin" gebührt weit mehr Beachtung, als ich bisher in den Medien darüber gelesen und gesehen habe. Titel und Cover stimmen zwar überein und das Schwimmen spielt auch eine Rolle in diesem Roman, aber nicht so, wie man vor der Lektüre denken mag.
Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt und beginnt im Jahre 1962 in Essen. Betty steht kurz vor ihrer Hochzeit mit Martin Riessel, der bei Krupp einen gutbezahlten Job gefunden hat. Sie ist glücklich und freut sich auf ihre neue Wohnung, die sogar eine dieser modernen Einbauküchen hat. Wie es in den Sechziger Jahren gang und gäbe war, gibt sie ihren Beruf in der naheliegenden Bäckerei auf und bleibt als Hausfrau zuhause. Bald schon fühlt sie sich einsam und unterfordert. Sie freundet sich mit ihrer Nachbarin an und beginnt wieder zu schwimmen. Die Stunden im Schwimmbad tun ihr gut. Hier fühlt sie sich wohl und sie kann ihre Vergangenheit ausblenden, die nicht einmal ihr Ehemann kennt. Bis eines Tages ein Mädchen vor ihr steht und ihr mitteilt, dass sie weiß, was sie getan hat und Betty mit ihrem Wissen erpresst.....
Im zweiten Handlungsstrang befinden wir uns in den Jahren von 1942-1946 in Düsseldorf und danach im schwäbischen Weilerbach. Dort auf dem Land kommen Elisabeth und ihre Mutter an, nachdem der Vater im Krieg gefallen und ihr Haus ausgebombt wurde. Sie sind Flüchtlinge im eigenen Land. Während Elisabeths überängstliche Mutter in Depressionen verfällt, muss Elisabeth wohl oder übel sich selbst versorgen. Die gute Schülerin ist in der Dorfschule unterfordert und wird auf das naheliegende Gymnasium geschickt. Gemeinsam mit der Pfarrerstochter Susanne, mit der sie sich anfreundet und deren Familie sie unterstützt und liebevoll umsorgt, lebt sie anfangs noch unbeschwert in der ländlichen Umgebung. Sie verliebt sich in Susannes Bruder Rüdiger, mit dem sie die Liebe zur Literatur verbindet, der jedoch in den Krieg eingezogen wird. Doch der Krieg holt Elisabeth auch auf dem Lande ein und ihre Mutter lässt ihre Tochter postwendend im Stich.....
Gina Mayer erzählt abwechselnd aus den beiden Zeitebenen. Die bildhafte Sprache der Autorin habe ich bereits in einem anderen Roman kennengelernt, der mich ebenfalls überzeugt hat. Gina Meyer gelingt es meisterhaft die Spannung fortlaufend anzuheben. Die Geschichte gewinnt sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart immer mehr an Fahrt. Ich konnte den Roman nur schwer aus der Hand legen, denn ich wollte wissen um welches Geheimnis es sich dreht und wie und ob Betty/Elisabeth aus dem Dilemma und der Erpressung wohl herauskommen wird.
Betty/Elisabeth ist eine sehr interessante Protagonistin. Als junges Mädchen ist sie unbeschwert und intelligent. Sie ist eine Kämpferin und lässt sich auch von den furchtbaren Kriegserlebnissen nicht unterkriegen. Sie lehnt sich auf und versucht das Beste aus ihrer Situation zu machen. Bis sie an eine Grenze stößt, die sie zerbrechen lässt.... Danach verschließt sie die Erlebnisse und versucht nach vorne zu blicken und sich ihr Glück selbst zu nehmen, was ihr jedoch nicht gelingt.
Ihre Gefühlswelt hat die Autorin sehr authentisch und gekonnt dargestellt. Ich habe mit Betty gelitten, aber auch manchmal voller Unverständnis den Kopf geschüttelt. Betreffend dem Geheimnis in der Vergangenheit möchte ich nicht allzu viel preisgeben, aber meiner Meinung nach hat die Autorin die Leser mit den schlimmsten Grausamkeiten verschont. Wenn man zu diesem Thema allerdings noch nichts gelesen hat, wird man schockiert sein.
Fazit: Ein wunderbarer Roman, den ich sehr gerne gelesen habe. Ich bin durch die Geschichte gerauscht, denn ich konnte sie nur sehr schwer aus der Hand legen. Ein Frauenschicksal, das zu dieser Zeit leider nicht ungewöhnlich war - gefühlvoll erzählt. Ich empfehle diesen Roman sehr gerne weiter!
Essen 1962: Betty heiratet ihren Martin und ist fest entschlossen, ihr lang ersehntes Glück mit aller Macht festzuhalten. Zu viele Entbehrungen hat sie schon hinnehmen müssen. Der zweite Weltkrieg hat Betty nicht nur ihre Heimat, ihre Familie und ihre erste Liebe genommen, sondern ihr auch ein düsteres Geheimnis aufgebürdet. Seit jener Zeit ist das Schwimmen Bettys Halt und Trost. Eine Überlebensstrategie, den Kopf immer über Wasser zu halten, komme was wolle. Ausgerechnet beim Schwimmen trifft sie nun auf ein junges Mädchen, das ihr eigenartig vertraut erscheint. Und dieses Mädchen hat entschieden, sich ein Stück von Bettys Glück zu greifen. Es beginnt, sie zu verfolgen, zu erpressen. Betty erkennt, dass die Vergangenheit sie hinabzureißen droht, wenn sie sich ihr nicht endlich stellt. Der Roman hat mich wirklich im Positiven überrascht. Denn auch wenn der Klappentext im Groben dem Inhalt erfasst, verrät er die eigentliche Geschichte hinter der Geschichte nicht im Ansatz. Erzählt wird das Schicksal von Betty, bzw. der jungen Elisabeth, abwechselnd in zwei Erzählsträngen. Zum einen Anfang der 1940er-Jahre: Elisabeth wird zusammen mit ihrer Mutter nach dem Tod des Vaters und der Zerstörung des Hauses von Düsseldorf in ein kleines Dorf nach Bayern zwangsumgesiedelt. Dort geht sie schnell ihre eigenen Wege, um der depressiven Mutter zu entfliehen, findet in der Pfarrersfamilie eine Art Ersatz-Familie und entwickelt sich zu einem selbstbewussten, unabhängigen Mädchen. Von dieser Stärke und Unabhängigkeit ist im zweiten Erzählstrang, der in den 1960er-Jahren spielt, nicht mehr viel zu erkennen. Von Anfang an fragt man sich, was diese große Veränderung hervorgerufen hat, wie beide Erzählstränge vom derselben Person handeln können. Gefallen hat mir, dass nicht alles schnell vorhersagbar war, sondern sich im Laufe des Buches erklärt hat. Und da gab es eine Menge zu erklären (mehr wird hier aber nicht verraten). Dennoch habe ich mit dem Satz „Sie stellt sich ihrer Vergangenheit“ ein kleines Problem. Denn das tut sie tatsächlich nur auf wenigen Seiten. Im Gegensatz zum Leser. Mir hat das Buch sehr gefallen, vor allem die früheren Zeitabschnitte. Und es hat mir mal wieder vor Augen geführt, wie sehr sich das Leben und der Status von Frauen in den letzten Jahren verbessert hat. Auch wenn es da auch heute noch an der einen oder anderen Stelle immer noch Verbesserungsbedarf gibt.
Das Buch kommt erwas unscheinbar daher - das Cover macht ein wenig aufmerksam, aber was ist zu erwarten, Kachelzählen für Anfängere? Wer oft schwimmen geht, kennt das Gefühl der Befreiung wenn man die ersten Züge im Wasser macht und schnell in einen Rhythmus kommt. Eleisabeth/Betty lernt das Schwimmen in der Evakuierung. In Düsseldorf ausgebombt, der Vater im Krieg "gefallen" und die Mutter seit dem lebensuntauglich. Elisabeth muss sich freischwimmen. Sie hat Glück und findet Anschluss an eine Pfarrfamilie - aber das ist nur die halbe Geschichte. Der andere Erzählstrang ist wie Elizabeth nun Betty 1962 in Essen lebt, ihre Vergangenheit verschweigt Die sozial starren 60er mit sehr viel Reglmentierung lassen ihr wenig Luft, aber sie hat ihr Schwimmen. Und sie braucht es, die Vergangenheit droht sie einzuholen,
Gina Mayer erzählt im Rhythmus, eine Bahn Brust, eine Bahn Rücken, eine Bahn Kraul, das Auf und Ab der Betty - mit sehr viel Zeitgeschichte, die jedermann hautnah erleben kann. Julia Preuss Stimme begleitet uns - mit dem schwäbischen Zungeschlag konnte ich gut leben, nur das Rheinische...datt klang für meine Ohren nicht richtig, vielleicht war es das Rheinisch der 40er :-). Das Buch hat mich überrascht und hat mir gut gefallen. diese Generation hat wirklich Respekt von den Nachgeborenen verdient!
„Es war, als ob sich mächtige Arme um sie legten, Krakenarme mit Saugnäpfen, die sie in die Tiefe zogen. … Es war als ob sie langsam ertrank, in einer Umkleidekabine im Kaufhaus.“
Danke schön @harpercollinsde ❤️ für das Rezensionsexemplar.
Ich habe dieses Buch geliebt 💙. Es ist wunderschön geschrieben und Elisabeths Lebensgeschichte wird mich für immer begleiten.
Es ist vom Cover und von der Aufmachung ähnlich zu „Was wir wollen“ von Meg Mason (auch bei Harper Collins erschienen), was ich letztens gelesen hab und wieder war es ein Lesehighlight (empfehle beide sehr).
Elisabeth nennt sich Betty, als sie Martin in Essen der 60er Jahre heiratet. Seine Freunde warnen sie, Martin sei ein „Weiberheld“… aber Betty glaubt es nicht. Ihr Leben als Elisabeth begegnet ihr in ihren Träumen, sie versucht davon wegzukommen und doch muss sie erst dahin zurückkehren wo ihre schlimmsten Alpträume Realität wurden, um mit ihrer Vergangenheit abzuschließen.
Als die Handlung kapitelweise zu Ereignissen in Kriegs - und Nachriegsdeutschland schwenkte (1942-1946), war mein erster Gedanke, dass ich nicht über den Krieg lesen möchte. Nach ein paar Seiten wurden es jedoch meine Lieblingskapitel. Es war extrem bewegend und berührend zu lesen wie Elisabeth und ihre Mutter vor dem Krieg flüchten, ganz woanders neu beginnen müssen und wie Elisabeth ihre erste große Liebe erlebt. Die Nachkriegszeit hält für Elisabeth ungeahnte Graumsamkeit und Enttäuschung bereit, dennoch blieb die Geschichte (leider) realistisch und glaubwürdig.
Am Ende schließt sich der Kreis, das Leben geht weiter. Man bleibt etwas ohnmächtig zurück. Absolute Leseempfehlung von mir 💙
Ein Geschenk meiner Freundin Elisabeth, die meinte die, das Buch wäre eher platt. Das kann ich überhaupt nicht bestätigen. Ich war angerührt fasziniert und entsetzt über die Beziehungsmuster der vierziger und die Frauen Rolle der sechziger Jahre. In dieser Zeit bin ich Kind gewesen,mit einer Mutter, die auch in den Strukturen hätte groß werden können. Gott sei Dank war es anders, aber die Frauen Rolle hat sie auch geprägt. Was für ein Geschenk, das wir in anderen Zeiten erwachsen werden durften, im Frieden, und Abgrenzung den alten Mustern gegenüber. Berührt mich auch, dass man 25 Jahre Wohnort, Unterarth und auch die Praktikum Gemeinde meines Mannes Erwähnung fanden, wie sie in dieser Zeit sich darstellten. Düsseldorf und Essen sind meine Heimat Städte. So dass mir auch alle Straßen und Stadtteile bekannt waren. Das ist schon etwas besonderes, dann eine Zeitreise zu machen, in dieser Region wären Krieg und Aufbauphase. Und dass dieses Thema dann auch noch mit meinem Lieblingshobby Freiwasserschwimmen als Symbol „gegen die Angst in Freiheit eintauchen“ verbunden ist, besonders schön .. Ihr Roman, „die Protestantin“ steht schon seit Jahren in meinem Regal. Da auch der Erzählstil sehr angenehm war, werde ich dieses Buch auf jeden Fall jetzt als Nächstes lesen.
Auch wenn das Cover anderes vermuten lässt, mit dem Thema Schwimmen hat der Roman „Die Schwimmerin“ von Gina Mayer nur am Rande zu tun. Die gesamte Handlung dreht sich um die Protagonistin Elisabeth, auch Betty genannt und deren Aufwachsen und Erwachsenwerden im kriegsgebeutelten Deutschland. Die Handlung springt zwischen Vergangenheit (beginnend 1944) und dem Leben der erwachsene Betty in den 60er Jahren hin und her. Dabei zeigen sich sehr eindrücklich die Rollenbilder und Anforderungen der damaligen Zeiten. Beide Lebensalter bringen für Betty ihre ganz eigenen Themen und Herausforderungen mit sich, dennoch findet die Handlung beider Zeitstränge am Ende des Romans thematisch doch zusammen. Der Schreibstil liest sich angenehm leicht, aufgelockert wird das teils sehr schwermütige Geschehen unter anderem durch Dialoge im schwäbischen Dialekt oder Düsseldorfer Platt. Gut gefallen hat mir außerdem das abschließende Nachwort, mitsamt Erklärung zu realen geschichtlichen Hintergründen der Erzählung.
Zum Inhalt: Der zweite Weltkrieg hat Betty viel genommen und auch noch ein Geheimnis aufgebürdet, dass sie belastet. Schwimmen war, seit dem sie es kann, ihr Trost und Halt. Beim Schwimmen trifft sie auf ein Mädchen, dass ihr seltsam vertraut ist. Und dieses Mädchen entscheidet sich dann auch noch Betty zu erpressen. Betty erkennt, dass sie endlich zu ihrem Geheimnis stehen muss. Meine Meinung: Das Hörbuch hat mir sehr gut gefallen und zwar sowohl was die Geschichte anging als auch die Sprecherin. Es war eine total interessante Geschichte, die auch zeigt, wie schwer es Frauen früher hatten und wie sehr sie teilweise um ihr Glück kämpfen mussten. Ich fand de Sprecherin passt enorm gut zur Geschichte, die Stimme hatte so etwas warmes, es machte einfach Spaß sich einen erzählen zu lassen. Kann klare Hörempfehlung. Fazit: Schöne Geschichte
Ich fand es klasse. Die Geschichte um Betty zu Kriegszeiten und in den Anfängen der 60er Jahre war sehr schön und greifbar geschrieben. Oftmals war es beklemmend zu lesen was Betty, und viele andere ja auch, durch machen mussten. Zugleich war immer ein gewisser Optimismus dabei - es muss ja weiter gehen.
Werde mal schauen was Gina Mayer noch geschrieben hat.
Spannendes Buch, mit tollem Erzählstil! Interessanter Wechsel zwischen zwei Lebensabschnitten, die immer mehr von dem Hauptcharakter preis geben. Viele unerwartete Wendungen, die es einem schwer gemacht haben das Buch niederlegen zu können. Dazu guter Einblick in die Zeit des Zweiten Weltkriegs, das Ende dieses und das Leben danach.