1.5 ⭐️// Ich mag Ava Reed’s Jugendbücher sehr gerne und hatte Hoffnungen, dass sie mit ihren New Adult Debut frischen Wind in das Genre bringen kann. Leider war dies in meinen Augen nicht so.
Einer der größten Gründe hierfür waren wohl die beiden Protagonisten Andie und Cooper, welche mir den ganzen Roman über viel zu unpersönlich waren. Man wusste über die beiden kaum etwas, weswegen sie mir beim Lesen immer viel zu fern waren und ich mich durch diese fehlende Bindung und fehlendes Interesse für die Charaktere, welche sehr blass wirkten, nicht wirklich in die Geschichte habe fallen lassen können.
Cooper fand ich die ersten zwei Drittel des Buches unsympathisch, konnte viele seiner Handlungen nicht nachvollziehen und er passt genau in die Rolle des typischen New Adult Typen, mit tragischer Vergangenheit, welche ihn gegenüber der Protagonistin kalt und distanziert auftreten lässt. Hätte aber dennoch gerne mehr über ihn als Person erfahren, was ihn ausmacht, etwas über sein Studium, seine Sportkarriere.
June ist der anstrengendsten und unsympathische Charakter in einem Buch seit Langem.
Mason und Jack waren die einzigen Charaktere, die ich an sich ganz gerne mochte, aber auch da kam mir die Entwicklung der beiden zu kurz. Hätte mich gefreut mehr über die beiden, vor allem über Jack, zu lesen.
Auch die Beziehung von Andie und Cooper wirkte auf mich wenig authentisch und nur auf einer körperlichen und sexuellen Ebene statt. Die beiden kannten sich kaum und wissen nichts übereinander. Sie findet ihn in Boxershorts hot, er findet sie hat einen „ausgesprochen anbetungswürdigen Po“. Über diese körperliche Anziehung ging die Beziehung jedoch leider nie hinaus, es wirkte mehr wie eine anfängliche Verliebtheit, keine voll entwickelte und emotionale Beziehung, wie es das Buch leider darstellt. Die Sexszene am Ende, welche sowohl aus Cooper‘s als auch Andie‘s Perspektive erzählt wird, greift diese Körperlichkeiten nochmal stark auf. Am Ende sieht Cooper Andie als „seine Göttin und damit endet das Buch, abgesehen vom Epilog.
Die Handlung ist nur so dahin geplätschert, es gab keine Höhepunkte, keine berührenden oder emotionalen Szenen. Sie hat auf mich viel zu konstruiert gewirkt, viele Szenen haben keinen Sinn ergeben oder waren bloß dazu da Drama zu stiften, ohne die Handlung an sich großartig weiter zu bringen.
Die große Auflösung, was denn in Cooper‘s Vergangenheit passiert ist und ihn gegenüber Andie so handeln lässt, wie er es tut, fand ich ziemlich unsensibel gemacht. Ein weiteres sensibles Thema, das bloß um des Dramas Willen in eine Geschichte gebracht wird, ohne sich ausreichend genug damit zu beschäftigen. Vor allem von der Seite des LYX-Verlages aus hätte ich eine Triggerwarnung für angemessen gehalten, egal wie kurz die Thematik nur angeschnitten wird.
Trotz alledem fand ich das Buch angenehm zu lesen, da Ava auch hier wieder mit ihrem Schreibstil überzeugt. Einige Stellen, vor allem in der Bar mit Andie‘s Arbeitskolleg*innen, haben mich auch zum Schmunzeln gebracht. Aber dennoch haben die farblosen Hauptcharaktere und die fehlenden Emotionen das Lesen sehr eintönig gemacht.
Ich hätte dem Buch gerne mehr Sterne gegeben und habe auch lange geglaubt, dass es von mir zwei bekommen wird, aber insgesamt gab es einfach zu viele Dinge, die mich gestört haben und zu wenig, das mich wirklich begeistern konnte, deswegen nur 1.5 Sterne von mir.