Lux bricht aus. Sie reist in die USA, macht sich auf die Suche nach dem Wahren, dem Gefährlichen, das die Glasglocke über ihr zum Splittern bringt. Sie trifft Kat. Eine junge, irritierend schöne Frau, eine amerikanische Nomadin mit schneeweißem Haar. Gemeinsam begeben sie sich auf einen Roadtrip von Osten nach Westen, quer durch die USA, bringen sich gegenseitig anihre Schmerzgrenzen, laufen aus dem Ruder. Lux ist auf der Jagd nach sich selbst. Aber was will Kat? Ein Roman über das, was vom amerikanischen Traum zwischen all seinen Kopien übrigbleibt, und ein hypnotischer Abgesang auf die Welt der schönen Bilder, leuchtend und poetisch wie grausam und roh. Eine Geschichte über Vertrauen und Missbrauch, über Macht und Verletzlichkeit.
Für Lux ist die Reise in die USA ein Ausbrechen, ein Abenteuer. Etwas das sie alleine durchziehen will. Auf sich gestellt, nur mit einem Rucksack ausgestattet von New York bis an die Westküste... . Halt, STOPP: Vermutlich beginnen so oder ganz ähnlich viele Roadtrips in und durch Amerika... . Ihr werdet sehen: dieser Trip ist anders! Auf einer Busfahrt lernt sie eine unnahbare, geheimnisvolle Frau kennen, die sie unweigerlich in ihren Bann zieht: Kat - die ebenfalls nach Westen unterwegs ist. Aus dem Abenteuer wird eine verrückte Höllenfahrt, ein wahnwitziger Ritt durch die Staaten, der einen sprachlos und verdutzt zurücklässt. Diese Reise ist ist eher eine ins Verderben, ins Unbekannte und ins Radikale als ein amüsanter Urlaubstraum. Genau das macht dieses irre Debüt von ... aus - es ist zuweilen kraftvoll, energetisch und pulsierend. Ja auch schmerzvoll und gewalttätig. Es lässt einen prickelnden Schauer auf der Haut zurück und macht große Lust auf Mehr!
Mir strahlt ein schwarzweißes, wunderschönes Cover entgegen, unten baumelt das Lesebändchen heraus und weil ich das Buch gerade schon einmal in meinen Händen gedreht habe, weiß ich von dem gelben Farbschnitt. Ich schlage es auf, das Papier fühlt sich rau und wertig an und ab dem ersten Satz zieht Olivia mich in ihren Roman.
Die Geschichte von Lux und ihrem Versuch, durch diese lang geplante Reise wieder zu Sinnen zu kommen. Die Vergangenheit bröckelt durch Halbsätze in die Geschichte und ich ahne, wie groß die Erwartungen und der Respekt vor dieser Reise sind, diesem Trip durch die USA, die Lux nur aus Träumen und hochauflösenden Bildern kennt und schon im ersten Kapitel ist das alles schon nicht mehr so gut, wie Lux es sich erhofft hat. Als Kat dann dazukommt, ist das wie ein Hoffnungsschimmer und ein großer Schritt Richtung Abgrund zugleich.
Ich liebe Olivias Schreibe, ihren Sound und ihre Beschreibungen. Was ich überhaupt nicht mag, ist die zerstörerische Kraft, die Lux und besonders Kat inne haben. Manchmal habe ich fast gegen meinen Willen weitergelesen, weil ich zwar wissen will, wie es weitergeht, gleichzeitig aber nichts mit dieser Welt zu tun haben will. Dieses Dilemma zieht sich bis kurz vor Ende des Buches, bis ich irgendwann Mitleid für die beiden empfinde, immer noch gemischt mit Widerwillen. Und dann ist es rum. Schade, weil großartige Sprache und Schreibe. Aber froh, weil ich diese beiden allein lassen kann.
Lux ist ein krasser Ritt mit tollen Bildern und sehr feiner Sprache, aber durch eine Welt, die nicht meine ist.