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Jennifer Wingslow ist eine verträumte junge Erwachsene aus dem 21. Jahrhundert, welche seit Kindesbeinen anstrebt in die Fußstapfen ihres verstorbenen Vaters zu treten und durch eine Zeitmaschine diese Möglichkeit erhält. Dabei sieht sie sich mit den Ideologien eines Mannes konfrontiert, der für einen besseren Verlauf der Geschichte kämpft und dafür nicht vor Mord zurückschreckt.

414 pages, Paperback

Published December 15, 2020

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Profile Image for Anja Stephan.
Author 11 books40 followers
February 17, 2023
Chroniken der Zeitverschwendung!

Ich weiß gar nicht mehr, warum wir uns das Buch überhaupt ausgesucht hatten. Wir haben alle einen Softspot für Zeitreisen. Wahrscheinlich war das der Grund. Leider war dieses Buch einziger Krampf. Nicht nur, dass wir ewig gebraucht haben, um es fertig zu lesen, es tat auch noch physisch weh. Ich kann in der folgenden Rezi nicht auf alles eingehen, bitte schaut daher auch auf die Besprechungen meiner lieben Buchbutzen-Mitlesenden Saku und Nachtfalter für ein umfassenderes Bild.

Schreibstil:
Ist das ein Stil? Bin mir nicht sicher. Die Autorin verwendet eine Methapher nach der anderen, aber alle falsch. Entweder stimmt der Kontext nicht oder eben die Zusammensetzung. Mein persönlicher Favorit ist „Er versteckte seine Gefühle hinter dem Eisernen Vorhang.“ Ganz großes Kino. Der Typ hat die Mauer gebaut! Davon bin ich überzeugt. Auch die Einführung des sogenannten „Chronopeniculus“ fand ich herrlich. Schaut man im Duden nach, ist ein Peniculus ein Schwamm, eine Bürste oder … oha, ein Penis. Anstatt mit einer Brosche, wie im Buch beschrieben, reisen die Leute also eigentlich mit einem Zeitpimmel. Interessant.

Ansonsten ist alles ziemlich tot. Es gibt kaum Beschreibungen und keine Gefühle. Z.B. landen sie zum Ende des Bandes im Mittelalterlichen Mainz. Was bekommen wir für eine Beschreibung: „Wir gingen durch das Stadttor und da war ein Markt. Dort kauften wir Schwerter.“ Das war es. Dafür, dass sich die Prota permanent als „Geschichtsfanatiker“ (O-Ton) bezeichnet, scheint ihre Begeisterung für die Vergangenheit signifikant unterhalb der Normalverteilung herumzudümpeln. Alles, was sie beschreibt klingt gelangweilt, desinteressiert und abwertend. Das tut richtig weh.

Auffällig ist auch, dass einige Textpassagen wirken, als wären sie irgendwo abgeschrieben worden. Bei einigen historischen Begebenheiten braucht man auch nur auf Wikipedia zu schauen, um dort den fast exakt gleichen Wortlaut zu finden. Aber auch an anderen Stellen ist das auffällig, wenn die Autorin plötzlich in eine für sie vollkommen untypische Sprache verfällt. Hier kann ich auch nur vermuten, dass sie aus anderen Büchern abgeschrieben hat, aber es ist nur eine Vermutung, weil ich auch keine Lust habe, da einen PlagScan drüber zu jagen.

Plot:
It´s a mess. Ich will nicht lügen: ich hatte über weite Strecken des Buches keine Ahnung, warum die Charaktere tun was sie tun. Statt einfacher, logischer Erklärungen, Handlungen und Konsequenzen, verkompliziert die Autorin alles und baut somit einen Unfall nach dem anderen. Je weiter wir zum Ende des Buches kamen, desto absurder wurde es. Nichts ergibt Sinn, nichts kann ich nachvollziehen, das Zeitreisesystem ist ein einziger Clusterfuck. Bei letzterem bin ich absolut sicher, dass sich die Autorin nicht bewusst war, was Zeit ist und wie das funktioniert. Nein, Zeit funktioniert nicht im Kreislauf. Das hat die Autorin allerdings bis zum Schluss nicht verstanden.

Ansonsten reiht sich eine sinnlose Szene an die andere, ohne, dass irgendwas zum Plot oder zur Charakterentwicklung beiträgt. Der Plot existiert ja nicht mal bis ca. 60% und dann wird der auch nicht wirklich klar. Es ist von Machenschaften die Rede, davon dass der Typ irgendwas getan hat, aber was Konkretes bekommen wir nicht. Wie die beiden Protas rausbekommen, dass der Vater von seinem besten Freund umgebracht wurde, ist auch ziemlich fadenscheinig. Sie wissen es einfach. Dann geht es wohl darum, den Vater zu retten. Aber damit würde man wohl die Geschichte ändern, oder? Darf man das denn? Naaa? Wir machen hier mal eine Ausnahme. Zwischendurch passiert der peinlichste Heist, den die Welt je gesehen hat. Es war eine Mischung aus Matrix und Die wilden Hühner.

Recherche:
*hysterisches Lachen*
Ich will nicht sagen, dass die Autorin überhaupt nicht recherchiert hat. Aber sie hat nur Sachen recherchiert, die ohnehin fast jeder Mensch weiß, weil es im Schulunterricht vorkam. Ich habe auch sehr oft den Eindruck gehabt, dass Quellen nicht verstanden worden sind.

Zum Beispiel spielen Teile der Geschichte 1968 in Ost-Berlin und die Autorin beschreibt eine Party, auf der Elvis und nicht-genehmigte Werke der Beatles gespielt werden – Mal abgesehen davon hat mich das Fehlen des Mettigels persönlich beleidigt. Über die ganzen Problematiken, die mit der DDR einhergingen, darüber lesen wir exakt nichts. Statt sich über leere Regale aufgrund von Planwirtschaft zu wundern, gehen sie erstmal im Stoffladen historische Stoffe shoppen. All die Einschränkungen, der ganze Überwachungsapparat, die Polizeigewalt, fällt einfach mal unter den Tisch. Und mit Verlaub: das finde ich extrem respektlos, zumal die Wende gerade mal drei Dekaden her ist und es noch sehr viele Leute gibt, die das System miterlebt und darunter gelitten haben.

Ähnliches Beispiel, was sehr prominent im Buch ist, ist Napoleons Eroberung von Alexandria. Wir bekommen einen Abriss der Geschehnisse wie aus einem Geschichtsbuch der Oberstufe abgeschrieben, von Atmosphäre keine Spur. Und wenn ihr denkt, ihr bekommt vielleicht mal eine Beschreibung der beeindruckenden Stadt, habt ihr euch geirrt. Die Autorin bezeichnet Alexandria glatt als heruntergekommene Ruinenstadt und verliert sonst keine weiteren Worte darüber. Dass die Prota dort Menschen tötet, die ihre Heimat verteidigen, diese als „die Bösen“ darstellt und sich selbst dabei als größtes Opfer sieht, findet die Autorin offenbar auch kein Stück fragwürdig.

Ich schätze daher ein, dass die Autorin sich nicht bewusst war, was das Leben in diesen Epochen für die Menschen und die gesamte Gesellschaft tatsächlich bedeutete. Was allerdings auffällt ist der chronologische Snobismus, mit dem die Autorin ihre Prota die vergangenen Epochen bewerten lässt. Das ist mega respektlos und hat mich oft wütend zurückgelassen.

Charaktere:
Jenny: Absolut unangenehme, verantwortungslose, geistlose Bratze ohne Empathie oder Rückgrat, dafür aber mit fettem Ego. Selten habe ich eine Prota so verabscheut. Sie bildet sich sonst was sein, was sie nicht alles kann und tut. Komischerweise sieht man davon nichts. Jedes Mal, wenn was erledigt werden soll, ist irgendein Mann da, der für sie regelt oder Entscheidungen trifft. Die einzige Entscheidung, die Jenny selbst getroffen hat, ist sich der Armee von Napoleon anzuschließen, weigert sich aber strikt, die Verantwortung für die Taten dort zu übernehmen. Jenny treibt von einer Handlung zu nächsten, ohne, dass sie irgendwas macht. Es passierten nur einfach zufällig Dinge, wenn sie dabei ist. Natürlich ist Jenny „not like other girls“, denn die anderen Girls kriegen ihr Leben auch ohne Kerl auf die Kette.

Jonny: Narzisstisches Arschloch. Er beleidigt Jenny am laufenden Band, verletzt sie absichtlich, verhält sich bis zum Schluss wie der letzte Arsch, aber: sie liebt ihn ja so. Er lässt sie mit Absicht in der Vergangenheit zurück, und kommt erst auf die Idee, sie zurückzuholen, als er feststellt, dass er Gefühle für sie hat. WAS? Ja, Glück gehabt Jenny. Bist nur wert, ordentlich behandelt zu werden, wenn der Typ dich liebt. Was Positives kann ich zu dem Charakter nicht sagen. Eine Charakterentwicklung findet nicht statt. Zwar sagt die Prota die ganze Zeit, wie Jonny sich verändert hätte, aber er ist bis zum Schluss genau der Arsch, der er schon zu Beginn gewesen ist.

Der Vater: Den Lesenden wird von Beginn an unter die Nase gerieben, wie super der Vater von Jenny doch wäre. Jenny hebt den so sehr in den Himmel, dass ich das schon bedenklich finde und eine Therapie vorschlagen würde. Allerdings dürfte sich Jenny kaum bis gar nicht an ihren Vater erinnern. Dieser starb als sie 6 Jahre alt war. Das Gedächtnis bei Kindern setzt mit ca. 4 Jahren ein. Dh. Jenny hatte gerade mal 2 Jahre mit ihrem Vater an die sie sich erinnern kann. Dazu sagt sie aber, dass der Vater so gut wie nie da war, weil er ständig arbeiten (zeitreisen) war. Schöne Erlebnisse oder Erinnerungen werden überhaupt nicht erwähnt. Da fragt man sich schon, was Jenny dazu veranlasst, aus ihrem Vater einen Helden zu machen. Noch merkwürdiger wird es, als Jenny an die Zeitreiseuhr gelangt und über den Großteil des Buches überhaupt nicht auf die Idee kommt, in die Vergangenheit zu reisen, um ihren Vater zu treffen. Als sie ihm dann tatsächlich 1782 begegnen, verhält sich der Typ wie der letzte Arsch. Ich nehme an, die Autorin wollte ihn sehr eloquent und allwissend darstellen, aber er ist eigentlich nur der letzte Mensch auf Erden, mit dem ich meinen kostbaren Sauerstoff teilen möchte. Statt überrascht zu sein, sich zu freuen, seine Tochter zu treffen, ihr Anliegen ernst zunehmen, hält der Typ Monologe über die Bedeutung von Namen und macht sich über den Verdacht lustig, sein bester Kumpel könnte ihn umbringen. Das wüsste er ja. ER der Allwissende!!! Selbst, als Jenny und Jonny ihn dann retten kommen müssen, hat er nichts als Hohn für sie übrig. Der Typ ist das Letzte!

Die Mutter: Ich bin aufs Tiefste schockiert! Wir lesen schon zu Beginn, dass die Mutter sehr konservativ ist und wir hatten sehr früh den Verdacht, der Vater von Jenny, könnte sie aus der Vergangenheit mitgebracht haben. Dies bewahrheitet sich und wir stellen fest, dass die Mutter aus adliger Abstammung 1782 kommt. Ich hab so einen Hass! Der Typ überredet die junge Frau aus 1782, wo sie reich ist, sich um nix kümmern muss, die schönsten Kleider trägt, sich bedienen lassen kann etc., eben dieses Leben zu verlassen, um mit ihm in der Zukunft zu leben. Dort hat sie eine Änderungsschneiderei, die sie gerade so über Wasser hält, muss sich um alles selbst kümmern und der Typ lässt die auch ständig allein mit zwei Kindern, in einer Welt, mit der sie nicht zurechtkommt und wo sie nicht mal wirklich sein will. Wie ekelhaft muss ein Mensch sein? Aber es geht noch schlimmer. Selbst nachdem die Prota erfährt, woher ihre Mutter wirklich kommt, hat sie nichts Besseres zu tun, als über sie zu lästern und sich über sie lustig zu machen, weil sie dies und das nicht mag, nicht kann oder nicht versteht. Willst du mich verarschen!? Wie respektlos ist das einer Person gegenüber, die ihr ganzes Leben aufgegeben hat für diesen Typen, die alles zurückgelassen hat, die keine Familie hat, keine Freundschaften, nur um am Ende am Existenzminimum zu leben und allein zwei Kinder großzuziehen. Die Prota kommt auch nicht auf die Idee mit ihrer Mutter oder gar ihrem Bruder darüber zu reden. Dass sich mal ausgesprochen wird, dass Verständnis gezeigt wird für die Probleme der Mutter etc. Nichts. Und die Autorin lässt ausgerechnet eine Person, die sich so abgrundtief ekelhaft verhält zur „Heldin“ ihres Romans werden? Shame! Mal abgesehen davon kann ich auch nicht nachvollziehen, warum die Mutter überhaupt noch in der Gegenwart bleibt, nachdem der einzige Grund, weswegen sie da ist, nun tot ist. Vor allem, weil sie explizit nicht in der Gegenwart leben will. Wieso hat sie nicht ihre Kinder geschnappt und ist wieder zurück zu ihrer Familie 1782 gereist? Jenny und ihr Bruder hätten dort ein tolles Leben gehabt – zumal sie komplett durchgeimpft eine echt hohe Lebenserwartung gehabt hätten. Und die Mutter wäre dort sicher glücklicher gewesen. Aber hier kommt der chronologische Snobismus der Autorin wieder zum Vorschein, die sich nicht vorstellen kann, dass die Gegenwart vielleicht nicht in allen Belangen besser ist als die Vergangenheit.

Sexismus:
Nun. Subtil ist was anderes. Wir haben hier ein Buch mit einer weiblichen Prota, aber eigentlich dreht sich alles nur um die Männer in dieser Geschichte. Die Männer entscheiden, sie verfügen über Wissen, sie haben Macht und Befugnisse. Die Frauen in diesem Buch sind allesamt NPCs, die gerade dann auftauchen, wenn irgendwas gekocht, betüddelt oder ausgeschimpft werden muss. Es ist so bitter. Selbst die Prota kann nix und tut nix ohne die Hilfe von Männern. Dass die Männer in diesem Buch nichts von Frauen halten, wird auch daran deutlich, dass Jennys Mutter, die ja als Expertin für ihre Epoche gilt und sich damit in Historik-Kreisen einen Namen machen und zum besseren Verstehen der Zeit signifikant beitragen könnte, in die letzte Änderungsschneidereikammer abgeschoben wird, wo sie ihre Füße stillhalten muss. Das ist eine echte Schande, spielt aber in das ohnehin ziemlich konservative Bild rein, das in diesem Buch wiedergegeben wird. Ich hatte zwischendurch den Eindruck, dass das Buch von einem Boomer geschrieben worden sein muss.

So gibt es zum Beispiel mehrere Szenen, in denen sich darüber abwertend und belustigend geäußert wird, dass Männer früher rosa und pink getragen haben – so „Mädchenfarben“. Man könnte Jonny, glatt für schwul halten, ja pfui, das geht ja gar nicht. Und das in einem Buch von 2020.

Richtig übel stößt mir auch auf, dass sich die „Geschichte“ ™ permanent nur um „große Männer“ dreht. Jenny ist Napoleon-Fangirl und stellt einfach nichts in Frage, was der Mann gemacht hat. Große Frauen in der Geschichte werden nicht mal am Rande erwähnt. Als gäbe es die gar nicht. Das stößt besonders übel auf, wenn man bedenkt, dass die Autorin selbst weiblich ist und in ihrer Bio angibt, sie wolle Wissen vermitteln. Man könnte deshalb annehmen, dass es ihr ein Anliegen sei, nicht nur die üblichen Verdächtigen zu behandeln, sondern auch Licht auf Personen zu werfen, die über Jahrhunderte unter den Teppich gekehrt wurden. Leider nein.

Rassismus:
Ja, das auch noch. Gleich zu Beginn des Buches dürfen wir zu einer extrem klischeehaft und nicht sehr positiv dargestellten Romnja gehen, die der Prota aus der Teetasse liest. Dazu wird das Z-Wort häufig gebraucht. Danach taucht die Dame nie wieder auf.

Es gibt tatsächlich einige PoC in diesem Buch, nämlich die „japanische Schneiderin“ und ihre Familie. Es scheint, als habe die Autorin zwischendurch die Namen ihrer Charaktere vergessen, denn aus Akane wird am Ende nur noch „die Japanerin“, „die Schneiderin“ oder auch „die japanische Schneiderin“. Hat Akane es etwa nicht verdient, bei ihrem Namen genannt zu werden? Nicht wichtig genug? Auch ihre Darstellung ist nicht sehr glücklich gelungen. Sie ist das Klischee einer strengen asiatischen Mutter, die ihren Sohn ständig runtermacht, dafür aber Jenny permanent betüddelt. Ihre Wohnung sieht auch aus wie ein Japan-Themenpark.

Wie schon weiter oben angesprochen, entscheidet sich Jenny irgendwann, sich der Armee von Napoleon anzuschließen. Sie stellt in diesem Sinne nicht eine Sekunde in Frage, ob das wohl korrekt ist, dass Napoleon gerade in ein friedlich vor sich hinlebendes Land einfällt, die Leute dort abschlachtet und das Land in Trümmern zurück lässt. Kolonialismus? Aber die Autorin stellt ihre Prota als das Opfer dar. Ja, natürlich ist Jenny traumatisiert as fuck – aber darauf wird ja im nachfolgenden Teil des Buches nicht mehr eingegangen, außer dass „Ich war im Krieg und habe Leute getötet“ gesagt wird. Am Verhalten der Prota ändert sich nix. Kriegstrauma? Nope. Dass sich die Prota auch hätte entscheiden können, daneben oder eben GAR NICHT zu schießen, KEINE Leute zu töten, daran hat die Autorin wohl nicht gedacht. Das hätte in einer Schlacht niemand bemerkt. Stattdessen knallt die Prota kaltblütig Leute ab, die Heim und Hof verteidigen müssen, macht aber einen Aufstand, wenn weiße Menschen in der Schlacht sterben. Ich wage zu bezweifeln, dass der Autorin hier bewusst war, was für eine Doppelmoral sie schiebt und dass sie mit diesem Abschnitt im Buch Rassismen bedient. Trotzdem ist der Schaden angerichtet.

Qualität:
Das Buch war ansonsten schrecklich zu lesen. Schon allein der Satz beim Ebook war unter aller Kanone. Der Text war zwischendrin unterschiedlich formatiert, mittendrin gab es leere Seiten. Zudem sind lauter Rechtschreibfehler aufgefallen.

Das Buch hatte mehrere Lektorinnen und ich frage mich ernsthaft, was die gemacht haben. Ein Lektorat ist nicht nur dafür da, ein paar Fehler auszubessern (ist ja auch nur suboptimal gelungen hier), sondern auch sprachlich und inhaltlich zu verbessern. Das ist hier definitiv nicht geschehen. Die ersten 60% hätte man auf 50 Seiten zusammenkürzen können, den Rest auf 100 Seiten. Es gibt unheimliche viele Plotholes, viele Probleme hätten sich einfacher und logischer lösen lassen, die meisten Dialoge waren unnatürlich und teilweise überflüssig. Und, naja, wie oben erwähnt, hätte ein Lektorat all die falschen Metaphern ausbessern müssen. Ein gutes Lektorat hätte auch die Autorin auf die ganzen problematischen Inhalte aufmerksam gemacht. Ich kann mir hier also nur vorstellen, dass a.) entweder das Lektorat schlecht war oder b.) die Autorin beratungsresistent ist. Anders kann ich mir das Phänomen hier nicht erklären.

Fazit:
Das Buch ist Fremdscham. Von vorn bis hinten. Es ist mies recherchiert, der Plot geht nicht auf, die Charaktere sind unangenehme Leute, es gibt lauter Logikfehler, Fake History und extrem problematische Inhalte. Wer auf Trash steht, dem sei dieses Buch empfohlen. Ansonsten, lasst lieber die Finger davon. Das Buch kann allenfalls als Anschauungsmaterial dienen, um aufzuzeigen, was Geschichte NICHT ist.

This entire review has been hidden because of spoilers.
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841 reviews9 followers
August 21, 2021
Chroniken der Zeit ist eine Baustelle von vorne bis hinten.

Es fängt klein an mit Rechtschreibfehlern, fehlenden Wörtern und Stilblüten und geht von falschen Fakten bis hin zu einer komplett unsinnigen Darstellung davon, was Geschichtswissenschaft ist.
Beispielhaft für die falschen Fakten sticht für mich vor allem heraus, dass unsere Protagonisten ins Mittelalter reisen und sich ohne Althochdeutsch zu sprechen dort bestens zurechtfinden. Von regionalen Unterschieden in der Sprache will ich an dieser Stelle gar nicht anfangen.
Besonders gestört hat mich allerdings, dass Geschichtswissenschaft als das bloße Herunterleiern von Daten und random facts präsentiert wird. Nichts scheint Protagonistin und auch den Mitarbeitern des Museums, die eigentlich vom Fach sind, wichtiger zu sein als Fakten zu ermitteln. Das ist jedoch nicht das, was Geschichtswissenschaft ist. Historiker*innen beschäftigen sich mit Zusammenhängen, sie kontextualisieren und evaluieren, um es mal ganz grob darzustellen. Es geht darum, unsere heutige Welt zu verstehen, indem man sich anguckt, was vorher war. In Chroniken der Zeit wird aktiv das genaue Gegenteil propagiert.

Abgesehen davon wird die Handlung erst ab der Mitte des Romans richtig greifbar. Motive für das teils absurde Handeln der Charaktere fehlen an den meisten Stellen allerdings immer noch. Die hätte man allerdings gut gebrauchen können, da die meisten der Figuren reden als wären sie Echsenmenschen, die versuchen, menschliche Verhaltensmuster zu imitieren. So bleibt am Ende alles extrem flach und das obwohl die Protagonistin sich eigentlich ein Kriegstrauma eingehandelt haben müsste. Aber bei den interessanten Aspekten verweilt die Geschichte nie lange.

Alles in allem kann ich leider niemandem raten dieses Buch zu lesen, außer vielleicht man sucht eine YA Version von Michael Crichtons Timeline.
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53 reviews5 followers
February 19, 2023
Vorgeschichte: Die Autorin hat diese Geschichte mit 16 auf Wattpad geschriebene und 4 Jahre später als Roman herausgebracht. Und genau darin liegt für mich ein großes Problem: Obwohl Autorin, eine Beta-Leserin und 2 Lektorinnen dieses Buch bearbeitet haben, hat es noch immer viele typische Wattpad-Fehler, die entstehen, wenn man im Wochenrythmus ein Kapitel veröffentlicht. Nichts gegen Wattpad, die Plattform ist dafür da, dass Autor*innen sich austoben und ausprobieren. Von einem Roman erwarte ich jedoch mehr. Leider bietet dieser statt einer guten Geschichte viele Baustellen. Ich kann in meiner Rezi nicht auf alles eingehen (schaut gerne bei anderen Rezensierenden vorbei), aber ich möchte versuchen einen Überblick zu bieten. Ich gehe dabei auch auf Details ein, daher: SPOILER-WARNUNG!

Zeit, Zeitreise, Geschichte
Dieses Themengebiet ist am schnellsten abgehakt. Jenny und Jonathan reisen mit einer Uhr durch die Zeit. Egal was uns über diese Uhr erzählt wird, egal, welche Regeln es fürs Zeitreisen gibt, alles wird zu einem späteren Zeitpunkt revidiert. Die Uhr funktioniert, wie die Autorin es gerade braucht. Mal ist sie technisch, mal ist sie magisch, plötzlich entwickelt sie ein Bewusstsein. Angeblich kann sie einen nicht in die Zukunft bringen, aber wie kommen dann alle aus der Vergangenheit zurück? Den Lauf der Geschichte nicht verändern wird immer wieder als große Regeln aufgeführt, aber niemand hält sich dran. Die Geschichte wird von allen Figuren, die mit der Uhr zu tun haben verändert und das STÄNDIG!
Für Geschichte hat die Autorin leider genauso wenig Verständnis wie für Zeitreisen, denn ihre Figuren müssen vor allem Zahlen und Daten auswendig lernen. Geschichte ist lebendig und verändert sich je mehr wir über sie in Erfahrung bringen. Hier ist sie jedoch ein starres Ding, das genauso ist wie in alten Büchern beschreiben. Wenn die Autorin jedoch versucht, Zeitreisen lebendig erscheinen zu lassen, indem sie Details einwebt, dann kommen historische FakeNews wie Fächersprache heraus.
Außerdem besteht Geschichte hier nur aus alten weißen Männern. Man mag meinen, ein Zeitreise-Roman mit einer Frau aus Protagonistin und Autorin würde sich ein bisschen mehr auf weibliche Figuren der Geschichte konzentrieren, statt immer nur die üblichen, vielbetretenen Pfade zu gehen. Leider nein.

Figuren
Protagonistin ist Jennifer Wingslow (der Nachname existiert nicht, wahrscheinlich war Winslow gemeint) Sie soll 19 sein, benimmt sich aber wie 15. Ihr Vater ist gestorben da war sie 6, sie verehrt ihn ikonisch. Es gibt, besonders am Anfang des Buches, kein Kapitel in dem Jenny nicht betont, dass sie in die Fußstapfen ihres Vaters treten will. Als sie herausfindet, dass Zeitreisen mittels einer alten Taschenuhr möglich sind, klaut sie diese Uhr und reist in der Zeit zurück um ihren Vater zu retten ... Oh halt sorry, das wäre mein erster Gedanke gewesen. Jenny hat den auch, allerdings erst bei ca 3/4 des Buches. Sie verschwendet keinen einzigen Gedanken an ihren Vater, nicht Mal an dessen Todestag. Dafür betont sie oft, dass sie eine Geschichtsfanatikerin ist, leider bekommen wir davon nie etwas mit, denn wirklich etwas von den verschiedenen Zeiten in die gereist werden, erfahren wir nicht. Jenny schaut sich auch nie um, es werden immer nur langweilige Fakten runtergerattert.
Reißen wir kurz Jennys Familie an:
Die Mutter ist alleinerziehend und verdient Geld als selbstständige Änderungsschneiderin. Sie bekommt Aufträge per Mail (wie auch immer das in einer Änderungsschneiderei gehen soll) will sich aber nicht mit neumodischem Zeug wie Internet, PCs und Mails auseinandersetzen. Ihr ganzes Geschäft steht und fällt also mit der Mitarbeit ihrer Kinder. Aber all das ist relativ, bedenkt man, dass die Frau eigentlich aus den 1780er stammt und von ihrem Mann in den späten 1990ern alleingelassen wurde (der wollte weiterhin auf Zeitreisen gehen, bis er auf einer starb). Joa, wenn ich in einer mir nicht gut bekannten Zeit gestrandet wäre, mit 2 kleinen Kindern und ohne Ahnung, was ich tun soll, dann würde ich zum ZeitreiseChef meines Mannes gehen und sag, er soll mich mit den Kindern in meine eigene Zeit zurückschicken. Was sinnvoller wäre. Jenny war damals 6, ihr Bruder noch jünger. Perfekt um sie in einer anderen Zeit einzugliedern. Aber dann hätten wir ja jetzt dieses Buch nicht. Grundsätzlich interessiert sich Jenny extrem viel für ihren Vater und extrem wenig für ihre Mutter. Im Gegenteil, die Mutter wird stehts als nervig beschreiben und selbst als herauskommt, dass sie aus einer anderen Zeit stammt, interessiert das Jenny kein Stück.
Jennys jüngerer Bruder wird auf Games, Comics und Hoodies reduziert, das wars.
Natürlich lernt Jenny auf ihren Zeitreisen auch ihren eigenen Vater kennen, der einfach nur eine unerträgliche Person ist. Ich habe mich mehrmals gefragt, wie Jenny so an seinen Lippen hängen kann, denn er ist wirklich eine unangenehme Person. Auf die Nachricht hin, dass er ermordet werden soll, reagiert er mich Gelächter und belehrt Jenny und Jonathan am laufenden Band darüber, wie gebildet er ist. Jenny erinnert sich später an einen Satz, den ihr Vater zu ihr gesagt hat "Ich bin Historiker, da kennt man sich mit Zeit aus." Ich denke, damit ist alles gesagt, was man über den Mann wissen muss.
Natürlich darf in dieser Aufzählung Jonathan nicht fehlen. Er ist der Love Intrest und dazu einfach der schlimmste A*sch, den man sich nur vorstellen kann. Er ist dabei die ganze Zeit komplett s*heiße zu Jenny, beleidigt und manipuliert sie. Später kommt raus, dass sein Großvater (der Ober-Zeitreise-Chef) ihm eigentlich aufgetragen hat Jenny in der Vergangenheit irgendwo auszusetzen. Das macht Jonny dann auch und gesteht Jenny später alles und wie leid es ihm tut, und sie findet das okay. Er ist weiterhin ein A*sch und sie verliebt sich nur noch mehr in ihn. Sobald er sie küsst, ist eh jeder Konflikt vergessen.
Allgemein ist zu sagen, dass Jenny zwar die Protagonistin ist, als solche jedoch selten eigenen Entscheidungen trifft. Sie macht alles nur für Männer! Erst eifert sie ihrem Vater nach, dann will sie Jonathan und seinem Opa alles recht machen, im Krieg wäre sie aufgeschmissen ohne ihren Kammeraden Demille, danach ist wieder Jonathan am Start (da er ein manipulatives Arsch*och ist, das ohnehin immer alles bestimmen will, passt das ja auch super). Die einzigen weiteren Frauen in dieser Geschichte sind unausgearbeitete bis langweilig. Jennys obligatorische beste Freundin, Jennys Mama, die komplett vernachlässigt wird (im doppeldeutigen Sinne), Akane, die nur zum Schneidern von Klamotten da ist, deren Schwester Emi (die schlechteste Ärztin der Welt, es ist ein Wunder, dass Jenny noch lebt) … und natürlich die stereotype russische Wahrsagerin am Anfang.
Auf der anderen Seite wissen Männer alles! Egal ob Jonathan, dessen Opa oder Jennys Vater, sie alle sind mit umfangreichem Wissen über Geschichte und Zeitreisen ausgestattet (zumindest will die Autorin uns das weißmanchen).

Plot
So wirklich weiß das Buch nicht, was es sein will. Zeitreise-Abenteuer, Historical Fantasy, Romance, Drama, Heist-Movie, Kriegspropaganda? Von allem ist was dabei und doch ist das Buch nichts Halbes und nichts Ganzes.
Jenny entdeckt im Homeoffice ihres lang verstorbenen Papas Dokumente über eine Zeitreise-Uhr. Für sie ist klar, Zeitreisen gibt es und sie geht zum Arbeitsplatz ihres Vaters, um mehr zu erfahren. Das Alt-Historisches Museum (welches Alter, und wie alt und was, egal, Hauptsache alt!). Dort sagt man ihr dann, dass das alles stimmt und sie Zeitreisen lernen soll. Obwohl der Zeitreise-Ober-Chef sie eigentlich loswerden will. Er hätte ihr da auch einfach sagen können, dass Zeitreisen nicht existieren und sie wieder heimgehen soll. Wozu der Aufwand? Übrigens, gibt es nur EINE Zeitreise-Uhr, man sollte also meinen, dass sie sehr kostbar wäre, aber weder Jonathan noch sein Opa haben Angst, dass Jenny mit der Uhr abhauen könnte (wozu sie oft die Gelegenheit hätte). Der Opa geht hier also ein großes Risiko ein, dafür dass er Jenny hätte einfach loswerden können. Stattdessen wir Jenny für mehrere Zeitreisen mit Kleidung ausgestattet. Diese wird von Akane angefertigt, die in den 1960ern lebt, in der DDR, in Ost-Berlin … ja, mit dem Gedanken lass ich euch mal allein. Akane ist jedoch mehr als eine einfache Schneiderin! Sie stellt historisch akkurate Kleidung, Perücken, Schuhwerk und Schmuck her. Die Frau ist extrem begabt! Sie macht mindestens 4 verschiedene Jobs für die Leute heutzutage lange Ausbildung bzw Studium absolvieren müssen. Aber offenbar wird sie nicht Mal gut dafür bezahlt, warum lebt sie sonst im letzten Kabuff in den 1960ern, in der DDR, in Ost-Berlin (ich komme darüber nicht hinweg, sorry)? Es ist auch jedes Mal eine Zeitreise nötig, um Kleidung in Auftrag zu geben oder abzuholen. Akane und ihr Sohn Ren sind außerdem ziemliche Klischeebilder und sie wird ständig als "Die Asiatin" oder "Die Japanerin" bezeichnet, als ob die Autorin den Namen zwischendrin vergessen hätte.
Aber zurück zu Jenny, die wird von Jonathan 1798 in Paris zurückgelassen und glaubt, dass dieser zwangsrekrutiert wurde. Also geht auch sie zur Armee (wobei sie mit Waffengewalt eine Uniform stielt) und dann wird es richtig schräg. Gemeinsam mit Napoleon und seiner Armee nimmt Jenny die ägyptische Stadt Alexandria (die manchmal auch Alexandrien genannt wird) ein und bemitleidet sich dann selbst, weil sie ja die ganzen bösen Leute in der Stadt umbringen muss. Dass sie selbst in diesem Szenario die Böse ist, kommt ihr nicht in den Sinn. Sie meuchelt sich 2,5 Monate durch die Weltgeschichte, bis Jonathan kommt und sie abholt. Warum er das tut wird im Laufe des Romans auf mindestens 2 verschiedene Weisen erklärt. Von diesen ganzen Erlebnissen hat Jenny ein Kriegstrauma davongetragen, das kommt aber nur dann zum Vorschein, wenn es gerade benötigt wird. Und natürlich kann sie Jonathan sofort wieder vertrauen und hat gar kein komisches Gefühl, wenn dieser mal wieder die Zeitreise-Uhr nimmt und sie in einer anderen Zeit alleine lässt. Nö, Jonnys Wort reicht aus, damit klar ist, dass er jetzt einer von den Guten ist, daran ändert sich nichts, auch wenn Jenny ab und zu Mal in einem Nebensatz erwähnt, dass sie ihm nicht traut. Sie macht trotzdem alles, was er sagt. Sein Opa will währenddessen die Weltherrschaft an sich reißen (davon fange ich gar nicht erst an, hat was mit den Freimaurern zu tun - ihr wisst schon, dem langweiligsten aller Geheimbünde. Den gibt es wirklich, die machen viel Charity, schaut mal bei denen vorbei, sind nette Leute).

Stil
Das Buch strotzt nur so von Füllwörtern, vergessenen Buchstaben und anderen Rechtschreib- und Grammatikfehlern. Außerdem verwendet die Autorin Worte und Redewendungen oft falsch. Sowas kann passieren, aber es passiert in diesem Buch ständig.
Hier eine kleine Aufzählung der Verwechslungen:
• Ein Teppich ist „zerlaufen“ statt abgenutzt
• anbei und dabei
• ansehnlich und anschaulich
• Zart und zärtlich (zB bei Fingern, die Klavier spielen)
• "Beachtlich" heißt, dass man etwas beachtet
• "Anklang finden" bedeutet, dass man etwas hören kann
• Beim "abspeisen" bekommen Leute ihr Essen
• austauschen und auswechseln, wie in "Wir wechselten kein einziges Wort aus"
• Jonathan bekam einen Schlag in der Brille. Statt einem Sprung.
• durch und wegen - "Männer sterben wegen mir" nein sie sterben durch dich! Du bringst sie um!
• "An der Schwelle zur Wahrnehmung" statt zur Erkenntnis.
Schlussendlich verbringt sich Jonathan hinter seinem "eisernen Vorhang" und von "der zugeschnürten Lunge in meinem Inneren" will ich gar nicht erst anfangen. Doch das mangelnde Textverständnis geht über Wörter und Redewendungen auch hinaus. So hat die Autorin wohl diesen Text gelesen "In Lyon wurde der Rektifizierte Schottische Ritus begründet", und im Buch steht etwa: "Herr Lyon hat das schottische Rektifizieren System erfunden."
Manchmal passen Dialoge auch gar nicht zusammen, man hat das Gefühl Jenny und Jonny reden komplett aneinander vorbei. Plötzlich gibt es Streit und man versteht nicht warum. So zB als die beiden in Paris sind, Jenny Jonathan beim Glücksspiel erwischt und total hochgeht. Aber nie erklärt wird warum. Ist es, weil Jenny Glücksspiel nicht gut findet? Ist es, weil sie die einzige ist, die Geld verdient und Jonny gerade ihr Geld verprasst? Wir werden es nie erfahren.
Wenn Szenen dann mal Sinn ergeben, fühlen sie sich an, als wären sie aus Filmen abgeschrieben. Von Gefühlen, keine Spur. Selbst Jennys und Jonathans erster Kuss wirkt wie die Beschreibung eines russischen Toasters. Sprache, Stil, wie man in einem Text Schwerpunkte setzt, wie man Spannung, Emotionen oder einfach nur Szenen aufbaut, davon weiß die Autorin leider nichts. Alles tröpfelt nur so vor sich hin. Zusätzlich habe ich auch immer das Gefühl, dass alles sehr … altbacken ist. Mir fällt kein besseres Wort ein. Alles fühlt sich konservativ und kreativlos an.

Sonstiges
Technik scheint auch so ein Ding zu sein, dass in dieser Welt nicht vorkommt. Weder Jenny noch Jonathan führen ein Handy bei sich (gut, macht jetzt nicht in jeder Zeit Sinn). Aber sie haben selten Taschenlampen dabei und landen ständig in dunklen Räumen. Handys wären auch für sowas nützlich. Schnell Mal unbemerkt ein Foto machen in Paris 1798, eine kurze Audioaufnahme von Mozarts Spiel in Schönbrunn? Notizen über Zeit und Ort? Nope, nicht mit Jenny und Jonny! Auch schaltet Jenny lieber den uralten PC im Büro ihres (seit über 10 Jahren verstorbenen) Vaters an, um dort im Internet zu surfen. Warum hat sie kein Handy? Doch nicht nur Jenny mag keine Technik, auch die Zeitreise-Leute schreiben lieber alles in Büchern nieder, statt Infos zu digitalisieren. Jonathan beklagt sich darüber, dass man die Zeitreise-Uhr auf eine Landkarte legen muss, um an den entsprechenden Ort zu gelangen. Alles sehr ungenau. Warum nutzt niemand ein Tablet und Google Maps? (Das meine ich mit altbacken und kreativlos)
Es ist außerdem sehr irritierend, dass sowohl Jenny als auch Jonathan (egal ob getrennt oder gemeinsam) immer den möglichst kompliziertesten und gewaltvollsten Weg nehmen, um etwas zu erreichen. Ich meine, die beiden sind "die Guten" in dieser Geschichte, aber wenn sie unschuldige Menschen bedrohen und umbringen macht das keinen so guten Eindruck.
Dass immer wieder Witze über Jennys Zeit im Krieg gerissen werden, macht die ganze Story auch nicht besser. Akane sagt zu einem Zeitpunkt tatsächlich in etwa "Hätte dein Vater nicht in einer anderen Zeit sterben können", weil sie es nicht mag, die Kleidung der betroffenen Zeit zu schneidern - urgs!
Wenn dann noch krampfhaft versucht wird die Funktion einer Chiffriermaschine zu beschrieben und Jonathans Opa Leuten während eines Kreuzzugs die Relativitätstheorie zu erklären versucht, geht wirklich alles den Bach runter.

Fazit
Ich denke, die Beispiele zeigen, dass diese Geschichte von einer 16-jährigen auf Wattpad veröffentlicht wurden. Aber die Autorin hat die Geschichte 4 Jahre später wieder rausgeholt, es sind (laut Impressum) eine Beta-Leserin und 2 Lektorinnen drübergegangen und all diese Schnitzer sind noch immer drin. Ich frage mich da schon, haben die Lektorinnen keine Ahnung gehabt, was sie tun oder hat die Autorin deren Rat nicht befolgt? Wirft man jedoch einen Blick auf die Website des Wreaders Verlags, wird das ganze etwas klarer. Dort steht bei Über uns “Zwischen Schule, Arbeit und Studium wird weiter korrigiert, lektoriert, gestaltet und gepostet“ - Also, wenn jemand dieses Buch neben Schule/Arbeit/Studium lektoriert hat, dann wundert mich nichts mehr. Das Buch hätte komplett überdacht oder gleich neu geschrieben werden sollen. Vor allem, wenn man dafür fast 17,- Euro (Print) oder fast 7,- Euro (eBook) verlangt.

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Zum Schluss noch ein Tipp als Belohnung für alle, die sich diese Rezi bis zum Ende gegeben haben. Eine Buchreihe, die junge Leute, Zeitreise und die entsprechende Zeit wirklich sehr gut darstellt ist "#London Whisper" von Aniela Ley!
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81 reviews40 followers
February 18, 2023
CN für das Buch: totes Elternteil, verantwortungsloser Alkoholkonsum, Sexismus, Rassismus, Antiislamismus, Romantisierung von Neokolonialismus und Krieg, Mord, Kriegsverbrechen, Verletzungen, versuchte Vergewaltigung, missbräuchliche Beziehung

Es ist eine Herausforderung, zu artikulieren, wie schlecht dieses Buch ist, weil sich ein grässlicher Aspekt an den anderen reiht wie ein Sandwich des Schreckens.

Fangen wir mit Zeug an, das eigentlich in keinem kommerziell erhältlichen Buch so sein sollte: Das Ebook ist grauenhaft formatiert, ständig finden sich rätselhafte harte Zeilenumbrüche (mehrfach mitten im Satz), eingeschobene Sätze mit variierenden Distanzen vom linken Rand und alles wird als ein einziges Kapitel erkannt. Ankerpunkte, um zu den einzelnen Kapiteln zu springen, gibt es nicht. Auch finden sich Grammatik-, Rechtschreib- und Satzzeichenfehler in Mengen, mit denen man Schweine mästen könnte.

Stilistisch geht es ähnlich unbeeindruckend weiter. Direkt wird klar, dass die Autorin quasi einen Film schreibt: Alles wird entweder visuell beschrieben oder, wie z.B. Gefühle, den Lesenden einfach vor den Latz geknallt und widerspricht somit der guten alten „Show, don’t tell“-Regel. Die Autorin weiß wohl nicht, dass Hauptsachen in Hauptsätze gehören oder Aktivitäten nicht passiv beschrieben werden sollten. Sie benutzt ständig Wörter, deren Bedeutung sie nicht kennt. Ich glaube nicht, dass das Wort „vielmehr“ auch nur ein einziges Mal korrekt verwendet wird. Es werden Fehler begangen wie „anschaulich“ als Synonym für „ansehnlich“ (Loc 1867) oder „abspeisen“ für „bewirten“ (Loc 2773) zu verwenden und der Rektifizierte Schottische Ritus der Freimaurer wird zum „schottischen Rektifizieren System“ (Loc 5240). Auch anderweitig treibt der Stil wunderbar stinkende Blüten: z.B. wird statt auf Biegen und Brechen etwas „auf Hals- und Beinbruch“ getan (Loc 2416) und Jonathans harte Schale wird als „eiserner Vorhang“ bezeichnet (Loc 2793).
Die Worte in dem Buch sind nicht nur schlecht, es sind auch noch extrem viele, und doch ist es sehr inhaltsleer: Es redet viel, aber sagt wenig. Wäre ich der Lektor gewesen, hätte ich hier gnadenlos ein gutes Drittel rausgestrichen, was neben all den Füllworten („Es ließ sich ohne Zweifel jeden Moment eine Kneipenschlägerei erahnen“, Loc 2943, „Es war, als schienen unsere Geschütze einen endlosen Kreislauf zu durchlaufen“, Loc 4206) auch den ständig gleichen Formulierungen (13x „schnürte mir die Lunge zu“, 11x „Kloß in meinem Hals“), den Versuchen, erhaben bis archaisch zu klingen („Ich versenkte mein Blickfeld beschämt in der aromatisierten Flüssigkeit“, Loc 2354, „Wir waren uns auch der Unannehmlichkeit der Kälte, die unsere feuchten Haare kurz darauf ereilte, mehr als bewusst“, Loc 3092) und nicht zuletzt den mehrfach wiederholten beinahe identischen Szenen zu schulden ist. Und manchmal (Ich vermute in Übersetzungen von Google Translate) bedeuten Sätze auch gar nichts: „Also man hat die Sätze durch neue Wörter kürzer machen wollen, die den Stil jeder Anmut vermissten, ohne ihnen dafür mehr Genauigkeit zu geben.“ (Loc 2410)
Es hatte übrigens nicht eine, sondern zwei Lektorinnen.

An so etwas lässt sich leicht erkennen, dass diese Geschichte ursprünglich für Wattpad geschrieben worden ist. Auf Wattpad ist es okay, als Teenager eine planlose Rubinrot/Fantastic Beasts-Nachmache zu schreiben, die mittendrin von einer cutesy Zeitreise-Romance zum Kriegsdrama wird und sich ständig wiederholt, weil zwischen den einzelnen Kapiteln ja mehrere Wochen liegen können. Das entschuldigt jedoch nicht, dass die Autorin diese als Teenager verfasste Geschichte als erwachsene Frau in beinahe unveränderter Form auf den Markt haut. Es wurde fast nichts verbessert, ich erinnere mich teils noch an spezifische Rechtschreib- und andere Fehler, die einfach stehen gelassen worden sind. So wirft das Buch mehrfach durcheinander, ob man nun ins Jahr 558 oder ins Jahr 588 reist, und nennt den Museumsdirektor statt Reinhardt auch mal Rainer. Weder die Autorin selber noch die Testleserin noch die beiden Lektorinnen haben sich arschen können, so etwas auszubessern, und das ist bei einem Buch, dessen Taschenbuchausgabe 17€ kostet, schon dreist.

Auch den Rassismus und die kommentarlos begangenen Kriegsverbrechen und kolonialistischen Handlungen hätte man dann rauslöschen können. Ich kann bei einer Sechzehnjährigen in ihrer kostenlosen Wattpad-Geschichte zähneknirschend wegschauen, wenn eine von nur drei namentlich benannten PoC in der Geschichte ständig als „die kleine Japanerin“ bezeichnet wird und in einem „modrigen“ Kellerappartement lebt, das als Ostasien-Themenpark eingerichtet ist. Ich kann auch zähneknirschend wegschauen, wenn sie ägyptische Männer, die nur sich und ihr Zuhause gegen eine Imperialmacht verteidigen, als namenlosen Feind, wilde Brutalos und menschliche Zielscheiben darstellt. Aber eine erwachsene Frau, die dafür Geld verlangt, sollte sich für diesen ekelhaften Müll in Grund und Boden schämen.

Die Protagonist*innen sind Gideon und Gwen, äh, Jonathan und Jen, äh, Jenny. Sie sind beide extrem unsympathisch: Jonathan ist ein sadistischer, extrem verantwortungsloser Sack, der aus bloßer Gemeinheit Jenny mehrfach (mit der Zeitmaschine in ihrem Besitz!) unvorbereitet in potentiell todesgefährliche Epochen stößt und sie generell behandelt wie ein benutztes Stück Klopapier. Das passt insofern gut, dass Jenny eine durchweichte beige Serviette ist, die sich zwar ständig denkt „Na warte, dir werde ich es noch zeigen!“, aber dann doch nur passiv-hirnlos alles tut, was er sagt. Sie ist selten aktiv, generell nur reaktiv . Wenn sie dann doch mal aktiv ist und eigene Entscheidungen trifft , macht sie immer noch andere für die Konsequenzen verantwortlich. Die Unfähigkeit der Autorin, Gefühle darzustellen, führt dabei zu einer emotionalen Dissonanz, egal ob Jenny zum ersten Mal durch die Zeit reist, sich von Jonathan schlecht behandelt fühlt oder . Sie hat nie eigene Ideen, z.B. die Zeitmaschine zu nutzen, um ihren Vater zu besuchen, den sie zum Heiligen verklärt hat und auf dessen Tod vor 13 Jahren sie immer noch extreme Traumareaktionen hat… es sei denn, die Autorin vergisst darauf (z.B. an seinem Todestag). Es sei denn, sie entscheidet, dass Jonathan jetzt ohne guten Grund einfühlsam ist, wo er davor ein bösartiger Kotzbrocken war. Es sei denn, sie entscheidet, dass Jenny jetzt durchsetzungsfähig ist oder Jonathans beschissenes Verhalten ihr gegenüber damit abtut, dass sie einmal gehört hat, dass er keine leichte Kindheit hatte und ihn mit einem hilflosen kleinen Jungen vergleicht, der nicht anders kann (brb, schreie für immer). Und es ist immer extrem offensichtlich, wenn sie es entscheidet, es kommt nie organisch, sondern immer nur dann, wenn alles andere unpraktisch wäre, und das emotionale Payoff fühlt sich entsprechend an wie aus dem Mittelgang im Aldi gekauft.

Was ist die Handlung? Gute Frage. Jenny kommt eines Tages (ebenfalls von der Autorin eingegeben und ohne Beleg im Text) die Erkenntnis, dass Zeitreisen real sind, sodass sie zum ehemaligen Arbeitsplatz ihres Vaters geht, dem fiktiven Alt-Historischen Museum, wo sie direkt erfährt: „Ja, aber sag es keinem. Auch Bock drauf?“ „Hmm, schon bissl.“ „Okay, du bist dabei!“ Kein Witz, so ähnlich läuft das und nein, es macht auch im Kontext nicht mehr Sinn. Wie Putin, Kim Jong-Un und Trump nicht schon längst von der Zeitmaschine wissen und zu ihrer Erlangung halb Berlin mit Polonium vergiftet oder direkt nuklear ausgelöscht haben, ist mir bei dieser Vorgehensweise ein Rätsel. Seitdem reist Jenny also in der Zeit. Ist sie jetzt angestellt? Hat sie überhaupt ihr Abitur gemacht? Musste sie eine Geheimhaltungsvereinbarung unterschreiben? Bekommt sie dafür Geld oder macht sie sich ein schönes Leben auf Kosten ihrer verwitweten Mutter? Wir wissen es nicht.
Nebenbei hat sich die Autorin noch ausgedacht (aber auch nicht im Text belegt, wäre ja noch schöner), dass das Alt-Historische Museum irgendwie shady ist. Das ist die Handlung der kompletten ersten Hälfte, in der zweiten dann plus irgendwas mit Freimaurern und Weltherrschaft. Wie bei den Handlungen der Charaktere, passiert auch bei der Handlung der Geschichte immer das, worauf die Autorin eben Lust hat, ohne Kontext zu allem anderen.

Angeblich reisen sie in der Zeit „im Dienste der Wissenschaft“, legen jedoch keinen spezifischen Grund für jede Zeitreise fest, machen keine Pläne wie Vorkehrungen, Treffpunkte oder Kommunikationsmöglichkeiten, selbst Decknamen geben sie sich erst in allerletzter Sekunde, machen keine Video- oder Tonaufnahmen der Geschehnisse oder sich hinterher auch nur Notizen und bringen keine Dokumente wie Briefe oder Tagebücher mit. Hier zeigt sich das schlechte Geschichtsverständnis der Autorin: Im Text wird ersichtlich, dass sie Geschichtswissenschaft als ein bloßes, nutzloses und auffallend kyriarchalisches Aneinanderreihen statischer Fakten erachtet und auf Kontext keinen Wert legt. Auf dieses stumpfe Auswendiglernen bildet sich Jenny dementsprechend viel ein. Die Narration ist voll von (teilweise direkt von Wikipedia abgeschriebenen, z.B. Loc 4131) trockenen Erläuterungen, Atmosphäre kommt keine auf, weder ist der Text immersiv noch lernt man irgendwas daraus, was man nicht schon in der 8. Klasse im Geschichtsunterricht durchgenommen hat. Nicht einmal Spezialisierung findet statt, Jenny interessiert sich für alle historischen Epochen und Gebiete gleich viel (also für keine besonders) und selbst ihr Vater war eben einfach Historiker, Punkt. Das Buch reduziert Geschichte auf eine Great Man Theory, die einzigen historischen Gestalten, die erwähnt und je relevant werden, sind Caesar, Alexander der Große, Karl der Große, Karl von Hund, W.A. Mozart, Napoleon Bonaparte und dessen Widersacher Admiral Horatio Nelson… und dass der tatsächlich als „General Nelson“ (Loc 3765) bezeichnet wird, sagt auch genau, wie viel recherchiert worden ist.

Man nehme als Beispiel die Zeitreise zu Mozarts erstem Vorspiel auf Schloss Schönbrunn im Jahr 1762 (Wofür wird die gemacht? Keine Ahnung): Jennys Kleid wird als „kuppelförmig“ beschrieben, obwohl die Kleider der Zeit nur zur Seite hin breit, von vorn und hinten aber flach waren. Der Unterbau wird als „Poschen“ bezeichnet, was auf einen relativ schmalen Rock hindeutet, der für den Kaiserlichen Hof komplett unangemessen wäre. Schon beim Anblick des „Korsetts“ (eigentlich ein Mieder und zwar kein sehr enges) bekommt Jenny kaum noch Luft. Obwohl man damals mit Konventionstalern bezahlte, nimmt Jenny Schillinge mit (Wofür eigentlich, um sich am Kiosk eine Butterbrezel und drei Colakracher zu kaufen?). Fächersprache, ein Mythos der Fächerindustrie des 19. Jahrhunderts, wird als historischer Fakt gehandelt. Mozart wird Amadeus genannt, ein Name, den er damals noch nicht führte. Dass auch seine Schwester spielte und Marie Antoinette zugegen war, wird in dieser lieblosen Auflistung der Erlebnisse, in der ein paar zickige namenlose Damen mehr Aufmerksamkeit von der Narration bekommen als Mozart höchstselbst, völlig übergangen. Was man übrigens nicht mitgenommen hat, waren Einladungen, sodass man sich wie selbstverständlich seinen Weg ins Schloss bestochen hat, was zum Glück nicht schief ging, sonst wäre die Hölle los gewesen… Das Museum hat unendlich Geld für immer neue Kostüme samt Unterwäsche, Schuhen, Perücken und Schmuck, da werden diese Clowns ja wohl eine kaiserliche Einladung fälschen können.

Überhaupt kein Geld und nur den Satz Kleidung, den man am Leibe trägt, nimmt man hingegen auf eine einwöchige Zeitreise ins Paris 1798 mit. Auch diese unheimlich spannende Kulisse voller Potential macht die Autorin nicht zu einem Ort, an dem man sein will. Man bekommt vom Flair des postrevolutionären Paris nichts mit. Stattdessen rackert Jenny den ganzen Tag im real existierenden Café Procope, aber auch da erfahren wir nicht mal etwas über historische Kaffeebraumethoden, die genauso beiläufig erwähnt, aber nie gezeigt werden wie Jennys angebliche Gespräche mit berühmten Gästen des Cafés über brisante politische Themen. Ein Ausflug ins Frankreich des Directoire verkommt zu einem Ferienjob bei Starbucks. Es ist, als hätte die Autorin es möglichst langweilig machen wollen.

Hier von Plot Holes zu sprechen, macht wenig Sinn, denn das Buch hat Plot im gleichen Sinn, wie ein Funko Pop ein Gesicht hat. Er ist eher eine Art Spinnennetz, die einzelnen Fäden weit voneinander entfernt und sehr fragil, dazwischen riesige Kluften.
Der Hauptkonflikt des Buchs kommt nur zustande, weil unter all den Dingen, die die Autorin nicht versteht, auch ist, wie Zeitreisen funktionieren… selbst nach ihren eigenen Regeln. Einerseits wird gesagt, dass Jonathans Großvater Reinhardt gar nicht weiß, wie alt er selber ist, weil er so viel in der Zeit gereist ist und sich so wenig dazu notiert hat, wie lange er unterwegs war, dass er den Überblick verloren hat. Zugleich wird aber in Echtzeit gereist, sodass Jenny, als sie eine Woche ins späte 18. Jh. reisen will, ihrer Mutter auch sagt, dass sie eine Woche weg sein wird. Das Traurigste daran ist, dass das im gleichen Kapitel (8) passiert. Das als nur ein Beispiel von vielen.

Kurzum, alles passiert nur, weil die einzige Person, die noch weniger nachdenkt als die Charaktere, die Autorin selbst ist.

Dieses „Buch“ darf sich kaum ein solches schimpfen. Aber was will man von einem Werk namens „Zeitliche Aufzeichnung der Zeit“ auch erwarten?
Profile Image for Daniela Kühne.
212 reviews
March 9, 2021
Bei dem Buch " Chroniken der Zeit- Alte Schuld" von Jasmin Kreilmann handelt es sich um Teil 1 einer Zeitreisetrilogie. Und diese kann sich absolut sehen bzw. lesen lassen! 

Jennifer ist ein absoluter Geschichtsfan und als sie die Chance bekommt in die Fußstapfen ihres verstorbenen Vaters treten zu können und durch Zeitreisen Geschichte hautnah erleben zu dürfen, zögert sie keinen Moment. Doch sie ahnt noch nicht, was das alles mit sich bringen wird und wie gefährlich das eigentlich alles ist.
Auf sie warten große Abenteuer, Freundschaft, Leid, Liebe und die Frage: Kann man  den Verlauf der Geschichte zum positiven verändern?

Das Buch liest sich super schön und flüssig, man wird in jeder Situation mitgerissen, lacht und weint mit den Charakteren, denn man ist immer mitten drin und fühlt mit ihnen.
Nach diesem Auftakt muss ich einfach wissen, wie es weiter geht und warte daher gespannt auf Teil 2.

Für mich eine klare Leseempfehlung! 
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