Wie kann so ein schönes Land solche Wahlergebnisse hervorbringen?
Deutschlands Nachbar im Südosten ist ein wunderschönes Land mit hohen Gipfeln, tiefen Abgründen und kilometerweiter Leere. Inmitten dieser Leere ist Eva Reisinger aufgewachsen, in Oberösterreich, wo in jeder Einfahrt zwei Autos stehen, ein Mofa die Welt bedeutet und sich am Wochenende alle in der Großraumdisko treffen. Österreich bedeutet für die meisten Skifahren in Tirol, Salzburg, Schnitzel, Kaffeehauskultur und Wiener Schmäh – herrlich herzig! Eva Reisinger erzählt von einer anderen Seite der Alpenrepublik, dem Leben auf dem Land: Wie ist es, wenn sich der erste Freund als FPÖ-Wähler entpuppt und wenn außer im Internet so gar nichts passiert? Nebenbei klärt sie wichtige Fragen – etwa: Wie kann ein 31-Jähriger Kanzler werden? Wieso sind die Menschen in der lebenswertesten Stadt der Welt zugleich die unfreundlichsten? Wie kommt es, dass jede*r Dritte rechts wählt, obwohl weit und breit kein »Ausländer« zu sehen ist? – und sie verrät uns ihr Rezept für den besten Kaiserschmarrn.
Gebrauchsanweisung für Österreich – Realität unter der rosaroten Tourismusglasur
Eigentlich bin ich ja gar nicht die Kernzielgruppe dieses Buchs über Österreich, denn es soll wahrscheinlich den deutschen Leser*Innen einen ehrlichen, ungeschönten Blick auf unser Land mit all den Problemen und Grauslichkeiten geben, die wir uns bemühen, immer zu verdecken. Das hat dieses Werk auch wirklich hervorragend geleistet.
Abseits aller Tourismusklischees, die wir immer zu bedienen vermögen, seziert Eva Reisinger mit kurzen Kapiteln und Themen von A bis Z die österreichische Seele, die Politik, die Medien und die Gesellschaft, vor allem auch auf dem Land und legt all die braunen Spritzer, den Eiter des Rassismus und andere unangenehme (mitunter auch angenehme) Eigenschaften frei, aber nicht in Form einer Anklage, sondern meist sehr lapidar in kleine Geschichten aus ihrer Kindheit und Jugend verpackt oder manchmal auch in Analysen mit bissigem Humor garniert. Die Autorin steigt sehr intensiv, tief und treffsicher in die österreichische Psyche ein, was ich nun als Nicht-Zielgruppe des Werkes und auf dem Land lebend natürlich sehr gut beurteilen kann, denn genauso habe ich auch fast alles erlebt und wahrscheinlich viele andere Österreicher auch, wenn sie sich denn einen kritischen Blick auf die typischen Gepflogenheiten unseres Landes erlauben würden.
Von A wie Ausgehen bis Z wie Zuckerl, respektive Wahlzuckerl, wird die wirklich ereignislose und optionslose Zeit der Jugend in einem kleinen Dorf geschildert, sonderbares Brauchtum wie beispielsweise Brautstehlen, fragwürdige Umgangsformen, unsere rückständige Einstellung zum Feminismus, der Alltagsrassismus thematisiert, der noch immer in den Gehirnen wabernde Nationalsozialismus analysiert, der über Generationen weitergegeben wurde, das politische und mediale Parkett mit all seinen Hintergründen beleuchtet und auch viele Austriazismen erklärt. Gewürzt wird das Ganze auch noch mit ein paar positiven Aspekten, wie zum Beispiel unserer köstlichen Küche. Im Kapitel P wie Piefke wird übrigens auch unsere ambivalente Beziehung zu den Deutschen inklusive der bedienten Stereotypen und Vorurteile ziemlich treffend untersucht.
Mir persönlich war das ganze streckenweise fast zu normal, banal und dahinplätschernd erzählt, zu wenig bissig formuliert, als dass ich es jetzt für Österreicher als zwingend dokumentationswürdig erachten würde, aber wenn ich es von außen betrachte und mit dem falschen Bild vergleiche, das einem Deutschen immer von unserem Land präsentiert wird, dann ist das sicher höchst spannend und eine wirklich wichtige und umfassende Zusammenfassung einer Gebrauchsanleitung für unser Land. Vor allem auch, weil die Autorin wirklich viel zu Hintergründen erklärt, was Außenstehenden erklärt werden muss, damit sie den Kontext verstehen, was aber Österreichern ohnehin nur ein Schulterzucken entlockt, da manche menschlichen und politischen Grenzüberschreitungen bei uns schon seit ewigen Zeiten Normalität bedeuten.
Das ist so wie die Österreich-Sendung von Jan Böhmermann im Magazin Royale vom 07.05.202 1 über die politische Situation in unserem Land. Ganz Österreich war enttäuscht, dass Böhmi keine neue Grauslichkeit aufgedeckt hat, und zuckte mit den Schultern, weil uns ohnehin schon alles bekannt ist. In Deutschland hat ein solches politisches Gebaren unserer Regierenden und deren Zusammenfassung im Fernsehen Entsetzen hervorgerufen. Da sind wir nun beim Diskurs und der Grenzverschiebung angekommen und sollten das Entsetzen aus Deutschland einmal auf uns wirken lassen, und wie sehr für uns Österreicher bedauerlicherweise Korruption schon zur Normalität geworden ist. So geht es halt auch mit allen anderen unangenehmen Eigenschaften unserer österreichischen Gesellschaft, die dieses Buch aufdeckt.
Plötzlich, während der guten Zusammenfassung von für mich ohnehin bekannten Fakten und des schon angesprochenen Dahinplätscherns, poppten dann zwischendurch Kapitel auf, die mich völlig vom Hocker gerissen haben.
Da waren zuerst die mit spitzer Feder geführte Analyse der österreichischen Männer und ihre Beziehung zum Keller, und das nicht nur in der Fritzl-Priklopil-Variante sondern auch hobbymäßig in Bezug zu ALLEN Männern. Das ist so genial, ich hätt mir vor Lachen fast ins Hoserl gewischerlt.
"Der Keller ist der wichtigste Raum im ganzen Haus. Denn nur dort kann man tun, was man will. Nur dort schauen die Nachbar*innen nicht rein. Nur dort lässt die Frau einen in Ruhe. Österreich hat ein schwieriges Verhältnis zu seinen Kellern. […] Sie zeichneten das Bild eines Landes voller Psychopathen mit zu gut isolierten Kellern. Ulrich Seidel drehte einen ganzen Film über die Keller im Land. Dort zeigt er unter anderem Männer bei der Wiederbetätigung (im nationalsozialistischen Sinne). […] Vieles, was im Keller gemacht wird, ist nicht immer ganz legal, gesellschaftlich akzeptiert oder erwünscht. […] Warum geht es hier immer um Keller? Und zwar nicht nur im Zusammenhang mit Verbrechen und Gewalttaten, sondern auch mit Hobbys und Sex. Vielleicht weil der Keller heute der einzige Ort ist, an dem noch alles so ist, wie es immer war. Ein Ort der Konstante. Dem die fürchterliche politische Korrektheit, der Feminismus und die Globalisierung wurscht sind."
Auch der Abschnitt über die Opferthese Österreichs als erstes Opfer Adolf Hitlers und die persönliche Aufarbeitung der Enkelgeneration mit Kriegsverbrechen vor allem in der eigenen Familie am Beispiel der Autorin ist schlichtweg brillant.
Das Kapitel Parteibuch hat mich frappant an meine Kindheit erinnert. Alles war im Sinne des Proporzes zwischen den zwei großen Parteien aufgeteilt, respektive gab es alles doppelt, sogar die Ferienlager waren parteipolitisch gefärbt. Ich war mal mit meiner leiblichen Mutter und meiner Tante inklusive Cousinen auf einem Kinderschiurlaub in Gosau. Josef Pühringer, späterer ÖVP-Landeshauptmann von Oberösterreich, damals aber noch nicht bekannt und normaler Religionslehrer, saß mir gegenüber am Frühstückstisch. Keiner mochte ihn, weil er so schmierig war, letztendlich hat ihm seine Art bei einer politischen Karriere sehr geholfen. Plötzlich sagte ich laut zu meiner Mutter: „Gell, der Rudi (Vater meiner besten Freundin) ist der beste Freund vom Androsch (damaliger SPÖ Finanzminister).“ Totenstille im ÖVP Speisesaal. Alle waren geschockt, dass ein kleines Kind den Namen eines Sozialisten in den Mund nahm. Ich hab natürlich nichts verstanden.
Im Abschnitt Rassismus lag die Autorin bei einer Kleinigkeit wahrscheinlich falsch. Das von ihr beschriebene katholische Gymnasium kann eigentlich nur die Kreuzschwesternschule sein, das war zumindest früher das einzige katholische Gymnasium in ganz Oberösterreich. Sie behauptet, dass es dort nur weiße Menschen gab. Ich war sieben Jahre in dieser Schule, bin eine halbe PoC und das sah man mir als Kind auch immer an. Wobei die Schwestern mit meiner Haut-, Haar- und Augenfarbe weniger Probleme hatten, sondern nur mit dem Umstand dass ich unehelich war – sehr katholisch eben. Aber auch das ist Österreich. Ich bin also nicht aufgrund meiner Hautfarbe, sondern aufgrund meines Zeugungsumstandes diskriminiert worden. Zur Einschulung wurde ich vor die Klasse gestellt und mit den Worten vorgestellt: „Seht her, das Produkt einer Sünde“. Dieses Mobbing vom klösterlichen Klassenvorstand funktionierte aber nicht, denn meine kommunistischen Pflegeltern hatten mir das Konzept der Sünde nicht beigebracht, im Gegenteil, ich kannte das Wort nicht und habe die Klosterschwester sehr höflich darum gebeten, mir den Begriff Sünde zu erklären. Das war offensichtlich so entwaffnend, dass diese Art der Diskriminierung fortan eingestellt wurde.
Fazit: Ich spreche die wärmste Empfehlung für dieses Buch aus, vor allem für Deutsche, die Österreich abseits aller Klischees wirklich gut kennenlernen möchten. Aber Vorsicht, was Ihr hier lest, könnte Euch die Lust auf Österreich und die Österreicher ein für alle Mal ein bisschen vergällen. Im Klappentext steht, Alles was Sie über Österreich wissen müssen. Und alles was Sie lieber nicht gewusst hätten. Das kann ich vollumfänglich unterschreiben. Ich gehe sogar soweit, dieses Werk von Eva Reisinger als eigentliche und wahre „Gebrauchsanweisung für Österreich“ für Nicht-Österreicher zu nominieren.
Gleichnamiges Werk die ursprüngliche „Gebrauchsanweisung für Österreich“ von Heinrich Steinfest ist zwar höchst vergnüglich und genial, aber eigentlich ob seiner Komplexität und seines erforderlichen Vorwissens über das Land nur für Österreicher und nicht für Deutsche geeignet. Meine Rezension findet ihr hier .
Charmant und mit liebenswürdigem Witz, aber auch sehr ehrlich und kritisch reflektiert bringt Eva Reisinger hier der (deutschen) Leserschaft die Alpenrepublik näher. In alphabetischer Sortierung und immer wieder ausgeschmückt mit Erzählungen über das eigene Aufwachsen auf dem oberösterreichischen Land erklärt sie etwa das typische Granteln, gängige Redewendungen und Brauchtümer sowie die besten Kochrezepte, aber setzt sich auch ausgiebig mit politischen Themen und der leider quer durch die Gesellschaft beinahe schon alltäglichen Rechtsradikalität auseinander. Da ich selber in Niederbayern auf dem Land aufgewachsen bin und zudem der derselben Generation wie die Autorin angehöre, waren mir viele der erklärten (Sprach-)Gebräuche schon gut bekannt, trotzdem habe ich einiges zum besseren Verständnis der Kultur des schnitzelförmigen Nachbarlandes (und der Beziehung der Österreicher*innen zu Deutschland) mitgenommen und mich mit dem Buch zudem hervorragend auf ein Wochenende in Oberösterreich eingestimmt.
Bisher habe ich eher schlechte Erfahrungen mit Büchern gemacht, in denen ein Land „witzig“ beschrieben oder in denen seine Eigenheiten erklärt werden - dieses hier hat mich dagegen sehr überzeugt. Die kurzen Kapitel über das Aufwachsen auf dem Land sind sehr unterhaltsam und „relatable“, noch besser gefallen haben mir aber die Kapitel über die politischen Themen - in Deutschland und in Österreich aufgewachsen konnte ich doch noch einige spannende Hintergrundinfos mitnehmen. Lieblingssätze aus dem Nachwort: „Denn dieses Österreich mit seinen 'echten Österreicher*innen' hat es ohnehin nie gegeben. Das Land setzte sich schon immer auf vielen Kulturen zusammen.“ Ach ja, und props für's Gendern und für die gute Auflistung am Schluss mit jungen Menschen, die fortschrittlich denken und super Arbeit machen.
Österreich in a nutshell = knapp 280 Seiten die Essenz Österreichs, oberösterreichische Jugend, Witz und viel Politik. Als Wienerin mag ich jetzt über gewisse Teile nix sagen, haha. Und als Wienerin mit steirischen Blut würd ich gern den Dialektteil umschreiben :P War unterhaltsam, ist für Österreicher*innen aber auch stellenweise unangenehm, weil einfach wahr. Hat mich mit einigen Stellen in meine Jugend katapultiert (und ich bin eigentlich im bösen Wien aufgewachsen) und mich oft den Kopf zustimmend bewegen lassen. Passt schon :)
Von diesem Buch hatte ich erwartet, dass es politischer wäre. Aber es werden wahllos diverse österreichische Merkmale und Details beschrieben. Allerdings nicht besonders tiefsinnig. Alles bleibt auf der Oberfläche und begnügt sich damit gängige Klischees zu bestätigen. Das finde ich schon arg! Politische Probleme werden nicht analysiert und Lösungsmöglichkeiten werden nicht angestrebt. Was soll das Buch dann?
Die Sprache ist wie die von einer Jugendlichen. Direkt witzig ist es auch nicht. Da ich schon öfter Bücher von österreichischen Schriftstellern gelesen habe, hatte ich das so nicht erwartet und das mir eine wie jugendlich wirkende Autorin die Welt erklärt, passt mir eigentlich nicht. Und vieles will man auch nicht unbedingt wissen.
Mein Erwartungshaltung war eine andere, dafür kann das Buch eigentlich nichts. Gefallen hat es mir aber nicht.
Phasenweise sehr lustig geschrieben. Mir war aber nicht ganz klar, ob das Buch jetzt eher an Deutsche oder Österreicher gerichtet ist. Teilweise eher Banalitäten oder ohnehin allseits Bekanntes reihen sich an teilweise sehr lustige Einblicke in das Landleben.
Was geht, Österreich? Eine Landjugend mit Wodkabull und dem Herrgott
Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, sowohl Genre als auch die Autorin waren für mich neu und man soll ja nicht immer an alten Mustern festhalten. Das Buch ist nicht in Kapitel eingeteilt sondern führt den Leser mittels ABC durch die vielen Eigenheiten der österreichischen Landjugend. Dachte ich auf Grund des Titels zumindest. Und genau da sehe ich bei diesem Buch eine absolute Themenverteilung. Fünf, setzen. (Nein, ich bin nicht Lehrerin von Beruf.)
Der Großteil des ABC's handelt nämlich so gar nicht von der Landjugend sondern ist ein Bundesland-Bashing (aller Bundesländer, es wird keines ausgelassen) und ein lapidares wiedergeben von Nachrichten und Skandalen aus der ferneren und näheren politischen und wirtschaftlichen Vergangenheit des Landes. Das ganze wird ein bisschen mit Sarkasmus versetzt und soll dem Leser dadurch "als lustig" verkauft werden. Zwischendurch streut die Autorin dann doch noch eine Anekdote aus ihrer Kindheit/Jugend ein, die dann aber auch nichts mit Österreichs Landjugend per se zu tun hat (siehe die Kapiteln Charmed, Cola and Ice, Einfahrt und viele mehr), aber mit viel Alkohol, den die Autorin ab ihrem 12. Lebensjahr konsumiert (wenn ich das richtig verstanden hab). Vielleicht bin ich total unlustig (man möge mir auch grantln nachsagen), mir hat das gesamte Buch nichtmal ein Schmunzeln entlockt. Leider!
Den Glossar hätte man sich auch sparen können, der dient meiner Meinung nach nur als Seitenfüller, wie auch die Rezepte der Mutter, die ich einfach überblättert habe. Ganz ehrlich: für Wiener Schnitzel braucht kein Mensch ein Rezept (das 1.000.000.). Ich denke das es keine Neuigkeit und Sensation mehr ist, dass bei uns der Quark Topfen und die Tomaten Paradeiser heißen. Das kurioseste wurde nicht erwähnt, meine Mutter sagt heute noch Ananas zu Erdbeeren! Die Autorin hat hier offensichtlich versucht das Rad neu zu erfinden - ohne Erfolg.
Für Österreicher wurde das Buch jedenfalls nicht geschrieben, gut möglich, dass es dem ein oder anderen "Piefke" ein Lächeln oder ein auf die Lippen zaubert. Aber ein realistisches Bild des typischen Österreichers, aber vor allem der Landjugend, zeigt es nicht - dabei gäbe es da wirklich viel Lustiges zu erzählen 😉.
PS: Ein Wiener würde im Supermarkt auch niemals "Heast oida, zweite Kassa bitte." Sagen, wir beschränken uns nämlich auf ein einfaches, grantiges "Kassa, bitte!" und ein "Radl Wurst" schneidet auch keiner mit einem Rad???? (wird so erklärt), sondern mit einer Wurstschneidemaschine. Ich mutmaße, dass die Autorin die anderen Bundesländer noch nie besucht hat, jedoch hier versucht hat, für unsere Nachbarn ein "lustiges" Bild von uns zu malen (sie nimmt sich selbst ja nicht aus, dass muss man ihr positiv anrechnen). Klischees, die sie irgendwann mal gehört hat, die schon total abgelutscht sind, werden ausgeschlachtet, aber auch nicht besonders lang und nicht gut.
Ich kann da leider nicht einmal einen Stern geben. Ich hab's wirklich versucht. Und bei meiner Freundin möchte ich mich für die Empfehlung dieses Buches entschuldigen. Anhand der durchwegs positiven Rezensionen war ich davon überzeugt, dass es gut ist, ich erstatte dir gerne den Kaufpreis.
Ein richtiges Lesevergnügen, das mich zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken brachte. Eva Reisinger erzählt in diesem Buch von Österreich, ihrem Aufwachsen am Land (in Oberösterreich), (komischen) Bräuchen und Sitten, Politik und teilt Rezepte der österreichischen Küche sowie Wörter und Phrasen des österreichischen Dialekts (weil ja, Dialekt ist was richtig tolles). Selbst als Österreicherin lernte ich einiges über Österreich in dem Buch und konnte aber gleichzeitig einige Situationen/Schilderungen nur zu gut nachvollziehen. Frage mich allerdings, welche Leute das Buch ansprechen würde. Denke natürlich, dass es für alle Österreicher*innen zu empfehlen ist und auch für Leute, die sich etwas mit Österreich auskennen und mehr über unser kleines, schönes, aber politisch gesehen beunruhigendes Land lernen möchten. Für Leute, die hingegen nur wenig mit Österreich anfangen/wenig darüber wissen, fehlen vielleicht an manchen Stellen genauere Ausführungen.
Grundsätzlich ein sehr gutes Buch, das auf witzige (und teilweise auch traurige) Art vermittelt, was für ein besonderes, teils merkwürdiges, Land Österreich ist.
Ich konnte mich stark mit der jungen Erwachsenen, die vom "Land" in die Stadt zieht und alles aus'm Dorf hinterfragt identifizieren. Ich wusste, vieles war und ist falsch, konnte aber nichts konkret benennen, da ich selbst erst meine persönliche Wahrheit finden musste. Ich wusste nur, dass ich mit so ziemlich allem nicht d'accord war und lernen musste, wie ich meine linke Meinung ebenso stark wie ihre rechte Meinung machen kann.
Der Umzug nach Wien war genau das Richtige.
Und auch der Wechsel des sozialen Umfelds. (danke an euch, ihr wissts eh, wers seits <3)
Notiz am unteren Rande: die Schreibweise is teilweise unübertrefflich gut und auch die Art der Formulierungen sind ein wahnsinn. Bin begeistert von Seite 1 bis 280.
Das war richtig schön, amüsant, oder wie wir Österreicher sagen würden "a gaudi". Sie beschreibt ihr Aufwachsen in Österreich mit Witz, erklärt uns gängige Sprichwörter (für die ich sowieso eine Schwäche habe), aber spricht auch über Themen wie Rechtextremismus und Rassismus. Sehr, sehr gut. Und die Sexszene mit Kurz war noch die cherry-on-top. Werde das Buch jetzt all den Leuten, die ich kenne leihen.
Habe mir etwas mehr erwartet. Einige Kapitel (Rezepte und österreichische Ausdrücke) waren für mich persönlich nicht interessant, passt aber zu einem Österreich-"Ratgeber" für Deutsche. Ist zwar lustig geschrieben, hätte mir aber längere Kapitel gewünscht, die etwas ausführlicher erzählen bzw. erklären, denn man merkt, dass Reisinger das liegt.
Sehr unterhaltsam und kurzweilig zu lesen. In vielen Storys erkenne ich meine eigene Kindheit und Jugend wieder. Hält den Österreicher:innen den Spiegel vor und regt zum Nachdenken an