What do you think?
Rate this book


195 pages, Hardcover
Published January 18, 2021
Auf den Balkan verlegt, lernt er zunächst den Umgang mit Pferden. Seine Einheit ist auf der Insel Rhodos stationiert, später sind sie ständig zu Fuß in den Bergen unterwegs. Er bewundert die schöne Landschaft und die einfache Landbevölkerung und macht viele Fotos. Um ziviles Leben zu retten, es zumindest zu versuchen, kümmert ihn selbst der Führerbefehl „Keine Gefangenen!“ nicht. Ihm wiederum rettet einmal ein aufmerksamer schwäbischer Rekrut das Leben. Eine Schussverletzung und das Fleckfieber bringen eine kurze Pause. Ein andermal rettet er sich – als Melder plötzlich einer Gruppe russischer Soldaten gegenüber – in Todesangst durch Flucht. Sein Begleiter bleibt vermisst. Der norddeutsche Chemiker Kurt Nagel, der die Offizierslaufbahn verweigert und an die vorderste Front geschickt wird, schafft es, sich in die Etappe zurückzuziehen. Den ahnungslosen Vater holt er gegen dessen Willen als Schreiber zu sich. Bei einem wenig später erfolgten Angriff, von dem er offenbar wusste, kommt ein Großteil der ehemaligen Einheit des Vaters um. Der Schwiegervater Freumbichler profitiert von den im Fronturlaub wiedergegebenen Erzählungen und schreibt „Die Perlentaucherin von Cattaro.“
Sein verzweifeltes Festhalten am Dasein ist für mich als seinen Arzt und ihm ergebenen Bruder sehr bewegend. (…) Kurz darauf verstirbt er in seiner Gmundner Wohnung mit mir an seiner Seite. Es genügt ein Loslassen um sein Leben binnen eines Tages und einer Nacht enden zu lassen.
Das Thema Sexualität war in der Familie tabu. Gespräche darüber vor dem eigenen Erwachen in der Pubertät gab es nicht. Die früh aus Thomas' Leben verdrängten Bereiche waren körperliche Nähe und Sexualität. Beziehungen blieben lebenslang platonisch. Er war schlicht asexuell.