Es ist inzwischen über 20 Jahre her, dass ich mit Baldur’s Gate 1 in die meisterhafte Saga der Baldur’s-Gate-Reihe eintauchen durfte. Gleich zu Beginn begegnete mir ein geheimnisvoller alter Mann, der sich im Laufe des Spiels als niemand Geringerer als Elminster Aumar entpuppte. Sein erster Satz, "He da, Wanderer, bleibt mal kurz bei einem alten Mann stehen", hat sich unauslöschlich in mein Gedächtnis eingebrannt – und wohl auch in das vieler anderer Spieler.
Baldur’s Gate entfachte meine Liebe zu Faerûn und weckte mein Interesse an der reichen Geschichte dieser faszinierenden Welt. Besonders neugierig war ich auf die Hintergrundgeschichte von Elminster Aumar: Wie wurde er zum Auserwählten der Magiegöttin Mystra? Und wie gelangte er zu jener Macht, die ihn als den mächtigsten Magier aller Zeiten auszeichnet? Antworten auf diese und viele weitere Fragen liefert die Elminster-Reihe.
Vorliegend ist hier der zweite Band der Reihe: Die Elfenstadt, der sich nahtlos an den ersten Teil, Der Zauberkuss, anschließt. Wie schon beim Auftakt sollte man auch hier kein literarisches Meisterwerk à la Tolkien erwarten – und ja, die Drizzt-Reihe von R.A. Salvatore bewegt sich sprachlich auf einem anderen Niveau. Doch Die Elfenstadt fesselte mich auf über 450 Seiten durchweg. Zwar rauchte mir bei der Vielzahl an Namen gelegentlich der Kopf, doch das Glossar am Ende des Buches war eine großartige Hilfe.
Von mir erhält der Roman 5/5 Sterne. Zwar könnte man über die teilweise schwache Übersetzung diskutieren, doch ehrlich gesagt beeinträchtigt das den Lesefluss kaum. Im Vergleich zum ersten Band halten sich die Übersetzungsfehler außerdem deutlich in Grenzen.
Besonders gut hat mir gefallen, dass Ed Greenwood in diesem Teil das idealisierte Bild der edlen und weisen Elfen bricht. Stattdessen zeigt er sie als intrigante, arrogante und selbstverliebte Wesen – ähnlich wie Menschen.
Allerdings ist dieser Roman meiner Meinung nach nur bedingt für Leser geeignet, die keinen Bezug zu Faerûn, der Schwertküste oder den Vergessenen Reichen haben.
Allen anderen wünsche ich viel Spaß beim Lesen!