Wenn der Name bereits im Titel, was würde er, „Schopenhauer“ der Psychologe (oder Atheist), vor Lektüre über dieses Werk gesagt haben…möglicherweise folgendes:
“Human life must be some kind of mistake. The truth of this will be sufficiently obvious if we only remember that man is a compound of needs and necessities hard to satisfy; and that even when they are satisfied, all he obtains is a state of painlessness, where nothing remains to him but abandonment to boredom. This is direct proof that existence has no
real value in itself; for what is boredom but the feeling of the emptiness of life? If life—the craving for which is the very essence of our being—were possessed of any positive intrinsic value, there would be no such thing as boredom at all: mere existence would satisfy us in itself, and we should want for nothing.”
„Yasmina Reza“ (Der schöne Vorname leitet sich aus dem Persischen ab. Die Yasmin-Blume wird so benannt. In der persischen Literatur ist „Yasaman“ ein Sinnbild, ein Synonym der Liebe.) sinnt in dieser kurzen Erzählung durch vier Figuren über Sinn und Unsinn des Lebens nach. Nadine stellt fest, dass ihrem Mann nicht mal mehr „Spinoza“ helfen kann. Ariel, der Mann, berichtet seiner Psychiaterin, dass er im Schlitten „Schopenhauers“ sitze der in den Tod fahre. Er schwankt zwischen Kummer und Langeweile und stellt fest, dass seine Arbeit ein Ablenken vom Tod sei und alle seine Kurse, Konferenzen und Kolloquien eines Tages zusammenbrechen werden. Einer seiner Bekannten sitzt auf einem Sessel in einem Altersheim, eigentlich ist es ein Sterbehaus, er ist der glücklichste Mensch der Welt. Ein anderer Bekannter Ariels, Serge O. Weil, denkt über Dramen und Kriege Europas nach, um danach zu bemerken, dass die Welt täglich besser werde, obwohl Frankreich im neunzehnten Jahrhundert, und Afghanistan aktuell, beide tief religiös waren oder es weiterhin sind, weil geprägt von Analphabetentum (der sich Dank Meta, X und Co. erneut ausbreitet und die Welt zu überrollen droht. Make the world stupid again.). Jedoch sei jeder für „seine eigene geistige Struktur verantwortlich und habe die Pflicht, zu einer toleranten, humorvollen und pluralistischen Moral beizutragen.“ (Das Ideal, von dem die Menschheit aktuell abgekommen ist. Dank Hyperkapitalismus und faschistischer Ideologien. Und Analphabetentum.) Die Liebe beschreibt der Krawattenträger als Selbstzweck: „Am Tag meines Todes, werde auch die Liebe tot sein.“
Nadine kauft ihrer Mutter einen Hut. Damit sieht diese wie eine schicke Amerikanerin aus. Andere Dinge interessieren die Mutter nicht. Nadine denkt in dieser Situation über das Altern nach. Darüber, dass sie, sobald alt, nur eine Katze, Blumen und Basilikum bräuchte und in einem griechischen Kloster leben könnte. Im nächsten Kapitel spricht Ariel zu seiner Frau Nadine. Er erinnert sich daran, wie sie an einem Silvesterabend hatten ausgehen wollen. Er hatte aber an dem Abend jedoch alleine sein und weinen wollen. Daraufhin hatte Nadine ihren Mann windelweich geschlagen. Nach der Prügelattacke beschimpfte ihn Nadine als einen Haufen Scheisse: Er solle sie mit ihrem Silvester-Make-up und den Ohrringen in Ruhe lassen, nachdem er ihr Leben vermiest habe. Daraufhin bemerkt Ariel: „Niemand wird vernünftig geboren. Niemand stirbt vernünftig.“ Eines Tages liegt ein einsamer kleiner Mann neben einer gleichgültigen Frau, die nach der Silvester-Party, einen Artikel über Menschenaffen die von Aussterben bedroht sind, lesen wird. Sie wird ihren Mann auch nach seinem Anflehen nach ein wenig Zärtlichkeit nicht in ihre Arme nehmen. Zum Schluss spricht die Psychiaterin zu den Dreien. Sie erklärt ihnen die Vergänglichkeit. In ihren Worten ist Trauer und Sehnsucht zu spüren.
„Yasmina Rezas“ Stil erinnerte mich beim Lesen, wenn auch ein wenig entfernt, an Milan Kundera. So als wäre sie als Autorin, seine intellektuelle Nachfolgerin, die über Glück und Unglück und die Vergänglichkeit des Lebens philosophiert. Sie sinniert ohne Punkt und Komma, hier und da ein wenig abstrakt, dann wieder real-pointiert und mit viel Humor zwischen den Zeilen über die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. In Kundera's Manier, wenn auch nicht ganz an dessen literarische Qualität heranreichend. Teilweise abgefahren, und ziemlich gut.
…und Schopenhauer, der Philosoph…was würde er nach Lektüre gedacht haben…vielleicht dies…
“The life of every individual, viewed as a whole and in general, and when only its most significant features are emphasized, is really a tragedy; but gone through in detail it has the character of a comedy.”