Vier Menschen treffen sich in einem Besprechungszimmer: »Können wir noch das Licht dimmen?« – »Das ist Licht wie bei einem Verhör.« – »Gleich implodiere ich. Komm, frag mich irgendwas.« – Jens Balzer und Lars Weisbrod stellen also Fragen, und Sibylle Berg und Dietmar Dath geben Antworten. Infrage stellen sie dabei nicht nur die Dystopie als Begriff, der letztendlich nur davon zeugt, dass man weder über die Zukunft nachdenken will, noch über die Gesellschaftsordnung. Und den Literaturbetrieb. Und die Literaturhausliteratur. Die Befindlichkeit usw. Zwei Einzelgespräche vertiefen anschließend die Themen und weiten den Horizont.
Mit Maja Beckers und Thomas Vašek spricht Dietmar Dath über Karl Marx und den Fortschritt, über Fantastik und Sozialismus und darüber, warum man Geschichten erzählen muss, um zu denken. Und Sibylle Berg erläutert, warum es trotz der Dummheit der Welt noch nicht angebracht ist, an ihr zu verzweifeln. Wie Berg und Dath die Gegenwart zerpflücken, regt nicht nur zum Denken an, es ermutigt auch zum Lachen, ein Dialog im besten Sinne: pointiert, literarisch, scharfzüngig, nach dessen Lektüre man sich am liebsten selbst mit jemandem unterhalten will. Genau darüber.
Sibylle Berg was born at and spent her childhood in Weimar where she also worked as a puppeteer until moving to the West in 1984. She studied briefly at the Dimitri theatre school in Ticino and then had various jobs. She began to write, published her first articles and reportage, and was a columnist for the "Zeit-Magazin". Her first book appeared in 1997, and other novels and stories followed. "Helges Leben" was her first play. Sibylle Berg lives in Zurich.
"Ist die West-Linke nicht auch in dieser Hinsicht in den Siebzigern völlig falsch abgebogen?" DD: "Ach Du, die ist so oft falsch abgebogen. Falsch abbiegen ist ja deren Art zu fahren. Links blinken, falsch abbiegen und dabei Leute überfahren."
Gerade die Passagen mit DD sind doch sehr interessant, SB brauche ich nicht unbedingt lesen aber in Kombination mit DD war es dann doch eine gute Abwechslung.
Dieses Büchlein enthält ein Gespräch zwischen Berg und Dath (und Jens Balzer und Lars Weisbrod), ein Interview mit Dietmar Dath und ein Interview mit Frau Berg.
Das erste Gespräch ist das lebhafteste und lustigste, aber auch das mit dem geringsten Erkenntnisgewinn. Außerdem finde ich es bekümmerlich, dass unsere Großintellektuellen alles entweder scheiße oder geil finden.
Aber dennoch ein Zitat von Dath: „Ich find’s immer scheiße, wenn die Künstler weniger wissen als jeder Depp.“ Sehr richtig.
Ziemlich gut auch diese rhetorische Frage von Dath an LW: „Was unterscheidet Dich von demjenigen, der soziologisch genau Deinen Hintergrund hat, aber der sagt ‘Und dann habe ich mir ein Buch über Kategorientheorie gekauft!’.“
Dath zitiert so ungefähr dreißig Leute, was Frau Berg veranlasst zu fragen, wie er sich das alles merken könne. „It’s my life. It’s all I am“.
Interessant auch Dath über sein Verhältnis zu Herrn Kaube.
Und Sibylle Berg, warum so wenige Frauen IT-Fächer studieren: Die Männer sind schuld.
Der erste Teil geht noch irgendwie. Der zweite Teil dient der Selbstbeweihräucherung von Darth und seinen geilen Büchern und Gedanken. Der dritte Teil führt auch nirgends hin und Frau Bergs Einschätung von KI, die uns schon morgen alle Jobs wegnimmt, hat auch nicht viel mit der Realität zu tun. KI ist per 2021 nach wie vor hauptsächlich Marketing und nimmt uns noch eine Weile keine Jobs weg... War mir leider etwas zu selbstverliebt diese ganze Sache
Nichts weltbewegendes aber auch nicht ganz uninteressant. Die drei Gespräche sind gefühlt nach absteigender Qualität sortiert.
Der Austausch am Anfang wo Dath und Berg aufeinandertreffen ist der interessanteste Part, das zweite Gespräch mit Dath allein enthält paar nette Gedanken und aus dem letzten mit Berg allein hab ich wenig mitnehmen können tbh.
Wer Podcasts nicht mag sollte vom Buch Abstand nehmen denke, es ist quasi das gleiche Format nur niedergeschrieben.
Dieses Buch beinhaltet eine Diskussion, der ich schwer folgen kann. Werder der Kern der Aussage noch warum diese Personen für das Gespräch gewählt wurden, ist erkennbar. Dies liegt nicht an der Ausdrucksweise oder an Fremdworten, sondern an Werken auf die Bezug genommen wurde, die mir unbekannt sind. Daher ist von mir hier keine Empfehlung für das Buch zu erwarten.
Ich höre dem Dath gern bei Denken zu. Ich finde auch seine Gedanken über Genre-Literatur interessanter, als seine Genre-Literatur. Kluge, manchmal trotzdem falsche, provokante Sätze zu Sci-Fi, Kunst, Kommunismus. Auch ein bischen Kommentar zu seinem Buch "Niegeschichte", die zentralen Thesen ohne 800 Seiten rundherum. Sibylle Berg kommt viel zu kurz, aber dafür sind auch ihre Romane besser.
Eine Wunderbare Sammlung von Gesprächen . Wer Dietmar Dath oder Sibylle Berg mag sollte zuschlagen. Obwohl diejenigen die Frau Berg favorisieren ein bisschen weniger kriegen als die Dath Sympathisanten.