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Couchsurfing #4

Couchsurfing in Saudi-Arabien

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Als Saudi-Arabien erstmals Touristen einreisen lässt, packt Bestsellerautor Stephan Orth sofort den Rucksack. Von Couch zu Couch erkundet er das Königreich und erhält Einblicke
in eine verschlossene Gesellschaft, wie sie bisher keinem westlichen Besucher möglich waren. Er wird Zeuge eines radikalen Wandels, sieht Frauen Auto fahren und tanzt mit Zehntausenden beim Wüsten-Rave. Doch jenseits der Glitzerwelt gelten drakonische Strafen, und an der Grenze zum Jemen sind die Bomben nicht zu überhören. Stephan Orth berichtet von seiner bisher aufregendsten Reise.

256 pages, Paperback

Published February 1, 2021

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About the author

Stephan Orth

19 books99 followers
Stephan Orth, Jahrgang 1979, verfasste als Sechsjähriger sein erstes Buch mit dem Titel "Die 10 Soldaten" (bislang unveröffentlicht). Später Studium der Fächer Anglistik, Psychologie und Journalismus. Von 2008 bis 2016 arbeitete er als Redakteur im Reiseressort von SPIEGEL ONLINE, bevor er sich als Autor selbständig machte. Besitzt fünf Rucksäcke, vier Schlafsäcke und drei Zelte, aber keinen Rollkoffer. Am 1. März 2019 erscheint sein neues Buch "Couchsurfing in China".

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Community Reviews

5 stars
115 (39%)
4 stars
125 (42%)
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48 (16%)
2 stars
5 (1%)
1 star
1 (<1%)
Displaying 1 - 24 of 24 reviews
Profile Image for Monerl.
482 reviews14 followers
May 25, 2021
Interessant, faszinierend und auch verstörend. Saudi-Arabien, ein Land voller Gegensätze!
Profile Image for Vici.
37 reviews
January 11, 2022
Ich bin leider enttäuscht.

Ich habe vor einiger Zeit "Couchsurfing im Iran" gelesen und fand es super interessant. Auch bei diesem Buch merkt man, dass der Autor zu vielen Dingen gut recherchiert hat und ich finde seine Kritik an der Regierung passend.

Allerdings hatte ich das Gefühl, dass der Autor die Bevölkerung hier weniger von der Regierung abgrenzen konnte. Einige Aussagen waren arrogant und abfällig, als ob seine GesprächspartnerInnen ihn nicht verstehen würden und es keine Unterhaltungen auf Augenhöhe waren. Vielleicht verstehe ich auch einfach nicht den Humor des Autors. Vielleicht liegt es auch daran, dass er als Couchsurfer die Menschen nur kurz kennenlernt und so immer nur eine oberflächliche Sicht auf die Dinge hat mit den immer gleichen Smalltalk-Themen. Da wäre evtl. ein langfristiger Aufenthalt interessant, um die Menschen wirklich kennenzulernen, aber das ist natürlich nicht das Format des Autors.

Einige Situationen oder Gespräche kamen mir recht konstruiert vor, damit er vielleicht ein schönes Wortspiel oder eine Anekdote für das Buch schreiben kann, aber das ist nur mein persönliches Gefühl.

Alles in allem enttäuschend und ich überlege, nochmal "Couchsurfen im Iran" zu lesen, um zu sehen, ob ich damals einfach eine andere Einstellung hatte oder der Autor wirklich anders über IranerInnen geschrieben hat.
Profile Image for miss.mesmerized mesmerized.
1,405 reviews42 followers
February 7, 2021
Mit dem jungen Herrscher kommt auch die Öffnung des Wüstenstaates für die Welt jenseits der Landesgrenzen. Stephan Orth wagt sich als einer der ersten Touristen, eine im Land noch völlig unbekannte Spezies, nach Saudi-Arabien. Er will jedoch nicht die prunkvollen Hotels sehen, sondern die normalen Menschen kennenlernen, sehen, wie sich ihr Alltag gestaltet und wie sie ticken. Doch das ist gar nicht so einfach, Couchsurfing ist noch recht unbekannt und Gastgeber finden sich nur schwer oder sie sagen kurzfristig ab. Nachdem seine Touren durch den Iran und Russland bereits abenteuerlich waren, lässt sich der Autor jedoch davon nicht entmutigen und wird mit spannenden Einblicken, aber auch unauflösbaren Widersprüchen – die jedoch ihn mehr zu irritieren scheinen als die Einheimischen – belohnt.

Mich haben die bisherigen Couchsurfing-Berichte von Stephan Orth bereits sehr begeistern können, da es ihm gelingt, den perfekten Ton zwischen Neugier und Aufgeschlossenheit, jedoch auch kritischem Blick und pointiertem Kommentar zu finden, der die Reisedokumentation nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam gestaltet. Im letzten Jahr hatte ich bereits Nadine Pungs‘ „Meine Reise ins Übermorgenland“ über ihre Reise durch die Arabische Halbinsel gelesen, ihr war jedoch das Visum für Saudi-Arabien verwehrt geblieben, weshalb sie nur die kleineren Staaten besuchen konnte. Orths füllt nun die geografische Lücke auf sehr unterhaltsame Weise.

Saudi-Arabien ist vor allen Dingen eines: Wüste. 95% des Landes sind von Sand bedeckt, weshalb Ausflüge in die Dünen ebenso zum Pflichtprogramm gehören wie Kamele, wobei die eingestreuten Fakten zu den Wüstenschiffen nicht immer ganz ernst gemeint sind. Es ist eine in der Öffentlichkeit von Männern dominierte Welt, Frauen verschleiern sich, es sei denn es handelt sich um Ausländerinnen in sogenannten Compounds. Dies ist die abgeschlossene Welt der Ex-Pats, die hinter hohen Mauern und gut bewachten Zugängen das typisch westliche Leben genießen, das den Bewohnern des Königreiches verwehrt bleibt.

Spannender als dies sind daher die Begegnungen mit den Saudis, für die die neue Zeit, die von Kronprinz Mohammed bin Salman (MBS) eingeleitet wurde, zum Teil noch befremdlich wirkt. Zwischen strengem Islam, Trennung von Männer- und Frauenwelt, absurdem Reichtum und zugleich technologischem Fortschritt wie im Westen geraten alte Strukturen ins Wanken. Wobei auch hier unsere Vorstellung bisweilen weit abweicht von der Wahrnehmung der Menschen dort: die unterdrückte Frau ist nicht selten diejenige, die zu Hause das Zepter schwingt und die Machtverhältnisse umkehrt.

Nach all den negativen Schlagzeilen der vergangenen Jahre (Niederschlagung von Protesten gegen die Regierung, der militärische Eingriff im Jemen und nicht zuletzt die Affäre Khashoggi) liefert Orth einen anderen Blick auf das Land, der jedoch auch nicht verhehlt, dass in der Öffentlichkeit vieles nicht gesagt werden kann und die Herrscherfamilie ein drakonisches Regime führt, mit dem nicht zu spaßen ist. Menschenrechte, Demokratisierung oder auch Meinungsfreiheit bleiben ferne Utopien, jedoch scheint es vielen auch zu gelingen, sind innerhalb der engen Grenzen einzurichten und ihre Wege zu finden, die Missstände zu kommunizieren.

Spannende Einblicke, die neugierig machen und zugleich auch abschrecken. Ein interessantes Land voller Widersprüche.
Profile Image for Gitti.
1,164 reviews
March 19, 2021
Als es möglich ist Touristen-Visa für Saudi-Arabien zu beantragen, ist es für Stephan Orth klar, dass er dort hinwill. Also macht er sich auf den Weg und findet auch hier immer wieder die Gelegenheit als Couchsurfer bei Privatpersonen unterzukommen. Dabei lernt er Land und Leute kennen und berichtet darüber, so wie er es in den Büchern über Russland, den Iran und China auch getan hat.

Was ich sehr spannend fand waren die Unterschiede, die gerade zum Iran auffallen. Während dort die Leute im Privaten sehr offen sind, merkt man in Saudi-Arabien immer noch die starke Angst vor dem Staat. Auch in vermeintlich privaten Situationen und Orten reagieren die Menschen teilweise so, als würde die Obrigkeit jederzeit mithören.

Interessant war auch dass das miteinander von Frauen und Männern in diesem Land durch das jahrelange nebeneinander sehr stark geprägt ist. Die Lockerungen, die es Frauen ermöglichen ein wenig mehr Freiheiten zu genießen werden zwar wahrgenommen, aber sicher was er erlaubt ist und was nicht ist sich niemand.

Ich fand diesen Reisebericht sehr interessant und lesenswert. Stephan Orth schafft es mit seinem Humor das ganze wirklich gut aufzulockern. Was ich gut gelöst fand war, wie Orth seine eigenen zwiespältigen Gefühle gegenüber der saudischen Mentalität darstellt. Hier merkt man, dass ihn das Männer- und Frauen-Bild in dieser Gesellschaft wirklich stark beschäftigt hat.

Spannend wird das Buch am Ende auch noch, Orth ist im März 2020 noch im Land unterwegs, als die COVID-Pandemie die Länder zwingt die Reiserouten zu schließen. Da ist man doch sehr gespannt, wie er es dann wohl noch aus dem Land schafft.

Von mir gibt es für dieses gut und interessant geschriebene Buch eine Leseempfehlung!
Profile Image for Tasmin.
Author 8 books128 followers
May 11, 2022
4.5/5

Mal wieder absolut fantastisch. Die Sternebwertung geht zwar nicht an Saudi-Arabien selbst, aber an das Buch und wie es schafft Kritik und Faszination in Einklang zu bringen, zu unterhalten und zu lehren, zu erzählen ohne zu belehren, eine Meinung zu vertreten ohne zu verurteilen und für die unglaubliche Gabe des Autors ein lockeres Buch zu schreiben das einem gleichzeitig so viele Türen öffnet und einen solch tiefen Einblick ewährt.
Profile Image for Kueckibooks.
195 reviews18 followers
May 13, 2022
I have mixed feelings about this book, while it was interesting and fascinating to read about Saudi-Arabia and the experiences of an outsider in that country, I was quite annoyed how uncritical Stephan Orth was in contextualizing his experience according to his own white, cishet male privileges.
Profile Image for Eva.
71 reviews17 followers
May 22, 2022
Wouldn’t have said it any other way.
Profile Image for Anni.
54 reviews5 followers
March 5, 2022
Ich habe noch nie so viel Neues auf einmal über ein Land gelernt, wie in diesem Buch. Es ist so faszinierend, wie sehr die Realität von dem abweicht, was man glaubt von einem Land zu wissen. Und doch gibt es bestimmt immer noch so viele Dinge und Sichtweisen, die wir noch nicht kennen.

Ich habe allerdings auch meine Zeit gebraucht, um mit dem Buch warm zu werden. Mit den meisten Männern konnte ich nichts anfangen und die Begegnungen der ersten Reise wirkten doch sehr distanziert. Die zweite Reise hat mir deutlich besser gefallen. Besonders schön fand ich auch, wie der Autor politische Themen wie den Mord an Kashoggi und Fakten zu Religionen und kulturelle Entwicklungen verwoben hat. Genau die richtige Prise zwischen Erfahrungsbericht, Reiseführer und Sachbuch.

Das Buch hat mich auf jeden Fall total abgeholt und meine eh schon große Faszination für dieses Land noch weiter befeuert.🐫🐪🌴
Profile Image for Anni (she • her).
247 reviews34 followers
February 19, 2021
Saudi-Arabien öffnet seine Grenzen für Touristen - und Stephan Orth reist in das Land ein, um eine weitere Couchsurfing-Reise anzutreten. Im Vorfeld hat er Kontakt aufgenommen zu verschiedenen Einheimischen, die auf der Couchsurfing-Website angemeldet sind, um eine Reise durch das ihm (und uns) so unbekannte, so ferne und bisher so verschlossene Land zu machen, dieses kennenzulernen, seine Traditionen, Werte, den Alltag der Menschen. Dabei überrascht er die Menschen, die vor ihm wohl noch nie eine Person getroffen haben, die nicht aus dienstlichen Gründen eingereist ist.
Wie auch in seinen Büchern über die Reisen durch China, Russland und den Iran trifft er auf eine vielfältige Mischung aus Menschen (hauptsächlich natürlich auf Männer), die ihm ihr eigenes Saudi-Arabien zeigen - zwischen Religiosität, Traditionen und dem unaufhaltsamen Weg in die Moderne - und auch geprägt von einer scheinbaren Kritikabwesenheit an der Regierung ihres Landes.
So reist Orth durch die großen Städte ebenso wie durch die Wüste und berichtet von spannenden, widersprüchlichen und teils absurden Begegnungen in diesem eben sehr widersprüchlichen Land.


Stephan Orth hat eine weitere Reise angetreten, um ein eher ungewöhnliches Urlaubsland auf recht unkonventionelle Weise kennenzulernen: in dem er die internationale Website Couchsurfing nutzt, mit der er mit Einheimischen Kontakt aufnimmt, um nicht nur auf ihren Sofas eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden, sondern auch das echte Leben kennenzulernen.
Saudi-Arabien ist zum einen ein Land, das erst 2019 seine Grenzen für Touristen öffnete - bis dahin war es unmöglich, als ein solcher ein Visum zu erhalten. Doch die Regierung hat einen maximal offensiven Weg zur Modernisierung des Landes eingeschlagen und dazu gehört auch, den Tourismus ins Land zu holen. Zum anderen ist Saudi-Arabien aber auch in unseren Köpfen mit Grausamkeiten wie dem Mord an Jamal Khashoggi verbunden, mit einem radikalen Islam, mit der Unterdrückung von Frauen. Der Autor ist auf die unterschiedlichsten Menschen auf seiner Reise getroffen und berichtet von diesen Begegnungen ehrlich, aber auch mit einer feinen Prise Humor, so absurd sie manchmal sein können. Dabei versucht er, unvoreingenommen auf Land und Leute zuzugehen, unterschlägt aber die kritischen Momente nicht, die er erlebt und aus den Gesprächen mitnimmt.
Das Buch endet mit einem sich schließenden Kreis: Endlich waren die Grenzen geöffnet, da sorgt Covid-19 dafür, dass sie sich wieder schließen.
Profile Image for Nika.
250 reviews38 followers
July 23, 2021


Jedes Mal wenn die Nachricht erscheint, dass bald ein neues Buch von Stephan Orth veröffentlicht wird, mache ich wortwörtlich einen Freudentanz! Ich habe in der Zwischenzeit vier seiner Bücher gelesen und habe mich in jedes davon Hals über Kopf verliebt!!! Zu "Couchsurfing im Iran", "Couchsurfing in Russland" und "Couchsurfing in China" kommt jetzt das vierte in der Reihe dazu, "Couchsurfing in Saudi Arabien".
Das in Deutschland obligatorische "Tee oder Kaffee?" bekommt man hier nie zu hören, es ist selbstverständlich, beides hintereinander zu konsumieren. Wer von großen Mengen Koffein Kreislaufprobleme bekommt, sollte nicht zu viele Freunde an einem Tag besuchen.
S. 82

Ähnlich wie bei dem Buch über China, war diese Destination komplettes Neuland für mich. In dem gewohnten humorvollen Stil von dem Autor entdeckt er das Land, Stadt für Stadt, von Couch zu Couch. Es sind wieder Couchsurfing-Anekdoten präsent, die vor allem jene zum schmunzeln bringen werden, die selber die Plattform schon mal verwendet haben (wieso sind aber auch so viele der Hosts auf Couchsurfing soooo komplett verpeilt? :D ). Besonders spannend fand ich es, Parallelen zu "Couchsurfing im Iran" zu ziehen, eine ähnliche Destination, die nicht die anziehendste für Touristen ist. Es war schön auch hier die Gastfreundlichkeit der Leute zu erleben, die über die gängigen Stereotypen hinausreicht, man sei in dem Land nicht willkommen (vielleicht sogar zu willkommen, wenn der Enthusiasmus seiner Gastgeber nicht mehr zu bremsen ist :D ).
Beiläufig erwähnt er, dass sich in Hafar al-Batin der größte Schafs- und Ziegenmarkt der Golfregion befindet. Er selbst war noch nie dort, er ist gegen Schafe allergisch. Ich bin sofort hochinteressiert und schlage vor, allein per Taxi hinzufahren, um bei ihm keine gesundheitlichen Probleme zu verursachen. "Nein, ich bringe dich hin, kein Problem. Es ist auch für mich spannend, was du interessant findest", sagt er.
S. 229

Das Buch hindurch hat man wirklich den Eindruck so ziemlich alle Bereiche des Lebens in Saudi Arabien kennenzulernen: Methoden der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit mit der "Schatteneinstellung" von Saudis, die Obsession mit sozialen Netzwerken, die Besonderheit, alles 12 Mal ablehnen zu müssen, den Umgang mit öffentlichen Hinrichtungen oder Homosexualität, aber auch unzählige kleine Fakten über Kamele. Eines wird einem beim Lesen ganz sicher nicht und zwar langweilig! Das Ganze ist beigemischt mit ein wenig Reisenostalgie, Zeiten wo wir noch einem Taxi nachrufen mussten, anstatt es einfach in einer App auf Knopfdruck zu bestellen. Es werden immer wieder Parallelen dazu gezogen, wie die Reise ausgesehen hätte, wenn man beim Ankommen nicht eine Simkarte mit Internetzugang in sein Smartphone hätte packen können. Am amüsantesten bleiben aber dennoch die vielfältigen Aussagen der Einwohner, als Beispiel hier eine, welche die Einstellung zu dem Westen und Europa darstellt:
Europa (er nennt es "Schengen", als wäre das ein Synonym) kommt für ihn nicht infrage. Nicht nur, weil das Visum so schwer zu bekommen ist.
"Da könnte ich meine Kinder nicht mehr kontrollieren."
"Wie meinst du das?"
"Vielleicht kommen sie vom Islam ab. Und ich dürfte sie nicht schlagen."
Ich habe in meinem Leben viel Kritik an Europa gehört, aber dieses Argument kommt zum ersten Mal.
S. 201

Weshalb die Bewertung von 4 aus 5 ★ also? Es hat mir im Endeffekt nur eine Kleinigkeit gefehlt - um die Mitte herum hat sich das Buch ein wenig hingezogen, wo nicht sonderlich viel passiert ist. Vielleicht lag das auch daran, dass die Reise an sich einmal unterbrochen war, mit einer Rückreise nach Deutschland, was beim Lesen spürbar war. Was aber in dem zweiten Teil sofort wieder aufgeholt wurde! Allgemein hatte ich weniger Bindung dazu, was im Vergleich zu den Büchern über Russland und den Iran das komplette Gegenteil war. Das ist also eine total persönliche Wahrnehmung, wobei die Leseerfahrung aber trotzdem wahnsinnig spannend war! Wie es auch im Buch erwähnt wird, ist es sehr schwierig die Saudis so richtig kennenzulernen. So konnten meine Erwartungen nicht komplett erfüllt werden, ihre eigene und ehrliche Meinung zu ihrem Land und dem herrschenden Regime zu bekommen, was im Endeffekt vielleicht auch generell eine Sache der Unmöglichkeit ist.
Wie gerne wüsste ich, was seine Sichtweise ist. Aber hinter Mauern geschützt sind in Saudi-Arabien nicht nur Häuser und Paläste, sondern auch Gedanken. Es bleibt immer eine Barriere, so oft kratzt man als Besucher nur an der Oberfläche.
S. 247

Was zu der Spannung der Reise des Autors zusätzlich beigetragen hat, war der Zeitpunkt ihrer Vollendung, um Februar-März 2020 herum, genau bevor die weltweite Pandemie des COVID-19 ausgebrochen ist. So wird mit dem Ende eine direkte Verbindung zu der aktuellen Realität geschaffen, zu dem Moment als das Buch herausgekommen ist.
Man könnte auch sagen, Saudi arabien ist plötzlich überall. Dort, wo ich nun hinfliege, schüttelt man Frauen nicht die Hand, werden Gesichter in der Öffentlichkeit verborgen, sind Konzerte verboten, Kinos und Kneipen geschlossen. Die Wohlhabenden verschanzen sich zu Hause, die weniger Wohlhabenden machen draußen die Jobs, die gemacht werden müssen.
S. 252

Im Großen und Ganzen ist das Buch eine absolute Weiterempfehlung meinerseits! Stephan Orth hat es wieder einmal geschafft, eine derart skurrile Reiseerfahrung in ein spannendes Buch zu verarbeiten. Man kann gespannt bleiben, wo auf dem Globus seine nächsten Abenteuer auf ihn warten :)

Ihr könnt mehr Rezensionen auf meinem Bücherblog - KHV Books.com finden
Profile Image for Sophie.
275 reviews4 followers
April 4, 2021
Ich habe alle Teile der Couchsurfing-Reihe gelesen und bin jedes Mal aufs Neue begeistert. Gerade in der aktuellen Situation schafft Stephan Orth es, einem ein kleines bisschen Reise-Gefühl zu vermitteln...auch wenn Corona der Reise ein jähes Ende beschert.
Die Erlebnisse, die der Autor mit viel Humor bildhaft darstellt, lassen sich gut nachempfinden, denn er beschreibt hervorragend wie man sich als Reisende*r in manchen Situationen fühlt. So konnte ich mich beispielsweise bei der Taxifahrt gegen Ende des Buches sehr gut in die Situation hineinversetzen und musste laut lachen, weil ich schon Mal Ähnliches erlebt habe 😄

Zusätzlich ist Stephan Orth einer der Wenigen, der es unfassbar gut schafft politische Situationen, Wissenswertes und Funfacts eines Landes gekonnt in seine Reiseberichte einzuweben. Bei all seinen Büchern ist mir aufgefallen, dass es ihm jedes Mal gelingt das Reiseland in den größeren Kontext einzuordnen, was es für mich umso authentischer macht. Es wäre für mich wesentlich uninteressanter, wenn man nie darauf eingeht, dass man in ein Land gereist ist, in dem rigoros gegen politische Gegner vorgegangen wird. Auch die kritischen Gedanken zu manchen seiner Diskussionspartner lässt Stephan Orth nicht unter den Tisch fallen, sondern bezieht Stellung, was ich sehr begrüße. ☺️

Ich werde die (hoffentlich) nächsten Bände definitiv lesen und freue mich jedes Mal, wenn ein neuer veröffentlicht wird. 😇
Profile Image for Johanna // mythousandpages.
61 reviews1 follower
March 9, 2021
Couchsurfing bedeutet so viel wie auf dem Sofa eines völlig Fremden in einem fremden Land zu übernachten und deren Leben mitzubekommen.
Der Autor hat das in der Vergangenheit schon sehr oft getan, ob China, Iran oder jetzt Saudi Arabien.

Grundsätzlich finde ich die Idee sehr interessant und vor Allem zeigt es ein ganz anderes, viel echteres Bild der Menschen eines Landes als es jeder Reiseratgeber je könnte. Trotzdem muss ich, nachdem ich die vorherigen Bücher schon gelesen habe, sagen, dass dieses eines der Schwächeren ist. Das liegt aber weniger am Autor oder dem Buch selbst, sondern am Land.
Gerade im Iran fand ich es extrem spannend zu sehen wie sich die Menschen entgegen der Vorgaben der Regierung illegal amüsiert habe, gefeiert haben, trotz der Angst vor Bestrafung.
In Saudi Arabien ist das ganz anders. Jeder hält sich an die Vorgaben (zumindest die Gastgeber des Autors), viele geben mit ihren großen Autos und ihrem Reichtum an aber wirkliche Persönlichkeit und Spannung kommt da nicht auf.

Trotzdem sein sehr interessantes Buch mit einem sehr schönen, flüssigen Schreibstil, die anderen Bücher fand ich jedoch ansprechender.
Profile Image for Julia.
160 reviews51 followers
May 1, 2023
Wenig wirklich bahnbrechendes. Eine witzige Idee, aber von Journalismus der Extraklasse leider weit entfernt. Der Autor sagt selbst, dass viele Reisende es genießen, in wenig touristisch erschlossenen Ländern automatisch exotisch und interessant zu sein. Ähnlich läuft es bei Orths Büchern - seine Reise durch Saudiarabien fasziniert, weil wenige es bisher gewagt haben.
Leider bleiben seine Eindrücke oberflächlich, ein wahrer Blick hinter die Kulissen findet nicht statt. Da haetten vielleicht ein Dolmetscher oder ein längerer Aufenthalt an einem Ort geholfen. So liest sich das Buch wie eine Liste repetitiver, oberflächlicher Begegnungen, die wenig Aufklärung ueber wahre Hintergründe geben. Interessant waere, warum so viele Saudis Hitler gut finden oder wie sie ihren Aufenthalt in "Selamsi" (Zell am See) empfunden haben. Leider gibt es da wenig Austausch auch ueber solch politisch nicht vergängliche Themen.
Ich finde den Autor und sein Konzept sympathisch, das Buch liest sich recht flüssig, hinterlässt aber keinerlei bleibenden Eindruck bei mir.
36 reviews
February 4, 2024
Wie gewohnt nimmt Stephan seine Leser auf eine äußerst authentische Reise. Stephan erzählt auch von Unannehmlichkeiten. Dies macht m.E. seine Bücher herausragen.

Die Erzählung ist dahingehend besonders interessant, da wohl wenige Deutsche bisher nach Saudi-Arabien gereist sind. Die detailreiche Schilderung zeichnet ein Land, dass gänzlich anders tickt als andere, und in dem kaum öffentliches Leben außerhalb von Shoppingmalls existiert.

Das Buch ist auch unter dem Gesichtspunkt relevant, dass man die strenge Auslebung des Islams zu reflektieren lernt. Zweifelsohne ist bspw. die beschriebene Geschlechtertrennung für Deutsche "irre". Da Stephan jedoch in den Kontakt mit den Einheimischen geht, und man dadurch diese Umstände zu verstehen lernt, reflektiert man bestehende Geschlechterunterschiede in Deutschland. Ich habe bestehende und vergangene Geschlechterdifferenzen in Deutschland durch diese Perspektive ganz neu betrachten können.
Profile Image for Denise.
7,509 reviews136 followers
February 17, 2022
In the brief span between Saudi Arabia beginning to issue tourist visas and covid-19 shutting down international travel, Stephan Orth made use of the opportunity to vist a country thus far largely closed to leisure travellers and embarked on another of his ever intriguing couchsurfing adventures to unusual destinations. As ever, this was both interesting and informative as well as highly entertaining - I have yet to be disappointed by one of these books.
Profile Image for Nicole.
129 reviews23 followers
May 8, 2021
In den vorherigen Büchern, hatte ich das Gefühl immer etwas neues, unbekanntes zu erfahren. In diesem Buch wird im Prinzip nur das geschildert, was man sowieso schon weiß oder vermutet. Die Spannung hat dadurch leider gefehlt.
82 reviews
June 17, 2024
War wieder eine schöne Urlaubslektüre über ein weit entferntes Land.....
Profile Image for Blanka Novotná.
16 reviews2 followers
March 3, 2024
Tahle knížka mě bavila hlavně proto, že to byla super příprava na naší cestu do Saudský Arábie, o který zase tolik cestovatelských blogů a dalších informací nenajdete. Takže jsem hltala všechny tipy a triky na to, jak v té zemi cestovat a jak to tam chodí. A zrovna couchsurfing je naprosto skvělou cestou, jak Saudskou Arábii poznat - to už teď můžu potvrdit z vlastní zkušenosti.
Profile Image for Helma.
162 reviews6 followers
November 21, 2022
Mochte ich sehr gerne, viel interessantes erfahren - aber ausschließlich aus dem Blickwinkel eines weißen Mannes.
Profile Image for Maxim Stockmann.
76 reviews
January 4, 2024
Sehr witzig geschrieben. Habe Lust auf eine Reise auf die arabische Halbinsel bekommen!
Displaying 1 - 24 of 24 reviews

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