Eisenheim, die Hauptstadt des gleichnamigen Kurfürstentums, wird seit einiger Zeit Schauplatz offensichtlich politisch motivierter Morde. Die Zwerge, Minderheit und Bürger zweiter Klasse, wollen mehr Rechte und die Kirche der Drei geht rigoros dagegen vor. Zeitgleich droht ein Krieg mit dem benachbarten Bojarentum Vujarsk und ein uraltes Übel soll sich im Norden erheben. Zwei Inquisitoren der Kirche werden entsendet, um all dem auf den Grund zu gehen und herauszufinden, wie diese Vorfälle zusammenhängen und welche dunkle Macht die Fäden im Hintergrund zieht. Eisenheim ist ein Dark Fantasy Buch, das in die düstere Welt Agahma entführt. Eine Welt voller Intrigen, religiösen Fanatismus und dunkler Magie.
Ich war ehrlich gesagt ein bisschen hin und her gerissen ob ich nun eine Rezension schreiben soll oder nicht, weil ich es als Illustratorin nur zu gut kenne wenn irgendjemand im Internet meint einem Kritik geben zu müssen die man so gar nicht hören möchte. War das ganze ein Herzensprojekt? Ein Hobby? Möchte der Autor vielleicht ein zweites Buch schreiben oder gar einen Publisher finden? Weiß ich alles nicht. Ich weiß nur, dass es mir Freude bereitet Bücher zu analysieren. Also hier der Kompromiss: meine Rezension ist als Spoiler markiert (werden auch welche drinnen sein) und wer sie lesen will kann das machen. Man muss sich nicht mit jeder Meinung auseinandersetzen und das ist völlig ok.
Kurz zusammengefasst: 1 Stern für die Story, 1 Stern for Effort; war halt nicht meins. Kann passieren.
Cover: Das Cover finde ich sehr ansprechend und vor allem sehr passend zum Inhalt.😍 Meinung: Eisenheim ist nicht nur der Start einer vielversprechenden high Fantasy-Reihe, sondern auch das Debüt des Autors. Tatsächlich hat mich dieses Buch gleich auf mehren Ebenen positiv überrascht. Der schreibstill des Autors gefällt mir sehr gut. Ich mag es sehr, wenn Autoren bildgewaltig und mit Liebe zum Detail schreiben, was hier definitiv der Fall ist. Auch das Wordbuilding hat mir wirklich sehr gut gefallen.
Wir verfolgen in Eisenheim verschiede Handlungsstränge, wodurch wir die Geschehnisse aus vollkommen unterschiedlichen Standpunkten verfolgen können. Mir haben die Perspektivwechsel sehr gut gefallen, vor allem da es immer ersichtlich war, wenn ein Wechsel stattgefunden hat. Das einzige, was ich hier noch ein wenig besser gefunden hätte, wäre wenn es ne kleine Überschrift oder Ähnliches gegeben hätte, sodass man eben auch sofort weiß, bei wem man nun ist.
Agahma ist eine Fantasy-Welt, in welcher auch Steampunk Elemente zu finden sind. Besonders toll finde ich die zwei detaillierten Karten, auf welche ich beim Lesen immer mal wieder einen Blick geworfen habe. Die Welt fand ich total interessant, denn diese ist ziemlich groß und wird von unterschiedlichen Völkern bewohnt, welche nicht alle unbedingt friedlich beieinander leben. Ein paar der hier lebenden Völker durften wir in diesen Band bereits kennenlernen, ich bin gespannt, in wieweit wir die anderen in den Folgebänden kennenlernen werden.
Man merkt das der Autor sich viele Gedanken um die Charaktere gemacht hat. Diese konnten mich mit ihrer Vielschichtigkeit und Authentizität begeistern. Es gibt hier keinen typischen Helden, alle haben sie ihre ganz eigenen Probleme und schwächen. Immer wieder müssen die Protagonisten Entscheidungen moralisch abwägen, was manch einen deutlich Schwerere fällt als anderen. Schön finde ich, dass es hier ganz selbstverständlich auch queere Figuren gibt.
Die Story fand ich durchgehend spannend und fesselnd, immerzu wollte ich wissen, was als Nächstes passiert, wodurch ich die knapp 600 Seiten einfach viel schneller verschlungen habe als erwartet. Im Verlauf der Geschichte lernen wir nicht nur einzelne Figuren kennen, wir bekommen auch deutlich mit wie relevant die Politik und Religion in dieser Welt ist. Der Autor zeigt hier ganz klar die Missstände auf und beschönigt auch nichts, dementsprechend kann es auch passieren, das eine Figur auf brutalste weise stirbt, währen wir aus eben dieser perspektive lesen. Es gab hier und da Szenen, wo ich schlucken musste, einfach aufgrund der Grausamkeit einiger Menschen. Rassismus ist hier ein riesen Thema, welches auch absolut unbeschönigt und deutlich zu Trage kam. Die Inquisition fand ich mit krassesten. Ich fand diesen Teil der Handlung unglaublich spannend, wobei ich hier auch immer wieder schockiert war, wie eiskalt der Inquisitor ist.
Fazit: Ein Debüt, welches mir im Verlauf immer mal wieder den atemgeraubt hat. Eine düstere Fantasy Geschichte, welche mich mit ihrer komplexen Welt, den politischen Intrigen, den religiösen Fanatismus, grausamen, aber auch sympathischen Figuren immer wieder begeistern, aber auch schockieren konnte. Die Story ist durchgehend sehr spannend und fesselnd, allerdings wird hier auch nichts beschönigt, wodurch diese wohl nichts für zartbesaitete Personen ist. Es gab hier und da Szenen, wo ich schlucken musste, einfach aufgrund der Grausamkeit einiger Menschen. Durch die verschiedenen Handlungsstränge bekommen wir auch verschiedenen Blickwinkel zu lesen, was unglaublich spannend ist, da diese eben auch zum teil vollkommen unterschiedliche Standpunkte aufzeigen. Mich hat dieses Buch total positiv überrascht und ich bin sehr gespannt, wie es weiter gehen wird. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung.💗
Ich möchte klarstellen, dass ich dieses Buch sehr gemocht habe, und definitiv den zweiten Teil auch lesen werde, dennoch gab es gewisse Mankos, die hoffentlich in den nächsten Büchern ausgebügelt werden.
Spoilers ahead!
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