Während seines Freigangs verschwindet ein Sexualstraftäter aus Göteborgs Gefängnis; am nächsten Tag wird auf der Schäreninsel Kalvsund die kleine Lisbet vermisst. Für die ehrgeizige Anna Jordt von der Reichspolizei Göteborg ist der Fall glasklar, ihr Kollege Kommissar Frederik Forsberg dagegen hat Zweifel: Sein feines Gespür für zwischenmenschliche Schwingungen rät ihm, den Vater des Mädchens im Auge zu behalten, der mit Lisbets Mutter einen erbitterten Scheidungskrieg austrägt. Als jedoch ein Leichenspürhund vor der frisch vergipsten Wand der Kalvsunder Dorfkirche anschlägt, nimmt der Fall eine unerwartete Wendung, die Kommissar Forsberg empfindlich an sein eigenes privates Dilemma erinnert.
Nachschub für alle Fans atmosphärischer Skandinavien-Krimis: Ben Tomassons Schweden-Krimi-Reihe um Kommissar Frederik Forsberg aus Göteborg überzeugt mit einem sympathischen Ermittler, hohem Rätsel-Faktor und natürlich der einzigartigen Schärenlandschaft Göteborgs.
Ein Schweden-Krimi. Düster, unblutig, aber mit einem sensiblen Thema. Ein 12-jähriges Mädchen ist spurlos verschwunden, gleichzeitig gibt es einen Sexualstraftäter auf Freigang. Ein Zufall? Ich mochte diesen ersten Band einer für mich neuen Krimi-Reihe, aber die Auswahl des Ermittlerteams war dann doch ein bisschen zu viel. Wirklich jeder der Kommissare hat seine ganz eigenen persönlichen Probleme, was nicht ungewöhnlich ist, aber das war mir ein bisschen zu dick aufgetragen hier. Mit der Lösung des Falles musste ich mich auch erst arrangieren. Auf jeden Fall kam es unerwartet! :) Dieser erste Band hat mich allerdings neugierig gemacht auf die Fortsetzung.
Ein Sexualstraftäter kommt nicht von seinem Freigang zurück. Wenig später verschwindet ein kleines Mädchen an dem Ort, wo man den oben genannten Mann vermutet. Die Ermittlungen auf der kleinen Insel beginnen.
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Das Buch konnte mich leider so gar nicht fesseln. Gleich vorweg möchte ich sagen, dass es nicht am Fall oder der Auflösung liegt – das ist alles in Ordnung. Ich denke aber, dass sich das Buch irgendwie zwischen all den Problemen und Geschichten nebenher verloren hat. Das zuständige Team der Polizei wurde gerade erst neu zusammengestellt und irgendwie scheint es nur aus „Problemfällen“ zu bestehen? Oder eher gesagt aus Menschen, die alle in ihren vorherigen Teams Probleme hatten / verursacht hatten. Auch unser Protagonist, Frederik, hat eine ziemlich dramatische Hintergrundgeschichte und diese war mir am Ende wohl zu viel. Sie hat sich zu sehr mit dem Fall verwoben und es wurde versucht eine „Dramatik“ / „Nahbarkeit“ zu erzeugen, die ich einfach nicht gefühlt habe. Es wirkte ein gewollter Zufall, der für mich irgendwie plump rüberkam. Auch denke ich, dass eine gute Geschichte, die sich mit so einem Fall beschäftigt, nicht auch noch eine so dramatische Backstory des Protagonisten braucht. Vor allem scheint dies ja auch eine Buchreihe zu sein (? Auch, wenn es erst einen Band gibt) ... da hätte man sich auch einfach Zeit lassen können. Es wird einfach so, als hätte man versucht, so viel wie möglich in einen Band zu quetschen. Ja ... man kann wohl sagen, es war mir einfach zu viel Drama drumherum.
Im Polizeiteam gibt es eine mehrgewichtige Person und obwohl unser Protagonist sehr empathisch und tolerant wirkt, wird genau bei dieser Person auf die Körperfülle gezielt. Das Ganze ist nur zweimal vorgekommen, aber besagtes Teammitglied kam auch nicht oft vor. Aber das Emotionen etc am „Speck von jemandem abprallen“ ist irgendwie echt keine korrekte Aussage ...
Vielleicht hätte ich alles mehr gefühlt, hätte mich der Schreibstil mehr gecatcht. Leider war er mir zu sachlich und gradlinig und ... nicht emotional genug. Für mich war es wie eine kühle Abhandlung und ich konnte einfach nicht mitfiebern. Schade.
Hörbuch Markus Hoffmann hat angenehm gelesen, auch wenn das Tempo für meinen Geschmack doch recht langsam war und ich das Hörbuch auf einer schnelleren Geschwindigkeit hören durfte / musste. Die Charaktere wurden ganz okay dargestellt, auch wenn ich mir noch eine größere Varietät bei den Stimmen gewünscht hätte – und bei den Emotionen.
Ganz okay, aber mehr auch nicht. Für meinen Geschmack zu viele Perspektiven, aus denen hiererzählt wird, zu viele Personen, die eine eigene Stimme bekommen. Gleichzeitig schleppt der Kommissar genügend Schicksalsschläge und Probleme für drei weitere Krimireihen + Ermittler:innen mit sich herum. Eine Reihe, die ich definitiv nicht weiterverfolgen werde.
Interessanter kurzweiliger Krimi und Reihen-Auftakt mit Potential. Dem Ermittler-Helden wurde für meinen Geschmack zwar etwas viel Drama-Hintergrund aufgebürdet - von allem etwas sizusagen -, aber ob und wie die Ermittler-Gruppe zusammenwächst, könnte durchaus noch interessant werden.
Insgesamt ein lesenswerter Krimi mit spannender Handlung und dem besonderen Bonbon der schwedischen Schärenlandschaft, in dem er spielt. Gut gefallen haben mir die kleinen Hinweise auf schwedische Traditionen. Dennoch ein Stern Abzug: die Handlung ist zwar spannend, ist gibt aber viel zu viele Neben"baustellen". Ich habe den Eindruck, der Verfasser möchte alle Ideen, die in seinem Kopf herumschweben, in einen Krimi packen, das ist schade. Für sich genommen sind sie nämlich gut. Aber die vielen Nebenstränge wie auch das Privatleben von Forsberg und die Informationen über sein neues Team sind einfach über... Hier scheint niemand "normal" zu sein - das mochte ich nicht. Am Ende wurde der Bogen bei der Auflösung wieder überspannt: weniger ist manchmal mehr!
Insgesamt ein spannender Krimi mit einem interessanten neuen Ermittler(team).
Allerdings war mir am Ende alles irgendwie zu viel. Besonders die persönlichen Probleme im Team/bei den Ermittlern. - Eigentlich mag ich es, auch etwas aus dem Leben & der Vergangenheit der jeweiligen Figuren zu erfahren. Besonders in einer Buchreihe baut man so auch ein Verhältnis zu den agierenden Personen auf. Allerdings war hier einfach alles viel zu viel, und wirkte somit auf mich fast schon absurd.
Trotzdem bin ich auf weitere Fälle aus Göteborg gespannt.