Ein Kampf gegen kriminelle Machenschaften. Für ein selbstbestimmtes Leben. Für Momente des Glücks."Eine bis zum Ende realistische und gefühlvoll erzählte Geschichte, die berührt, traurig macht und schockiert." (Seehases Lesewelt)Joshua ist ein Krimineller mit Migrationshintergrund. Jedenfalls ist das der Stempel, der ihm aufgedrückt wird. Er selbst hat sich nichts davon ausgesucht. In Berlin geboren und aufgewachsen, versucht er seinen Namen Iosua ebenso wie seine rumänische Herkunft zu verdrängen. Aber sein Vater ist der brutale Kopf einer Diebesbande und Joshua steckt tief in einem Strudel von Unterdrückung und Gewalt. Als Taschendieb trifft er auf Isabelle. Wie ein Hoffnungsschein dringt sie in seine Welt voller Dunkelheit. Er kann ihrer Anziehung nicht widerstehen und erfährt zum ersten Mal Momente des Glücks. Doch sein Doppelleben ist gefährlich und ein erbitterter Kampf für seine Freiheit beginnt.Ein sozialkritischer Gesellschaftsroman mit einer fesselnden und berührenden Geschichte, die den Leser in Berlins Schattenwelt entführt.Gewinner des Innocent Award "Buch des Jahres 2021" Leserstimmen„Ein tolles Werk mit garantierter Gänsehaut“„Einfach fantastisch, wie nahe hier Herz und Herzlosigkeit beieinanderliegen.“„Eine berührende Geschichte, die zum Nachdenken anregt“„Ein wirklich bemerkenswertes, gelungenes und sozialkritisches Roman-Debüt. Schnörkel- und oft schonungslos erzählt.“
Iosua wird in eine Welt geboren, die er sich nicht ausgesucht hat und er versucht diese dunkle Seite zu verdrängen, seine Herkunft sowie seinen Namen. Er wächst in Berlin auf und durch seinen Vater, der der Anführer einer großen Diebesbande ist, lernt er von Kindesbeinen Gewalt und Unterdrückung kennen. Als Taschendieb hält er sich zwangsmäßig über Wasser bis er dabei auf Isabelle trifft. Ihrer Anziehungskraft kann er nicht widerstehen. Durch sie wird sein Leben heller und Iosua erfährt das erste Mal in seinem Leben was Glück bedeutet. Doch auch dieses Doppelleben ist gefährlich.
Meine Meinung:
Das Cover spiegelt für mich die Düsterheit wieder, die in Iosuas Innerem herrscht. Dunkel, trist und einsam. Sowie die dunkle Seite von Berlin.
Iosua ist ein sozialkritischer Roman, der mir teilweise unter die Haut ging, weil ich sehr mit dem armen Iosua mitgefühlt habe. Iosua, ein Krimineller mit Migrationshintergrund, der vorverurteilt ist durch seine Herkunft und durch seinen kriminellen Vater. Doch hinter dem jungen Mann steckt so viel mehr. Man kann sich nicht aussuchen in welche Familie man geboren wird. Und wenn man versucht aus dem Strudel aus Gewalt und Kriminalität zu entkommen, lebt man sehr gefährlich.
Mit Iosua habe ich mitgelitten, ich habe seinen inneren Konflikt gefühlt, ebenso wie seine Zerrissenheit. Dieses Leben will er nicht haben, doch es scheint kein Entkommen zu geben. Spätestens in der Zeit, als er auf Isabelle trifft, spürt man ganz deutlich, dass er im Grunde seines Herzens ein guter Mensch ist. Das möchte er auch sein, für das Mädchen seiner Träume, aber auch für sich. Er versucht alles um Isabella vor den Gefahren zu beschützen, die immer wieder lauern.
Dennoch musste Iosua etwas tun, was ihn zerreißt und die Schuldgefühle ihn immer mehr in die Knie zwingen.
Einen Moment gab es, den ich trotz viel Fantasie, anzweifle. Ich kann mir leider sehr viel vorstellen, was die Autorin in dieser Geschichte wiedergeben hat. Aber dass eine sehr wichtige Zeugin nach Hause geschickt wird ohne, dass sie angehört wurde? Obwohl sie eine Aussage machen wollte? Obwohl sie direkt bei der Tat dabei war? Bei allen Vorurteilen und teilweise auch Hass, tue ich mich mit der Szene sehr schwer. Das war dann für mich der Moment, wo meine Gefühle zur Story etwas abgeflacht sind, weil mir das zu unglaubwürdig vorkam.
Der Schreibstil von Annemarie Bruhns lässt sich insgesamt sehr angenehm lesen. Sie schafft es den Leser mitzunehmen und uns die Schattenseiten von Berlin zu zeigen. Ebenso drückt sie die Emotionen sehr schön aus, dass ich die meiste Zeit mit Iosua und auch Isabelle mitfühlen konnte.
Fazit:
Iosua: Ein Leben im Schatten ist ein sozialkritischer Roman über einen jungen Mann mit Migrationshintergrund, der schon früh in die Kriminalität seines gewaltsamen Vaters hineingezogen wurde. Der Kampf gegen die dunkle Seite zerrt an Iosuas Kräften, doch Isabelle schenkt ihm Hoffnung und Glück. Ein bewegender Roman mit erschütterndem Inhalt. Vielleicht manchmal etwas drüber, aber insgesamt ein sehr gelungenes Debüt.
Ich dachte, ich mach mal eine Romantik-Pause und bin beim Stöbern auf Annemarie Bruhns Werk »IOSUA« gestolpert. In einem Punkt habe ich mich getäuscht: Frei von Romantik ist auch dieses Büchlein nicht. Aber in erster Linie steht Iosuas Weg aus der seinem kriminellen Umfeld im Vordergrund, in das er quasi hineingeboren wurde. Nicht der beste Start ins Leben.
Was Annemarie Bruhns mit Iosuas Geschichte gut verdeutlicht, ist, dass nicht jeder mit denselben Chancen ins Leben startet. Auf dem Papier vielleicht, doch Iosua würde gern zu den Guten gehören, aber die Fäden seiner Vergangenheit kleben wie Spinnennetze an ihm.
Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Einmal die Ereignisse, nachdem Iosua ein, wie er hofft, letztes Mal mit seiner Vergangenheit kollidiert und wegen Mordverdachtes festgenommen wird, und die vorherigen Ereignisse, die zu diesem Showdown geführt haben. Dabei wird nach und nach aufgedeckt, dass längst nicht alles so einläuchtend ist, wie es scheint.
Neben Iosuas Perspektive, werden auch die Eindrücke von seiner Freundin Isabella und ihrer besten Freundin Yvonne gezeigt. Dadurch hat sich meine Aufmerksamkeit beim Lesen verteilt, sodass ich immer etwas über dem Geschehen stand. Ähnlich wie bei Episodencharakteren einer Tatortfolge. Es bewahrt davor, mit ihnen zu verzweifeln, hinderte mich aber auch etwas, völlig einzutauchen.
Der Vergleich mit einer Tatortfolge, mal aus Sicht der Beteiligten statt der von Ermittlern, trifft es in meinen Augen aber ganz gut. Die Geschichte regt zum Nachdenken an, hält den Finger in manche Wunden der Gesellschaft und scheut sich nicht vor einem wahrlich mutigen Ende, das sich nicht jeder Autor traut – und trotzdem raubt sie einem nicht den Schlaf.
Was bist du bereit für ein Leben in Freiheit zu riskieren?
Der junge Rumäne Iosua (Joshua) ist in Berlin aufgewachsen, inmitten eines kriminellen Umfeldes. Seine Mutter hat ihn früh verlassen und sein Vater ist der Chef einer skrupellosen Diebesbande. Schon als Kind wurde er gezwungen zu stehlen. Anstatt Liebe und Zuneigung zu erfahren, werden Zigaretten auf seinem Körper ausgedrückt und er wird grün und blau geschlagen. Gegen seinen cholerischen und jähzornigen Vater kommt Joshua nicht an und um zu überleben, gehorcht er. Doch mit den kriminellen Machenschaften seines Vaters will er nichts mehr zu tun haben und auch am liebsten vergessen woher er kommt. Denn schon durch seine rumänische Abstammung wird ihm ein Stempel aufgedrückt, der es ihm schwer macht, in der Gesellschaft einen Platz zu finden. Als er bei einem seiner Streifzüge auf Isabelle trifft, ist er sofort fasziniert von ihr und schöpft Hoffung auf ein Leben ohne Kriminalität. Doch es ist nicht so einfach, sich aus den Fängen der Diebesbande zu lösen.
Das Cover ist schlicht gehalten, passt jedoch sehr gut zur Stimmung des Buches. Mit ihrem leichten, flüssigen Schreibstil hat Annemarie Bruhns mich direkt in den Bann gezogen. Nichts lässt erahnen, dass es sich hierbei um ihr Debüt handelt.
Schon auf der ersten Seite wirft die Autorin ihre Leser mitten ins Geschehen. Ein schicksalhafter Zwischenfall ist der Ausgangspunkt für die Geschichte von Joshua. Im weiteren Verlauf erfahren wir durch geschickt eingeschobene Rückblenden nach und nach immer mehr über die Vergangenheit und die Zusammenhänge. Ungeschönt und authentisch beschreibt die Autorin wie Joshua versucht, sich aus diesem Millieu und von seinem tyrannischen Vater und dessen Nachfolger zu befreien. Die Perspektiven wechseln zwischen Joshua und Isabelle. So fiel es mir leicht, mich in die beiden Propagonisten hineinzuversetzen. Joshua und Isabelle sind starke Charaktere, die mir beide sehr schnell ans Herz gewachsen sind. Erst durch Isabelle lernt Joshua Gefühle, wie Glück, Zufriedenheit und Fürsorge kennen. Aber auch Yvonne war mir sofort sympathisch, denn sie ist nicht nur Isabelle eine große Stütze und Hilfe. Die Figuren sind ausführlich charakterisiert, sehr realistisch und fügen sich wunderbar in die Geschichte ein. Die Autorin schildert die Gefühle und Empfindungen so ausdrucksvoll und lebendig, dass man als Leser den Eindruck bekommt, durch die Augen des Propagonisten zu schauen. Das Ende hat mich sehr überrascht! Ich werde sicher noch oft darüber nachdenken.
Mit "Iosua" ist Annemarie Bruhns ein beeindruckendes und fabelhaftes Erstlingswerk gelungen. Sie hat mich mit ihrer tragischen, sozialkritischen Geschichte emotional berührt und sehr bewegt. Ihren Namen sollte man sich auf jeden Fall merken. Ein tolles Debüt, dass 5 Sterne verdient und eine Leseempfehlung!