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Die Eroberung Amerikas

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Ein Feuerwerk des Einfallsreichtums: Nach dem Bestseller „Das Floß der Medusa“ begibt sich Franzobel in seinem neuen Roman auf die Spuren eines wilden Eroberers der USA im Jahr 1538.

Ferdinand Desoto hatte Pizarro nach Peru begleitet, dem Inkakönig Schach und Spanisch beigebracht, dessen Schwester geschwängert und mit dem Sklavenhandel ein Vermögen gemacht. Er war bereits berühmt, als er 1538 eine große Expedition nach Florida startete, die eine einzige Spur der Verwüstung durch den Süden Amerikas zog. Knapp 500 Jahre später klagt ein New Yorker Anwalt im Namen aller indigenen Stämme auf Rückgabe der gesamten USA an die Ureinwohner.
Franzobels neuer Roman ist ein Feuerwerk des Einfallsreichtums und ein Gleichnis für die von Gier und Egoismus gesteuerte Gesellschaft, die von eitlen und unfähigen Führern in den Untergang gelenkt wird.

544 pages, Hardcover

Published January 25, 2021

17 people are currently reading
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About the author

Franzobel

70 books23 followers
Franzobel is the pseudonym of Austrian writer Franz Stefan Griebl. In 1997, he won the Wolfgang Weyrauch Prize, and in 1998, the Kassel Literary Prize. He now lives in Vienna.

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Displaying 1 - 27 of 27 reviews
Profile Image for Meike.
Author 1 book5,022 followers
August 28, 2021
Longlisted for the German Book Prize 2021
Franzobel is known for his political novels that sometimes play with history in order to ponder present-day situations - and of course for his unique style, mixing elaborate world-building and scenic depictions with wordplay, the modulation of genres, and different varieties of humor (as he is Austrian, there is no lack of biting satire, a trademark of Austria's national literature; hello David Schalko, Angela Lehner, and of course Thomas Bernhard). As the title indicates, the book deals with the conquest of America, but it's not a realistic historical novel; rather, the author explains, it's a story "based on true events". Our protagonist is Spanish conquistador Hernando de Soto, whom Franzobel gives the more German-sounding name Ferdinand Desoto. In 1538, the Kaiser of the Holy Roman Empire Karl V. ordered Desoto (as the real de Soto) to conquer and "pacify" La Florida, which back then meant the whole area north of Mexico. (Before, de Soto was involved in the fight against the Inca empire - please check Civilizations, a (frankly: better) novel that tells this story as an alternate history).

In a second narrative strand set in the present, lawyer Trutz Finkelstein (Trutz is Middle High German for "Trotz", a form of resistance, still used today in the word "Trutzburg", "counter-castle") who represents the Native American peoples, sues the United States to give back the land. Much like Desoto, he fears no resistance.

Franzobels juxtaposes brutal scenes with grotesque vignettes, his humor is a weapon in the fight to uphold morality. Per usual, he jumps between narrative techniques, breaks the fourth wall, employs extreme changes of topic, lets his characters have conversations using expressions and referring to things that didn't exist at the time, crafts elaborate and gruesome scenarios, and then makes some off-hand jokes: This might be perceived as strenuous or provocative by some, but I'd maintain that this daring concept is why you read this author in the first place. Still, this novel is not quite as good as Das Floß der Medusa: It's too long, and sometimes it goes off the rails, pushing its stylistic concept too far at the expense of the story. The novel's moral concept is a little heavy-handed, Franzobel dwells in drastic metaphors. Still: This is so much fun to read, as the main narrative thread is a historical story that still leans on the unexpected. The second narrative thread could have been stronger though.

I highly appreciate this author whose manner of storytelling seems to be based on the motivation to break the rules in order to expand our concept of what high literature can be. I hope Franzobel will take this further and further. But will "Die Eroberung Amerikas" win the German Book Prize 2021? I'd say no. The list is full of historical books, let's see what the other entries can do.
Profile Image for Jin.
846 reviews148 followers
October 9, 2021
Die Geschichte ist wie der Titel bereits sagt über die Eroberung Amerikas; sie ist genial leicht, witzig, aber mit Scharfsinn erzählt. An Sarkasmus fehlt es sicherlich auch nicht und der ironische Unterton hilft auch Spaß an dieser Geschichte zu finden. Wir gehen im Buch weit zurück in der Geschichte bis nach Spanien, wo wir insbesondere Desoto bei seinem Abenteuer nach Amerika begleiten. Franzobel schafft es unter der leichten Sprache trotzdem genug Denkstoff einzustreuen, sodass man generell die Eroberung Amerikas in Frage stellt. Es war wie wenn man gleichzeitig schmunzeln und grübeln musste.
Die erste paar Hundert Seiten habe ich regelrecht verschlungen, so fasziniert und überzeugt war ich von der Geschichte. Insgesamt hätte das Buch aber etwas kürzer gehalten werden können für meinen Geschmack.

"Manchmal ist Etwas Wahrheit, auch wenn es nicht erkannt wird. Geschichte wird geschrieben, ist parteiisch, voller Skurrilitäten."


Ich finde es notwendig, dass auch solche Bücher in Schulen gelesen werden um Geschichte nahezubringen. Hätte ich in der Schule dieses Buch in der Hand gehabt zusätzlich zu den staubtrockenen Geschichtsbüchern, hätte ich sicherlich mehr vom Geschichtsunterricht mitgenommen!

** Dieses Buch wurde mir über NetGalley als E-Book zur Verfügung gestellt **
Profile Image for Ellinor.
761 reviews361 followers
February 6, 2023
Den Schreibstil von Franzobel muss man mögen. Er verwischt sehr geschickt historische Tatsachen und fiktive Handlungen. Das findet man bei anderen Autor*innen auch. Bei Franzobel gibt es jedoch eine Besonderheit in der Erzählweise: sowohl der Erzähler als auch teilweise die Charaktere verwenden Ausdrücke und Gedankengänge, die es zum damaligen Zeitpunkt noch nicht gab. Dies geschieht mit voller Absicht und nicht etwas aufgrund mangelnder Recherche.
Dieses Stilmittel wandte er schon bei Das Floß der Medusa an, in Die Eroberung Amerikas findet es sich wieder. Er macht das sehr gekonnt und die Geschichte wird auch ziemlich aufgelockert dadurch. Ich mag diese Schreibweise, muss jedoch zugeben, dass sie mir nach etwas der Hälfte des Buches teilweise etwas auf die Nerven ging. Gleichzeitig gibt es immer wieder Zeitsprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie zwischen den unterschiedlichen Handlungsorten. Das ist zwar alles recht logisch aufgebaut und es wird häufig auch explizit auf diese Sprünge hingewiesen. Dennoch machen sie und zusätzlich die Vielzahl an Charakteren das Buch zu einer manchmal etwas anstrengenden Lektüre.
Die Eroberung Amerikas ist ein interessantes Buch, das aber sicher nicht für jede*n die richtige Lektüre ist. Wer Das Floß der Medusa nicht mochte, wird Die Eroberung Amerikas vermutlich ebenfalls nicht mögen.
Profile Image for Nicolas.
48 reviews4 followers
February 8, 2022
Mit der Eroberung Amerikas ist diesmal nicht die Geschichte von Columbus oder Vespucci gemeint. In Franzobels neuem Roman geht es um eine der grössten Expeditionen des 16. Jahrhunderts, das größte Desaster jener Zeit: 1538 gab die spanische Krone einem Eroberer aus Südamerika, Hernando de Soto, den Auftrag, «La Florida» einzunehmen, die Bevölkerung zu christianisieren und das Land zu besiedeln. El Dorado, wir kommen, riefen die Soldaten und Offiziere, denn eigentlich ging es den Herrschern ums Gold und junge Indianerinnen.

„Eldorado, mach dich bereit! Wilhelm Friedrich Erasmus Müggenpflug kommt. Ich möge tot umfallen, wenn da nicht das Glück zu machen ist.
Genau in dem Moment fiel zzzzzzck etwas vom Himmel, streifte den Deutschen am Kopf, der sofort zu Boden ging und sich nicht mehr rührte.“

Doch nach der Ankunft findet, der in Franzobels Roman „Ferdinand Desoto“ genannte Eroberer, weder fruchtbares Land noch Gold, sondern Sumpf und Moskitos, auch keine goldene Städte, dafür dutzende feindliche Indianerstämme. Die Expedition wandert die östlichen Appalachen entlang nach Norden und hinterlässt bei den indigenen Völkern Verwüstung. Am Ende gelangt nur noch ein Drittel der Expeditionsteilnehmer nach einem jahrelangen Marsch quer durch das Land, durch Wüsten und Urwald, auf selbstgebauten Ruderbooten zurück nach Kuba.

„...besaßen die Spanier eine biologische Waffe, von deren Existenz und Gefährlichkeit sie gar nichts wussten, etwas, das Milzbrand, Brucellose, Leptospirose, Trichinose, Tuberkulose und noch so einige Chosen verbreitete, Schneisen in die Wachstumskurve der Indianer schlug, ganze Stämme ausradierte – kein in Labors gezüchteter Virus, sondern die beweglichen Fleischkammern brachten den Tod. Schweine!“

Franzobel berichtet mit dem Wissen und der Einstellung von heute und zieht entsprechende Vergleiche, quatscht hinein in die Geschichte, was das Zeug hält, spickt alles mit Metaphern und schmückt sprachlich brillant aus. Und genau das bringt den besonderen Kick der Satire aufs Papier. Wer auf Skurriles steht, auf bis ins Detail dargestellte Typen, bis an den Rand des Erträglichen, der wird applaudieren.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Kathrin (la_chienne).
64 reviews21 followers
June 6, 2021
Vorab: Ferdinand Desoto & Co haben nicht nur Amerika, sondern auch mein Leserinnenherz erobert. So genial gezeichnete Figuren, eine verrückt erscheinende Geschichte, die sicherlich überzeichnet ist, deren tatsächliche Wahrheiten dahinter (Kolonialisierung, Massaker, Versklavung, Unterdrückung) aber einfach erschrecken.

Darum geht es: 1538 startet der bislang von Erfolg verwöhnte Konquistador Desoto im Auftrag der spanischen Krone mit einer skurillen Mannschaft eine große Expedition nach La Florida, um es „zu erobern, zu bevölkern und zu befrieden" – gleichzeitig erhofft man sich die Entdeckung eines "Goldlands". Die Expedition wird jedoch ein Desaster, eine Odyssee der Verwüstung und voller Grausamkeiten.
Parallel zur Expedition erzählt Franzobel die Geschichte eines Gerichtsverfahrens in der Jetztzeit. Ein New Yorker Anwalt klagt im Namen aller indigen Stämme gegen die Vereinigten Staaten und verlangt die Rückgabe des gesamten US-Gebiets an die First Nations.

Franzobel verwischt hier die Grenzen von Fakten und Fiktion, von Historie und Gegenwart. Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten mit seinem Tempo beim rasanten Szenenwechsel mitzuhalten, doch dann wurde ich von seiner Fabulierkunst und seinem Wortwitz mitgerissen. Es ist eine Geschichte voller derber Szenen, die man wahrscheinlich, wie Franzobel es hier auch tut, nur mit Ironie erzählen kann, um es überhaupt aushalten zu können. Mal habe ich beim Lesen vor Entsetzen heftig schlucken müssen, mal kamen mir die Tränen vor Lachen. Rund 550 kurzweilige, absolut irrwitzige Seiten – ganz so, wie ich es gerne mag.
Und es ist nicht nur gute Unterhaltung, sondern auch ein wenig Lehrstück. Denn wenn ich mir die Frage nach der Aktualität stelle, fallen mir direkt einige Schlagworte ein. Denn Gier, Größenwahn, Egoismus treiben auch heute noch an...
Profile Image for Liedzeit Liedzeit.
Author 1 book110 followers
July 29, 2021
Die Geschichte des Ferdinand Desoto, der auszieht, Florida zu erobern und nebenbei den Mississippi entdeckt, und dafür ist er wohl noch heute geschätzt, so dass Autos nach ihm benannt werden.

Klingt nicht so schlecht.

Und tatsächlich gefiel mir das am Anfang ganz gut, statt einen schnarchischen historischen Roman zu schreiben, gibt der Mann sich, wie der Klappentext lobt, seiner Fabulierkunst hin. Es wird hier flott in den Zeiten hin- und hergesprungen, zum Beispiel erzählt er uns zwischendurch, wie Karl V. eines Fingers verlustig ging. Schön mit allwissendem Erzähler, und witzig.

Leider zu witzig, oder ich sollte lieber sagen: flapsig. Nach 100 Seiten fand ich das nicht mehr flott und erfrischend und nach spätestens 200 Seiten ging mir die Sprache/Erzählhaltung entsetzlich auf die Nerven. Dass die Leute wie Redford oder Paul Newman aussehen, oder gar die Synchronstimme von Woody Allen haben, kann man lustig oder erhellend finden, man kann das aber auch als Arbeitsverweigerung ansehen.

Ganz kurz, wenn ein seit Jahren bei den Indianern lebender Spanier auftaucht, wird es etwas interessanter, aber dann wird wieder fabuliert.

Übrigens verzichtet Franzobel bei wörtlicher Rede auf Anführungszeichen, ein beinahe untrügliches Anzeichen für einen schlechten Roman. (Call it Liedzeit’s Law.) Ich weiß es gibt berühmte Vorbilder, aber die sind auch (fast immer) schlecht.

In einer Nebenhandlung in der Gegenwart werden die USA verklagt wegen des Vorgehens gegen die Indianer. Und das stellt sich am Schluss als tatsächlich originell heraus.

Rettet das Werk aber nicht.
Profile Image for Nicole.
1,232 reviews35 followers
January 27, 2022
Vielen Dank an den Paul Zsolnay Verlag und Netgalley für das kostenlose Leseexemplar

Kurzmeinung/ Leseerlebnis
Den Schreibstil empfand ich als eher schwierig und nicht leicht zugänglich. Es hat sehr lange gedauert, bis ich in der Erzählung ankam. Der Autor verwendet keine Anführungszeichen bei wörtlicher Rede aber dafür umso mehr Fremdwörter, allerdings in einer Art und Weise, die mich animierte sie zu recherchieren, statt darüber hinweg zu lesen. Daher war es sehr praktisch, das Buch auf dem Kindle zu haben, wo das häufige Nachschlagen den Lesefluss wenig störte. Selten wurde mein passiver Wortschatz durch ein einziges Buch so stark erweitert. Häufig wurden Vergleiche aus der heutigen Zeit herangezogen, was mich nur anfangs irritierte und meinen Lesefluss störte. Auch der Humor war nicht so wirklich meines.
Die Handlung ist sehr direkt und brutal geschildert, entspricht aber mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Grausamkeit eben so der Realität, so dass der Leser ein gutes Gefühl für den damaligen Zeitgeist erhält. Keine schnelle Entspannungslektüre, nichts für escapistische Leser, wer aber bereit ist, sich auf das Buch einzulassen, wird hier unterhaltsam vieles lernen.
Profile Image for Erik Jänecke.
18 reviews14 followers
February 13, 2024
Zugegeben: Den Stil von Franzobel muss man mögen. Referenzen aus der Popkultur in einem historischen Roman sind sicherlich nicht jedermanns Plaisier ,sorgen aber für eine erfrischende Abwechslung und haben mich von der ersten bis zur letzten Seite durchweg gut unterhalten. Die Dialoge sind griffig, die Charaktere einzigartig und herrlich weird. Stellenweise fühlt sich das Buch an, als ob man einen Film von Tarantino und Monty Python sehen würde. Mag ich. Einen Stern ziehe ich für den Humor ab, der mich zwar oft schmunzeln ließ, die Grenze zur Albernheit jedoch öfters überschritt.
Profile Image for Jonas.
62 reviews1 follower
June 22, 2023
Ein ziemlich verrücktes Buch, allerdings geht es um den angedeuteten Gerichtsprozess auf vielleicht insgesamt 15 Seiten, was ich ziemlich schade finde.
Profile Image for Jan Dirk.
109 reviews
April 4, 2022
Eine derart misogyne, fremdenfeindliche und geschmacklose Kackscheiße habe ich noch nicht gelesen. Frauen kommen in diesem Buch ausschließlich als dümmliche Sexobjekte vor und alles vermeintlich "Fremde" - selbst wenn es nur Franzosen, Juden oder Indigene sind - wird mit einem offenbar unerschöpflichen Drang beleidigt und lächerlich gemacht.
Dieser "Historische Roman" verachtet das Historische und suhlt sich lieber in Klischees. Der unsägliche 90er-Jahre-Pippikackahumor ist dem Autor durchgehend wichtiger als die Entwicklung seiner Figuren und an keiner Stelle lustig: "Nein, sie würde in Spanien bleiben - Negerragout, Goathemala, Wenigzuela, oder wie das alles hieß, konnte ihr gestohlen bleiben."
Die angebliche "Fabulierkunst" ist weit über meine Schmerzgrenzen hinausgehend zu obszön, zu brutal und zu menschenfeindlich. Das Buch will provozieren und schafft dies fabulös. Ich hasse dieses Buch und verachte seine Anspruchslosigkeit.
Profile Image for Lesereien.
257 reviews22 followers
January 11, 2023
Ferdinand Desoto hält sich für den bedeutendsten Eroberer aller Zeiten. Zusammen mit einer Gruppe von skurrilen, heimatlosen und kleinkriminellen Männern macht er sich im 16. Jahrhundert auf den Weg, um Florida zu erobern, den „schlimmsten Ort der Welt“, denn „die Indianer dort sind Menschenfresser, die Sonne und Mond anbeten und von unserem geliebten Jesus Christus noch nie etwas gehört haben“. Im Namen dieses geliebten Propheten und des Königs hinterlassen sie eine Spur der Verwüstung in Form von Folter, Mord und Krankheiten. Gold und Schätze, die sie sich so erhofft hatten, finden sie nicht und versinken stattdessen immer tiefer in den Sumpflandschaften Floridas.

Franzobel erzählt auf geistreiche und vor politischen Kommentaren strotzenden Art von der Eroberung des amerikanischen Kontinents. Er beschönigt nicht, idealisiert nicht und zeigt stattdessen, wie zutiefst unmenschlich es war, das Erobern, Ausbeuten und Töten.

Doch so interessant das Thema der erfolglosesten spanischen Expedition an sich auch sein mag, leider konnte es mich in dieser Umsetzung nicht immer restlos begeistern. In der zweiten Hälfte des Romans habe ich manche Szenen und Ausführungen als zu lang empfunden. Und obwohl Franzobel selbst in der Danksagung schreibt, dass sein Lektor mehrere hundert Seiten aus dem Manuskript gekürzt hat, glaube ich, dass dem Roman weitere Kürzungen durchaus gut getan hätten. Um fair zu bleiben, muss man auch sagen, dass dieses Sich-Hinziehen der Erzählung im zweiten Teil des Romans die qualvoll lange und nicht enden wollende Expedition widerspiegelt. Bloß trägt das leider nicht dazu bei, dass man mit mehr Elan liest.

Um vom Negativen aber abschließend wieder zum Überzeugenden zu kommen, muss Eines betont werden: Wie Franzobel konstruiert, Fäden zusammenlaufen lässt, zwischen Figuren, Zeiten und Orten wechselt, wie er die Erzählstimme einsetzt, Kritik, Urteile und Kommentare auf die Gegenwart einbaut, all das ist gekonnt und macht Spaß zu lesen.

„Die Entdeckung Amerikas“ ist deshalb ein historischer Roman mit Pepp, der durch seine Scharfzüngigkeit besticht, zumindest immer dann, wenn er sich nicht in Längen verliert.
Profile Image for Johann Guenther.
807 reviews28 followers
August 8, 2023
FRANZOBEL: „Die Eroberung Amerikas“, München 2022
Es ist zwar ein anderes Thema als das letzte Buch „Das Floss der Medusa“, aber es ist ähnlich aufgebaut. Ging es beim Buch „Medusa“ um das Segelboot, das kenterte, so ist es im Amerika-Eroberungs-Buch eine Segelregatta die Florida erobern will. Das beschrieben Leben am Schiff ähnelt sehr dem anderen Buch und auch deren Charaktere. Das Überleben der Expedition an Land wird ähnlich grausig beschrieben, wie das der Gekenterten der Medusa.
Franzobel versucht dem Leser die damalige Situation zu erklären und sie in Relation zu unserem 21. Jahrhundert zu bringen. Wenn er etwa Personen beschreibt, so meint er, der oder die schaut aus wie dieser oder jener Schauspieler unserer Zeit.
Einzelne Personen der Eroberer werden mit ihren Vorgeschichten beschrieben. Viele Teilnehmer der Expedition hatten schon Abenteuer hinter sich gebracht und im Rahmen des Buches werden deren Lebensläufe erzählt. Ein junger Bursche, der von zu Hause weggelaufen ist und sich nicht mehr zurück traute heuerte auf einem Handelsschiff an, das dann von Piraten erobert wurde und er als Sklave in Afrika verkauft wird. Er flieht und wird auf diesem spanischen Schiff aufgenommen.
Die Expedition landet in Kuba. Die Frau des Leiters Ferdinand Desoto bleibt auf Kuba als Gouverneurin dieser spanischen Kolonie zurück, während ihr Mann mit einer großen Schar von Soldaten und Mitstreitern nach Florida aufbricht, um dort nach Goldvorkommen zu suchen. Sie landen in einer Bucht und brechen ins Landesinnere auf. Sie führen Pferde, Schweine, ja sogar eine Glocke für einen Kirchenneubau mit sich. Auch Missionare sind unter den Eroberern. Ihre Aufgabe ist es, die Indianer zum katholischen Glauben zu bekehren.
Es kommt zu vielen Kämpfen mit Einheimischen. Viele Menschen werden getötet, aber auch die Erobererschar wird immer kleiner.
Die Gruppe trifft auf Dörfer, die wie aus einem Fabelwesen von Franzobel beschrieben werden: Dörfer mit nur Tauben. Dörfer mit nur blinden Menschen. Orte, in denen die Frauen regieren und den Männern nur untergeordnete Rollen zugewiesen sind.
In der Stadt Baubillo kommen sie in einen Hinterhalt der Indianer. Es kommt zu sagenhaften Verlusten. Gegenseitig werden Behausungen abgebrannt. So auch die Zelte der Eroberer. Darin verbrennen auch die letzten Schätze – Perlen – die sie erbeutet hatten. Eigentlich hatten sie alles verloren und sollten umkehren, aber ihr Heerführer will nicht mit leeren Händen heimkommen und lässt weitermarschieren. Die Soldaten plündern und töten. Die Einwohnerzahl der Indianer wird aber auch durch mitgeführte Krankheiten dezimiert. Es heißt, dass die Spanier eine biologische Waffe mit sich führten, „von deren Existenz und Gefährlichkeit sie gar nichts wussten, etwa, dass Milzbrand, Brucellose, Leptospirose, Trichinose, Tuberkulose und noch so einige Chosen verbreiteten, Schneisen in die Wachstumskurve der Indianer schlug, ganze Stämme ausradierte – kein in Labors gezüchteter Virus, sondern die beweglichen Fleischkammern brachten den Tod. Schweine! Das Borstenvieh richtete unter den Einheimischen hundertmal mehr Schaden an als alle Spanier und Engländer zusammen. Diese Tiere waren für Krankheitserreger wie Reisebusse. Bereits ein paar Übertragungen an Rehe oder Rebhühner reichten, ganze Landstriche zu verseuchen.“ (Seite 363) Die Kämpfe hinterließen leere Einheimischendörfer. Die Waffen der Eroberer waren den Verteidigungseinrichtungen der Indianer überlegen. Aber auch die Eroberer erleiden Verluste. Viele sterben. Die Pferde, Schweine, Ziegen etc werden weniger. Der Mut zum Kämpfen nimmt ab. Einzelne Teilnehmer versuchen allein zurückzufinden, scheitern aber und wären fast verhungert.
Zunehmend muss auch ihr Anführer feststellen, dass diese Expedition erfolglos ist. Aus Kummer stirbt er und wird den Fluten des Mississippi, den sie erreichten übergeben. Die Mannschaft will zurück in ihre Heimat. Sie werden laufend von den Indianern angegriffen. Das Lager wird angezündet. Als sie Schiffe bauen, um so zum Meer zu kommen, werden diese von den Indios verbrannt. Ihre Kleidung wirkt immer mehr wie die der Indianer. Sie haben ihre europäische Kleidung verloren und kleiden sich jetzt in Fellen. So ziehen sie weiter. Kommen wieder zum Fluss zurück. Bauen wieder Schiffe. Ein Hochwasser treibt sie auf einen Berg, der wie eine Insel im übergelaufenen Strom stehen bleibt. Fast wären sie verhungert. Nach mehreren Wochen geht das Wasser zurück und sie können mit ihren Schiffen aufbrechen. Vier Jahre waren sie seit ihrer Ankunft in Florida im Land herumgeirrt. Jetzt wollten sie heim. Am Weg werden sie von Indianerstämmen angegriffen. Aus Booten werden sie beschossen. Der Kampf geht über mehrere Wochen. Viele sterben wieder, aber sie schaffen es bis zum Meer. Auf einer Insel erholt sich der übrig gebliebene Rest und in dieser friedlichen Situation werden wieder Indianer gesichtet. Schnell brechen sie auf und erreichen Kuba. Dort gibt es keine Gouverneurin mehr. Sie war den Anforderungen und den Aufständen der Sklaven nicht gewachsen und wurde abberufen. Die einzelnen Überlebenden versuchen ihr Glück. Manche kehren nach Spanien zurück.
Alles blieb eine Tristesse. „Was hatte die Expedition gebracht? Vierhundert tote Männer, zweihundertfünfzig tote Pferde, auch die mitgebrachten Kühe waren tot, die meisten Hühner, Ziegen, ebenso Hunde, viele Schweine …“ (Seite 498) „Eine Reise ging zu Ende, die als eine der erfolglosesten in die Geschichte eingehen sollte.“ (Seite 529)
Vieles ist sehr überzeichnend geschildert. Vieles ist erfunden. Der Autor selbst sagt in seiner Danksagung „Natürlich handelt es sich hier um einen Roman, manchmal habe ich geflunkert, und einiges ist erfunden, aber grundsätzlich wollte ich die Geschichte möglichst wahrhaftig erzählen.“ (Seite 542) ABER der Text zeigt das brutale Vorgehen der Europäer bei der Eroberung Amerikas.
Parallel zu dieser „Eroberungsgeschichte“ wird von einem Anwalt erzählt, der im Namen der Indianer eine Klage gegen den Staat Amerikas einbringt, weil die Weißen das Land der Indigenen erobert und enteignet haben. Der Prozess dauerte genauso lange wie vor einem halben Jahrtausend die Expedition: 4 ½ Jahre. Hier schlägt die Dichtung zu Buche. Der klagende Anwalt bekommt Recht. Die USA müssen das Land den Indianern zurückgegeben. Sollte dies nicht der Fall sein, wäre eine Zahlung von sechshundert Billionen Dollar fällig. Da dieser Betrag von der Volkswirtschaft nicht aufgebracht werden kann, bot das Gericht folgende Lösung an: „Die USA verpflichtet sich für die nächsten vier Dekaden, den aktuell bei sechshundertfünfzig Milliarden Dollar liegenden Etat der Militärausgaben ausschließlich für Umwelt- und Sozialprogramme zu verwenden, um das seit fünfhundert Jahren kaputtgemachte Land wieder in Ordnung zu bringen.“ (Seite 539)
Das 543 Seiten starke Buch zu lesen erfordert einiges an Anstrengung. Franzobel gesteht im Nachwort, dass der Lektor vieles verhindert hat. „Ohne sein beherztes Eingreifen wäre das Buch bestimmt doppelt so dick geworden.“ (Seite 543)
Profile Image for Wal.li.
2,555 reviews71 followers
November 12, 2021
Florida

Im Jahr 1538 macht sich der Eroberer Ferdinand Desoto mit seinem Tross auf den Weg nach Amerika, um Florida einzunehmen und Eldorado zu finden. In seiner Mannschaft kommt ein buntes Volk zusammen. Auch seine ungeliebte Frau ist mit dabei, sie ist die Schwester seiner großen Liebe. Desoto ist auf seinen vorherigen Fahrten reich geworden. Deshalb geht es ihm wohl mehr um den Ruhm. In Havanna zwischengelandet, lässt er seine Frau als Gouverneurin zurück. An der amerikanischen Küste angekommen, treffen die Seefahrer bald auf einheimische Völker. Derweil klagt in der Gegenwart ein Anwalt gegen den damaligen Verkauf des Landes an die Eroberer.

Wieder widmet sich der Autor einem geschichtlichen Ereignis. Die Entdeckerfahrt des Ferdinand Desoto, der auch als Namensgeber einer amerikanischen Automarke gilt, im Spannungsfeld mit der Klage des Anwalts vor einem amerikanischen Gericht, bildet den Rahmen für eine ungewöhnliche Erzählung. Eroberer, Gauner und Seefahrer machen sich auf den Weg nach Amerika. Die Meisten haben ihrer eigenen Gründe, sich auf die Reise zu begeben. In der damaligen Zeit barg das Unterfangen nicht unerhebliche Gefahren. Dies und auch die persönlichen Querelen für zu empfindlichen Verlusten. Doch wie kommt dann ein Anwalt in der Gegenwart dazu, eine Sammelklage einzureichen?

Die Idee, über die Jahrhunderte einen Spannungsbogen zu legen, weckt sofort Interesse. Leider kommt der Prozess, der in der Gegenwart stattfindet, und der Weg des Anwalts dahin, etwas zu kurz. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Eroberungsreise mit ihren vielen sehr unterschiedlichen Teilnehmern und den Eroberten, die selbstverständlich nicht unbedingt, damit einverstanden sind, erobert zu werden. Das Kaleidoskop der Handelnden ist sehr vielfältig und jeder hat eine Geschichte zu erzählen. Wie während einer solchen Eroberung nicht anders zu erwarten, kommt es auch zu einigen Gemetzeln, die manchmal ein wenig schwer verdaulich sind. Der Roman ist in einer witzigen und pointierten Sprache geschrieben, so manches Mal stutzt man, ehe man die Verbindung zieht und ein Lächeln auf den Lippen hat.

3,5 Sterne
Profile Image for Bonnie Bukowski.
10 reviews
August 9, 2022
Hat leider nicht mein Herz erobert!

Nachdem ich Franzobels „Floß der Medusa“ wirklich genossen habe, war ich gespannt auf seinen nächsten Roman „Die Eroberung Amerikas“. Doch das Buch hat leider nicht mein Herz erobert.

Es geht um eine Reihe an Charakteren, die von Europa in den Süden der heutigen USA reisen, um dort ihre Kolonialmacht auszuüben. Dabei treffen sie natürlich auf Einheimische, die ihnen teilweise ganz schön Feuer unter dem Hintern machen.

Ich muss gestehen, ich habe nur ¾ des Buches gelesen, weil es mir leider nicht zugesagt hat. Meiner Meinung nach gibt es zu viele Charaktere, auf die man sich konzentrieren muss. Teilweise ist gar nicht klar, aus wessen Sicht erzählt wird, was zur Verwirrung führt. Die Vielzahl an Figuren trägt auch dazu bei, dass sie einzeln nicht gut entwickelt sind (es erweckt zumindest den Anschein) und oberflächlich rüberkommen.

Auch der Plot vollzieht sich schleppend – die Charaktere sind die ganze Zeit nur auf Reisen und hin und wieder passiert mal wieder was. Mir war nicht ganz klar, was das genaue Ziel der Figuren war und warum sie in bestimmten Situationen so gehandelt haben. Es gibt viele Zeit- und Ortswechsel, was das alles nicht viel besser macht.

Gefallen hat mir aber der Schreibstil. Wenn auch etwas inkohärent, verwendet der Autor viele interessante Wörter, die ich gerne weiter in mein eigenes Vokabular importieren möchte. Auch ein schöner Wechsel zwischen hypo- und parataktischen Sätzen führt dazu, dass man das Buch gut lesen kann.

Schließlich gebe ich dem Buch 2/5 Sterne, weil der Schreibstil das Einzige ist, was mich überzeugt hat.
356 reviews5 followers
April 19, 2022
Ja, einfallsreich ist dieses Buch, der Autor reiht eine Skurilität an die andere. Ich denke auch, dass er sich gut in die Zeit der spanischen Eroberungen eingefühlt hat; Die vielen, teils absurden menschlichen Schicksale wirken stimmig für diese Epoche, in der ein Menschenleben nicht zählte. Auch sprachlich finde ich vieles sehr gelungen, z.B. die Formulierung "sie waren so schmutzig, dass man hinter ihren Ohren hätte Petersilie anpflanzen können".

Dennoch konnte ich dieses Buch nicht wirklich genießen. Der erfolglose und quälend lange Eroberungszug Desotos, eine fast endlos scheinende Aneinanderreihung von Gemetzeln an Eingeborenen, da fehlt es mir an der Freude, Menschen beim Scheitern und bei Gewalt zuzuschauen. Insofern war das Buch vielleicht die falsche Wahl für mich. Von der Rahmen-Handlung, einer Klage auf Entschädigung für die First Nations in den USA hatte ich mir zudem mehr erwartet. Das blieb mir zu kurz, zu allgemein und die Verbindung zu Desoto war mir auch nicht konkret genug.

Insofern: Wer Absurdität und Fabulierkunst schätzt, ist hier gut aufgehoben. Wen Gewalt und Scheitern abschreckt, dem sei abgeraten.
128 reviews
September 24, 2021
Eine unglaubliche Geschichte, mit Recht auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis- und wie der Autor im Nachwort versichert, in großen Teilen historisch korrekt!
Mit viel Liebe zum Detail, einem geradezu übermütigen Humor und einer unfasslichen Menge von Wissen wird die vierjährige Reise des erfolglosen Conquistador Ferdinand Desoto erzählt, der Eldorado, die Goldenen Städte und unvergänglichen Ruhm suchte. Gefunden hat er quasi nichts davon, und doch... Auf dem Zug durch Amerika kam er weiter als jeder Europäer vor ihm, er entdeckte den Mississippi und begründete die Anfänge der Globalisierung.
Umrahmt wird diese historische Tatsache von einer fiktiven Klage im Hier und Heute, mit der die Indianer die Rückgabe ihres Landes von den USA fordern.
Beide Daumen hoch für diesen irren Ritt durch die spanisch-amerikanische Geschichte mit all ihren skurrilen Auswüchsen, die der exzellenten Phantasie des Autors entsprungen sind und das Lesevergnügen abrunden! Lohnt sich definitiv für historisch interessierte Leser mit Sinn für schrägen Humor!
Profile Image for Maria.
285 reviews
April 28, 2021
Ein wahres Wunderwerk. Unfassbar mitreißend geschrieben, witzig, sarkastisch, mit ungewöhnlich lebendiger und durchgeknallter Sprache - genauso durchgeknallt wie die Conquistadores selbst. Historisch wirklich gut recherchiert und doch so sehr mit eigenen Einfällen durchsetzt, dass es eine ganz selbstständige Geschichte sein könnte.
Achtung: dieser Roman ist ganz sicher nicht politisch korrekt, da herrscht böser Sarkasmus und jeder kriegt sein Fett an einer Stelle irgendwann weg - Conquistadores, Feministen, Indigene... wirklich jeder, der da einen Auftritt hat. Mir hat das hin & wieder etwas zu schaffen gemacht, aber eines macht der Autor ganz ganz klar: die übelsten und bemitleidenswertesten Gestalten sind die sich überlegen glaubenden Europäer. Und zwar jeder einzelne von ihnen. Und aus diesem Grund verzeihe ich dem Rest des Romans wirklich so einige Grenzüberschreitungen....auf jeden FAll eine klare Leseempfehlung!
Profile Image for Leselissi.
413 reviews59 followers
September 25, 2021
Dieses Buch zu lesen fühlt sich selbst wie ein Eroberungszug an.
Allerdings ein sehr viel erfolgreicherer als der des spanischen Eroberers Ferdinand Desoto, um dessen abenteuerliche Reise es hier geht.
Während der werte Leser von Seite zu Seite einen weiteren Teil des kuriosen und reichhaltigen Geschichtenschatzes entdeckt, rückt das traumhafte Goldland Eldorado mit jedem Schritt, den Desoto und seine Männer machen, in weitere Ferne.
Dieser Eroberungsfeldzug soll später als einer der erfolglosesten in die Geschichte eingehen.
Es ist nicht einfach ein historischer Roman; immer wieder stellt Franzobel Bezug zu unserer Gegenwart her, sodass man diese Geschiche auch als kluge, scharfsinnige Satire auf den Machtanspruch des Westens über den Rest der Welt verstehen kann.
Zu Recht hat das Buch einen Platz auf der Longlist des diesjährigen Deutschen Buchpreises bekommen.
62 reviews
April 9, 2023
Die Eroberung Amerikas muss mühsam gewesen sein, das Lesen phasenweise leider auch. Wir begleiten Desoto auf seiner Reise durch Florida ins persönliche Verderben. Begleitet von einer großen Gefolgschaft, kommen sie an diversen Indianerstämmen vorbei, die alle als Metaphern für diverse (gesellschaftliche) Konzepte herhalten. Nach "Floss der Medusa" (eine Empfehlung!) waren die Erwartungen vielleicht auch zu hoch. Insgesamt (vermutlich) gut recherchiert, viele Paralleln gezogen und mit einigen sprachlichen Spielen. Zweiteres sorgt ab und an vielleicht auch für ein bisschen Verwirrung und ist manchmal zu viel für meinen Geschmack. Also wenn Franzobel, dann vielleicht erst einmal mit Floss der Medusa beginnen.
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356 reviews
December 27, 2024
Unterhaltsam, auch wenn einem das Lachen manchmal im Hals steckenbleibt. Ist die Geschicht so verlaufen wie im Roman? Bestimmt nicht, aber sie hätte so verlaufen können. Wäre sie so verlaufen wie im Roman, wären die Dramatis Personae die aus dem Roman gewesen? Gehört Amerika den Indianern? Franzobel führt uns mit unbändiger Fabulierlust mitten in das Chaos einer Eroberung, in der alles über den Haufen und Bord geworfen wird, während er Fragen beantwortet, die sich der Leser noch nie gestellt hat. Wenn man sich darauf einlassen kann, dann macht das richtig Spaß.
Profile Image for Christoph Weber.
1,476 reviews9 followers
July 9, 2021
Startet und endet mit moralistischem Schwachsinn, mittendrin eh ganz lustig aber auch voller Tippfehler. Grammatikfehler. Rechtschreibfehler. Gibt es sowas wie ein Lektorat auch noch?
An einigen Stellen waren die zahlreichen Fehler wirklich schon störend, da war es nicht alle paar Seiten ein Zeichen falsch. Nein, es waren falsch geschriebene Namen. Es waren doppelte oder fehlende Verben, was wohl im Prozess vorkommt aber hier nicht richtig korrigiert wurde. Dazu kommen Tippfehler. Würg.
189 reviews1 follower
March 26, 2023
Selten so ein peinliches, schlecht geschriebenes und unsympathisches Buch gelesen.
Mir wurde vom Klapptext eine Mischung aus Historischem und Gegenwartsroman und ein juristisches Drama versprochen.
Bekommen hab ich irgendwelche, sich halb im Dreck wälzende Prolos, die keine zwei Gedanken aneinander gereiht bekommen, ohne grausig zu sein.
Profile Image for Lyras.
23 reviews
March 20, 2024
Ist ok ,an Stellen etwas langweilig und mit der Darstellung einiger historischer Figuren wurde sich einiges an Freiheit genommen
Profile Image for Estrelas.
939 reviews
May 8, 2022
Wir schreiben das Jahr 1538, als sich Ferdinand Desoto auf eine Expedition nach Amerika aufmacht, um in Florida Gold zu finden. Und dann ist da der Anwalt, der sich Jahrhunderte später dafür einsetzt, das Unrecht wiedergutzumachen, das den indigenen Volksgruppen durch diese Eroberung widerfahren ist.
Doch dies ist kein gewöhnlicher historischer Roman, der einfach mit einer Rahmenhandlung die historischen Grundlagen aufgreift. Schon der Zeitstrang der Vergangenheit wird durch die Brille unserer Zeit, mal bitterböse, mal spitzfindig, mal irrwitzig erzählt. „Aus der heutigen Sicht war das 16. Jahrhundert vor alle, eines: brutal. So als hätte die Mafia sämtliche KZ-Aufseher zu einem Wettbewerb in Sachen Grausamkeit herausgefordert.“
Auf diesen wilden Ritt habe ich mich bewusst eingelassen und auch viele besondere Lesemomente dadurch erlebt. Dem gegenüber standen aber auch jene, wo mir das Springen zwischen den Figuren und die Länge etwas zu viel wurden. Das Buch empfehle ich trotzdem jedem experimentierfreudigen Leser.
Profile Image for Roman Keil.
49 reviews
February 4, 2021
Konnte mein Leserherz keinesfalls erobern, da bei mir weder die Erzählweise, der befremdliche Humor, noch die Fabulierkunst zünden konnte!
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