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Der Ursprung der Welt

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Das ist nicht mehr die Welt von Paul Goullet: Er, der alte Bücher und Bilder liebt, die Schönheit, den Traum und die Phantasie, findet sich in einer Zeit, in der in Deutschland das Chaos herrscht. Um dem zu entkommen, reist er nach Paris, aber auch Frankreich hat sich in einen Überwachungsstaat verwandelt. Bei seinen Spaziergängen durch die Stadt stößt Goullet plötzlich auf etwas Unerhörtes: ein altes Photoalbum, dessen Bilder offenbar ihn selbst zeigen, inmitten eleganter Damen und Herren aus den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Fasziniert setzt er sich auf die Fährte seines Doppelgängers und folgt ihr nach Südfrankreich. Verstörende Visionen und Traumbilder beginnen ihn zu verfolgen, immer wieder scheint er die Zeit zu wechseln und sich in den Mann aus dem Photoalbum zu verwandeln. Und die Hinweise mehren sich, dass dieser ein furchtbares Geheimnis hat.

301 pages, Paperback

Published November 1, 2020

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About the author

Ulrich Tukur

19 books6 followers
Ulrich Tukur (born Ulrich Gerhard Scheurlen) is a German actor, musician, and occasional author.

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Community Reviews

5 stars
17 (12%)
4 stars
27 (19%)
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41 (29%)
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33 (23%)
1 star
20 (14%)
Displaying 1 - 18 of 18 reviews
Profile Image for Christina .
357 reviews40 followers
December 26, 2019
Ich bin mit geringen Erwartungen gestartet und wurde positiv überrascht. Auch wenn mich der Spielort (Frankreich) und der eine Zeitstrang (1943) eher weniger interessierten, fand ich sowohl die Erzählstimme des Autors(er liest das Hörbuch selbst), als auch seine Fähigkeit, die Vergangenheit mit der Zukunft verschmelzen zu lassen, großartig.
Profile Image for Buchdoktor.
2,367 reviews190 followers
October 9, 2019
In der nahen Zukunft reist Paul Goullet nach Paris, ein wohlhabender junger Deutscher aus einer Hugenotten-Familie. Nach dem frühen Tod seiner Mutter war Paul von seiner Tante Elsbeth aufgezogen worden, der Schwester seines Vaters. Am Stand eines Bouquineurs fällt ihm ein ledergebundenes Fotoalbum aus den 20ern des vorigen Jahrhunderts in die Hände. Dem elegant gekleideten Mann auf den Bildern darin ist Paul wie aus dem Gesicht geschnitten. Da Pauls Großvater Rudolf während der deutschen Besetzung Frankreichs als Gestapo-Chef in Toulouse eingesetzt war, kann es für die Ähnlichkeit alltägliche Gründe geben. Welche Familie hütet kein Geheimnis über ein Schwarzes Schaf oder ein unehelich geborenes Kind, das zu Verwandten in Pflege gegeben und über das nie wieder gesprochen wird. Großvater Rudolf schied verdächtig früh als Oberverwaltungsgerichtsrat aus dem Berufsleben aus, ein Thema, über das in der Familie betont geschwiegen wurde.

Zur Zeit der Handlung 2033 befindet sich Europa in Auflösung. Eine Phase korrupter, nationalistischer Strömungen und von religiösem Fanatismus ist durch ein Law-and-Order-Regime abgelöst worden, das seine Bürger peinlich genau überwacht. Ähnlichkeiten mit Ereignissen von 1933 sind sicher beabsichtigt.

Paul reist nach Banyul in Südfrankreich, wo damals Fluchthelfer Emigranten über die Pyrenäen schmuggelten und ihre Weiterreise organisierten. Er sucht die Person, die aussieht wie er heute und vor 100 Jahren lebte. Paul trifft auf Einwohner, die bei seinem Anblick zu erbleichen scheinen, und ihm fallen Unterlagen und Bilder in die Hände, die ihn in einen verwirrenden Strudel ziehen. Auch wenn es anders als in der Fantastik in diesem Roman keine Portale für den Übergang zwischen den Welten gibt, verschwimmen um Paul herum Gegenwart und Vergangenheit. Er scheint immer wieder zwischen den beiden Epochen zu stranden. Zeit und Ort lassen sich vom Leser nur schwer abgrenzen, die Verwirrung, ob gerade ein utopisches Szenario von 2033 geschildert wird oder die Vergangenheit, scheint beabsichtigt zu sein. Die totalitären Systeme von 1933 und 2033 scheinen sich aus meiner Sicht aufeinander zuzubewegen und die Zeit scheint ringförmig zu verlaufen. Zum Unbehagen bei der Lektüre kommt noch hinzu, dass der Paul der Gegenwart offenbar zu besinnungsloser Gewalt fähig ist und dass es auch um die Résistance-Gruppe herum zu Gewalt-Exzessen kam.

Romanplots, in denen wechselnde Zeitebenen nicht klar voneinander abgegrenzt werden, finde ich anstrengend zu lesen. Auch wenn ich die Idee mit der extremen Familienähnlichkeit und den Fotos spannend finde, konnte mich der Roman nicht begeistern, der sich an historische Personen anlehnt (Dr. Rudolf Bilfinger, Dr. Marcel Petiot).
Profile Image for yellowdog.
855 reviews
October 9, 2019
Der für sein anspruchsvolles Spiel bekannte Schauspieler Ulrich Tukur hat schon Erzählungen und einen Novelle geschrieben. Und jetzt mit großer Ambition sein erster Roman.
Ein Mann namens Paul Goullet findet ein Photoalbum mit alten Fotos. Obwohl die Fotos 90 Jahre alt sind, erkennt er sich selbst darauf. Rätselhaft! Eine Spurensuche beginnt.
Der Romantitel spielt auf das berühmte Gemälde von Gustave Courbet an. Um das zu sehen begibt sich Goullet nach Frankreich.

Ungewöhnlicherweise ist der Zeitpunkt der Ausgangssituation 2033 angelegt, also in der nahen Zukunft und Europa ist zerbrochen. In der Türkei herrschte Bürgerkrieg, viele flüchten. In Frankreich hat die nationalistische Koalition die Macht,´. In Deutschland sind Unruhen und Gewalt an der Tagesordnung. Also ein überaus pessimistische Prognose für unsere Zukunft.

Ulrich Tukur hat Niveau und er schreibt sehr fein, fast vornehm. Diese Haltung verleiht er auch seiner Figur und setzt sie der Düsternis seines Plots entgegen. Ich schätze außerdem Tukurs Sorgfältigkeit beim Formulieren und das Bewahren der Rätsel.

sorgfältig gemacht
Profile Image for fili.
270 reviews36 followers
January 7, 2020
Ein sehr sehr skurriles Buch…
Obwohl die Handlung etwa im Jahr 2033 stattfindet und eine düstere Zukunft mit Krieg und Überwachungsstaat beschrieben wird, kam bei mir nicht viel von der vom Autor gewollten Atmosphäre an. Eigentlich fühlte es sich mehr danach an, als würde man sich im letzten Jahrhundert befinden. Dies könnte eventuell an dem zweiten Erzählstrang liegen, der 1943 angesetzt ist und nicht immer klar von der Haupthandlung zu differenzieren ist. Die die zwischendurch gestreuten Szenen mit Hologram-Kellnern hier und futuristischen Überwachungssystemen dort empfand ich im Ganzen als sehr unpassend und befremdlich. Die Idee der Geschichte ist zwar genial, Paul Goullett stößt auf ein altes Fotoalbum mit Bildern eines Mannes, der ihm bis aufs Haar gleicht und begibt sich auf die Spuren dieser mysteriösen Persönlichkeit, die Umsetzung lässt jedoch sehr zu wünschen übrig...
Alles wirkt konstruiert und es gibt zu viele "Zufälle".
Dann sollte man vielleicht noch erwähnen, dass es keine Kapitel gibt und die Geschichte fast 300 Seiten am Stück erzählt wird. Das kann auch etwas ermüdend sein, vor allem da die Persönlichkeiten von Paul Goullet und seinem mysteriösen Doppelgänger miteinander verschmelzen und es stellenweise vorkommt, dass zwei Handlungen, in der Gegenwart und der Vergangenheit, zeitgleich erzählt werden und ineinander übergehen...
Der Ursprung der Welt ist übrigens ein Gemälde von Gustave Courbet aus dem Jahr 1866, das mir vorher nicht bekannt war, andernfalls hätte bereits der Titel andere Assoziationen in mir geweckt.
Mit dem Gemälde fantasiert der Protagonist Paul Goullet über den nackten Körper seiner toten Mutter... was der Autor des Öfteren für erwähnenswert hielt und ein weiterer Grund ist, warum dieses Buch mich nicht nur enttäuscht, sondern auch verstört hat!
Sehr schade, da ich Bücher oft nach Erscheinung aussuche und dieses ganz besonders interessant fand und auch der Klappentext vielversprechend klang...
Profile Image for Wedma.
438 reviews11 followers
October 9, 2019
Der Roman konnte mich leider nicht überzeugen. Pure Zeitverschwendung.

Unüberbrückbare Distanz zu den Figuren und der Geschichte insg. blieb bis zum Schluss. Von Spannung keine Rede.
Vor allem die Handlung kam mir sehr konstruiert vor. Dazukamen Klischees, die das Ganze auch nicht besser gemacht haben, uvm.
Gleich vom Anfang an fühlte ich mich nicht abgeholt. Der Erzähler, und er hatte viel zu erzählen, sodass ich in weiten Strecken den Eindruck hatte, dass ich in diesem endlosen Narrativ ersticke, vermochte mich kaum mitzureißen. Zudem erschien er mir lieblos, sehr distanziert, als ob er etwas an die Leser trug, womit er selbst nichts anfange konnte. Seine Geschichten erschienen mir zudem wie Abklatsch von bereits wohl Bekanntem, z.B. Der Protagonist leidet unter gestörtem Verhältnis zu Frauen. Hier wurde der gute alte Freud wieder mal bemüht. „Sehr originell“. Mitunter eklig. Oft musste ich denken: Von dem Zeugs gab es schon mehr als genug, und das viel besser dargestellt, warum denn die alten Kamelle, und in der Qualität, nochmals?

Die Rückblenden, davon gibt es reichlich, erschienen mir eher manieriert. Klar steckt die Intention dahinter, durch diese fließenden Grenzen zwischen damals und heute bestimmte Dinge anzudeuten. Aber WIE das gemacht wurde, konstruiert und oft verwirrend, beförderte mich jedes Mal aus dem Lesefluss und ließ kopfschüttelnd die Seiten hin und her blättern. Dabei überkam mich wieder mal der Wunsch, das Werk in die hinterste Ecke zu pfeffern.

Und bei den Russen, die nach Meinung des werten Autors 2033 Baltikum besetzen, war meine Geduld komplett am Ende. Auch das noch. Als ob man zuvor nicht genug Mist ertragen musste.

Fazit: Kann man getrost vergessen. Zu viel von bereits Bekanntem und Abgedroschenem, wie die zigste Kopie einer schlechten Kopie. Dafür viel Effekthascherei, möchte-gerne-Allüren und viele vertane Chancen.
11 reviews
November 24, 2024
Nachdem man sich darauf eingelassen hat, wie das Buch erzählt wird, war es in Teilen spannend. Das "Aufdecken" der Geschichte, die in der Vergangenheit lag, war das, was mich dazu motiviert hat, das Buch immer weiter zu lesen. Die Einblicke in die Gedanken eines Serienmörders fand ich nicht schlecht gemacht. Die Unterschiede des sympatischen Großvaters und des folternden Gestapo Chefs, die eine Person sind, finde ich im historischen Kontext wichtig.
ABER warum war es notwendig, dass der Protagonist den Körper seiner toten Mutter sexuell verherrlicht und dafür einer Partnerin den Kopf wort wörtlich abreißen will, damit sie aussieht, wie das Bild seiner Mutter, das er so begehrt? Und dann wird er "geheilt" durch die Begegnung mit einer Frau, die nicht aussieht wie seine Mutter, die er dann nicht töten möchte und sich nach 2 oberflächlichen Gesprächen verliebt? Und als diese dann auch stirbt bringt er alle Trauerstadien von Gelähmtheit bis "ich bin nicht traurig, sondern glücklich, dass es sie gab" in wenigen Stunden hinter sich.
Der Klappentext ist leider irreführend. In keiner Weise hat das Buch einem gezeigt, was das Leben lebenswert macht.
Profile Image for Lena.
24 reviews16 followers
March 27, 2020
Alle guten Dinge sind drei. Drei Chancen habe ich Ulrich Tukur gegeben, mich zu überzeugen und mich doch noch in seine Geschichte hineinzuziehen. Anfangs dachte ich, ich könnte es sprachlich mit einem zweiten Zafon zu tun haben. Doch bald wurde es mir zu blumig und kitschig. Auch das Setting der Geschichte konnte mich nicht überzeugen. Es spielt in der Zukunft, ist dann aber doch so altertümlich gehalten, dass es einfach nur wie ein Roman über das 3. Reich wirkt. Und nur das als Aussage fand ich dann doch etwas plump. Also lege ich das Buch nun nach dem dritten Anlauf zur Seite und empfehle für Tukur Fans eher seine Kurzprosa oder doch ganz klassisch einen Tatort.
Profile Image for Call_me_Florence.
42 reviews
March 8, 2020
It's a true Tukur: aesthetic, dreamy a little confusing. But it is also brutal and has a lot to do with the current political development in Germany. It's a bad future that Tukur describes but also a warning. I liked it but it's not my favourite book from him.
Profile Image for Jana.
80 reviews
June 4, 2023
Leider gar nicht was ich erwartet hatte, nachdem ich den Text auf der Buchrückseite gelesen hatte. Bin mit den Figuren nicht warm geworden; hatte keine Bindung zum Protagonisten, der hat mich eher genervt. Die Zeitsprünge fand ich auch leider verwirrend.
85 reviews1 follower
November 20, 2019
Woahhhh, was habe ich da gelesen?!

Die Geschichte von Paul Goullet, der im ehemaligen Arbeitszimmer seines Großvaters, um den ein finsteres Geheimnis gemacht wird, das Bild „Der Ursprung der Welt“ von Gustave Courbet. Schon lange fühlt sich Paul in der viel zu modernen Welt nicht mehr wohl: In Deutschland des Jahres 2033 herrscht Chaos, der Sinn für das Schöne scheint den Menschen verloren gegangen zu sein. Deshalb begibt sich Paul auf eine Reise nach Paris. Aber auch Frankreich hat sich in einen Überwachungsstaat verwandelt. Auf einem Markt entdeckt Paul ein Fotoalbum, dessen Bilder ihn überraschen - er glaubt, darauf sich selbst in den 20er Jahren zu sehen, zusammen mit vielen anderen Personen. Irritiert und fasziniert von dieser Entdeckung begibt er sich auf die Suche nach den Spuren seines Doppelgängers. Dabei gerät er immer tiefer in den Sog von Albträumen und Visionen, die ihn in Prosper Genoux, den Mann auf den Fotos verwandeln. Wer ist dieser Genoux und was hat es mit dem „Ursprung der Welt“ auf sich?

Ein wirklich unglaubliches Buch. Nicht unbedingt etwas für „mal schnell zwischendurch“, es erfordert schon ein wenig Konzentration beim Lesen. Wenn die Verwirrung zunächst groß ist, hilft es auch, einfach mal weiterzulesen, man kommt schnell in die Geschichte rein und versteht die Zusammenhänge. Für mich war es eine spannende Mischung aus Orwells „1984“ und Hesses „Steppenwolf“.

Das einzige was mir nicht gefallen hat, waren die mMn etwas zu sehr konstruierten Traumsequenzen, mit denen sich die Geschichte jeweils zu Goullet oder Genoux gedreht hat. Damit kann ich aber leben
Profile Image for Kathrin Schröder.
Author 11 books3 followers
December 17, 2019
Ulrich Tukur "Der Ursprung der Welt"

gelesen dank Netgalley als EBook im Dezember 2019

Deutschland und Frankreich sind in 2033 wieder zu totalitären Überwachungsstaaten geworden. Der Held Goullet entdeckt an einem Bücherstand ein Fotoalbum aus den 1920er Jahren, in dem ihm ein Herr aufs Genaueste gleicht. Er begibt sich auf Spurensuche und erlebt wie die Zeitebenen sich verschieben und sein Geist zwischen den den Jahren springt.

Bei Bildhauern sagt man manchmal, die müssten beim Marmor nur alles abschlagen, was nicht dem gewollten Kunstwerk entspricht. Beim Schreiben sollte der Autor alles Kürzen, das nicht der Geschichte dient. Nachdem ich Kurzgeschichten von Ulrich Tukur kenne und diesen Roman, finde ich ihn bei kurzen Geschichten besser aufgehoben. Für mich wollte der Roman zuviel. Das Springen zwischen den Zeitebenen gestaltete sich immer wieder verwirrend, wann die Lese-Ebene gerade war. Die bedrückende Zukunft in allen Details war in vielen Bereichen der Geschichte eher hinderlich. Anfang und Schreibstil haben mir gut gefallen, doch im Laufe des Buches wurde es eher ermüdend. Schade - eher Enttäuschung als Lesegenuss.
#DerUrsprungDerWelt #NetGalleyDE #UlrichTukur #KathrinliebtLesen #Rezension #Bookstagram
Profile Image for Katja Shiminite.
54 reviews
November 5, 2019
Der Schreibstil wirkt manchmal etwas aus der Zeit gefallen. Es ließ sich aber gut lesen. Die Geschichte war interessant, aber mit dem Ende kann ich nichts anfangen.
Displaying 1 - 18 of 18 reviews

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