Germanen, die Geschichte schrieben, stellt dieser Band in Biografien Angefangen von Ariovist und Arminius, die durch ihren Widerstand gegen die Römer berühmt wurden, über Geiserich, Theoderichoder Chlodwig und Karl den Großen, die bekanntesten Herrscher der germanischen Reiche der Vandalen in Afrika, des Gotenreiches von Spanien bis zum Balkan oder des Frankenreiches bis hin zu anderen bedeutenden Persönlichkeiten, wie z. B. Wulfila, dem Missionar derGoten und Erfinder der gotischen Schrift, Brunichilde, einer germanischen Powerfrau, dem Wikinger Leif Erikson, dem Entdecker Neufundlands oder Snorri Sturluson, dem Verfasser der Edda. Der Lauf der Weltgeschichte wird bestimmt durch das Leben, die Taten, den Erfolg oder die Niederlagen einzelner Personen. In diesem Sinne sollen anhand dieser germanischen Biografien, in denen sich oft Mythos und Realität vermischen, die Geschichte und Kultur der Germanen beispielhaft dargestellt werden.
In "Lebensbildern" werden Ariovist (Sueben-König und Widersacher C. Julius Casärs) bis hin zum Isländer Snorri Sturluson, dem Autor einer Edda, die germanische Helden - und Göttersagen in sich versammelt, und der im Hochmittelalter lebte. Mit Exkursen werden die großen germansichen Volksstämme bis hin zu den Wikingern in ihrer Geschichte kurz porträtiert. Aber auch die in der Geschichte der Germanen so wichtige christiliche Doktrin des Arianismus. Zu Beginn geht es um den Begriff "Germanen" wer ihn prägte, und wie er mit archäologischen und geschichtlichen Quellen in Bezug gesetzt werden dann. Ich bin ja kein Freund von Geschichtsbüchern, die sich nur an den Herrschergestalten orientieren, insofern fand dich auch die Exkurse als Ausgleich und Weitung der Perspektive. Gut fand ich auch, dass zu jedem Porträt ein Kapitel mit dem Nachleben gehört. Das zeigt, wie diese Person überliefert wurde, und wofür sie stand. Die schriftlichen Quellen, in den Historienschreiber die germanische brutale Herrschergestalten zu Heiligen stilisieren, weil sie zum Christentum übergetreten sind oder das Christentum gefördert haben. Als von Haus aus Religionswissenschaftlerin hat Peters noch die ideologische Vereinnahmung der Germanen für Deutschtümelei und NS-Ideologie, sowie als Bezug für das so gennante Neuheidentum zum Schluss allerdings eher kursorisch behandelt. Es bleibt ein nicht sonderlich gut geschriebenes Sachbuch, dem es auch am fachlichen Lektorat fehlte. Manche Formulierung ist unpräzise, und mich haben die vielen Wiederholungen genervt. Gut, dass ich es nur ausgeliehen habe.