Als seine Großmutter ins Altenheim muss, zieht Sebastian zu seinem Vater, der die Familie verlassen hat, als er noch ein Kind war. Nichts verbindet ihn mit diesem Mann, der eine Haftstrafe verbüßen musste und kaum mit ihm spricht. Aber immer noch besser, als wieder in diesem schrecklichen Heim zu landen, in das er zunächst von der Jugendhilfe gebracht wurde - und aus dem Katja geflohen ist, um die er sich jetzt heimlich kümmert. Doch eines Tages taucht ein Mann in seiner Schule auf und drängt ihn, Lehrer und Mitschüler zu beobachten. Er macht ihn zum IM der Stasi und bringt ihn dazu, seinen eigenen Vater zu bespitzeln. Der große DDR-Roman für Jugendliche.
In "Verraten" erzählt sie von Sebastian, der zu DDR-Zeiten aufwächst und mit 16 Jahren seine Mutter verliert. Von da an ändert sich sein Leben nicht unbedingt zum Positiven. Erst sperrt man ihn ein Durchgangsheim, das eher einem Gefängnis gleicht, dann beauftragt ihn die Stasi, den eigenen Vater auszuspionieren. Weil der sich nicht "systemkonform" verhält und deswegen auch schon im Gefängnis saß. Immerhin gibt es noch Katja, die auf der Flucht vor der Volkspolizei ist und mit der Sebastian sich anfreundet. Und auch seinen Vater lernt er immer besser kennen. Grit Poppe erzählt das alles spannend und in einer sehr zugänglichen, flüssigen Sprache. Ihren jugendlichen Protagonisten bin ich gerne gefolgt, wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte für Sebastian und Katja ausgeht. Ein regelrechter Page-Turner ist der Roman, ohne dabei reißerisch zu sein. Schlucken musste ich ob der harten historischen Fakten allerdings auch sehr oft. Eine dringende Leseempfehlung für Jugendliche und Erwachsene! Dem Roman sind auch ein informatives Nachwort und Zeitzeugenberichte angefügt, die noch mal mehr Einblicke in die Thematik geben.
Ich habe dieses Buch spontan in der Bibliothek gefunden und das Thema hat mich direkt angesprochen, da es Themen behandelt, über die zu wenig gesprochen werden. Es ist sehr interessant und schockierend zu lesen, wie die Umstände in sogenannten Jugendwerkhöfen der DDR waren. Darüber hinaus wird anhand des Hauptprotagonisten Sebastian gut dargestellt, wie die Stasi Jugendliche als inoffiziellen Mitarbeiter ausnutzte und manipulierte, um Informationen über Bewegungen und Personen zu sammeln, die gegen das DDR Regime waren und handelten.
Vorsicht: kleiner Spoiler Die Geschichte rund um Sebastian und Katja fand ich gelungen, da sie einen lebhaften Einblick in die damalige Zeit ermöglicht. Allerdings finde ich schade, dass das Ende so abrupt kommt und ein meiner Meinung nach wichtiges halbes Jahr ohne große Erläuterungen übersprungen wird. Da hätte ich mir noch ein wenig mehr Tiefe gewünscht.
Die unfassbar bewegende Geschichte über den jugendlichen Sebastian, der es nicht unbedingt leicht hat in der DDR, hat mich sehr mitgenommen. Nicht nur durch die Geschichte selbst, sondern auch durch das anschließende Nachwort und das Interview kann man einen guten Einblick in die damalige Situation in der DDR und den Druck der Regierung auf die Bürger gewinnen. Durch die zwei unterschiedlichen Ansichten in diesem Buch hat man gleichzeitig zwei Blickwinkel auf dieselben Situationen. Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen, da ich es ohne Probleme flüssig durchlesen konnte. Gerne empfehle ich die Geschichte an diejenigen weiter, die entweder etwas fesselndes lesen möchten und/oder einen Einblick in die damalige Zeit haben möchten.
Gutes Buch mit realen Hintergründen. Ab der Hälfte erst richtig interessant und mitreißend weil es sich aufbauen muss. Wird aber immer interessanter umso tiefer man die Emotionen und Charaktere versteht