Mich hat dieses Büchlein zu recht oder unrecht an den grossen Roman von Hermann Buger erinnert: 'Schilten. Schulbericht zu Handen der Inspektorenkonferenz.'
Letzterer hatte mir allerdings bedeutend besser gefallen...
Für die Ewigkeit: die literarische Schweiz zwischen zwei Deckeln Dieser leider vergriffene Klassiker ist ein äusserst spassiges Teil. Von A bis Z frei erfunden, trifft Lenzens Panoptikum des Schweizerischen Literaturschaffens voll in deren Schwarzes Herz. Die Schweiz mit ihren Kantonen, Regionen und Befindlichkeiten ist ja an sich provinziell, im Kern. Aber auch blühend und äusserst produktiv. Wer es nicht glaubt, kann hier nachschlagen: Von der Meisterin der Bauernmalerei-Anthologie über den ausgewanderten Werbetexter Rodolfo A., ein Einhitwunder als Texter, der erst fernab der Heimat Erfüllung und Anerkennung fand, bis zum Popsong-Zirkel (Kellerliteratur) sind hier wunderliche Figuren und kauzige Vögel des lokalen Literaturschaffens porträtiert. Immer liebevoll, immer witzig. Und auch die Fehden werden nicht ausgelassen. Etwa jenes Ereignis, die Schmach von Herzogenbuchsee, zwischen B. S. und A. Z., wo der Kritiker aus Ungarn den cholerischen Dramatiker an der Premiere seines Stücks so beleidigte, von wegen bei dessen Stücken sei sogar der Schlussvorhang verstaubt. Worauf S. dem Z. eine Ohrfeige verpasste und ihm das Trommelfell zerstörte. Genres verfügen über eigene Einträge. Hinterland at its best. Einzelne Regionen (Langenthal, Luzerner Hinterland, Bernbiet) sind etwas überrepräsentiert, was eventuell mit der Herkunft oder dem Wirkungskreis des jungen Pedro Lenz zu tun haben mag.