Band zwei der „Secret Protector“-Reihe gefiel mir noch ein bisschen besser als der erste Teil, wenngleich die Geschichte wieder mit unrealistischen Szenarien überhäuft war. Lukas' Vergangenheit blieb weiterhin im Dunkeln, dafür wurde ganz am Ende nahegelegt, dass im letzten Buch der Trilogie endlich Klarheit über ihn und seinen verschollenen Bruder verschafft wird.
Ich mochte sowohl die neuen Settings (Krankenhaus, brasilianisches Steakhouse und natürlich den Regenwald in Costa Rica) als auch Lukas' dortige Bekanntschaften sehr gern, vor allem den an einem tropischen Virus erkrankten Jungen David. Dessen Bruder Connor war mir im Kontrast dazu erst einmal unsympathisch, was vom Autor allerdings durchaus beabsichtigt war.
Manchmal war mir der Plot gleichwohl ein bisschen zu plakativ beziehungsweise stumpf, selbst für ein Jugendbuch (SPOILER) – etwa an der Stelle, als Connor sein Reisepass geklaut wurde, nachdem Lukas ihn keine fünf Seiten zuvor auf diese Gefahr hingewiesen hatte.
Das Eindringen der bewaffneten Männer in die Tierstation im Dschungel war sehr spannend geschildert. Als die beiden Jungen nach der Entführung des Affen sofort zurück nach Las Vegas flogen, war ich zunächst überrascht, aber was darauf folgte, gefiel mir wirklich gut: die Omega Endurance Trials.
Lukas und Connor wurden im Verlauf des Wettbewerbs zu einem richtigen Team, sodass ich Davids Bruder doch noch lieben lernte. Auf das grandiose erste Trial im versunkenen Schiffswrack mit rasanten Unterwasserszenen folgte eine Art Laser-Tag-Battle um einen leuchtenden Globus bei einem verlassenen Gefängnis, das nahezu genauso spannend war. Einzig die letzte Herausforderung auf dem gefrorenen Eis in Alaska fand ich ein wenig schwächer. Die vielen verschiedenen Teamnamen, die vorher eher nebensächlich gewesen waren, irritierten mich und ich konnte die Personen nicht immer zuordnen.
Vor allem die Enthüllung, dass Connor hinter der Affen-Entführung steckte, damit er bei den Trials mitmachen konnte, gefiel mir nicht – noch dazu erschien mir der Zusammenhang ziemlich absurd. Vorher war angegeben worden, dass er für sein Tuning- und Racing-Hobby bereits öfter Geld von dem Konto seiner Mutter genommen hatte, wieso hatte er die zehntausend Dollar also nicht auch noch stehlen können? Ein gigantisch großer Betrag war das immerhin nicht. Gleichzeitig erschienen mir die Challenges für ein Preisgeld von zehn Millionen Dollar ein bisschen zu lasch und irgendwie auch weder verrucht noch sonderlich illegal. Schön wäre außerdem gewesen, zumindest einmal einen der vielen Fans der Spiele zu erleben. (SPOILER ENDE)
Das Ende kam, wie ich schon bei Band eins bemängelt hatte, sehr abrupt, allerdings gelang es dem Autor trotzdem, die Geschichte auf drei Seiten in einer Art Epilog zu einem stimmigen Abschluss mit Wiedersehen der meisten Charaktere zu bringen. Una aus dem ersten „Secret Protector“-Roman wurde im Verlauf des Buchs einige Male erwähnt, mehrmals wurden sogar Andeutungen auf ein mögliches Treffen mit ihr gemacht. Ich hoffe, dass das im letzten Band der Reihe passieren wird!
Fazit: Teil zwei macht genau damit weiter, womit der erste aufgehört hat: jede Menge Action, für die der Realitätsgehalt gern mal unter den Tisch fällt. Für mich war die Geschichte dabei ein klein wenig spannender als der Vorgänger, vielleicht sogar einen Hauch weniger abwegig.
Noch eine kleine Anmerkung: Auf Seite 159 fehlt bei „ohne Weiteres geeignet war, frische Milch gerinnen lassen“ das „Zu“, auf Seite 260 bei „befestig“ das T, auf Seite 324 das „man“ bei „sah … ab“ und auf Seite 395 steht „dingender“ statt „dringender“.