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Ein Leben an der Seite von Thomas Bernhard – Ein Rapport

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Peter Fabjan, Bruder und gleichzeitig behandelnder Arzt Thomas Bernhards, gibt in seinen Erinnerungen einen Einblick in das Leben an der Seite, besonders aber auch im Schatten des österreichischen Dramatikers und Romanschriftstellers, der Weltruhm erlangte. Er erzählt von den schwierigen und vielfach belasteten familiären Verhältnissen genauso wie von der Kriegskindheit, von gemeinsamen Reisen in die USA oder nach Portugal und von seinen Bemühungen um das Leben seines von langer und schwerer Krankheit gezeichneten Patienten.

195 pages, Hardcover

Published January 18, 2021

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Peter Fabjan

3 books

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Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for André.
79 reviews12 followers
February 22, 2025
Man muss Bernhard schon sehr zugeneigt sein, um das Gestammel seines Halbbruders zu ertragen. Dann doch lieber Hennetmair (obschon dieser auch kein brillanter Stilist gewesen.)
Profile Image for Klaus Mattes.
712 reviews11 followers
January 13, 2025
Auf den Balkan verlegt, lernt er zunächst den Umgang mit Pferden. Seine Einheit ist auf der Insel Rhodos stationiert, später sind sie ständig zu Fuß in den Bergen unterwegs. Er bewundert die schöne Landschaft und die einfache Landbevölkerung und macht viele Fotos. Um ziviles Leben zu retten, es zumindest zu versuchen, kümmert ihn selbst der Führerbefehl „Keine Gefangenen!“ nicht. Ihm wiederum rettet einmal ein aufmerksamer schwäbischer Rekrut das Leben. Eine Schussverletzung und das Fleckfieber bringen eine kurze Pause. Ein andermal rettet er sich – als Melder plötzlich einer Gruppe russischer Soldaten gegenüber – in Todesangst durch Flucht. Sein Begleiter bleibt vermisst. Der norddeutsche Chemiker Kurt Nagel, der die Offizierslaufbahn verweigert und an die vorderste Front geschickt wird, schafft es, sich in die Etappe zurückzuziehen. Den ahnungslosen Vater holt er gegen dessen Willen als Schreiber zu sich. Bei einem wenig später erfolgten Angriff, von dem er offenbar wusste, kommt ein Großteil der ehemaligen Einheit des Vaters um. Der Schwiegervater Freumbichler profitiert von den im Fronturlaub wiedergegebenen Erzählungen und schreibt „Die Perlentaucherin von Cattaro.“

Hallo, sind Sie noch da? Kriegsgeschichten. Aber erzählt sind sie nicht, vielmehr muss es das sein, was Thomas Bernhards jüngerer Halbbruder Peter Fabjan unter „Rapport“ versteht. Vielerlei Personen und Ereignisse kurz erwähnt, ein irgendwie vollständiger und sachlicher Lexikonartikel, den Rest muss man halt später anderswo zusammensuchen. Allerdings – und diese Frage hat der gute Mann, lebenslang ein erfolgreicher Internist in Oberösterreich, notgedrungen Erb- und Gedächtnisverwalter von Thomas Bernhard, das Buch hat er sich erst am Rande des Grabs, nach dem 80. Geburtstag, abschwatzen lassen, die hat er sich zu selten, an vielen Stellen leider gar nicht gestellt: Ja, sind das eigentlich die Fragen gewesen, die meine Leser und die Käufer so eines Buchs mir gerne gestellt hätten?

Sein Thema wäre wohl Thomas Bernhard gewesen, der berühmte und inzwischen international populäre Schriftsteller. Ein Buch von direkt „an seiner Seite“, so doch der Titel. Dr. Fabjan befindet kurz und trocken immer wieder: Dazu kann ich mich nicht äußern. Ich bin nicht vom Fach. Wir haben jahrelang getrennt und in innerlich großer Distanz voneinander gelebt.

Aha. Und darum bekommen wir ein Buch, das lieber vom (eigenen) Vater Emil Fabjan, einem Wiener Friseur, erzählt. Von dessen Erlebnissen im Krieg. Siehe oben. Thomas Bernhards genetischer Vater, Alois Zuckerstätter, hatte sich da schon umgebracht, in Berlin. Aber eine Rolle hatte der sowieso nie gespielt, weil die Mutter des kleinen Thomas, Herta Fabjan, das Baby vor dem allgewaltigen Vater (bzw. Opa), Johannes Freumbichler, einem erfolglosen österreichischen Heimatromanautor, zuerst hatte verstecken und weggeben wollen, dann in dessen Haushalt zurück gekommen war, dem nach Tirol verschwundenen Bayern Zuckerstätter eine Abfuhr erteilt hatte, als dieser anbot, als billige Arbeitskraft könnte er sie gebrauchen, den Sohn jedoch könne er nicht mehr legalisieren. Thomas' Stiefvater, der Friseur, diesen Beruf suchte er für seine später geborene Tochter auch aus, hatte seine Eltern in Ungarn sitzen und die hatten ihn verstoßen und mochten von einer Herta nichts hören. Was aber für Peter Fabjan bedeutet, unbedingt müssen solche Leute ins Buch über Thomas Bernhards Leben hinein. Mit Erinnerungen noch mal an deren Eltern, die zurück zum Kaiserhaus des 19. Jahrhunderts führen. Immerhin, so der Rapport, hat Thomas Bernhard diese Stief-Großeltern in Budapest einmal besucht. So viel Neues wissen wir jetzt also auch.

Für den Autor Dr. med. Fabjan ist sein eigener leiblicher Vater (er lebte bis 1993, während Thomas 1989 starb, sein Großvater Freumbichler und seine Mutter Herta schon 1949 bzw. 1950, da war der Junge erst 18) selbstverständlich bedeutsam, zumal sein Leben einigermaßen unruhig und problematisch verlief. In seiner Jugend war Emil Fabjan als Kommunist an Wiener Straßenkämpfen beteiligt, verwickelte sich in Diebstähle, schloss eine tiefe, von Freumbichler missbilligte Freundschaft mit Bernhards Onkel Farald, dem Bruder der Mutter unseres Dichters also, dessen Kriegserlebnisse folglich auch noch zusammengerafft werden müssen. Diese Jungmännerverbindung scheint so stark gewesen zu sein, dass Farald den ungebildeten und haltlosen Fabjan an jenen Salzburger Flachlandsee mitnahm, wohin der allgewaltige Großvater seinen Haushalt gegen Ende der dreißiger Jahre verschoben hatte. Und dass er dort Faralds Schwester Herta, etwa zehn Jahre älter als er, beileibe nicht hübsch, lebenslang verbissen und unwirsch, aber eine gute Arbeiterin (wie auch seine eigene Frau benötigte der allgewaltige Großvater sie für den monetären Lebensunterhalt, man konnte noch nicht bequem von Hartz IV leben, wie ich dann) samt deren unehelichem Sohn Thomas, der nachmaligen Berühmtheit, heiratete. Anscheinend gängelte sie ihn, eigentlich mochten sie sich auch gar nicht, auf jeden Fall hatten die zwei dann folgenden, aus Fabjans Genpool abstammenden jüngeren Geschwister, Peter und Susi, einen guten, sie liebenden Vater, während der ältere Thomas kritisch beäugt wurde, sich eng an seinen künstlerischen und immerhin allgewaltigen Großvater anschloss. Fabjan, der Friseur, wurde in späteren Zeiten berufsunfähig und Alkoholiker.

So ein Buch über Thomas Bernhard kann ohne die Kriegserfahrungen seines nie geliebten Stiefvaters wohl gar nicht sein. Und, bitte beachten, bei Obigem hat es sich um eine der ausführlichsten, am dichtesten mit Details gespickten Stellen des Buchs gehandelt.

Ernsthaft kann ich mir Leser, die hier glücklich werden, überhaupt nicht vorstellen. Peter Fabjan ist kein Schriftsteller, na gut, geschenkt. Aber sich so bauernschlau um alles herumzudrücken, was man hätte versuchen können! Ein klares Wort zum privat-menschlichen Verhältnis der Brüder (Fabjan ist jahrelang Hausarzt Bernhards gewesen, nachdem er sich in Gmunden, in dessen unmittelbarer Nähe mit seiner Praxis niedergelassen hatte), sei es vielleicht anlässlich eines Nachmittags mit dem jugendlichen Thomas, dem älteren Bruder, dem kleinen Peter, sieben Jahre jünger, das sucht man vergebens. Immer nur was wie: Er lebte in seiner eigenen Welt, er kehrte die Leidenserfahrungen unserer schweren Zeit im und nach dem Krieg (Mutter und Großvater starben fast gleichzeitig, die Kinder waren sehr jung, bei Thomas war Tuberkulose festgestellt worden) in seine Kunst, er war ein großer Künstler, er unterstützte mich, er kritisierte mich, er hatte wenig Verständnis, er war ein gleichermaßen hoch sensibler wie launenhafter, unbarmherzig auf seinen eigenen Freiraum bestehender Mensch. And so on. Formeln. Irgendwie hatte man es sich so fast schon selbst gedacht. Liegt es an der Schwemme der Bernhard-Memorabilien und -Trophäen, die es seit 1990 gegeben hat?

Fabjan hat sich dieses Unternehmen rationell vorgerastert. Am Ende wird er als Arzt und Erbe sprechen: Überblick über die Krankengeschichte, Abriss der Tätigkeitsbereiche der verschiedenen Bernhard-Literatur-Stiftungen. Davor einen ebenso knappen, dürren, fleischlosen Abriss über Wesen und Leben des Menschen, mit dem Thomas Bernhard am meisten Alltag zugebracht hat: Hedwig Stavianicek, jene fast 40 Jahre ältere, halb-jüdische Wiener Millionenerbin (aus einer Schokoladenfabrik) und lebenslange „höhere Tochter“ und Witwe, die den in der Jugend lange Zeit mehr oder weniger produkte-los künstlernden Thomas damals faktisch ausgehalten hatte, wofür sie später zu Preisverleihungen und Partys mitgenommen wurde, dort als „meine alte Tante Hede“ vorgestellt wurde.

Und da noch davor die eigene Jugend des lange nicht auf Rosen gebetteten, fürs Studium nie ausersehenen Dr. Fabjan in Wien. Mehrfach heißt es, der gesellschaftliche Abstand zur Stavianicek sei doch zu groß gewesen, um das zu überbrücken, dann auch mal, die übrige Familie hätte über sie gelästert: diese Frau hat nicht einen Tag ihres Lebens was gearbeitet (und keine Kinder großgezogen wie andere Hausfrauen). Über die Laufbahn als junger Arzt kommt er dann wirklich ins Erzählen. Weiterbildung zum Facharzt, internationale Studienaufenthalte, kurze, unglückliche Ehe, später gibt’s noch was über die zweite, erst im Alter kommende Ehe mit einer Französin. (Aha, wollten wir nicht ein Buch „über den Thomas Bernhard“ lesen? Hat er das vergessen?)

Ganz am Anfang sagt er uns in beneidenswerter Kürze und Ehrfurcht gebietender Unangreifbarkeit, wer Thomas Bernhard war. Zusammengefasst: Er war nie leicht. Er war immer schwierig. (Aha. Danke, Herr Dokter, wie man in Österreich sagt.)

Dazwischen hat er noch den Hauptteil vom Buch, wo er all diese Großeltern, Onkel, seine erste, seine zweite Frau (also die von Fabjan, Bernhard hatte nie welche) auftreten lässt, ihr Leben jeweils auf zwei DIN-A4-Seiten rapportiert und einige Fotos mit ihnen zeigt (oft kein Bernhard weit und breit). Der Krieg und die ausländischen Reisen in den fünfziger und sechziger Jahren. Irgendwer muss das anscheinend gebraucht haben. Jedenfalls, als dieses Raster vorlag, sah Fabjan, dass er zu jedem Punkt nie mehr als zwei, drei Seiten Text schreiben müsste, dann tut man noch die Fotos und paar reproduzierte Brief-Faksimiles dazwischen, schon ist das Buch voll. Handwerklich, optisch, selbst olfaktorisch ist dieses Suhrkamp-Buch ganz vorzüglich gelungen. Man möchte es gerne aufbewahren, eher wegen den Fotos, als wegen seiner Information. Allerdings steht fest, dass es längst schon schönere und aufschlussreichere Fotos aus Bernhards Leben gibt. Vieles, was man schon kannte, bekommt man noch mal. Und noch so was dazu wie das Foto von dem Ehepaar in Norwegen, das Onkel Farald als Besatzungssoldat kennen lernte, dessen Verwandte nach dem Krieg antworteten, an Kontakt wären sie nicht mehr interessiert. Weil wir „Deutsche“ waren, meint Fabjan, wahrscheinlich nicht zu Unrecht.

Fragen der literarischen Einordnung oder künstlerische Qualität von Texten erörtert der Mediziner selbstverständlich nie und das ist wohl auch besser so. (Also, „Beton“ oder „Korrektur“, welcher von beiden mehr tauge. Ich persönlich sage: „Korrektur“.) Also konnte man, wo alles lange her ist und der Autor weiß, es ist die letzte Chance, selbst noch so ein Buch zu hinterlassen, bisschen Butter bei die Fische erwarten, was die indezenteren Fragen angeht. (Kriegt man nicht, inzwischen dürfte das deutlich geworden sein.)

Hat Thomas Bernhard die Hede, in deren Dreizimmerwohnung er jahrelang gewohnt und gegessen hat, jemals „wie eine Frau“ geliebt? Oder eher wie eine Mutter?

Wieso war der erste Besuch bei ihr in Wien erst 1954, wo sie sich doch schon 1950 in einem verschneiten Luftkurort kennen gelernt hatten? Und wieso sind sie schon im Folgejahr gemeinsam zum Hotel-Urlaub an die kroatische Küste Jugoslawiens gereist?

Und was hat Thomas Bernhard in den etwa 10 Jahren zwischen dem Salzburger Mozarteum-Studium und dem Erscheinen von „Frost“, 1963, noch so unternommen? Außer drei kurze Gedichtbände schreiben, sich mehrfach auf dem Tonhof des reich geheiratet habenden Komponisten Gerhard Lampersberg bei Klagenfurt als Künstlerhoffnung sehen lassen? Wann etwa ist er arbeitstätig in England gewesen? Wie er es verschiedentlich zu Protokoll gegeben hat, obwohl das unwahrscheinlich ist für einen, der in der Nazizeit sein Gymnasium ohne jeden Abschluss verlassen, dann Einzelhandelskaufmann gelernt hat. (Hingegen haben die für den jungen Bernhard nicht unbedeutenden Österreich-Ungarn Ludwig Wittgenstein, Elias Canetti, Franz Theodor Csokor, Theodor Kramer, Jesse Thoor, Arthur Koestler längere Zeit dort, im Raum London, gelebt.) Wir als Fabjan-Memoiren-Leser haben uns damit zu begnügen, dass der Autor uns eine Kopie eines handgeschriebenen London-Reiseführers zeigt, in dem der ältere dem kleinen Bruder sagt, wo er, wenn er dann dort ist, gut und billig essen kann. Wann Bernhard selbst in London gegessen hat, wird uns nicht gesagt. Vielleicht hat er es aus Quellen kompiliert.

Gerade, weil Fabjan seines Halbbruders Arzt war, Bernhard in Folge seiner geschwächten Konstitution Ende der achtziger Jahre eine Gmundner Eigentumswohnung ihm gegenüber in der Straße gekauft hat, derselbe Mann (so im Unseld-Briefwechsel nachzulesen) zwei Jahre vor dem Tod selbigen schon ankündigte, der Nachlass müsse organisiert werden, Bernhard im Spätherbst 1988 dann so hinfällig war, dass er nur noch in Begleitung seiner Schwester in ein Hotel in Torremolinos fliegen konnte, dort allerdings, ein Foto zeigt es, feudal mit Marianne Hoppe zu Abend aß, auch mit seinem Bruder am Vorabend seines Todes essen gehen konnte, er hatte gerade Geburtstag gehabt, dann allerdings, in der Nacht, im Schlaf, sanft entschlief, nämlich wegen seiner chronischen Herzinsuffizienz, einer Dilatativen Kardiomyopathie, die ihm die Existenz jahrelang zur reinen Folter gemacht hatte, wie hier im Buch in der Krankengeschichte zu lesen ist, gerade nach all diesem, waren wir ein bisschen neugierig aufs Statement „von der Seite des Familienangehörigen“. Damit Sie nicht extra für das so ein Buch kaufen müssen, bringe ich es hier schon:

Sein verzweifeltes Festhalten am Dasein ist für mich als seinen Arzt und ihm ergebenen Bruder sehr bewegend. (…) Kurz darauf verstirbt er in seiner Gmundner Wohnung mit mir an seiner Seite. Es genügt ein Loslassen um sein Leben binnen eines Tages und einer Nacht enden zu lassen.

Die andere, oft gestellte und nicht nur mich naturgemäß beschäftigende Frage, wie denn der Charakter des Sexualwesens Thomas Bernhard beschaffen gewesen sei, beantwortet sein Bruder ebenso kurz, bündig, unangreifbar. Thomas Bernhard habe es doch selbst als seine Lebenstragödie begriffen, ihm gegenüber artikuliert, dass er Körperkontakt und überhaupt menschliche Intimität nicht auszuhalten in der Lage wäre. Er habe sich zum Distanzhalten verurteilt gefühlt. Nun gut. Okay. Kann sein. Aber noch der überaus verklemmteste Mann mit Sexualangst dürfte irgendwo in sich drin ab und an flackernde Lüste versenkt haben. Da würde man schon einmal gerne wissen, ging es bei dem in Richtung Teenager-Mädchen, barocke Matronen, strenge Großmütter, Männer, Holzfäller, Epheben, Kinder, Tiere, Folterkammern, Spiegelkabinette? Der Publizist Norbert Pauser, der ein kleiner Junge war und ihn als ständigen Gast seiner Mutter erlebte, mokiert sich in Dreissingers „Was reden die Leute?“ über die notorische Keuschheit „all dieser Leute damals“. Bernhard, seine eigene Mutter, sein Vater, die ganze Clique, lauter intellektuelle Menschen, die Sexuelles niemals auch nur dachten, geschweige machten. Und auch nicht, wenn sie miteinander verheiratet waren. Dort hätte Bernhard gut gepasst. Wie doch jedes Mal kann Peter Fabjan es kürzer und farbloser sagen:

Das Thema Sexualität war in der Familie tabu. Gespräche darüber vor dem eigenen Erwachen in der Pubertät gab es nicht. Die früh aus Thomas' Leben verdrängten Bereiche waren körperliche Nähe und Sexualität. Beziehungen blieben lebenslang platonisch. Er war schlicht asexuell.
Profile Image for Peter Boot.
280 reviews3 followers
May 24, 2023
De eerst getoonde review bij Goodreads zegt 'Man muss Bernhard schon sehr zugeneigt sein, um das Gestammel seines Halbbruders zu ertragen.' Ik ben Bernhard inderdaad zeer toegenegen, en dat is de enige reden om dit boek te lezen. Het boek geeft informatie over de verschillende leden van de familie en hun onderlinge verhoudingen. Geeft ook een beeld uit de eerste hand van hoe Bernhard zich gedroeg ten opzichte van zijn naaste omgeving, en dat was vaak bepaald onaangenaam. Ik moet zeggen dat Fabjan behoorlijk vergevingsgezind lijkt en vaak rekening houdt met de omstandigheden waaronder Bernhard is opgegroeid.
Bernhard's moeder was een ongetrouwd meisje dat door haar ouders ver van huis uit werken werd gestuurd. Noodgedwongen liet ze haar kind achter in een kindertehuis. Dat waren fijne katholieke zusters in Heerlen, van wie ze, als ze in het weekend haar kind kwam zien, het kindje niet in de armen mocht nemen, want dan ging het maar huilen bij het afscheid. Zo groei je wel op tot een verknipte volwassene.
Wel een vrij bijzondere verhouding tussen de broers. Fabjan erkent volmondig dat Bernard een genie was. Toen Bernhards 'Lebensmensch', de weduwe Stavianicek, was overleden, zei Bernhard tot zijn broer 'Nu heb ik jou nodig'. Daarna was Fabjan min of meer gedwongen om zich om Thomas te bekommeren, met hem op reis te gaan, en te functioneren als privé-arts (Fabjan is internist). Maar met Bernhard op stap moest Fabjan dan vervolgens vaak aan een andere tafel eten omdat Thomas met kunstbroeders of hoogwaardigheidsbekleders aan tafel zat. (Bernhard kende een merkwaardig groot aantal mensen met titels en/of landgoederen).
Aan het begrip van het werk draagt Fabjan al met al maar weinig bij. Het boek is wel een stimulans om de werken weer eens te gaan lezen. En een echte biografie ter hand te nemen.
Profile Image for Michael Madel.
540 reviews11 followers
February 4, 2021
Ein lesenswertes Buch für die Fans des großartigen und umstrittenen Schriftstellers. Sprache und Stil des Autors, ein Halbbruder Bernhards, sind allerdings gewöhnungsbedürftig, weil recht sperrig und umständlich.
Displaying 1 - 5 of 5 reviews

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