Die Fotojournalistin Julia Leeb berichtet von den gefährlichsten Orten unserer Welt. Hautnah erfährt sie, wie sich Menschen in Extremsituationen verhalten, sei es bei den Kämpfen der Nubier im Sudan, bei den Warlords im Kongo, im Krieg in Libyen, während der Revolution in Ägypten oder in der abgeschotteten Diktatur in Nordkorea. Dabei gerät sie selbst in Als sie mit ihren Recherchen der Wahrheit zu nahe kommt, soll sie kaltblütig umgebracht werden. Ein anderes Mal wird sie verschleppt, um sie als Zeugin zum Schweigen zu bringen. Dennoch schildert sie in ihren Reportagen über die Vergessenen unserer Welt auch immer wieder Begegnungen voller Schönheit und Hoffnung. Es sind vor allem Frauen, die durch ihren Mut und ihre Zuversicht den Weg aus Gewalt und Unterdrückung zu Frieden und wahrer Menschlichkeit weisen.
Die Berichte Julia Leebs über die Revolutionen in Libyen und Ägypten sowie die Zustände im Kongo und im Sudan haben mich sehr bewegt, obwohl die Texte teilweise über 10 Jahre alt sind. So oder so ähnlich werden sich die Dinge in Kriegsgebieten auch im Moment ereignen und wir wüssten nur wenig darüber, wäre nicht die Arbeit von Kriegsberichterstatter*innen und Fotograf*innen. Dennoch war ich zum Teil irritiert von der Struktur des Buchs: am Anfang liest es sich wie eine Art Autobiografie. Da beschreibt die Autorin ihr Aufwachsen, ihr Gap-Year nach der Schule, das Studium und wie dann alles nur zu diesem Beruf führen konnte. Es ist sicher Geschmacksache - aber Lebensläufe, in denen mir jemand permanent sagen will, dass "alles so kommen musste, wie es jetzt ist" finde ich absolut öde und in einem Buch, was "Reportagen über Kriegsgebiete und Revolutionen unserer Welt" heißt, völlig unangebracht. So wie auch die Reisberichte über Transnistrien und Nordkorea. Die aufgrund von staatliche Kontrolle natürlich keine Reportagen sein können und im Fall von Nordkorea die ewig gleichen Eindrücke der überwachten Touristenreisen wiedergeben: Stromausfälle, kein vernünftiges Essen, keine Fotos, weil zu gefährlich.
Der Inhalt des Buches ist total spannend und relevant, leider hat die Erzählstimme für mich oft ein rassistisches Geschmäckle und einige Aussagen fühlen sich sehr pathetisch an. Trotzdem muss man anerkennen, dass die Autorin auf sehr wichtige & oftmals nicht besprochene Krisen und Kriege und deren Folgen eingeht. Ihre Position als Frau in diesen stark patriarchalen Strukturen tritt dabei besonders hervor. Auch das Kapitel zu Nordkorea war wegen des wenigen Wissens das es zu dem Staat gibt natürlich total interessant. Mir fehlte an einigen Stellen allerdings ein (selbst)reflexiver Moment.
Unglaublich unglaublich gut. Einer meiner Lieblingsbücher. Ich liebe die Verbindung aus Bildern und Geschichten. Die Reportagen, die eher Geschichten sind und mich fühlen lassen, erwecken die Bilder erst zum Leben. Dadurch konnte ich erst wirklich das Bild wertschätzen. Ein grandioses Buch.
Im Grunde ist das Buch sehr kurzweilig geschrieben und lässt sich schnell lesen. Als störend empfand ich Leebs teilweise eigenwilligen Blick auf Geschichte. Dies zeigt sich Beispielsweise in ihrer Beschreibung der Geschichte Koreas: So ist bei Leeb der 1. Präsident des Südens "für viele eine Marionette der Amerikaner". Hingegen ist Kim Il-sung offenbar keine Marionette der Sowjetunion, wenngleich er von dieser installiert wurde. Zum Krieg kommt es dann nach Leeb, weil Kim Il-sung "die Besetzung des Südens nicht ertrug die" die er "als Amputation empfand". Von welcher Besetzung Leeb hier spricht bleibt ihr Geheimnis. Die US Streitkräfte hatten Südkorea 2 Jahre zuvor verlassen und im gleichen Jahr wurde die Republik Korea ausgerufen, Südkorea war also nicht besetzt.
"Solange es Menschen gibt, deren Antrieb es ist, Wunden zu heilen und nicht zuzufügen, Leben zu retten und nicht zu zerstören, so lange lebt die Hoffnung."
Dieses Buch berichtet über grausame Dinge, die auf unserer Welt passierten und teilweise weiterhin aktuell sind. Dennoch schafft Julia Leeb es Hoffnung und Menschlichkeit in dunklen Momenten der Geschichte der Menschheit zu finden und diese in diesem Buch zu vermitteln. Eindrucksvolle Berichte!
Julia Leeb schafft es in ihrem Buch, das tief Menschliche auch in Krisen- und Kriegsregionen der Welt darzustellen und hervorzuheben. So gelingen ein aufrichtiger Blick und tiefe Betroffenheit - und es entsteht: ein Funken Hoffnung.
was julia leeb alles schon gesehen und erlebt hat, würde noch einige bücher füllen! ich bewundere sie für ihren mut, ihren glauben an menschlichkeit und ihr festhalten an einer hoffnung für eine friedlichere welt.
Eindrückliche Beschreibung von Konflikten und deren Konsequenzen auf der ganzen Welt. Julia Leeb schafft es nicht nur Fakten runterzurattern, sondern die Menschen, die mitten in diesen Konflikten leben und leiden, in den Fokus zu rücken und ihnen eine Stimme zu geben. Ich kannte ihre Arbeit vorher nicht bzw hätte sie nicht an ihren Fotos erkannt und war froh nochmal vor Augen geführt zu bekommen welch wichtige Arbeit Kriegsjournalistinnen und -journalisten leisten. 5 Sterne.