Ein sehr ungleiches Buch. Manchmal super wissenschaftlich (Teil zum Gehirn, Genetik etc.), so dass man ohne entsprechenden akademischen Hintergrund es gar nicht versteht, manchmal zugänglicher und verständlicher, aber trotzdem keine einfache Sprache.
Was ich gut fand? Erklärungen zur Medikation, Fallbeispiele, das fast philosophische Kapitel über Kreativität. Was mir nicht gefallen hat? Ich hab schon lange kein Buch mehr gelesen, wo so ignorant mit geschlechtssensiblen Sprache umgegangen worden ist. Es war auch irritierend, dass die meisten Beispiele sich an männlichen Lebensentwürfen orientierten. Es fehlte an einer differenzierten Reflexion zu Diagnostik und Symptomen von ADHS bei Mädchen und Frauen.
Ich denke, es ist eine relativ gute Einführung für Therapeut*innen, aber eben nur Einführung, die man vertiefen muss. Die Symptomatik von ADHS ist zutreffend beschrieben, aber nicht ausreichend detailliert und es fehlen da einige Sachen. Für Betroffene ist das Buch gut im Sinne einer Kontextualisierung und wenn man die Medikation besser verstehen will. Ansonsten für Betroffene ohne Medikation nicht so relevant. Es gibt da nicht so was wie Tipps, wie man eigenes Leben mit ADHS im Griff kriegt oder wenn, dann sehr banal.