Vor einer stillgelegten Erzmine in der Nähe des Dorfes Ingsen wurden Blutspuren gefunden. Reine Routine, denkt Kommissar Kirchenberg. Bis seine Kollegen von der Spurensicherung einen Raum in der alten Mine entdecken, in dem offensichtlich vor kurzem jemand gefangen gehalten, gefoltert und getötet wurde. Die Befragung der Dorfbewohner bringt zwar einige Geheimnisse ans Tageslicht, aber alle Spuren verlaufen im Nichts. Und auch von der Leiche fehlt jede Spur …
Deutscher Krimi. Preisgekrönt. Norbert Horst ist in seinem ersten Leben Polizist, in seinem zweiten Autor. Und kein schlechter (Friedrich Glauser 2004, Deutscher Krimipreis 2006). Nach einer ersten Gewöhnungsphase auf den ersten Seiten ist der ungewöhnliche, protokollartige, die Gedanken des Ich-Erzählers wiedergebende Stil durchaus spannend. Das Geschehen von Todesmuster umfasst keine zwei Wochen - das ergibt zusammen mit dem Erzählstil ein recht zügiges Tempo. Der Protagonist hat Ecken und Kanten, ist mal witzig, mal mitfühlend, mal in seinen eigenen Unzulänglichkeiten gefangen. Der Fall entwirrt sich nach und nach, obwohl es am Anfang fast unmöglich scheint, da sich kaum verfolgenswerte Spuren finden. Vielleicht ist gerade das der Grund, warum die Ermittlungen mit all ihren Banalitäten, falschen Fährten und Details so glaubhaft und realistisch scheinen. Man mag nicken und sagen: "Ja, vermutlich arbeitet die deutsche Kriminalpolizei tatsächlich so." Vor dem Hintergrund des Werdegangs des Autors auch plausibel. Etwas frustrierend, dass der Täter gefasst, aber die Tat selbst nicht durch ein Tätergeständnis genauer erklärt wird, aber vielleicht wäre dies auch schrecklich genauer zu wissen. So bleibt vage, was genau geschehen ist, auch das Opfer bleibt unscharf. Alles in allem ist Todesmuster anders als andere deutsche Krimis - und das ist nicht schlecht.