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Why We Matter: Das Ende der Unterdrückung

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Wie erkennen wir unsere Privilegien? Wie können Weiße die Realität von Schwarzen sehen? Männliche Muslime die von weißen Frauen? Und weiße Frauen die von männlichen Muslimen? Die Aktivistin und Politologin Emilia Roig zeigt – auch anhand der Geschichte ihrer eigenen Familie, in der wie unter einem Brennglas Rassismus und Black Pride, Antisemitismus und Auschwitz, Homophobie und Queerness, Patriarchat und Feminismus aufeinanderprallen –, wie sich Rassismus im Alltag mit anderen Arten der Diskriminierung überschneidet. Ob auf der Straße, an der Uni oder im Gerichtssaal: Roig schafft ein neues Bewusstsein dafür, wie Zustände, die wir für „normal“ halten – die Bevorzugung der Ehe, des männlichen Körpers in der Medizin oder den Kanon klassischer Kultur – historisch gewachsen sind. Und dass unsere Welt eine ganz andere sein könnte.

380 pages, Hardcover

First published February 15, 2021

333 people are currently reading
4465 people want to read

About the author

Emilia Roig

12 books194 followers
Renowned social justice leader, author, and expert on intersectionality, diversity, equity, inclusion and non-discrimination Emilia Roig has been shifting the discourse on systemic inequalities in Europe through the creation of the Berlin-based Center for Intersectional Justice (CIJ), the publication of her book WHY WE MATTER, her numerous speaking engagements and her high-level consultancy services.

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Community Reviews

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Displaying 1 - 30 of 135 reviews
Profile Image for Elena.
1,045 reviews432 followers
March 11, 2021
"Je privilegierter wir sind, desto schwieriger ist es, Privilegien und Ungleichheit zu erkennen und zu akzeptieren." - Emilia Roig, "Why We Matter"

Dr. Emilia Roig wagt in ihrem Buch "Why We Matter: Das Ende der Unterdrückung" einen Rundumschlag - und dieser ist ihr so gut gelungen! Die Autorin betrachtet Rassismus und Diskriminierung in den verschiedensten Kontexten und Situationen. Sie legt ihre Standpunkte sehr pointiert da und untermauert sie mit Fakten und Belegen. Dabei geht sie sehr inklusiv und intersektional vor, lässt keine marginalisierte Gruppe aus und schafft so mit Weitblick ein Werk, das auf ein Ziel hinarbeitet: mehr Empathie und mehr Offenheit im Bezug auf alle Lebensrealitäten zu schaffen.

Im Buch werden mehrere Themenkomplexe besprochen, von der Familie über die Schule, das Studium und Wissen im Allgemeinen über die Justiz und die Medien bis hin zur Arbeit. Besonders letzteres Thema und hier vor allem der Unterpunkt Sexarbeit fand ich extrem interessant. Ich habe mich selbst mit dem Thema zuvor sehr wenig beschäftigt und fand ihre Ideen und Ausführungen dazu sehr augenöffnend.

Toll an "Why We Matter" fand ich auch, dass die Autorin bei all den schwierigen und auch bedrückenden Themen trotzdem positiv bleibt. Dieser optimistische Ton bei Gesellschaftskritik habe ich bisher selten gesehen und war für mich einfach wohltuend.

Für mich ist "Why We Matter" ein Buch, dass jede*r gelesen haben sollte. Emilia Roig zeigt nicht nur auf, wo es Handlungsbedarf gibt, sie bietet auch - wenn auch teilweise etwas zu abstrakte und theoretische - Lösungswege in ihrem letzten Kapitel an. Ich halte das Buch für einen Schatz, den man unbedingt entdecken sollte. Sehr informativ und bereichernd!
Profile Image for Aniya.
346 reviews37 followers
February 8, 2021
Dieses Buch ist ein grandioser, intersektionaler, feministischer Rundumschlag.
Die Autorin schreibt gradlinig und auf den Punkt, füllt dabei Wissenslücken, webt gekonnt ihre persönliche Geschichte mit ein (die aber nie im Mittelpunkt steht) und scheut nicht davor zurück, Rassismus oder Homofeindlichkeit in ihrer eigenen Familie zu benennen.

Manches war mir schon bewusst, einiges kannte ich noch nicht. Die Empathie-Lücke erklärt zum Beispiel so vieles, was ich vorher nicht greifen konnte.

Obwohl wir so unterschiedliche Leben führen und Erfahrungen machen, habe ich mich beim Lesen mit der Autorin verbunden gefühlt. Das hat mich selbst überrascht, weil ich ähnliche Bücher von Feministinnen mittlerweile ein bisschen kritischer betrachte und deren Backround sich oft wie ein Graben zwischen uns anfühlt. Beim Kapitel über LGBTQI+ habe ich mich z.B. in ihrer Story teilweise wiedergefunden und kam mir gleich weniger allein und merkwürdig vor. Außerdem erkennt und benennt sie die verschiedenen "Härtegrade" der Diskriminierung, so sind schwule Männer meistens viel sichtbarer als lesbische Frauen (kennt man ja, dass es um Homosexualität geht und nur von "den Schwulen" die Rede ist) und Bisexuelle und trans Personen werden besonders abgewertet (oft sogar innerhalb der Community).

Rassismus nimmt zu Recht sehr viel Raum ein und als Nicht-Betroffene bin ich dankbar für jede Aufklärung und das Sichtbarmachen. Wir müssen noch so viel lernen und dieses Buch ist eine große Hilfe.

Am besten gefallen hat mir aber, dass Kapitalismus, Klasse und Armut hier ausnahmsweise mal nicht ignoriert werden. Die Autorin ist, wie fast alle Personen mit Reichweite, die sich öffentlich feministisch äußern (ob in Podcasts, auf Social Media oder eben in Büchern), Akademikerin und profitiert vom aktuellen System. Dennoch kritisiert sie es scharf und macht deutlich, dass Menschen, die zum Beispiel aus welchen Gründen auch immer grade keiner Lohnarbeit nachgehen (können), als faul, dumm und wertlos abgestempelt werden.
Ja, sie stellt das Konzept von Lohnarbeit (und Geld!) sogar komplett infrage und zeigt auf, dass wir eine sehr enge Sichtweise davon haben, was als Arbeit gilt und was nicht, wer wertvoll ist und wer nicht.
Dennoch bin ich der Meinung, dass es insgesamt mehr Stimmen von Nicht-Akademiker:innen und Menschen aus der Arbeiter:innenklasse und der sogenannten Unterschicht braucht... dass wir sichtbarer werden und uns organisieren müssen. Viele (so auch ich lange) sind so voller Scham und Ohnmacht, dass sie nicht mal wissen, dass sie unterdrückt werden und das Recht haben, sich zu wehren.
Und hier setze ich auch mit meiner Kritik an: das Buch ist nicht sonderlich niedrigschwellig und enthält einige Fremdwörter. Die Arbeiterin/Hartz IV-Empfängerin aus der Kleinstadt wird andere, konkretere Sorgen haben und es wohl eher selten lesen, was schade ist, weil genau da die Diskriminierung im Alltag greift und Wissenslücken gefüllt werden müssen.
Dafür ziehe ich allerdings keinen Stern ab, weil das Buch ansonsten zu gut ist!

Auch andere Themen, wie das große Konzept "Wissen", werden spannend beleuchtet. Was ist das überhaupt und wer entscheidet, welches Wissen richtig und wertvoll ist?
Und warum gilt die Sichtweise Nicht-Betroffener (häufig die weißer Männer) als objektiv und unvoreingenommen, während den Betroffenen immer Subjektivität und "zu wenig Abstand von der Thematik" unterstellt wird?
Obwohl doch grade sie über ein Wissen verfügen, das anderen vielleicht verborgen bleibt?

In jedes Kapitel fließt ein wenig Geschichtsunterricht mit ein und ich bin immer wieder fassungslos, dass ich über bestimmte Themen absolut gar nichts in der Schule gelernt habe.

Als es um Krankenhäuser und das Gesundheitssystem ging, konnte ich zum ersten mal mein eigenes Erlebnis, das mittlerweile 10 Jahre her ist und mich nicht loslässt, einordnen. Ich bin damals vom Personal schlecht behandelt und sexistisch beleidigt worden, der Arzt meinte sogar "typisch Frau, wegen ein bisschen Bauchschmerzen rumheulen und die Notaufnahme belasten".
Einen Tag später bin ich zusammengebrochen und wurde notoperiert.
Sowas passiert jeden Tag. Frauen wird schnell ein psychischer Grund angedichtet, sie sterben häufiger an nicht erkannten Herzinfarkten, weil ihre Beschwerden von der männlichen "Norm" abweichen, während Männer viel schneller zu Fachärzt:innen überwiesen werden.
Schwarzen Menschen wird sogar noch weniger geglaubt und sie bekommen zum Beispiel seltener Schmerzmittel, weil sie nicht ernst genommen werden (auch hier greift die Empathie-Lücke).

Übrigens habe ich zu Beginn des Buches irgendwann mal angefangen, Sätze zu markieren, um sie hier zitieren zu können. Leider musste ich dann schnell feststellen, dass ich am liebsten alles zitieren würde, weil ein guter Absatz den nächsten jagt.

Das Thema Sexarbeit bekommt ebenfalls viel Platz und ich habe alles dazu aufgesogen. Ich kann die Menschen, die für ein Sexkaufverbot sind, nur beknien dieses Buch zu lesen.
Oder überhaupt alle... bitte lest es!
Profile Image for Jin.
850 reviews147 followers
February 21, 2021
Emilia Roig zerlegt in diesem Buch die Probleme der Unterdrückung in einer Gesellschaft in einzelne Bestandteile und erklärt wie man zur Gleichberechtigung gelangen kann. Die Schreibweise ist sehr objektiv, auch wenn die Autorin z.B. autobiografische Momente aufgreift um Tatsachen detailliert darzustellen. Es werden viele Dinge auch beim Namen genannt, sicherlich für ein paar verstörend bis inakzeptabel. Andererseits könnte ich mir auch vorstellen, dass viele beim Lesen einiges als "nicht schlimm" abtun werden oder viele Dinge überhaupt gar nicht wahrgenommen haben.
Dabei wird das Buch niemals skandalös oder bedient sich populistischen Mitteln. Es untersucht das Phänomen von Hierarchien und Unterdrücken strukturiert und versucht Leute zu überzeugen die gewohnten Denkweisen zu ändern für ein besseres Miteinander. Generell fand ich das Buch gut, man hat gemerkt, dass viel recherchiert wurde und auch viel Herzblut drin steckt.

** Dieses Buch wurde mir über NetGalley als E-Book zur Verfügung gestellt **
Profile Image for Rebecca.
736 reviews47 followers
May 29, 2023
Gutes Buch, in weiten Teilen stimme ich der Autorin komplett zu. Zu ein, zwei Themen habe ich eine etwas abweichende Meinung, aber ich glaube, dass es bei so gesellschaftlich relevanten Themen eh immer gut ist, sich auf mehrere unterschiedliche Quellen zu stützen.

Gefallen hat mir, wie ehrlich die Autorin in Bezug auf ihre eigene Familiengeschichte war, da wurden ja durchaus auch schwierige Themen behandelt.

Habe es als Hörbuch gehört und kann es nur weiterempfehlen.
Profile Image for Wandaviolett.
481 reviews70 followers
February 24, 2021
Vision oder Illusion?
Das mit Leidenschaft, Verve und Pathos vorgetragene Plädoyer für Gleichheit und Gerechtigkeit von Emily Roig in dem polemischen Sachbuch „Why we matter“, beleuchtet alle nur erdenklichen Aspekte von Unterdrückung und Diskriminierung mit Schwerpunkt Rassismus gegenüber schwarzen Menschen.

Ausgehend von ihrer eigenen Familiengeschichte, deren Wurzeln bis nach Indien reichen, Zentralafrika, Algerien, … es ist kompliziert, sowohl die Eltern wie auch die Großeltern sind „ganz schön rumgekommen“ wie man so sagt, erlebt sie auf verschiedenen Ebenen selber ein Wechselbad von Privilegien und Diskriminierung.

Sensibel geworden für die Thematik führt sie einen Feldzug für Ungerechtigkeiten und für Gerechtigkeit. Dabei spielt in unseren Breitengraden die systemische Diskriminierung, von der auch Reni Eddo-Lodge schreibt in „Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche“, die wesentliche Rolle.

Es wird nicht immer klar, wo Roig sich in ihrem Monolog geographisch gerade befindet, amerikanische, europäische Verhältnisse werden bunt gemischt. Doch nicht alles lässt sich auf alles anwenden. Asien ist ganz ausgespart.

Roig redet von Sichtbarkeit, Sichtbarwerdung, Sichtbarmachung, von jahrhundertealtem Traumata und viel von der sogenannten Dekonstruktion. Dekonstruiert werden soll sozusagen alles. Die Sprache, das Patriarchat, der Kapitalismus ja sowieso, die Medizin, aber auch die Biologie, konservatives Denken, etc. Hierarchien sowieso.

Von konservativen Werten hält sie gar nichts. Sie sagt darüber:

„Konservatismus anzuhängen heißt, den Status quo zu schützen und eine gewisse Nostalgie für die Vergangenheit zu empfinden.“ Und weil die Vergangenheit ja die gesamte Menschheitsgeschichte ist und diese Geschichte eine ununterbrochene Folge von Gewalttaten darstellt, (sagt sie) ist er in Grund und Boden zu verdammen.

Außer Acht lässt sie dabei, dass im Zuge der geschichtlichen Entwicklung, die Lebensbedingungen und Lebensverhältnisse aller Menschen insgesamt immer besser wurden. Diese Entwicklung möchte ich geschätzt wissen.

So langsam verstehe ich, warum die Republikaner Trump gewählt haben. Konfrontiert mit der radikalen Forderung alles soll niedergerissen und neu aufgebaut werden, geht doch jeder auf die Barrikaden. Nun - trotzdem, ganz so leicht ist es nun doch nicht, das Buch oder Roig abzutun. Man muss darüber nachdenken. Sie hat ja in Vielem recht. Aber eben nicht in ihren Schlussfolgerungen!

Natürlich legt sie den Finger in die Wunden. Frauen werden benachteiligt. PoCs werden benachteiligt, allerdings im Westen keineswegs so sehr wie in anderen Ländern, es hat sich schon eine Menge Gutes getan! Auch das Positive sollte man anerkennen.

Und es ist ja richtig, dass die Welt, das System, etc. nicht gerecht ist und viele Menschen unterdrückt werden. Nur war das in Urzeiten auch nicht anders. Höchstens schlimmer. Die ersten Stämme haben sich schon bekriegt. Hierarchie hat es von Anfang an gegeben!

In dem Unterpunkt Kriminalität, Strafvollzug, Abschaffung von Strafe, Justiz und Polizei, überhaupt von der Dekonstruktion der Staatsgewalt, dem Aufgeben geschützter Staatsgrenzen, folge ich ihr am wenigsten und denke nicht, dass wir das gewünschte Ergebnis bekämen: den Himmel auf Erden. Sondern Anarchie, Selbstjustiz und das Recht des Stärkeren.

Wir werden keine gerechte Welt schaffen können, denn der Mensch ist nicht gut. Homo homini lupus. Das wussten schon die Alten! Oder modern ausgedrückt "Selbst im Schlaraffenland will einer die ganzen Würste für sich" (Sursulapitschi).

Und daran krankt das ganze System, die ganzen Veränderungen, die Roig lieber heute als morgen etablieren haben möchte (so scheint es), sie beruhen allesamt darauf, dass, wenn man nur die Verhältnisse ändern würde, man den guten Menschen bekäme. Diese Theorie kennen wir: sie ist falsch.



Roig bezieht sich in ihren Wünschen nach Weltumarmung spirituell auf den Buddhismus und Hinduismus. Mensch und Natur sollen eins werden. Ich denke, dass, wenn überhaupt von einer spirituellen Lehre etwas Besseres kommen kann, es das Christentum wäre. Aber die Heilige Schrift der Christen hat niemals die ethische Verbesserung der gesamten Menschheit versprochen oder im Sinne, eben, weil sie eine Illusion ist. Man kann nur an sich selber arbeiten.

Fazit: „Sorgt dafür, dass ihr, die Welt verlassend, nicht nur gut wart, sondern verlasst eine gute Welt“, sagt Brecht. Das hört sich so gut an. Und so motivierend. Aber Brecht unterliegt wie Roig der Illusion vom guten, unfehlbaren Menschen.

Das Ringen um eine Teilgerechtigkeit dürfen wir dennoch nicht aufgeben. Dafür müssen wir aber nicht das ganze System niederreißen, sondern unsere Kompromissfähigkeit erhalten. Wut hilft nicht weiter. Kein Stück.

Kategorie: Sachbuch. Rassismus. Soziale Gerechtigkeit.
Aufbauverlag, 2021
Profile Image for Anna.
798 reviews48 followers
August 26, 2021
INHALT

Die Aktivistin und Politologin Emilia Roig möchte mit ihrem Buch ein neues Bewusstsein dafür schaffen, wie Zustände, die wir für „normal“ halten bspw. die Bevorzugung der Ehe, des männlichen Körpers in der Medizin oder den Kanon klassischer Kultur, historisch gewachsen sind. Und, dass unsere Welt eine ganz andere sein könnte. Sie zeigt Rassismus und Diskriminierung in verschiedenen Kontexten und klärt auf.

Durch einen glücklichen Zufall habe ich bei NetGalley das Hörbuch zu „Why we matter“ entdeckt und habe mich sehr darüber gefreut, als ich ein Rezensionsexemplar davon bekommen habe. Immer mal wieder habe ich Interesse daran mich weiter zu bilden, PoC zuzuhören und zu lernen mein eigenes Verhalten und Denken zu reflektieren. Mit „Why we matter“ ist mir, wie ich denke, ein weiterer Schritt in die richtige Richtung gelungen. Nicht alles, was im Buch besprochen wurde war mir neu, dennoch war es wertvoll für mich der Autorin zuzuhören.

„Je privilegierter wir sind, desto schwieriger ist es, Privilegien und Ungleichheit zu erkennen und zu akzeptieren.“
EMILIA ROIG – WHY WE MATTER

Mit ihrem Buch gelingt Emilia Roig ein intersektionaler, feministischer Rundumschlag, der sich gewaschen hat. Mit Fakten und Belegen betrachtet Roig Rassismus und Diskriminierung in unterschiedlichsten Kontexten und Situationen. Was mich sehr beeindruckt und mir unglaublich gut gefallen hat war, dass sie immer inklusiv und intersektional vorgegangen ist. Sie lässt keine marginalisierte Gruppe aus und macht deutlich, was ihr übergeordnetes Ziel ist: die Welt dahingehend zu verändern, dass mehr Empathie und Offenheit in Bezug auf alle Lebensrealitäten stattfindet.

Die unterschiedlichsten Themen werden im Buch besprochen: Familie, Schule, Studium, das Wissen im Allgemeinen, die Justiz und Medien aber auch die Arbeitswelt werden diskutiert.
Emilia Roig ist es gelungen eine Verbindung zu mir herzustellen und das, obwohl sich unsere Erfahrungen eigentlich nicht weiter unterscheiden könnten. Ich bin eine weiße cis-hetero Frau, die alle Privilegien genießen kann, die es gibt (mal davon abgesehen, dass ich eine Frau bin). Bei ihrem LGBTQIA+ Kapitel fühlte ich mich dennoch irgendwie verbunden und habe meinen Entschluss, noch offener und vorurteilsfreier in die Welt zu blicken, wieder bestärkt. Roig klärt aber auch, dass Diskriminierung in diesem Bereich unterschiedlich abläuft, denn meistens sind schwule Männer sehr viel sichtbarer als beispielsweise lesbische Frauen. Bisexuelle und trans Personen erleben viel mehr Diskriminierung und das nicht nur außerhalb der Queeren Community, sondern auch mitten drin.

Einen großen Raum nimmt Rassismus ein, was mir als weiße Frau eben unfassbar viel hilft. Ich weiß, dass ich noch viel zu lernen habe und deshalb bin ich immer dankbar über solche Bücher, die mich aufklären und mir zeigen wo meine Art zu denken verändert werden muss, um die Welt für PoC besser zu machen.

Auch Kapitalismus, Armut und Klasse bekommen ihren „Moment“. Emilia Roig ist eine öffentliche Person mit Reichweite, sie ist Akademikerin und ist sich dessen bewusst, dass sie vom System profitiert. Doch Roig ist sich nicht zu schade gerade dieses System zu kritisieren und deutlich zu machen, dass Menschen die aktuell keiner Lohnarbeit nachgehen (können) nicht als dumm, wertlos oder faul abgestempelt werden sollten. Sie hält uns und der Gesellschaft den Spiegel vor, indem sie klar macht, dass wir eine sehr enge und begrenzte Sichtweise davon haben, was als Arbeit gilt und was nicht. Wer wertvoll ist und wer nicht.
Was an dieser Stelle vielleicht schön gewesen wäre, sozusagen das i-Tüpfelchen des Buches, sind Stimmen von Nicht-Akademiker*innen. Stimmen von Arbeiter*innen, der „Unterschicht“ um diese sichtbarer zu machen, um diesen eine Stimme zu geben. Und letztlich, sind wir mal ehrlich, welche Person, die bspw. Hartz IV-Empfänger*in ist, kann sich dieses Buch als Luxusgut dann leisten und lesen? Auch hier greift die von der Autorin angeprangerte Diskriminierung im Alltag auch.

Ein Punkt, über den ich nie so richtig nachgedacht habe, war das Konzept „Wissen“. Denn was ist das überhaupt genau und wer entscheidet dann, welches Wissen richtig und wertvoll ist? Wieso ist meist die Sichtweise von alten weißen Männern viel bedeutender als die, von einer Betroffenen Person? Gerade diese Gedanken sollte man festhalten und sich klar machen: ist es nicht sinnvoller gerade betroffene Personen eine Plattform zu bieten, ihnen zuzuhören und von ihnen zu lernen, anstatt an vermeintlichem Wissen von Personen festzuhalten, die eigentlich gar keine Ahnung von der Thematik haben?

Emilia Roig bringt in ihrem Buch so viele Themen auf klar artikulierte und deutliche Weise auf den Tisch, dass meine Rezension eindeutig gesprengt werden würde, wenn ich alles komplett ausführlich besprechen würde. Ich kann euch sagen: Familie, Schule, Uni, Arbeitswelt, Wissen, Medizin, Medien, all das kommt aufs Tablett und ich konnte unwahrscheinlich viel dazu lernen und hatte einiges, worüber ich nachdenken musste und weiterhin muss. Es wird wohl nicht sehr lange dauern, bis ich mir das Buch auch als Printversion ins Regal hole, denn um einzelne Stellen nachzulesen sind Hörbücher dann doch nicht so gut geeignet, obwohl für mich die Wahl eines Hörbuches gut war, denn durch einige längere Autofahrten habe ich dieses tolle Sachbuch genießen können.

FAZIT

„Why we matter“ ist ein unfassbar wichtiges Buch, welches so viele Diskriminierungen (…) von denen wir täglich umgeben sind, auf dringliche Weise aufzeigt. Es spielt hierbei überhaupt keine Rolle ob und wie ich selbst davon betroffen bin, denn es ist so wichtig achtsam und aufmerksam auf solche Ungerechtigkeiten zu blicken.
Dieses Buch eröffnet Blickwinkel, die ich noch nie genauer betrachtet habe und die mir gezeigt haben: es stimmt, dass man nie auslernt und gerade in diesen Themenbereichen ist es einfach unerlässlich sich ständig weiterzubilden. Wir müssen zuhören und voneinander lernen, um ein Zusammenleben, das für alle gut ist, zu realisieren.
Wir alle sollten uns informieren und mit diesem Sachbuch gelingt es in jedem Fall. Klare Empfehlung!
Profile Image for Amelie.
84 reviews
March 5, 2023
The first book I finished this year and I‘m so glad I read it!!
Profile Image for Auntie Terror.
479 reviews111 followers
December 13, 2022
This was a good and important "listen". I read some reviews complaining about the author's French accent making the audiobook hard to understand. I didn't have that problem at all.
Profile Image for Magdalena.
20 reviews338 followers
September 11, 2023
Emilia Roig ist eine der besten feministischen Autorinnen, die ich kenne. Ihr Buch erklärt anhand von Studien, Erfahrungen, Theorien und einprägsamen Fallbeispielen, was intersektionaler Feminismus ist. Roig regt zum Hinterfragen des eigenen Lebens an, lässt emphatischer werden und belegt all ihre Thesen lückenlos mit Studien. Die große Stärke dieses Buches ist, dass meist deutsche und französische Studien herangezogen werden, wodurch die Frage nach Gleichstellung in Deutschland und Europa direkt angegangen wird.

Lesen wenn: Du ein Buch suchst, das mal nicht aus Amerika, sondern aus Deutschland ist. Du ein rundes Buch suchst, das viele Lebensbereiche durchläuft und dabei intersektional arbeitet.

Nicht lesen wenn: Du es schon gelesen hast :)

Das Buch ist meiner Meinung nach gut für Feminismus-Neulinge und auch schon etwas ältere Hasen geeignet. Emilia erklärt alles so, dass man immer gut mitkommt und setzt keine Vorkenntnisse voraus, spricht dabei aber Dimensionen und Vernetzungen an, die auch für geschultere Feminist*innen interessant sind.
Profile Image for Johanna.
64 reviews29 followers
March 12, 2021
“Why we matter” von Emilia Roig ist ein Sachbuch, das ich euch allen ans Herz legen will!

Emilia Roig ist Gründerin des Center for Intersectional Justice, das sich für die Bekämpfung struktureller Ungerechtigkeiten einsetzt.

In “Why we matter” gelingt es ihr auf grandiose Weise aufzuzeigen, wie verschiedenste Diskriminierungsmechanismen wirken, wie sie zusammenhängen und wie wir als Gesellschaft dagegen vorgehen können.

Das Konzept der Intersektionalität beschreibt, wie sich verschiedene Formen der Diskriminierung verstärken und wie sie in ihrer Überschneidung wirken.

Emilia Roig bezieht sich dabei auf die unterschiedlichsten Bereiche des Lebens:
Familie, Schule, Universität, Medizin, Medien, Arbeit u.v.m.
Sie zeigt in klarer und pointierter Weise auf, wie die Gesellschaft in der wir leben von Unterdrückung geprägt ist und wie wir dazu beitragen, dass diese aufrechterhalten wird.
Aber eines schafft sie besonders gut und darin liegt die ausserordentliche Stärke dieses Buchs: sie zeichnet das Bild einer besseren Zukunft und zeigt Wege auf, wie wir sie gemeinsam erreichen können.
Das Buch ist geprägt von einer Leidenschaft für Gerechtigkeit und einer ganzheitlichen Betrachtung unserer Gesellschaft und bleibt dabei optimistisch und lösungsorientiert.

Viele interessante Themen werden in dem Buch behandelt, dabei wird stets eine gelungene Übersicht zu den einzelnen Bereichen gegeben, die an keiner Stelle ausschweifend oder langatmig wird.

Besonders gefallen haben mir die Kapitel zum Wissen, der Polizei und Gefängnissen und auch das über die Arbeit.
Ich mochte sehr, dass der Kapitalismuskritik in diesem Buch so viel Platz gegeben wurde und die Zusammenhänge von Kapitalismus, Patriarchat und Rassismus sehr klar wurden.

Mir wurden mit diesem Buch viele neue Impulse gegeben und ich würde es als das beste Sachbuch bezeichnen, das ich seit Langem gelesen habe!
Profile Image for fee malin.
24 reviews1 follower
March 22, 2022
„another world is not only possible, she‘s on her way. maybe many of us won‘t be here to greet her, but on a quiet day, if i listen very carefully, i can hear her breathing.“ -arundhati roy

Profile Image for Marlene.
168 reviews
October 13, 2025
Wahrscheinlich wären es eher 5 Sterne, sofern ich das Buch bisschen mehr am Stück gelesen hätte.
So fiel es mir teilweise schwer, am Ball zu bleiben und einige Stellen wirkten etwas oberflächlich und repetitiv.
Insbesondere das letzte Kapitel hat mir jedoch sehr gut gefallen.
Profile Image for annasbookplanet.
264 reviews7 followers
February 26, 2021
Klappentext
Wie erkennen wir unsere Privilegien? Wie können Weiße die Realität von Schwarzen sehen? Männliche Muslime die von weißen Frauen? Und weiße Frauen die von männlichen Muslimen? Die Aktivistin und Politologin Emilia Roig zeigt – auch anhand der Geschichte ihrer eigenen Familie, in der wie unter einem Brennglas Rassismus und Black Pride, Antisemitismus und Auschwitz, Homophobie und Queerness, Patriarchat und Feminismus aufeinanderprallen –, wie sich Rassismus im Alltag mit anderen Arten der Diskriminierung überschneidet. Ob auf der Straße, an der Uni oder im Gerichtssaal: Roig schafft ein neues Bewusstsein dafür, wie Zustände, die wir für „normal“ halten – die Bevorzugung der Ehe, des männlichen Körpers in der Medizin oder den Kanon klassischer Kultur – historisch gewachsen sind. Und dass unsere Welt eine ganz andere sein könnte.

Meine Meinung
Das Cover des Buches finde ich sehr gelungen auch im Hinblick auf die Thematik.

Care-Arbeit? Intersektionalität? Bevor ich „Why We Matter” gelesen habe konnte ich mit diesen Begriffen nichts anfangen. Dieses Buch hat meinen Horizont mehr als erweitert. Neben bekannten Dingen konnte ich auch wirklich viel neues lernen.

Themen des Buches sind unter anderem Rassismus, Homo-, Trans- und Behindertendiskriminierung, Sexismus. Die Bandbreite der behandelten Themen ist wirklich umfangreich und bemerkenswert. Die Autorin zeigt dabei nicht nur ihre persönlichen Erfahrungen auf, sondern vor allem kollektive Erfahrungen, die Menschen auf dieser Welt täglich machen. Sie wirft einen Blick auf die Historie verschiedenster Diskriminierung, sowie auf aktuelle Geschehnisse. Es werden auch Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Arten der Diskriminierung aufgezeigt.

Während des Lesens war ich oft schockiert und habe mich immer wieder gefragt, warum ich über einige der angesprochenen Themen nicht mehr in der Schule gelernt habe. Die angesprochenen Themen sind so wichtig und ich bin dankbar nun aufgeklärter zu sein. Zum Thema Diskriminierung lernt man nie aus. Ich finde jeder sollte dieses Buch lesen, denn es stell ein komplexes Thema wirklich hervorragend dar und regt zum Nachdenken an.

Den Schreibstil der Autorin fand ich angenehm. Sie macht ihren Standpunkt überzeugend deutlich und inspiriert den Leser. Auch wenn jeder Mensch andere Erfahrungen mit Diskriminierung macht, hatte ich das Gefühl, dass sich die meisten in diesem Buch zumindest ein wenig wiederfinden werden und verstanden fühlen können.

Fazit
„Why We Matter“ ist ein Must-Read, das ein komplexes Thema hervorragend darstellt, inspiriert und zum Nachdenken anregt. Leseempfehlung!
Profile Image for Steffi.
89 reviews
April 9, 2024
Emilia Roig schreibt in "Why we matter" über Intersektionslität, d.h. die Schnittmenge von unterschiedlichen Diskriminierungsformen. Sie veranschaulicht anhand verschiedener Beispiele und persönlichen Erlebnissen, dass wir alle (zumindest in der westlichen Welt) rassistisch und patriarchal sozialisiert wurden. Emilia Roig fragt in ihrem Werk, wie wir die verschiedenen Unterdrückungsformen erkennen und auflösen können. Ich halte Emilia Roig für eine bemerkenswert kluge Frau und ihr Buch für eine wichtige und empfehlenswerte Lektüre.
Profile Image for Aylin Kuhls.
475 reviews
May 21, 2023
Was für ein dichter und vielschichtiger Text über unsere Gesellschaft. Am besten wäre wohl, ich fange direkt wieder von vorne an und lese alle Kapitel immer wieder, bis ich alles davon verinnerlicht habe.

Denn Emilia Roig trägt hier auf bemerkenswerte Weise ein kritisches Bild unserer Gesellschaft zusammen, in der sie sich suverän zwischen persönlichen Anekdoten aus ihrem Leben und Fachliteratur diverser Bereiche von Rassismus, über Genderstudies und Feminismus und Humanismus generell bewegt.

Hut ab vor diesem wichtigen und bewegenden Pamphlet, das Augen öffnet, Fakten bietet und dazu auffordert, sich selbst und unsere Gesellschaft immer wieder zu hinterfragen, Blickwinkel zu ändern und alte Systeme und Muster aufzubrechen und zu erneuern.
Profile Image for Zoe (inactive).
304 reviews20 followers
March 24, 2022
"Die Frage ist: Bist du bereit, die Welt aus einer Perspektive zu sehen, die nicht deine ist? Bist du bereit, wirkliche Empathie für Menschen zu empfinden, die als minderwertiger als du konstruiert wurden? Wenn die Antwort 'ja' lautet, dann wirst du in der Lage sein, dich von der Last der falschen Überlegenheit zu befreien." (S. 350)

Zunächst: Ich kann dieses Buch nur allen Menschen ans Herz legen! Kauft es! Holt es euch aus der Bücherei! Schenkt es euren latent homophoben Eltern oder euren offen rassistischen Kolleg*innen zu Ostern! Bitte!

Im Speziellen: Ich bin absolut in awe darüber, was Dr. Emilia Roig hier gelungen ist.
Anhand von geschichtlichen Begebenheiten, Berichten von Aktivisti und Künstler*innen der vergangenen 100 Jahre, ihren eigenen Erfahrungen und denen ihrer Freund*innen, sowie ihrer Familiengeschichte, dröselt sie die Verstrickungen von verschiedenen Diskrimierungsachsen, deren Zusammenspiel und Möglichkeiten dazu auf, Unterdrückung als Konzept zu überwinden.
Dabei richtet sie sich sowohl an Menschen die Unterdrückung jedweder Form erleiden, als auch an deren Unterdrücker*innen.
Es geht um Sexismus, Rassismus, Queerfeindlichkeit, Ableismus, Transphobie, Antisemitismus, Bodyshaming, Sexarbeit, Klassismus. Und eben auch um alles auf einmal. Die Auswirkungen von Tramsgenerationalem Trauma und dem Erleben von hate crimes.
Intersektionalität ist ja oft so ein eher wages Konzept für viele. Es gibt unzählige Medien über Rassismus, oder über Sexismus, etc. Hier ist Unterdrückung nicht nach "Art der Unterdrückung", sondern nach Ort der Unterdrückung - Zu Hause, in der Bildung, auf der Straße, beim Arzt - sortiert. Das erscheint zwar auf den ersten Blick etwas unübersichtlich, und das ist es ja auch im echten Leben, aber nur so lassen sich die komplexen Verstrickungen aufzeigen.

Außerdem: If your feminism isn't intersectional, it's not feminism, it's shit.
Profile Image for Bellagio.
23 reviews
May 11, 2022
Wowi, ich glaube oder nein, ich bin mir sicher, noch nie so viel in einem Buch markiert zu haben. Im Prinzip erklärt Roig die Komplexität der Unterdrückungssysteme und wie diese Zusammenhängen, wobei sämtliche Themenbereiche abgedeckt werden.
Ein Buch zum Auswendiglernen!

„Menschen, die behaupten, keine Hautfarbe zu sehen, sehen auch keinen Rassismus, fragen vielmehr beständig, woher man wisse, dass die Aussagen wirklich rassistisch gemeint waren. Sie verstehen nicht, dass es bei rassistischen Aussagen nicht darumgeht, wie es gemeint war, sondern, wie es ankommt.“

„Eine Person, die Menschen im Mittelmeer beim Überqueren der europäischen Grenzen vor dem Ertrinken zu retten versucht, ist kriminell. Die Grenzpolizei, die die gleichen Menschen ertrinken lässt, ist es nicht.“

„Manchmal versuchen Menschen, dich zu zerstören, gerade weil sie deine Macht erkennen - nicht, weil sie sie nicht sehen, sondern gerade, weil sie sie sehen und nicht wollen, dass sie existiert.“

= „Je privilegierter wir sind, desto schwieriger ist es, Privilegien und Ungleichheit zu erkennen und zu akzeptieren.“
Profile Image for Sophia.
38 reviews13 followers
June 28, 2021
Emilia Roig unternimmt in Why We Matter den Versuch, möglichst viele Bereiche, in denen Menschen von Diskriminierung und Unterdrückung betroffen sind, zu adressieren und zu veranschaulichen. Das ist ein ambitioniertes, großes Unterfangen, das die Autorin beeindruckend meistert.

Es geht in diesem Sachbuch ebenso um Rassismus und Sexismus wie um die Rechte von behinderten Menschen, Sexarbeiter*innen und Transgender. Dabei wirft Emilia Roig einen genauen Blick auf Gesellschaft, Geschichte, Medizin und Politik, aber auch auf ihre eigene Person, ihren Familien- und Bekanntenkreis, wodurch ein breites Spektrum an Anekdoten und Beispielen entsteht.

Why We Matter ist ein sehr wichtiges Buch, das die gefährlichen Benachteiligungen, von denen wir tagtäglich umgeben sind, aufzeigt. Unabhängig davon, ob und wie man selbst betroffen ist, ist es unerlässlich, eine Achtsamkeit und Gewissenhaftigkeit für diese Ungerechtigkeiten zu entwickeln. Voreilige und voreingenommene Trivialisierungen haben dabei keinen Platz.
Auch falls man der Autorin nicht in jeglicher Hinsicht zustimmen sollte, erhält man einen Zugang zu Blickwinkeln und Fragen, denen und die man sich möglicherweise noch nie gestellt hat. Das ist allerdings unentbehrlich, um zu lernen, zu verstehen sowie einen empathischen Austausch und fairen Dialog auf Augenhöhe zu ermöglichen.

Jede*r kann und sollte sich informieren: Dieses gelungene und informative Sachbuch bietet eine sehr gute Gelegenheit, es zu tun.

Die Autorinnenlesung verleiht dem Inhalt eine anschauliche Dringlichkeit und Authentizität.
Profile Image for Madeleine.
52 reviews3 followers
January 19, 2026
Ich habe mich rückwärts von "Lieben" über "Das Ende der Ehe" zu "Why We Matter" durchgelesen. Dadurch haben einige Passagen die in "Das Ende der Ehe" bei mir noch richtig eingeschlagen sind, in ihrer vorigen Form in "Why We Matter" nicht mehr den Eindruck hinterlassen, den sie vielleicht gehabt hätten, wenn ich die Bücher in der Reihenfolge ihrer Veröffentlichung gelesen hätte.
Alles in allem ist "Why We Matter" ein super Buch, das als deutschsprachiger Einstieg für das Verständnis von intersektionalem Feminismus ohne Zögern direkt empfohlen werden kann. Ich war wirklich beeindruckt wie viele Bereiche hier in sehr verständlicher Sprache abdeckt werden.

Persönlich wäre das Buch bei mir wahrscheinlich noch mehr eingeschlagen, wenn ich es direkt nach seiner Veröffentlichung 2020 gelesen hätte. So bin ich durch die Lektüre von anderen, meist englischsprachigen, Büchern zu ähnlichen Erkenntnissen gekommen, fand das Buch aber trotzdem als Refresher/Überblick sehr hilfreich. (Ich habe stellenweise auch das von der Autorin selbst gelesene Hörbuch gehört. Auch sehr gut!)
18 reviews
May 26, 2024
Also, tolles buch! Eine klare, zugängliche Argumentationsstruktur, die verschiedene „Problematiken“ sinnvoll miteinander verknüpft. Sprachlich und theoretisch ist das Buch sehr einfach gehalten und erfüllt damit einen Anspruch den viele linke Werke völlig außen vor lassen: es ist klassenbewusst und für alle zugänglich. Natürlich hat man dann mavjcjmal das Gefühl, es geht mir nicht tief genug, aber gerade das ausführliche Quellenverzeichnis, mit weiterführender Literatur, hilft einem über das Gefühl hinweg.
Profile Image for Paulin.
50 reviews17 followers
August 15, 2022
„Queerness ist revolutionär, weil wir in einer Gesellschaft, die uns zwingt, Teile von uns abzulehnen, entscheiden, die Gesamtheit unserer Persönlichkeiten und die Vielfalt an geschlechtlichen Identitäten radikal anzunehmen und zu feiern.“ (S. 73)

Emilia Roig zeigt in „Why We Matter“ verschiedene Unterdrückungsmechanismen auf, wie diese zusammenwirken (Stichwort Intersektionalität) und wie wir als Gesellschaft solidarisch dagegen vorgehen können.
Dabei beleuchtet sie zahlreiche Themen: Familie, Beziehungen, Schule, Universität und Wissen, Erinnerungskultur, Medien, Justiz, Polizei und Gefängnis, Arbeit, Körper und Gesundheit – und all die Gewalt, die marginalisierte Personen auf diesen Ebenen erfahren. Trotz der Bandbreite an Bereichen, die Roig abdeckt, schafft sie es, diese (größtenteils) tiefgehend zu beschreiben. Falls Lesende sich noch weiter mit einer bestimmten Thematik auseinandersetzen möchten, finden sie genug Referenzen auf weitere Autor*innen.

Besonders beeindruckend empfand ich das Kapitel über Wissen und die Kolonisierung dessen. Es sollte Standardlektüre an Schulen und Universitäten werden!

Zwei winzige Kritikpunkte habe ich: Zum Einen war für mich die Definition des Begriffs „Patriarchat“ (S. 46) zu oberflächlich und individualisiert, mir fehlte hier die systematische Betrachtung der Gewalt. Weiterhin fehlten mir im Kapitel zu Sexarbeit (ab S. 235) eigene Thesen und Forderungen zum Thema, stattdessen wurde sich vielmehr damit beschäftigt, abolitionistische Argumente zu widerlegen.
Deshalb vielleicht eher 4,5 als 5 Sterne.

Ich kann das Buch aber wirklich jeder Person ans Herz legen, welche sich für soziale Gerechtigkeit interessiert. Für Einsteiger*innen ist es wunderbar, da es perfekt die intersektionale Sichtweise vermittelt und auch für Belesene bietet es noch neue Informationen und stellt die eigene Weltsicht auf den Kopf.
Profile Image for Bine.
131 reviews1 follower
October 27, 2021
Emilia Roig zeigt sich hier als selbständige, innovative Denkerin, die den Finger auf die Wunden unserer Gesellschaft legt und mutig neue Wege denkt. Das Buch hat mich herausgefordert, meinen Horizont geweitet und ins Nachdenken gebracht. Die radikalen Änderungen, die Roig fordert, halte ich für zu absolut, aber unbedingt nachdenkenswert. Ihre Gegenentwürfe geben Stoff zum Diskutieren und weiteren Suchen nach einer besseren Gesellschaft.
Profile Image for Chiara.
81 reviews
March 11, 2026
War gut, aber ich muss gestehen, dass ich das Kapitel zum Thema „Sexarbeit“ übersprungen haben…sorry, aber ich hatte diese Woche keine Kapazitäten mich damit auseinanderzusetzen
Profile Image for ClaraLu.
12 reviews
March 20, 2024
Sollte am besten jeder Mensch lesen. Das Buch ist ein Beitrag dazu, dass wir uns den strukturellen Unterdrückungssystemen, die in uns allen stecken, bewusst werden und uns ihnen gemeinsam entgegen stellen.
7 reviews1 follower
January 20, 2024
4.5 - tolle Passagen über Sexarbeiter*innen, Rassismus und Sexismus - und mit materialistischen Analysen, also armuts- und arbeitsweltbezogene Widersprüche miteinbezogen - all das lässt mich die Lektüre des Buches jeder Person ans Herz legen. Leider hatte für mich das Buch mehrere schwächere Passage, bspw die Medienanalyse bekannter Filme, welche wenig die Ambivalenzen der Erfolge (bspw von dem Film ‚ziemlich beste Freunde‘, welcher der Lieblingsfilm vieler behinderter Menschen ist, die ich kenne, hier im Buch allerdings nur als die Verherrlichung und Ausdruck sozial ausgrenzender Normen analysiert wird) und das Ende, welches für mich nicht so wirklich prägnant ist und neben der Achtung von Liebe und Fürsorge in Bezug auf minorisierte Gruppen nicht wirkliche Forderungen aufstellt, wie bspw nach sozialen Reformen. Dabei hätte es neben Selbstreflexion noch mehr die Analyse von kapitalistischen Widersprüchen, wie bspw im Buch zu Klassenkampf von Kindler gebrauchen können - es braucht so dringend die Verschränkung von identitätspolitischer Intersektionalität und Kapitalismuskritik! Nichtsdestotrotz ist hier Gesellschaftskritik gefüttert mit eigenen Erfahrungen so prägnant formuliert, dass ich die von Roig postulierte Empathielücke mir schmerzhaft in Erinnerung halten werde und jeder Person ans Herz legen möchte, sich mit dieser zu beschäftigen. Große Leseempfehlung!
Profile Image for ➸ Gwen de Sade.
1,229 reviews112 followers
January 10, 2022
Ich musste anfangs ein bisschen in dieses Buch reinfinden, der Schreib- und Erzählstil war nicht ganz das was ich mir erwartet habe, aber ich habe es am Ende sehr geschätzt und kann es auch wirklich empfehlen. Der narrative Stil der Autorin hat mir sehr gefallen, ich finde es unglaublich, wie Betroffene von struktureller Benachteiligung, Diskriminierung und Ausgrenzung es schaffen, auf dieser sachlichen Ebene zu diskutieren und aufzuklären.

Absolut empfehlenswert und eines der wenigen Bücher, wo die persönlichen Ausführungen mir ebenfalls ein Gefühl vermitteln dabei zu lernen und nicht nur einen kleinen, sehr individuellen Einblick zu erhalten.
Profile Image for Sarah Jacobs.
44 reviews
July 31, 2023
Ich bin unglaublich froh, dieses Buch gelesen zu haben. Es verändert den Blick auf unsere Gesellschaft maßgeblich und schafft so einige wichtige Erkenntnisse. Emilia Roig geht auf viele problematische Themen in der Gesellschaft ein und erklärt diese stets an passenden Beispielen (teilweise auch an eigenen Erfahrungen in ihrer Familie). Dadurch werden komplexe Themen verständlich und man kommt in einen guten Lesefluss. Ich wünschte dieses Buch würde sich zum Standardwerk entwickeln. Ein offenes Herz ist fürs Lesen hilfreich :)
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