Drei Leichen bestimmen den Tag von Kriminalhauptkommissar Konstantin Kirchenberg: Ein Drogentoter, eine alte schwerkranke Frau und menschliche Knochen, die bei Renovierungsarbeiten gefunden wurden und Jahrzehnte alt sind. Kirchenberg lässt die Leichenteile unter anderem mit der Isotopenmethode untersuchen, einer neuen Technik der Rechtsmedizin. Die Ergebnisse der forensischen Untersuchungen führen Kirchenberg zu einer Familientragödie. Deren schreckliches Ausmaß wird ihm aber erst spät bewusst …
Gleich drei neue Fälle hat Kriminalhauptkommissar Konstantin Kirchenberg zu bearbeiten. Der erste Fall ist klar: ein Drogentoter mit einer Überdosis. Der zweite Fall scheint auch anfangs klar zu sein: eine schwerkranke Frau wird tot in ihrem Bett aufgefunden; ihr Mann sitzt daneben und hält ihre Hand. Da die Frau schon über 80 Jahre alt war, ist ihr Tod nicht wirklich überraschend. Der dritte Fall hat es dann schon eher in sich: In einem alten Haus werden bei Renovierungsarbeiten im Keller menschliche Knochen gefunden. Es stellt sich schnell heraus, dass es die Knochen zweier Hände sind; sauber abgesägt vom Rest des Körpers. Zu wem gehören diese Hände, und wo ist der Rest der Leiche? ** Also, die Handlung ist durchaus spannend, und man kann das Buch auch recht flüssig lesen. Trotzdem hat es mich nicht ganz überzeugt, denn der Schreibstil des Autors war für mich etwas gewöhnungsbedürftig. Er schreibt sehr kurze und knappe Sätze oder Stichpunkte. So kommen die Charaktere nicht wirklich rüber; man erfährt einfach zu wenig von ihnen. Es geht hier wohl wirklich nur um die Polizeiarbeit an sich; nicht um die Menschen, die dahinter stehen. Ich glaube, ich bin hier mit falschen Erwartungen ans Lesen gegangen und wurde deshalb etwas enttäuscht, denn grundsätzlich ist es ein spannendes und gutes Buch!
"Sterbezeit" ist ein ausgezeichneter Polizeikrimi, der die Ermittlungsarbeit absolut in den Vordergrund stellt. Charaktere und Außerdienstliches sind dagegen nachrangig. Ein teils stakkatohafter und telegrammartiger Stil unterstreichen das noch. Wer an diesem Genre der Kriminalliteratur Gefallen findet, muss den Roman (der sich teils wie true crime darstellt) eigentlich Klasse finden. Zumal Spannung und Story nicht zu kurz kommen.
Im Mittelpunkt stehen die Ermittlungen in einem 30 Jahre alten "cold case", dessen Aufklärung die Ermittler anfangs selbst für unwahrscheinlich halten. Komplettiert wird das Bild durch zwei weitere Fälle. Dabei wird sehr gut nachvollziehbar, wie die Ermittler trotz aller beruflichen Distanz von einzelnen Aspekten ihrer Fälle durchaus angefasst werden (wie auch der Leser).
Das alles braucht ein wenig, um Fahrt aufzunehmen und vielleicht auch ein wenig Eingewöhnung in den etwas eigenwilligen Stil. Für mich entwickelte sich dann die Story in einen echten "page turner".