Mit Illusion legt Robyn Skye seine erste Solo-Gedankensammlung vor. In Kurzgeschichten und lyrischen Texten zeichnet er auf seine direkte Art die Sehnsucht nach Liebe und einer gerechten Welt, im Angesicht der Finsternis.
Belangloser Gedankenkram gepaart mit angeblichen own voice Geschichten zum LGBTQ+ Thema welche jedoch nur die selben Sterotypen und Vorurteile der Vergangenheit wiederkauen
Edit: Ja ich weiß der Autor ist Homosexuell und damit sollten es eigendlich own voice Geschten sein. Da sich jedoch die Geschichten lesen wie 80er Jahre Schwulenklischees in die Jetztzeit versetzt habe ich mich für die obeige Wortwahl entschieden. Das bedeutet nicht das ich dem Autoren seine sexualität absprechen will.
Ähm, ja, also ... was sagt man zu diesem 'Buch'? Gut, es hat Seiten zwischen zwei Deckeln, daher kann man wohl 'Buch' dazu sagen. Anders als wohl einige (alle?) meiner Vorrezensenten kenne ich den Autor nicht. Das ist, finde ich, allerdings grundsätzlich besser, denn ich will nicht eine Person bewerten, sondern ein Produkt, das ich hier gekauft habe.
Das 'Werk' (oder besser 'Machwerk'?) ist schlecht. Das kann man mal zuerst sagen. Warum ist es schlecht? Das hat viele Gründe, von denen ich ein paar nennen möchte:
Beginnen wir mit der "Verpackung: Zu einem Produkt gehört eine passende Aufmachung. Was sich hier hinter einem Cover versteckt, das recht fröhlich daherkommt, passt dann leider nicht in die Verpackung. Bisschen so, als kaufe man Biobananen in Plastikfolie - oder in diesem Fall ein Fertiggericht in Goldfolie. Obwohl, 'fertig' ist an diesem Buch nicht besonders viel.
Gut, der Autor weist durch den Untertitel daraufhin, dass es eine Gedankensammlung sein soll. Gedankenchaos hätte es besser getroffen. Man hüpft von Thema zu Thema, reißt mal hier was an, dann da. Ob das Erfahrungen sind, sich aus Erfahrungen speist, oder Erfahrungen simuliert ist mir als Leser erst einmal schnurz. Ich erwarte auch nicht, dass der Thriller-Autor Entführungsopfer oder wahnsinniger Killer ist. Leider ist das, was hier präsentiert wird so furchtbar, furchtbar belanglos. Nicht thematisch. Wer es schafft, das Buch durchzulesen, wird sehen, die Themen sind hin und wieder durchaus der Ansprache würde. Aber doch bitte nicht so.
Wie gesagt: etwa soviel Tiefe wie ein Nichtschwimmerbecken und so viel Authentizität wie Scripted Reality. Will der Autor mit den Fetzchen von Geschichtchen Werbung machen, für Romane, die uns drohen? Man kann es auf der einen Seite hoffen, erklärte es doch die Unfertigkeit der Textchen. Man kann sich andererseits nur gruseln, wenn einem davon mehrere hundert Seiten drohen.
Aber es gibt nicht nur diese Geschichtchenfragmentchen sondern auch noch ... man mag das Wort kaum nutzen in diesem Zusammenhang - Gedichte. Die haben keine Form, geschenkt. Moderne Lyrik gibt sich oft formlos. Lyrik ist aber das Spiel mit der Sprache, ein Jonglieren mit den Tönen und Lauten. Naja, hier sind die Bälle dem Autor dann wohl auf die Füße gefallen. Platt, belanglos (hatte ich hin und wieder schon erwähnt, dass hier alles ziemlich belanglos ist?). Jetzt ist der Autor wohl noch sehr jung, das verrät die Biographie im Buch. Das kann erklären, warum so manches Thema hier doch sehr naiv behandelt wird und warum man manchmal das Gefühl hat, ein wirres Tagebuch vor sich zu haben. Und da setze ich auch nochmal nach:
Lieber Autor, sicher steckt ganz viel vom berühmten Herzblut in diesem Buch. Ganz sicher, hast du dir alle Mühe gemacht. Ganz sicher haben dich die Themen in dem Buch berührt. Vielleicht ist aber das Schreiben von Büchern einfach nicht die richtige Art, um dich auszudrücken. Zumindest nicht, als Veröffentlichung.
Die Rezensionen in den diversen Netzwerken und Plattformen, und meine zähle ich deutlich dazu, sind sicher keine Freude. Wenn es nun ein Herzensprojekt mit Herzensthemen war/ist, dann schmerzen solche Bewertungen sicherlich. Deswegen aber ein Produkt, dass auf dem Markt gegen andere antritt, positiver zu bewerten, als es ist, erscheint mir nicht fair. Übrigens ist auch die Jugend eines Textproduzenten kein Grund, hier auf die kritische Bremse zu treten. Nur weil ein Konditor unter 30 ist, dürfen seine Torten auch nicht schlecht sein. Nochmal ganz klar, ich möchte hier nicht eine Person verreißen, die ich nicht kenne, sondern ein Produkt kritisch bewerten, dass leider nicht im Mindesten meinen persönlichen Qualitätsstandards entspricht.
Dir lieber Autor wünsche ich, dass du in Zukunft vielleicht eine bessere Art findest, Themen anzusprechen, die dich offenbar bewegen
Eins vorneweg: Ich war zum Ende des Schreibprozesses als Testlesende*r aktiv und hab daher ein kostenloses digitales Exemplar des Buches bekommen. Die meisten Gedichte und Geschichten habe ich jetzt aber zum ersten Mal gelesen und meine Meinung ist ehrlich.
Ich lese sehr, sehr wenig Lyrik und hab deswegen keinen wirklichen Vergleich zur Qualität der Gedichte. Ich kann nicht behaupten alle verstanden zu haben, vor allem nicht das erste, aber vielleicht war das ja gar nicht die Absicht, denn lyrisch hat es definitiv was. Die Gedichte umfassen verschiedene Themen und sind auch vom Stil her recht unterschiedlich, dass bestimmt jede*r ein Gedicht findet, von dem sie*er sich besonders angesprochen fühlt. Neben den Gedichten wurden aber auch Kurzgeschichten inkludiert. Teilweise Fantasy, aber auch in der Realität angesiedelt. Ich komm gerade bei der letzteren Geschichte nicht umher zu sagen, dass doch die Klischeekeule ein wenig arg geschwungen wird, aber ich mag die Atmosphäre und hab die Kurzgeschichten fast mehr genossen als die Gedichte.
Schlussendlich muss ich noch ein paar Worte zur äußeren Form loswerden: Ich liebe das Cover, aber beim Buchsatz merkt man leider, dass er nicht professionell gemacht wurde. Besonders stören mich persönlich die getrennten Wörter, aber auch sonst hat sich der eine oder andere Layoutfehler eingeschlichen. Schade. Meiner Meinung nach schmälert das nicht das Leseerlebnis, aber ich bin halt doch ein Optiknerd.
Ach ja und ein weiterer Punkt, der mich ärgert: Sowohl das Vorwort als auch die Danksagung wurde komplett im generischen Maskulin geschrieben. Muss das Ende 2020 echt noch sein?
Ich würde dem Buch insgesamt 3,5 Sterne geben, aber muss echt dazu sagen, dass die Wertung nicht vergleichbar ist. Zum einen, weil ich den Entstehungsprozess mitbekommen habe, zum anderen, weil ich so wenig Gedichte lese.