Vom Leben, wie es hätte sein können – und vom großen Glück, dass es anders gekommen ist als gedacht.
Sie sind nicht mehr die Teenager, deren Freundschaft vor einem halben Jahrhundert auf tragische Weise endete. Das wissen Kat und Easy, als sie sich auf Kreta treffen. Aber wer sind sie jetzt, und wer waren sie damals? 1973 wird ihr Jahr. Das schwört Kat ihrer Freundin Easy in der Silvesternacht, und nicht nur, weil sie bekifft sind. In den folgenden Monaten können sie viel von dem abhaken, was auf ihrer Liste steht. Sich zu verlieben, zum Beispiel. Unglücklicherweise in denselben Mann: Fripp arbeitet im Jugendzentrum, trägt karierte Hemden und kennt sich mit Hesse aus. Doch es ist nicht etwa die Eifersucht, die ihrer Freundschaft bald darauf ein jähes Ende setzt, sondern ein tragischer Unfall. Fast fünfzig Jahre später erhält Kat, die einen erfolgreichen Blog für Lebensberatung führt, eine Nachricht von Easy. In einem alten Haus an der Südküste Kretas treffen sie sich wieder und nehmen zwischen ausschweifenden Festen mit griechischen Nachbarn und rauschhaften Nächten am Strand das große Stück Leben in den Blick, das hinter ihnen liegt. Doch erst, als ein überraschender Besucher auf die Insel kommt, ist es ihnen möglich, sich der entscheidenden Frage zu stellen: Warum nur haben sie so unterschiedliche Erinnerungen an die Zeit mit Fripp? Mit einzigartigem Humor und psychologischer Scharfsicht erzählt Susann Pásztor von den wundervollen und schrecklichen Unwägbarkeiten des Lebens, und der Kunst, ihnen zu begegnen.
Das Buch erzählt relativ nüchtern die Geschichte von zwei Freundinnen, die nach einem intensiven Jahr der Jugend auseinander brechen und sich Jahre später wiedersehen. Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Sicht von Kat erzählt, sie kommt als die coole, unnahbare rüber, wobei Easy eher die Rolle der naiven, unschuldigen übernimmt. Die Kapitel wechseln sich ab zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, bis die Vergangenheit Kats Gegenwart einholt. Es geht in dem Buch über die Beziehungen zwischen Menschen, insbesondere zwischen zwei Frauen, die zwischen Freundschaft, Nähe und Distanz schwanken. Man bekommt zwar die grundsätzliche Problematik mit, aber ich fand es schade, dass man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatte wirklich zum Kern von Kat durchzudringen. Auch das große Geheimnis, was zwischen diesen beiden mitschwingst, war eher unspektakulär. Was mir allerdings gefallen hat, war tatsächlich die Kälte und die Distanz, die Kat durchweg ausgestrahlt hat mit ihrer Unsicherheit und Angst. Aber man muss schon genau hingucken um diese Vielschichtigkeit von Kat zu sehen. Ich hatte das Gefühl, dass man aus Kat und Easy so viel mehr hätte machen können. Es war wie bei Kat uns Easy als sie sich wiedersehen und so vieles unausgesprochen zwischen den beiden in der Luft lag. Genau dieses Gefühl hatte ich auch bei diesem Buch, dass zu vieles in der Luft lag, aber nichts wirklich angestoßen wurde.
** Dieses Buch wurde mir über NetGalley als E-Book zur Verfügung gestellt **
Seit sie denken kann, ist Kat diejenige, die zurückgesetzt wird. Es ist ihre beste Freundin Easy, die die Blicke auf sich zieht, wenn sie beide ein Zimmer betreten. Wenn Easy die Schöne ist, was bleibt Kat dann anderes übrig als die Coole zu spielen, wenn sie etwas darstellen will.
Kat ist bald darin geübt, sich nichts anmerken zu lassen, aber eines Tages als sich beide Mädchen in denselben Mann verlieben, kommt sie mit gespielter Coolness nicht weiter. Die Liebe tut ihr weh und Zurückweisung ist bittere Medizin.
Der Kommentar: Natürlich ist „Die Geschichte von Kat und Easy“ irgendwie auch ein Roman über Freundschaft. Aber viel mehr als das, ist er ein Roman über Zurückweisung und über den Schmerz, den sie verursacht. Und das mag ich. Die Figur der Kat ist so gut gelungen, dass es quasi keine Rolle mehr spielt, dass die Figur der Easy recht blass geblieben ist. Für Kat habe ich auch einige Unwahrscheinlichkeiten und Wackligkeiten in der Easyfigur hingenommen.
Die beiden Zeitebenen, einmal ein paar gemeinsame Tage auf Kreta in der Jetztzeit und einen Sommer lang im deutschen Kleinstadtmief in den 70ern, sind beide flott geschrieben, interessant, weder im Hier und Jetzt noch im Damals aufgebläht.
Die Autorin behrrscht die hohe Kunst der Auslassung, eine Kunst die wenige Autoren beherrschen. Beinahe ist es mir zu knapp, denn ich hätte gerne mehr aus dem Leben von Katharina gehört. So bleibt die Neugier und nicht der Überdruß der Sättigung. Alles richtig gemacht, Frau Pásztor!
Auch die Einlassung zu den 70iger Jahren ist nicht übertrieben. Natürlich werden ein paar Songtexte genannt, aber ich habe nicht den Eindruck, dass die Autorin sich in einer irgendwie gearteten Verherrlichung dieses Jahrzehnts verliert, ihr erzählerischer Horizont geht allerdings nicht über den Horizont der beiden Mädchen hinaus, das ist ihr Fokus, und die beiden sind mit sich selbst beschäftigt. Dieser bedingt eingeschränkte Horiziont ist hier nicht kritikabel.
Kritikpunkt: Es gibt allerdings keinen einzigen Satz, der den Konsum von Drogen in Frage stellt. Es wäre so leicht gewesen, jemanden, einen Erziehungsberechtigten?, sagen zu lassen, dass Drogen schon beim einmaligen Gebrauch abhängig machen können. Sogar im Wiedersehen in der Jetztzeit kiffen die älteren Damen munter vor sich hin. Das hätte nicht sein müssen!
Davon abgesehen ist die LSD-Szene im Gras nicht überzeugend und viel zu lang. Man hat den Eindruck, sie wäre einer Szene aus „Das Licht“ von T.C. Boyle nachgestellt. Und schon dort hat sie mir nicht gefallen.
Den allzu häufigen Drogeneinsatz hätte man also gar nicht gebraucht. Es ist außerdem ein Irrtum zu glauben, alle jungen Menschen in den 70ern und 80ern hätten Drogen ausprobiert.
Randbemerkung: Was ist gerade los bei den deutschen Autoren? Verliebt in die 70er und 80er Jahre des 20sten Jahrhunderts? Why? Viele Coming of Age Romane spielen momentan mit und in dieser Zeit. Benedict Wells mit „Hard Land“, Ewald Arenz mit „Der große Sommer“ und sogar Klaus Modick mit „Fahrtwind“. Nostalgie? Coronalangeweile? Eskapismus? Erinnerungen an einen leichtsinnigen Trip?
Zu weit weg von der Jugend heute? Dann geht näher ran!
Fazit: Die Geschichte von Kat und Easy hat mir richtig gut gefallen. Es ist eine mit leichter Hand geschriebene Story, die da und dort mit Tiefgründigkeit überrascht.
Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen. Die Geschichte war interessant und schnell zu lesen. Hier habe ich mal wieder gemerkt, wie wichtig es ist miteinander zu reden. Nach meinem Geschmack wurde 'der Elefant im Raum' viel zu lange ignoriert und viel zu spät über das eigentlich wichtige gesprochen.
Die Geschichte von Kat & Easy nimmt den Leser mit auf eine Reise in die 70er Jahre. Ich selbst war damals noch nicht geboren, die Freundschafts-Problematik ist aber eine, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf alle Jahrzehnte und alle Mädchenfreundschaften irgendwie anwendbar ist.
Kat & Easy sind seit Jahren befreundet. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein, ergänzen sich aber sehr gut. Die Beziehung zwischen den beiden ist ziemlich harmonisch bis Fripp in ihr Leben tritt. Während Kat so tut, als könnte sie ihn nicht leiden - heimlich aber Gefühle für ihn entwickelt - lässt sich Easy auf eine Beziehung mit dem um 5 Jahre älteren Fripp ein. Nach außen versteckt Kat ihre Gefühle, innerlich entwickelt sie aber Neid und Missgunst ihrer Freundin gegenüber und auch ein wenig Scham, weil sie eine Affäre mit Fripp hat. Und dann geschieht ein Unglück und die Wege der beiden Mädchen trennen sich, nur um 50 Jahre später auf Kreta ihrer Freundschaft eine zweite Chance zu geben. Die Frage ist nur, ob das nach allem, was passiert ist, so einfach ist.
Mit diesem Buch hat die Autorin eine tolle Geschichte umgesetzt. Auch wenn beide Hauptcharaktere nicht besonders sympathisch sind (Kats Neid lässt sie nicht besonders sympathisch rüber kommen und Easys vorherrschende Gleichgültigkeit so ziemlich allem gegenüber ist auch nicht sehr liebenswert), so ist es doch eine tolle Geschichte über Freundschaft, die erste Liebe, das Erwachsenwerden, das Gefühlschaos und darüber, wie sich die Sichtweise auf viele Dinge im Laufe der Jahre ändert.
Anfangs hab ich mir mit dem Schreibstil ein wenig schwer getan. Das Buch ist immer aus Kats Sichtweise geschrieben, allerdings wird die Vergangenheit (Laustedt) von einem Erzähler beschrieben, während die Gegenwart (Kreta) direkt von Kat erzählt wird. Trotzdem konnte ich mich bald damit anfreunden und dann war das Buch auch in einem Rutsch durchgelesen.
Eine berührende Geschichte, die einen in seine Teenagerzeit zurück versetzt - auch wenn man kein Kind der 70er Jahre ist.
Mehr als vierzig Jahre sind vergangen, seit Kat und Easy gemeinsam in einer Silvesternacht in das Jahr 1973 gerutscht sind, das so vieles verändert hat. Sie selbst, ihre Freundschaft, das Leben in ihrer kleinen Stadt. Doch etwas ist geblieben. Der Kern, der ihre Freundschaft ausgemacht hat. Und so sehen sie sich wieder, unter besonderen Umständen, und was so lange unausgesprochen zwischen ihnen hing, kommt zur Sprache.
Susann Pásztor hat mich mit "Die Geschichte von Kat und Easy" unglaublich beeindruckt. Diese Geschichte ist so gut erzählt. So dicht, so klug, so intensiv. Die Worte der Autorin, ihr Erzählstil, haben einen ganz eindringlichen Sog auf mich ausgeübt. Zusammen mit den so echten und lebensnahen Charakteren bin ich mit jedem neuen Kapitel von der Vergangenheit in die Gegenwart und wieder zurück gesprungen und habe nach und nach aufgedeckt, was so lange im Dunkeln lag. Dabei hat die Autorin mich zum Lachen gebracht, mich aber auch tief berührt. Sie schreibt so wundervoll echt und authentisch, dass es sich für mich so angefühlt hat, als wäre ich selbst ein Teenager zu der Zeit gewesen, in der der Roman spielt, dabei wurde ich erst mehr als zehn Jahre später geboren.
Ganz viel Tiefe liegt in diesem Buch, zwischen den Zeilen. Die Charaktere haben so feine Verflechtungen miteinander. Es macht einfach nur Spaß, sie zu entwirren und ihnen zu folgen.
Ich habe es nur gelesen, weil es zur Hälfte auf Kreta spielt. Story sehr flach, Charaktere sind überhaupt nicht ausgearbeitet und das Ende war mir dann auch egal.
Übergreifend eine leichte Geschichte. Da ich wenig Bezug zu den 70er Jahren habe, war es interessant, in diese Welt einzutauchen. Doch das Verhältnis der zwei Freundinnen in der Gegenwart zueinander war nicht sehr berührend und mir sind die Protagonisten nicht wirklich nahe gekommen. Vor allem, weil ich empfunden habe, dass die Handlung langatmig verlief und sehr belanglos war - es gab auch keinen überraschenden Twist. Außerdem wurde auf beiden Zeitebenen der Konsum von sämtlicher Drogen bagatellisiert.
Das Jahr 1973 ist ein kompliziertes Jahr für die Freundinnen Kat und Easy: Sie sind in denselben Typen verliebt und plötzlich werden die Unterschiede zwischen den Freundinnen immer deutlicher. Easy ist unschuldig, ein bisschen naiv, schön und gefällt den Jungs, Kat ist unnahbar, souverän, erfahren und versteht alles. Zumindest denken das die Freundinnen gegenseitig über sich.
Als Easy Kat rund 45 Jahre später (Jahre, in denen sie sich nicht mehr gesehen haben) für eine Woche in ihr Haus auf Kreta einlädt, holt die Vergangenheit die ehemaligen Freundinnen ein und Kat komnt nicht umhin, sich mit dem zu beschäftigen, was im Jahr 1973 passiert ist. Womöglich waren die Freundinnen gar nicht so, wie sie sich gegenseitig gesehen haben.
Abwechselnd zwischen Vergangenheit und Gegenwart wird die Geschichte einer bittersüßen Freundschaft in einer Kleinstadt erzählt. Der Schreibstil ist flüssig, der Ton irgendwas zwischen ernst und ironisch, und man merkt, dass die Autorin gut schreiben kann.
Weniger beeindruckt war ich von den Beschreibungen des immer wieder stattfindenden Drogenkonsums. Zigaretten, Alkohol, Haschisch, LSD, die Freundinnen (sowohl als Teenager als auch 60-Jährige) und viele um sie herum nehmen immer mal wieder irgendwas ein. Das zieht eigentlich keine negativen Konsequenzen mit sich und ist leider sehr langweilig beschrieben. Die Beschreibung von Drogentrips – bitte, bitte verschont mich mit diesem unglaublich langweiligen Mist.
Das ist aber auch fast der einzige Kritikpunkt. So richtig emotional hat mich das Buch nicht gemacht, das liegt mitunter am forschen, leicht ironischen Ton, aber das muss es ja auch nicht. Am meisten hat mir der ungezwungene, clevere Schreibstil gefallen.
Oh wie schön, eine Zeitreise, zurück zu meiner Jugend... Zum Inhalt: Sie sind nicht mehr die Teenager, deren Freundschaft vor einem halben Jahrhundert auf tragische Weise endete. Das wissen Kat und Easy, als sie sich auf Kreta treffen. Aber wer sind sie jetzt, und wer waren sie damals? 1973 wird ihr Jahr. Das schwört Kat ihrer Freundin Easy in der Silvesternacht, und nicht nur, weil sie bekifft sind. In den folgenden Monaten können sie viel von dem abhaken, was auf ihrer Liste steht. Sich zu verlieben, zum Beispiel. Unglücklicherweise in denselben Mann: Fripp arbeitet im Jugendzentrum, trägt karierte Hemden und kennt sich mit Hesse aus. Doch es ist nicht etwa die Eifersucht, die ihrer Freundschaft bald darauf ein jähes Ende setzt, sondern ein tragischer Unfall. Fast fünfzig Jahre später erhält Kat, die einen erfolgreichen Blog für Lebensberatung führt, eine Nachricht von Easy. In einem alten Haus an der Südküste Kretas treffen sie sich wieder und nehmen zwischen ausschweifenden Festen mit griechischen Nachbarn und rauschhaften Nächten am Strand das große Stück Leben in den Blick, das hinter ihnen liegt. Doch erst, als ein überraschender Besucher auf die Insel kommt, ist es ihnen möglich, sich der entscheidenden Frage zu stellen: Warum nur haben sie so unterschiedliche Erinnerungen an die Zeit mit Fripp? Mit einzigartigem Humor und psychologischer Scharfsicht erzählt Susann Pásztor von den wundervollen und schrecklichen Unwägbarkeiten des Lebens, und der Kunst, ihnen zu begegnen. Eigene Meinung: Hier hatte ich gehofft, neben der Geschichte, eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit zu bekommen. Musikalisch war das auch absolut der Fall, aber der hohe und verharmloste Drogenkonsum ist dann wohl, Gott sei Dank, an meinen Freunden und mir vorbeigeschlittert. Die reine Story gefiel mir zwar, wurde aber durch ständiges Kiffen, Ecstasy und Co. einfach überlagert. Irgendwann fand ich es nervig. Schade, der Schreibstil war nämlich sehr angenehm. Ich hatte einfach etwas anderes erwartet, weil ich auch gehört hatte, dass das Vorgängerbuch so gut gewesen sein soll. Vielleicht sollte ich mich lieber an dem probieren? Fazit: Ein Throwback in die alten Zeiten, allen voran musikalisch. Was die Drogen aber angeht, war es mir etwas zu viel.
- 3,5 Sterne: Roman mit Humor und Tiefe, aber auch Längen! -
* Spoilerfreie Rezension! *
Inhalt
Nach fast 50 Jahren treffen sich 2 Jugendfreundinnen in Griechenland wieder. Vieles blieb damals ungesagt, ein Unfall hat alles verändert. Werden die 2 Frauen endlich den Mut aufbringen, miteinander zu reden und die Geheimnisse von damals offenzulegen?
Übersicht
Einzelband oder Reihe: Einzelband Erzählweise: Figurale Erzählweise, Ich-Erzählerin, Präteritum und Futur Perspektive: weibliche Perspektive Kapitellänge: kurz bis mittel
Inhaltswarnung: Alkohol, Drogen, Tod von Menschen Bechdel-Test (zwei Frauen mit Namen sprechen miteinander über etwas anderes als einen Mann): bestanden! Frauenfeindliche / gegenderte Beleidigungen: --- ♥
Diese Geschichte solltest du lesen, wenn dir folgende Themen/Dinge in Büchern gut gefallen (dieser Abschnitt ist inspiriert von @sassthxtic auf Lovelybooks):
- Jugend in den 70er-Jahren - erste Liebe - Urlaub in Griechenland - alte Freund*innen treffen sich nach langer Zeit wieder - Schilderungen von Drogenkonsum - Beziehungen und Unausgesprochenes im Fokus - Geschichten, die langsam ins Rollen kommen
Meine Rezension
„Kat hat die Macht. Sie hat die Macht, Wörter zum Leuchten zu bringen und Räume mit ihrer Wut zu verpesten.“ E-Book, Position 27
Bei diesem Buch haben mich damals tatsächlich die ersten Sätze der Leseprobe so neugierig gemacht, dass ich es unbedingt lesen musste, ohne auch nur eine Rezension dazu gesehen zu haben. Obwohl die Geschichte eher kurz ist, musste ich sie allerdings dreimal beginnen, weil ich davor irgendwie nie über das erste Kapitel hinausgekommen bin. Da aber bekanntlich aller guten Dinge drei sind, kommt nun endlich meine Rezension!
„Easy hat keine Angst, Easy ist sicher, dass immer einer neben ihr stehen wird, um sie aufzufangen.“ E-Book, Position 418
Für mich ist „Die Geschichte von Kat und Easy“ ein Buch, das man durchaus als leichte Sommerlektüre zwischendurch lesen kann, aber sicher nicht gelesen haben MUSS. Gefallen haben mir an diesem Roman der locker-leichte, flüssig lesbare Schreibstil, der Humor, der mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat (besonders die Szenen mit Lothar als fünftes Rad am Wagen waren wirklich witzig), und die unausgesprochenen Dinge und Geheimnisse von damals, die in der Gegenwart nach und nach aufgedeckt werden.
Wissen muss man hierbei, dass das letzte Viertel der mit Abstand stärkste Teil des Buches ist, weil sich die zuvor oberflächliche, irgendwie banale Geschichte dort in etwas Besseres, Spannenderes, Tiefgründigeres verwandelt, was ich sehr mochte und mich auf den letzten Seiten auch berührt hat. Das liegt sicher auch daran, dass einem die Figuren zwar erst ganz am Ende (vorher bleiben sie einem zu fern), aber eben doch irgendwie ans Herz wachsen, besonders Fripp. ♥
„Wenn wir gelassen altern wollen, müssen wir gute Verliererinnen werden und das Loslassen lernen.“ E-Book, Position 1230
Leider muss man ziemlich geduldig sein, um es überhaupt so weit zu schaffen, da der Roman immer wieder Längen und Durststrecken bereithält. Ich glaube auch, dass Menschen, die selbst in den 70ern ihre Jugend erlebt haben, aus Nostalgiegründen mehr Freude mit „Kat und Easy“ haben werden – mich aber als Kind der 90er konnten die ziemlich ausführlichen Schilderungen von banalen Jugendsorgen und Drogenkonsum über weite Strecken leider nicht wirklich fesseln. Dafür konnte ich nicht tief genug in diese Zeit eintauchen, dafür waren die Beschreibungen einfach nicht atmosphärisch genug. Da habe ich schon deutlich bessere Bücher über diese Zeit gelesen. Aus feministischer Sicht bin ich leider auch nicht ganz zufrieden, weil doch einige Rollenklischees und Geschlechterstereotype in der Geschichte vorkommen.
Mein Fazit
„Die Geschichte von Kat und Easy“ ist meiner Meinung nach vor allem ein Buch für die ehemaligen (und bestenfalls nostalgischen) Jugendlichen der 70er und für geduldige Leser_innen, die auf der Suche nach einer eher leichten Sommerlektüre für zwischendurch sind, die erst am Ende wirklich in die Tiefe geht. Mich hat die Geschichte stellenweise gut unterhalten, stellenweise sehr berührt (vor allem im letzten Viertel), stellenweise aber auch ziemlich gelangweilt. Für mich ist es deshalb ganz klar ein Roman, den man lesen kann, aber sicher nicht gelesen haben muss.
„Die Geschichte von Kat und Easy“ von Susann Pásztor erzählt in zwei Ebenen die Geschichte einer Teenagerfreundschaft, die das Leben auseinandergerissen hat. 1973 waren die beiden knapp 16 Jahre alt und seit etwa einem Jahr sehr eng befreundet. Aber auch mitten in der (Spät)Pubertät. Kiffen, Rauchen und Jungs waren dominante Themen in ihrem Leben, dazu die Musik der Zeit als Soundtrack. Fertig. Fertig? Nein, nicht ganz. Denn dank des Internets finden sich die beiden fast 50 Jahre später wieder. Um der alten Zeiten willen machen sie gemeinsam auf Kreta Urlaub. Ohne eine wirkliche Klassentreffen-Atmosphäre aufkommen zu lassen, erzählt die Autorin die Geschichte relativ schnörkellos in zwei Zeit-Ebenen, dem Hier und Jetzt auf Kreta und der Jugendzeit 1973 im beschaulichen Laustedt. Die Kreta-Kapitel sind von Kat in der Ich-Form erzählt, die anderen Kapitel durch einen neutralen Erzähler. Die beiden Protagonistinnen des Buchs gehören zur Sandwich-Generation zwischen meinen Eltern und mir, aber wirklich viel scheint sich bezüglich Mädchenfreundschaften tatsächlich nicht verändert zu haben. Hauptthema des Buchs ist die Freundschaft zwischen zwei Jugendlichen, die den Sprung zur Erwachsenenfreundschaft nicht schafft. Es scheint auch von Anfang an keine gleichberechtigte Freundschaft zu sein, denn beide sind nicht wirklich ehrlich zueinander, zwischen ihnen stehen Schwindeleien und Neid – und irgendwie geht es immer um Liebe, Jungs und Drogen. An manchen Stellen habe ich mich ehrlich gefragt, wieso die beiden überhaupt befreundet waren. Vielleicht, weil die eine gerne voraus ging und die andere hinterher? Oder weil sich Gegensätze anziehen oder sie sich ähnlicher waren, als sie dachten? Kat war pummelig und trug eine dicke und (wie sie fand) hässliche Brille. Sie beneidete Easy darum, dass sie hübscher war (fand sie), cooler und irgendwie reifer („Was hatte ich mich manchmal vor Easys Unbekümmertheit gefürchtet, während andere sie gerade dafür bewunderten, dass sie Makel ansprach, die sie gar nicht als solche empfand.“). Nähe, Distanz, Neid, Zuneigung, Abgebrühtheit und Verliebtsein sind dadurch nur einige der Themen, die die Autorin streift. Aber sie streift sie nur, irgendwie fehlt mir bei dem Buch die Tiefe, denn im Endeffekt wird in dem Buch einiges geredet, aber sehr wenig gesagt. Zu einer wirklichen Aussprache kommt es nur zögerlich, da ist mir zu viel „Können wir darüber ein andermal reden, Kat?“ dabei und die Essenz des Buchs liegt nicht in den Zeilen, sondern dazwischen. Ja, die Autorin schafft es, die Geschichte zu einem halbwegs ordentlichen, wenn auch für mich eher unspektakulären Schluss zu bringen, streift nebenher noch die Themen Internet („Du hast niemals im Internet nach den Leuten von früher gesucht?“) und Einsamkeit, aber mir ist das Buch insgesamt zu vage. Sprachlich fand ich es sehr gelungen und die Charaktere sind sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart gut beschrieben, sodass man auch die Entwicklung der beiden nachvollziehen kann. Die beiden Protagonistinnen sind älter geworden, aber nicht „souverän gealtert“. Alte Stutenbissigkeit ist geblieben, neue Gleichgültigkeit ist dazugekommen („Früher wäre ich neidisch gewesen. Jetzt war es mir egal.“) Und da vermutlich jede:r solche oder ähnliche Erfahrungen mit Freundschaften gemacht hat, kann man sich vieles aus dem Buch sehr gut vorstellen. Für mich war es daher einerseits eine unterhaltsame Lektüre, andererseits eine schmerzhafte Erinnerung an zerbrochene Freundschaften. Der Drogenkonsum hat für mich eine zu dominante Rolle (die beiden Damen kiffen auch auf Kreta noch zusammen) und alles in allem fehlt mir die Tiefe und die einzige erleuchtende Erkenntnis, die mir bleibt ist, dass man auf Freundschaften aufpassen muss, wenn man sie aufrechterhalten will. Die steht aber sicher auch in irgendwelchen Abreißkalendern. Es ist kein schlechtes Buch, aber für mich auch nicht wirklich gut, daher vergebe ich drei Sterne.
Kat und Easy sind unzertrennlich, sie erleben alles gemeinsam und haben den Sommer ihres Lebens. Sie machen ihre ersten Erfahrungen mit Sex, Drogen und Alkohol und auch mit der Liebe. Sie werden für immer Freundinnen bleiben, davon sind sie überzeugt. Aber es kommt anders als geplant und aus einem ganzen Leben wird lediglich ein Jahr. Bis sie sich viele Jahre später wieder treffen.
Abwechselnd erzählt Susann Pásztor die Geschichte von Kat und Easy in der Gegenwart und der Vergangenheit. Als Leser springt man hin und her zwischen dem Laustedt der 70er und dem Kreta der Gegenwart und deckt so nach und nach die Geschichte eines Sommers auf. Kat und Easy sind sehr unterschiedlich und vielleicht verbindet sie gerade das. Easy, die Dorfschönheit, die zunächst schüchtern und etwas naiv daher kommt und Kat, die Brillenschlange, die mutig ist und Bescheid weiß vom Leben. Aber es zeigt sich nach und nach, dass die Rollenverteilung gar nicht so festgefahren ist wie sie zunächst scheint, vielmehr ist auch Kat verletzlich und gar nicht so abgebrüht, wie sie auf andere wirkt. Und dann ist da natürlich noch Fripp, der gutaussehende junge Mann, der ihnen den Kopf verdreht und der die Freundschaft der beiden auf die Probe stellt.
Den Wechsel aus Gegenwart und Vergangenheit ist Pásztor gut gelungen, wie ich finde. Oftmals kann ein ständiger Wechsel irgendwann nerven, weil man das Gefühl hat, nicht weiter zu kommen oder zu oft aus dem Geschehen gerissen zu werden. Pásztor jedoch verknüpft die beiden Erzählstränge gut, sie verwebt sie durch die Gedanken und lässt sie ineinander übergreifen was das ganze zu einem funktionierenden Gesamtbild verknüpft. Die Vergangenheit wird zwar nur stückchenweise offenbart und man muss sich viel selbst zusammenreimen, doch das hat mich nicht weiter gestört. Viel mehr hat es mich dazu gebracht, weiter zu lesen, da man irgendwann auch wissen möchte, ob die eigenen Vermutungen zutreffen. In die beiden Hauptpersonen Kat und Easy konnte ich mich sehr gut hineinversetzen, lediglich die Nebenfiguren blieben bis zum Schluss etwas blass.
"Die Geschichte von Kat und Easy" ist ein ganz wunderbarer Roman über Freundschaft, über die Dorfjugend in den 70ern, über erste Erfahrungen und Enttäuschungen und auch über die Liebe und die Diskrepanz zwischen dem jugendlichen Ich und der erwachsenen Frau, die man irgendwann wird. Die Grundidee des Buches ist sicherlich keine neue und das große Geheimnis auch etwas unspektakulär und vorhersehbar. Dennoch habe ich Pásztors Roman wirklich sehr gerne gelesen, da sie auf einfühlsame Weise das Wesen von Kat und Easy einfängt und den Leser mitnimmt in eine Geschichte, die zwar nicht nur positives bereit hält, die mich jedoch mit einem wohligen Gefühl zurück lässt. "Die Geschichte von Kat und Easy" war für mich ein Erlebnis, das mich mitnimmt in eine Zeit, die mir unbekannt ist und gleichzeitig auf die Reise schickt, in die wundervolle Natur Kretas. Pásztor hat einen sehr flüssigen und leichten Schreibstil, der perfekt ist um abzutauchen und den eigenen Alltag für eine Weile zu vergessen. Dieses Buch ist genau richtig, wenn man etwas braucht, was einen nicht mit tiefschürfenden Gedankengängen herausfordert und das dennoch so viel mehr ist als ein leichter Roman.
In dem Roman begenet der Leser den beiden Frauen auf drei Ebenen, wobei wir immer nur die Sichtweise der Geschichte von Kat erfahren und an ihren Gedanken teilhaben.
Zum einen spielt die Geschichte in Laustedt, der Heimatstadt von Easy und Kat, im Jahr 1973. Alles beginnt zur Silvesternacht und die beiden Freundinnen schwören sich, dass 1973 ihr Jahr werden wird. Es ist das Jahr, in dem Kat 16 wird, beide Mädchen sich zum ersten Mal verlieben, Easy eine Liste mit Dingen erstellt, die sie unbedingt machen will. Wir begleiten die Mädchen auf Drogentrips, Schulfeten und unvergesslichen Sommernächten.
Abwechselnd hierzu spielt der Gegenwartsstrang in dem Kat Easy nach mehr als 40 Jahren der Trennung auf Kreta wiedertrifft und die beiden Frauen sich ihren Dämonen der Vergangenheit stellen. Auch hier geht es um das Leben, die Liebe, Drogenexperimente und darum wie sich beide Frauen entwickelt haben.
Zwischendurch gibt es Kapitel, die aus einem Briefwechsel auf Kats Blog bestehen. Kat schreibt als ihr Alias "Mockingbird" einen Beratungsblog und Easy wendet sich als "Ich-wills-wissen" an sie um auch auf diese Art wunde Punkte ihrer gemeinsamen Vergangenheit aufzuarbeiten und anzusprechen. Durch die Briefe von Easy bekommt der Leser zum mindestens einen kleinen Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt und kommt Easy so etwas näher.
Mir hat vor allem die Vergangenheitsgeschichte gut gefallen. Ich mochte es, wie der Leser immer mehr Teil dieser Freundschaft wurde und dann irgendwann der Wendepunkt kam, an dem die beiden Frauen sich von einander weg bewegt haben und eine Freundschaft immer unmöglicher und unechter wurde. Der Erzählstrang auf Kreta konnte mich hingegen nicht allzu stark fesseln und ich habe beide erwachsenen Frauen als eher unsympathisch und anstrengend empfunden.
Insgesamt hat mich vor allem der Schreibstil überzeugt und die Darstellung der Zeit um 1973, das Freizeitheim, die junge Frauenfreundschaft, die Probleme des Teenageralltags. Hier ist es der Autorin gelungen einen authentischen Vibe dieser Zeit zu vermitteln. Auch fand ich viele Gedanken von Kate im Bezug auf ihre Freundschaft zu Easy zu dieser Zeit nachvollziehbar und treffend. Die Drogenerlebnisse waren mir teilweise etwas zu umfangreich dargestellt und haben einen sehr großen Teil des Romans beansprucht. Hier hätte ich mir vielleicht mehr Szenen zwischen den Freundinnen gewünscht, die noch mehr verdeutlicht hätten, was das Besondere an ihrer Freundschaft war. Denn so fehlte mir ein bisschen der Bezug zur Gegenwart und was die Frauen nach 40 Jahren überhaupt noch für ein großes Problem miteinander haben. Letztlich ist die Geschichte für mich eigentlich eine typische, wenn auch traurige, Handlung. Beste Freundinnen aus Schulzeiten verlieren sich - aus welchem Grund auch immer - aus den Augen, gehen getrennte Wege, denken ab und an sehnsüchtig an früher zurück und fragen sich "was wäre wenn". Doch meiner Meinung nach muss man nicht jede Freundschaft unbedingt retten. Manche Freundschaften haben ihre Zeit und halten einfach nicht darüber hinaus. Vielleicht war der Gegenwartsstrang für mich deshalb nicht ganz so nachvollziehbar, wie die Beschreibungen aus 1973.
Insgesamt aber ein wirklich schöner Roman, den ich gerne gelesen habe.
Blick zurück auf Jugendfreundschaft und erste Liebe
Eine norddeutsche Kleinstadt in den 1970-er Jahren, wo der Höhepunkt der Rebellion ist, im autonomen Jugendzentrum abzuhängen und zu kiffen. Für die (fast) 16 jährigen Freundinnen Kat und Easy ist das schon die kleine Revolte, die so manches Mal mit Hausarrest endet. Denn im Jugendzentrum gibt es nicht nur den netten aber nervigen Lothar, der immer freigiebig mit seinem Gras ist, da ist auch Fripp, der mit seinen 20 Jahren eigentlich schon ein alter Mann ist, aber den alle cool finden. Kat jedenfalls ist schwer verliebt und fällt aus allen Wolken, als ausgerechnet Fripp und Easy ein Paar werden. Unerwiderte Liebe tut immer weh, aber wenn ausgerechnet die beste Freundin die Auserwählte des Mannes ist, den ein Mädchen will, ist das natürlich noch mal so schlimm.
Die Jungmädchenträume in der Kleinstadt, das Träumen von Aufbruch und neuen Erfahrungen hat Susann Pasztor in "Die Geschichte von Kat und Easy" glaubwürdig und sensibel eingefangen. Beim Lesen läuft quasi ein Soundtrack der 70-er Jahre Oldies, mit Räucherstäbchen, Patchouli und Outfit aus dem Indienladen.
Auf einer weiteren Erzählebene führt der Roman in die Gegenwart. Auch Rebellen bekommen graue Haare und, im Fall von Kat, Arthritis in den Knien. Trotz ihren unter den digitalen Machern fortgeschrittenen Alters ist sie erfolgreich mit einem Lebenshilfe-Blog, gewissermaßen Sorgen- und Briefkastentante. Dann kommt ein Brief, der macht ihr klar: Hier kennt jemand die Kat hinter dem Pseudonym Mockingbird. Es geht nicht um die Sorgen und Nöte von Fremden, sondern es ist etwas Persönliches. Und das ausgerechnet zu einer Zeit, als Kat nach vielen Jahren wieder Easy trifft, in deren Ferienhaus auf Kreta.
Sie haben sich einander entfremdet, obwohl sie sich einmal so nah waren. Zwischen ihnen steht immer noch Unausgesprochenes und die gemeinsame Urlaubwoche muss zeigen, ob Nähe und Vertrautheit wieder hergestellt werden können. Denn die Briefe and"Mockingbird" gehen weiter und verlangen nach Antworten - nicht nur im Blog, sondern auch auf Kreta.
Mit leichter Hand und eher entspannt erzählt, geht es um die Versöhnung mit der eigenen Vergangenheit, mit der Frage, was eigentlich mal die Freundschaft ausgemacht hat und ob man sich immer noch was zu sagen hat. Ob manche Dinge vielleicht endlich mal ausgesprochen werden. Um Schuld und Vergebung. Auch wenn es um große Fragen geht, ist die Geschichte von Kat und Easy nicht allzu tiefschürfend, eher heiter mit einem Hauch von Melancholie. Auch wenn ich mir teilweise mehr erwartet habe, ein Buch wie eine Spätsommerbrise, in der schon der Herbst zu spüren ist.
Gute Stil, Inhalt enttäuschend Kat und Easy waren in der Schulzeit die besten Freundinnen. 70iger Jahre, sweet sixteen. Rock Musik, Jugendzentrum, Joints, erste sexuelle Erfahrungen. Sie teilen alles. Dann tritt Fripp in ihr Leben. Beide verlieben sich in ihn. Allerdings ist Easy schön, schlank, schlau. Kat eher das Anhängsel und versucht alles durch ihren Sarkasmus zu kompensieren. Über 40 Jahre später hat Kat einen sehr erfolgreichen Blog, in dem sie Menschen in schwierigen Situationen Coacht. So findet Easy sie wieder. Sie haben sich nicht mehr gesehen, seit Easy in ein Internat ging. Nach dem Sommer, der alles veränderte. Ein Sommer, der beiden Frauen auch mit Anfang 60 noch auf der Seele liegt. Kat lässt sich überreden Easy nach Kreta zu begleiten. Easy hat dort ein Haus. Zuerst bleibt vieles unausgesprochen. Die schwierigen Dinge bereden Sie nur indirekt. Über Briefe an Kats Blog und Kats Antworten darauf. Doch die schwierigen Geheimnisse bleiben ungesagt. Das Buch ist aus Kats Sicht geschrieben und spielt in zwei Zeitebenen. Die Jugend mit Schule, Hausarrests, Männern und Jungs. In einer Kleinstadt, in der eigentlich nichts geheim bleibt. Und die heutige Zeit, auf Kreta. In einem alten, aber irgendwie charmanten Haus. Dazwischen eingestreut Briefe, die Easy an den Blog schriebt und Kats Antworten darauf. Diese verschiedenen Ebenen sind sehr gut miteinander verbunden. Dadurch erhält das Buch eine gewisse Spannung, es ist interessant, wie sich die beiden entwickelt und verändert haben. Sprachlich gefällt mir das Buch auch gut, nicht seicht, nicht hochgestochen. Der Ton ist den verschiedenen Situationen angemessen. Allerdings schwebt immer ein Geheimnis mit, das am Ende auch gelüftet wird. Und ehrlichgesagt frage ich mich: warum darum ein solches Gewese machen und über 40 Jahre ein schlechtes Gewissen haben? Das hat sich mir nicht ganz erschlossen. Vor allem die Situationen in der Jugend sind gut erklärt und nachvollziehbar, einfühlsam beschrieben. Allerdings werden damals wie heute Drogen konsumiert, zwar nicht „die richtig schlimmen Sachen“, trotzdem wirkt der lockere Umgang damit sehr verharmlosend. Das empfand ich als etwas abstoßend. Insgesamt war ich etwas enttäuscht von dem Roman, vor allem weil mich Pásztors Vorgängerbuch sehr begeistert hat.
Eine Freundschaft, die in einem großen Schweigen endet, obwohl doch so viel zu sagen wäre. Ein Miteinander, das endet, obwohl sie einander gerade jetzt besonders gebraucht hätten. Doch es folgen 50 Jahre Funkstille. 50 Jahre, in den Kat und Easy versuchen, den tragischen Grund für ihren Bruch zu verdrängen. In denen all das Ungesagte wie eine Glasglocke über ihnen schwebt und all ihr Handeln, ihre Gefühle, ihre Liebe beeinflusst. Die Frauen ergeben sich ihrem Schicksal, ohne sich dem Ungesagten zu stellen – bis eine von ihnen über ihren Schatten springt und den Stein, der auf beiden Seelen liegt, ins Rollen bringt. In einem einsamen Ferienhaus auf Kreta stellen sich die beiden Anfang-Sechzigjährigen ihren sechzehnjährigen Geistern und den gegenseitigen Fragen. Denn eines ist klar: Ihre Freundschaft endete mit der Liebe zu dem gleichen Mann, die für keine von ihnen gut ausging. Susann Pásztor schafft es hervorragend, die angespannte Atmosphäre während des Kreta-Besuchs rüberzubringen. Ein ständiges Aus-dem-Weg-gehen, Aufeinander-lauern, Um-den-heißen-Brei-herumreden, Nur-nicht-auf-den-Punkt-kommen und Verläugnen jeglicher Gefühle. Bis ein Katalysator den Nebel des Schweigens bricht. Doch leider wurde mir genau hier zu wenig gesagt. Das Ende des Buches kam mir dann doch zu abrupt, es fehlte die Tiefe, eine Aussprache wurde nur noch angedeutet. Überzeugt haben mich dagegen die Schilderungen von Kats Erlebnissen und Gefühlen während der 70er-Jahre, ihr Kummer, der nie rührselig wird, und ihre Eifersucht auf ihre perfekte beste Freundin. Die oftmals beschriebene Intensität dieser Freundschaft kommt allerdings oft nicht wirklich rüber. Irritiert haben mich noch dazu manchmal ein paar Sätze, die anscheinend (vermute ich) Spannung in den Erzählstrang bringen sollten und seeehr wichtig klangen, für mich aber letztendlich inhaltlich nicht richtig aufgelöst wurden. Angefangen bei dem ersten Satz des Buches: Kat hat die Macht. Klingt unbestritten fantastisch. Ergab für mich aus der weiteren Geschichte heraus aber keinen Sinn. Alles in allem ein empfehlenswertes Buch, das ganz ohne Spannung unterhält. Ich hab‘ es gern gelesen, auch wenn es meiner Meinung nach nicht ohne kleine Schwächen auskommt.
Eine kleine deutsche Stadt, 1973. Katharina und Isolde, genannt Kat und Easy sind 16 und erleben DAS Jahr, das ihr Leben verändert. Ihre Freizeit verbringen sie in einem autonomen Jugendzentrum, sie trinken Alkohol, sie rauchen, sie kiffen und sie nehmen zum ersten Mal LSD. Dabei läuft das neue Album von Pink Floyd, Dark Side of the Moon, Das Kat zum Geburtstag geschenkt kriegt. Das gleiche Album läuft während Kats erstem Mal mit einem Jungen, den sie nicht liebt, aber haben kann. Die beiden Mädchen haben sich ungünstigerweise in den gleichen, 4 Jahre älteren, Kerl verliebt. Jede von ihnen hofft, Fripp gänzlich für sich zu gewinnen, was zu zunehmender Rivalität zwischen den Mädchen führt und in eine Katastrophe mündet.
Knapp fünfzig Jahre später treffen die beiden Frauen sich auf Kreta, wo sie eine Woche zusammen verbringen, über früher reden und nicht über früher reden. Sie beginnen zu verstehen, was damals passiert ist, und merken langsam, was ihre Freundschaft bedeutet.
Wir wechseln in der Perspektive immer wieder zwischen Laustedt 1973 und Kreta in der Gegenwart hin und her, die Autorin schafft es, für die jeweiligen Zeiten einen passenden Schreibstil zu finden, die Passagen aus der Jugend der beiden lesen sich wie Erlebnisse und Gedanken von Jugendlichen, es gibt keine wörtliche Rede und manchmal überschlagen sich die Gedanken, dann gibt es auch keine Kommata. In der Gegenwart sind die beiden über 60, entsprechend geordnet ist auch die Schreibweise. Kat und Easy waren mir sehr sympathisch und genug Witz hatte die Geschichte auch. Ein wenig hat mich das alles auch an meine Jugend erinnert, zwar ohne LSD aber mit der Musik der 70er, einer solchen einnehmenden Freundschaft, die jäh endete, und dem Gefühl, die Welt beherrschen zu können. Teilweise musste ich darüber den Kopf schütteln, dann wiederum habe ich mich gefragt, ob ich in 40 Jahren auch so darauf zurückblicken werde. Auch die verschiedenen Lebensgeschichten der beiden fand ich sehr interessant und berührend, sind sie doch keineswegs spießig gealtert. Ein sehr lesenswertes Buch, das man durch die dynamischen Perspektivwechsel und den unbeschwerten und humorvollen Schreibstil schnell inhaliert. 5/5.
1973 sind Kat und Easy 16 Jahre alt. Sie teilen viele erste Erfahrungen: sie kiffen, sie betrinken sich, sie entdecken Sex, und sie verlieben sich beide in denselben jungen Mann. Als dieser verunglückt, trennen sich die Wege der Mädchen.
46 Jahre später macht Easy die ehemalige Freundin ausfindig und lädt sie zu einer gemeinsamen Woche in ihrem Ferienhaus auf Kreta ein. Kat willigt ein, und zögernd gestehen die Frauen einander die Geheimnisse und Lügen aus ihrer Vergangenheit. Hat ihre Freundschaft nach all den Jahren und Geschehnissen noch eine Chance?
Susann Pásztor erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen. Eine spielt im Jahr 1973 in der deutschen Kleinstadt, in der die Mädchen damals gewohnt haben. Sie ist in der Gegenwartsform geschrieben und weist ein hartes, schnelles Sprachtempo auf. Diese Stilmittel bringen das Drängende, Ungeduldige, das die Zeit der Jugend ausmacht, sehr gut zum Ausdruck.
Die zweite Zeitebene spielt in der Gegenwart auf Kreta und spiegelt den gemächlichen Tagesablauf und das behutsame Annähern der Frauen wider. Die Autorin verwendet hierfür eine weiche, langsame Sprachmelodie und - darüber war ich erstaunt - die Vergangenheitsform.
Die beiden Handlungsstränge wechseln sich kapitelweise ab und ergänzen sich inhaltlich. In der jeweiligen Überschrift wird der Ort genannt, um den es geht, so dass man sich leicht zurechtfindet.
„Die Geschichte von Kat und Easy“ hat mich an meine eigene Jugend, an die Musik und die Rituale von damals und an alte Freundschaften erinnert. Eine gewisse Spannung war bis zur Mitte vorhanden, ließ dann aber nach. Auch konnte ich keine dem Zeitverlauf angemessene Weiterentwicklung der Hauptpersonen erkennen. Auf mich wirkten sie als Erwachsene nur äußerlich verändert.
Die größte Stärke dieses Romans ist für mich die poetische, bildhafte Sprache der Autorin.
Das größte Ärgernis ist die ausufernde und verharmlosende Darstellung des Drogen- und Alkoholkonsums der Protagonistinnen.
Bist du noch die Selbe beste Freundin? - Die Geschichte von Kat und Easy
DIE GESCHICHTE VON KAT UND EASY - VON SUSANN PÁSZTOR
Zwei sympathische Protagonistinnen mit ihrer eigenen Geschichte, die doch an vielen Stellen miteinander verwoben ist. Es gibt viele Rückblicke, man erlebt quasi mit den Protagonisten nochmal die Vergangenheit von Neuem und auch die Diskussionen, Schuldgefühle und Freude, die diese Erinnerungen hervorrufen.
Worum geht es?
Kat und Easy, früher einmal beste Freundinnen, haben sich durch einen tragischen Unfall aus den Augen verloren. Nun, 50 Jahre später treffen sie in Kreta wieder aufeinander und es gibt einige Ungeklärtheiten zwischen den beiden Frauen. Werden sie wieder zueinander finden?
Charaktere
Die Charaktere sind wirklich cool. Hier hatte ich vorher etwas Angst, dass ich mich nicht so in die, für mich sehr alten, Protagonistinnen hineinversetzen kann. Jedoch konnte ich richtig gut mitfühlen, da man auch immer wieder ihre Jugendzeiten durchlebt hat. Außerdem ist es sehr interessant, wie sich die beiden aufgrund ihrer unterschiedlichen Lebenserfahrungen innerhalb von 50 Jahren sehr unterschiedlich entwickelt haben.
Wie hat mir die Handlung gefallen?
Ich fand die Handlung interessant, jedoch an manchen Stellen etwas zuuu langsam. Mir ist klar, dass man hier jetzt keine Action erwarten sollte, jedoch kamen mir manche Stellen im Buch etwas langweilig rüber. Ansonsten ist es aber mal etwas ganz Neues für mich gewesen und es hat mir im großen Ganzen echt gut gefallen.
Empfehlung
Ich kann das Buch für jeden empfehlen, der gerade in einer Findungsphase ist und vielleicht Selbstzweifel hat. Das Buch ist für mich ein Wohlfühlbuch für zwischendurch. Wer so etwas sucht, ist hier genau richtig.
Susann Pásztors „Die Geschichte von Kat und Easy“ ist die Geschichte einer Frauenfreundschaft und passiert auf zwei Zeitebenen: Damals, 1973, sind Kat und Easy beste Freundinnen. Auf der einen Seite die schöne, von Männern begehrte und sympathische Easy, auf der anderen die in ihrem Schatten stehende, eher introvertierte, sich hinter Ironie versteckende Kat. So unterschiedlich sie sind, so unzertrennlich sind sie aber auch. Als mit Fripp ein junger Mann die Bühne des Lebens betritt, verlieben sich beide in ihn, was, wenn man an seine eigene Schulzeit zurückdenkt, für genug Drama reichen würde. Es ist die große Kunst Pásztors, dass dieses Liebes-Dreieck zwar ein Kernstück des Romans ist, die Beziehung der beiden Frauen aber immer im Vordergrund bleibt. Als Fripp überraschend stirbt, bedeutet das auch das Ende der Freundschaft. Es ist Kat, die den Kontakt abbricht und es ist Easy, die ihn 46 Jahre später wieder sucht und Kat in ihr Ferienhaus einlädt. Die zweite Zeitebene, das Jetzt, wird aus Kats Perspektive erzählt. Auf Kreta treffen die beiden Frauen wieder aufeinander und stehen vor dem Berg an Unausgesprochenem und der Frage, was damals wirklich passiert ist. Pásztor schafft in beiden Zeitebenen eine wunderbare Charakterentwicklung und lässt die Geschehnisse von 1973 ganz langsam entfalten. Nach und nach, mit keinem Wort zu viel, aber auch nicht so sparsam, als dass es frustrierend sein könnte, erfährt man mehr über die gemeinsame Liebe zu Fripp, die Umstände zu seinem Tod und die vielen kleinen Geheimnisse, die man als 16-jährige ansammelt. “Die Geschichte von Kat und Easy” gewinnt im Laufe des Buches immer mehr an Tiefe und zeigt, wie wichtig Freundschaft in allen Lebenslagen ist, wie leicht sie zerbrechen kann und dass es oft nur ein Wort braucht, um Missverständnisse zu vermeiden.
Waren wir, als wir jung waren, längst die, die wir heute sind? Diese Erkenntnis gewinnen die Protagonistinnen Kat und Easy als sie sich nach fast 50 Jahren wieder treffen. In den 70er Jahre waren die beiden 16 und beste Freundinnen. Die erste Liebe, die ersten Drogen und gemeinsame Heimat verbindet die Beiden. Alles probieren Sie zusammen aus. Es ist ihre Zeit! Doch dann verlieben sich beide in den gleichen Mann. Und das verändert alles.
Der 2. Zeitstrang spielt heute. Die Freundinnen, mittlerweile Anfang 60, haben sich nicht mehr gesehen und treffen sich wieder auf der schönen Insel Kreta. Sind Sie sich fremd geworden? Was verbindet sie noch? Und was steht zwischen Ihnen?
Dieses Buch geht tief an die innere Substanz, und zwar dort, wo sich unser wahres ICH gebildet hat. Keine Zeit ist so prägend wie die Zeit zwischen 13 und 17. Mich hat das Lesen dieser Geschichte in meine eigene Adoleszenz zurück katapultiert. Diese Phase ist auf einmal wieder so präsent, und beschwört Bilder herauf, die sich mit denen von Kat und Easy decken. Die Fragen nach „Wieviel Wahrheit ist richtig und darf man sie dem eigenen Wohle opfern?“ wird nicht nur einmal gestellt. Wie durch ein Brennglas schauen wir auf die Ereignisse und Wünsche, die unseren Realitätssinn in der Pubertät stark verfremden. Und der Wunsch nach Liebe ist allgegenwärtig. Die beiden Zeitstränge wechseln, wobei der eine in der Perspektive des allwissenden Lesers verharrt, während der andere, als Ich-Erzählung gestaltet ist. Zwischendurch kommunizieren beide in der Form der Leser Briefe. Eine wirklich fesselnde Geschichte über eine Beziehungen und Brüche, die in sehr kurzer Zeit doch so prägend waren, dass sie jederzeit positive, wie negative Emotionen hervorrufen können. Wenn ihr es zulasst, kann euch die Geschichte von Kat und Easy ebenso genau da treffen, wo auch ihr die beste Zeit eures Lebens hattet!
„Die Geschichte von Kat und Easy“ ist ein Roman der in Berlin lebenden Autorin Susann Pásztor.
Die beiden Teenager Kat und Easy verbindet eine enge Freundschaft, eine Freundschaft, wie man sie sich wünscht, in der man alles gemeinsam macht und sich gegenseitig den Rücken stärkt. 1973 sollte ihr Jahr werden, sie haben viel vor und erleben vieles gemeinsam. Aber dann zerbricht ihre Freundschaft durch einen dramatischen Unfall. Knapp 50 Jahre später kontaktiert Easy Kat. Die beiden treffen sich in Kreta wieder und beginnen auf ihr Leben und die damaligen Ereignisse zurückzublicken, und müssen feststellen, dass sich ihre Erinnerungen nicht komplett gleichen.
Der Schreibstil von Susann Pásztor ist angenehm zu lesen, abwechslungsreich, mal leicht und humorvoll und dann wieder ernst, der Lage und den Ereignissen angemessen. Sie berichtet ohne zu werten und es bleibt dem Leser überlassen, was er von den Handlungen und Taten der Charaktere hält.
Die Geschichte wechselt zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Man merkt, dass Kat und Easy sich im Laufe der Jahrzehnte weiterentwickelt haben. Während sie in ihrer Jugend leicht und unbedacht waren, wirken sie in der Gegenwart zurückhaltender. Beide werden authentisch und facettenreich dargestellt. Es ist interessant zu erfahren wie sie die Ereignisse in Erinnerung haben und warum ihre Freundschaft letztendlich in die Brüche gegangen ist. Mit Kreta hat die Autorin eine passende Kulisse gewählt, da Kat und Easy hier für sich waren.
Mir hat das Buch gut gefallen. Die Geschichte von Kat und Easy ist eine, die das Leben schreiben könnte und die zeigt, wie leicht Freundschaft zerbrechen kann und wie wichtig es ist miteinander zu sprechen.
Manche Probleme lösen sich gleich, andere brauchen Jahre
Kat und Easy sind ein Jahr lang unzertrennlich. Nach einem Unfall im Jahr 1973 trennen sich ihre Wege. Fast 50 Jahre später findet Easy im Onlinecoach Mockingbird ihre ehemalige Freundin Kat wieder und lädt sie in ihr Haus nach Kreta ein. Dort finden sie Schritt für Schritt wieder in ihre Vergangenheit zurück – so schmerzhaft diese Erinnerungen auch manchmal sein mögen. Das Cover, ganz unscheinbar – im unteren Teil schwimmen zwei Personen im Meer, man sieht nur ihre Köpfe. Die Geschichte spielt abwechselnd in den Siebzigern in Deutschland und in der Gegenwart in Griechenland. Die Dialoge aus der Teenagerzeit verschmelzen beinahe ohne Satzzeichen mit dem Text, der Erzählstrang der beiden erwachsenen Frauen wird aus Kats Perspektive als Ich-Erzählerin wiedergegeben. Der mitreißende Sprachstil erstreckt sich auf beide Teile gleichermaßen. Die Autorin weckt mit ihrem Schreibstil ein derartiges Interesse am Leben von Kat und Easy, dass man das Buch schwer aus der Hand geben kann. Mit viel Gefühl, doch nie übertrieben, mit viel Humor, jedoch ohne die Situationen ins Lächerliche zu ziehen, gelingt es Susanne Pásztor auf großartige Weise ein psychologisches Bild der beiden Frauen zu erschaffen. Sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart fühlt man sich den zweien so nahe, als hätte man sie selber auf ihrem Lebensweg begleitet. Die Autorin verbindet Themen wie Unsicherheit, Freundschaft, Vertrauen, Versöhnung, Vergebung und Schmerz so harmonisch miteinander, dass ein rundes, absolut großartiges Werk entsteht. Lange hat mich ein Roman nicht mehr so sehr berührt wie dieses Buch – und das ganz ohne Gefühlsduselei.
Zwei junge Mädchen werden Freundinnen. Kat und Easy erleben das, was man in ihrem Alter erlebt: Selbstzweifel, Ärger mit den Eltern, Parties, Konzerte, sich freischwimmen und rebellieren. Sie verlieben sich. Und hier beginnt der Teil der Geschichte, der sich als roter Faden durch das Buch windet. Sie verlieben sich in denselben Mann. 50 Jahre später treffen sie sich wieder. Auf Kreta, im Haus Easys an der Südküste. Vorsichtig nähern sie sich aneinander an. Und ganz offensichtlich steht da viel Ungesagtes zwischen ihnen.
Die Geschichte wird in zwei Erzählsträngen erzählt, aus der Sicht Kats. Es ist eine Freundschaftsgeschichte, eine Liebesgeschichte und eine Geschichte von Schuld. Das Drogen immer wieder eine nicht unerhebliche Rolle spielen, ist zumindest im ersten Teil der Geschichte sicherlich der Zeit geschuldet. Im späten Teil des Erzählstranges wirkt das eher bemüht, besonders, wenn sich nach der Ecstasypille eine allumfassende Zufriedenheit breitmacht und das alles klärende und Gespräch nach 50 Jahren einem Joint zu verdanken ist. Das ist mir ein bisschen zu einfach.
Die Figuren erschließen sich nicht unmittelbar, sie sind nicht auf Anhieb sympathisch und doch: je mehr man insbesondere in die Geschichte auf Kreta eintaucht, desto näher kommen sie einem. Und in einigen Teilen der Geschichte findet sich sicherlich manche Leserin durchaus wieder. Spannend wird es zunehmend, je mehr Einzelheiten aus der Jugend erzählt werden - die dann durch Kat während ihres Aufenthaltes auf Kreta so reflektiert werden, dass sie die Geschichte rund machen. - Ich habe das Buch sehr gern gelesen.
Mit 15 Jahren liegt einem die Welt zu Füßen und genau das fühlen die beiden Freundinnen Kat und Easy – es war im Jahr 1973. Es werden Zukunftspläne und Absichten geschmiedet - und dann kam Fripp. Etwas älter als die beiden und anziehend, leider für beide! Lange lange scheint es her und die beiden begegnen sich nach 50 Jahren auf Kreta wieder. Nun mit über 60 Jahren, beide geschieden und mit viel Erfahrungen und Erlebnissen auf dem Buckel. Wir nähern uns den beiden auf drei verschiedenen Ebenen. Zum einen wird uns die Vergangenheit ihrer Jugend nähergebracht, dann lauschen wir Kat, die uns als Erzählerin auf Kreta mit einbindet und das dritte Element sind Blogeinträge aus Kats Lebenshilfeblog auf dem Easy unter dem Pseudonym ‚Ich-wills-wissen‘ Fragen an Kat hat. Die beiden tasten sich auf Kreta aneinander heran. Es gibt viel zu berichte was in den letzten Jahren, Jahrzehnten war oder hätten nicht sein sollen. Und klar, für uns Leser:in steht immer die Frage im Raum was die beiden auseinander getrieben hat. War es Fripp? War es der Zahn der Zeit? Auf die Lösung steuert die/der Leser:in zu Ende des Buches hin, aber es scheint im Verlauf irrelevanter zu werden. Es geht um die Auseinandersetzung der Beiden, das reflektieren und das Gemeinsame. Da war Easy, die immer Schöne und Kat die Mutige. Wie ist es heute? „Die Geschichte von Kat und Easy“ hat Susann Pásztor sprachsensibel zu Papier gebracht und großartig macht die Autorin deutlich wie Kommunikation entzweien kann und auch wieder zusammenführt. Fazit: Ein empathischer Roman, der gut ist, aber aus meiner persönlichen Sicht nicht der beste von Susann Pásztor.
"Die Geschichte von Kat und Easy" handelt von den universellen Themen (Jugend-)Freundschaft, Eifersucht und Schuldgefühlen.
Total spannend fand ich dabei die Idee, dass Susann Pásztor eigentlich zwei Bücher in einem geschrieben hat: einmal die Geschichte einer Mädchenfreundschaft in den 70er Jahren, die neben einem Liebesdrama, das letztendlich die Freundschaft der beiden zerstört -ja, beide verlieben sich in den selben Jungen-, auch erste Erfahrungen mit Drogen und Sex, heimliche Besuche im Jugendzentrum und ganz viel Musik thematisiert; parallel dazu dann ein Treffen der beiden Frauen auf Kreta fast 50 Jahre später.
Mich hat besonders die Geschichte der Ü60er Kat und Easy gepackt. So oft habe ich in Romanen nämlich noch nicht von dieser Altersgruppe gelesen - besonders nicht als Hauptfiguren. Die beiden Frauen sprechen sich aus, besonders auch indirekt über den "Kummerkasten"-Blog von Kat, und wir als LeserInnen kommen so nach und nach einem Trauma/Geheimnis aus der Jugendzeit auf die Spur. Um Eifersucht geht es dabei natürlich, aber auch um Schuldgefühle und um die Frage, ob eine Jugendfreundschaft nach so langer Zeit überhaupt wieder repariert werden kann.
Weder die Jugendzeit, noch die Gegenwart beschreibt die Autorin verklärt oder gar kitschig, was in mir eine starke Empathie für Kat und Easy ausgelöst hat. Ich konnte die Entscheidungen und Gefühle der beiden Frauen absolut nachempfinden und habe mit ihnen mitgelitten. Ein emotionaler Roman, der auch gut in den Sommerurlaub mitgenommen werden könnte.
Beim Lesen von Susann Pásztors Roman "Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster" wusste ich, dass ich mehr von der Autorin lesen möchte. Es ist, als ob sie in eine Menschenmenge hinein geht, zwei oder mehrere Personen herausgreift und beginnt deren Lebensgeschichte aufzuschreiben. Es ist ihr Blick fürs Detail, für die kleinen Sehnsüchte, für die feinen Nuancen, die mich so begeistern. So, als könne sie den Menschen in die Seele schauen.
In ihrem Erzählstil kommt sie ganz ohne Action aus und weiß die kleinen Dinge des Alltags, die scheinbar banalen Abläufe des Lebens in Szene zu setzen. Clever, humorvoll, authentisch.
"Die Geschichte von Kat und Easy" ist die Geschichte zweier Sommer. Schnittpunkte vieler Lebensgeschichten, die voneinander beeinflusst werden. In ihrer Jugend verbringen Kat und Easy, die bis dato noch Isi war, viel Zeit miteinander. Easy bewundert Kat. Ihre erwachsene Haltung, ihr Wissen darüber, wie das Leben so läuft. Kat bewundert Frippe. Möchte dazugehören und doch nicht. Individuell sein ist das non plus ultra. Gefallen wollen das, was tief drinnen der Antreiber ist.
50 Jahre später treffen Kat und Easy wieder aufeinander. Easy hat ihre alte Freundin gesucht, hat sie nie vergessen, während Kat ihr Leben lebte, ohne einen Gedanken an Easy zu verschwenden. Doch jetzt sind sie beide da, auf dieser Insel in Griechenland, wo Easy scheinbar die Heimat gefunden hat, die sie jahrelang in Beziehungen suchte. Es ist ein Treffen zur Aufarbeitung dessen, was damals geschah. 1973, als viel zu viel gekifft wurde, Easy sich darin verlor erwachsen sein zu wollen und Kat in der Eloquenz Fripps. Dem jungen Mann, der ihrer beider Leben durcheinander wirbelte.
Es hat etwas von Coming of Age, denn in meinem Bauch ist sofort dieses Gefühl des Erwachsen seins, das auch ich mit 15/16 hatte. Heute kann ich darüber lachen, früher wollte ich vor allem ernst genommen werden. Dazugehören, gefallen wollen. Den Freundinnen, denen, an denen wir unser Herz verloren, denen, von denen wir glaubten, dass wir ohne sie nicht leben könnten. In einer Zeit, in der wir von Theatralik und Sehnsüchten geleitet werden, gerieten Kat und Easy in eine Spirale, die sie fünfzig Jahre später noch begleitet.
Susann Pasztór springt zwischen den Zeiten. Erzählt mal aus den 70ern (in denen eindeutig zu viel gekifft wurde) und mal aus der Gegenwart. Ich weiß gar nicht, welche Ebene ich mehr mag. Beide faszinieren mich. Das Zusammenspiel beider Lebenszeiten ist es, was diese Geschichte so besonders, so fesselnd machen. Welche Abzweigungen im Leben sorgen dafür, dass wir dort landen, wo wir heute sind? Wie viel davon haben wir selbst in der Hand? Wo lassen wir uns mitreissen? Wo treiben? Belastet uns irgendwann ein "was wäre wenn?" oder gelingt es uns loszulassen? Abzuschließen? Zu verarbeiten?
Susann Pasztór hat mal wieder einen sehr klugen Roman geschrieben über eine Geschichte, die so tatsächlich hätte passiert sein können. Meiner Nachbarin, meiner Oma, der Mutter meiner besten Freundin. Eine Geschichte, die mich begeistert, mitnimmt, die mir Stoff zum Nachdenken bietet. Es lohnt sich sehr Kat und Easy kennenzulernen.
Susann Pásztor schreibt ihren Roman auf zwei Zeitebenen; - 1973: Kat und Easy, Teenager, leben in einem kleinen Dorf und sind beste Freundinnen. Easy ist der Hingucker des Dorfes, während Kat immer in ihrem Schatten steht. Sie erleben den ersten Sex, experimentieren mit Drogen und Alkohol und verlieben sich in den selben Mann. Nachdem dieser zu Tode kommt, trennen sich ihre Wege.
- 46 Jahre später treffen sich die beiden Frauen auf Kreta wieder und stellen fest, dass viel Unausgesprochenes zwischen ihnen steht. Erst nach und nach kommt die ganze Wahrheit ans Licht. „Es wimmelt nur so von Rollenklischees hier, und auch ich war eins mit meiner gekränkten Eitelkeit, nach all den Jahren immer noch nichts anderes als die Freundin vom schönsten Mädchen zu sein.“ (S.105)
Susann Pásztor hat hier ein sehr realistisches Buch geschrieben. Es geht um die erste Liebe und ihrer Verletzlichkeit, um kleine Lügen, die ein ganzes Leben verändern können.
Der leichte Schreibstil liess mich schnell ins Buch finden und auch wenn mir beide Protagonistinnen nicht übermäßig sympathisch waren, fliegt man förmlich durch die Seiten. Die Tiefe des Buches wurde mir erst am Schluss deutlich. Von mir eine klare Leseempfehlung 4 Sterne