In der Deutschschweiz hat die Reflexion über die eigenen Dialekte und deren Verhältnis zum Hochdeutschen eine lange Tradition. «Schweizerdeutsch» ist das erste Buch, das einen umfassenden Überblick über die Geschichte der Einstellungen zum Schweizerdeutschen gibt. Es zeichnet die wichtigsten öffentlichen Debatten darüber seit 1800 nach und ordnet sie in ihre politischen und kulturhistorischen Zusammenhänge ein. So macht es verständlich, wie?Schweizerdeutsch in der Vergangenheit wahrgenommen und beurteilt wurde und warum es bis heute einen wesentlichen Teil der Deutschschweizer Identität bildet.
Dieses Buch ist eine interessante historische Betrachtung von Schweizerdeutsch und wie sie wahrgenommen wurde seit 1800. Es war leserlich geschrieben und enthält auch einige Beispiele von Magazinen, Bilder und andere primäre Beweise.
Besonders interessant waren:
- Verblendung von Sprache und Vaterland als Voraussetzung für Schweizerdeutsch als Bestandteil der Schweizer Identität schon seit Anfange des 19. Jahrhundert - In 1850er beginnt man zu realisieren dass Hochdeutsch den Dialekt ändert durch neue Wörter zb zu Dampflokomotiven oder Darwins Evolutionstheorie - Kanton Schaffhausen und Luzern legten früh fest das Hochdeutsch als Untterichtsprache gilt (1852), und andere Kantone folgten. Zug erst in 1900 und Obwalden in 1898. - Um 1930-50iger wurde Dialekt erneut geschätz und als Abtrennung gegenüber Deutschland wahrgenommen. -1905 in Bern: Schweizerische Vereinigung für Heimatschutz gegründet und 1904 in Burgdorf die Deutschschweizerische Sprachverein, heute existierend als SVDS Schweizerischer Verein für die deutsche Sprache - “Wenn hingegen öffentlich oder auch in wissenschaftlichen Zusammenhängen Schweizerdeutsch gesprochen werde, so handle es sich häufig um das erwähnte ‹ Grossratsdeutsch› «schriftdeutsch gedacht und ins Schweizerdeutsche übersetzt” -1938: Rätoromanisch als 4. Nationalsprache anerkannt