„Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Diverse“? Wie können Texte, Formulare, Nachrichten und Gespräche so formuliert werden, dass sich auch Personen angesprochen fühlen, die sich nicht als Frauen und Männer verstehen? Welche Formen gibt es für genderneutrale Begrüßungen und Anreden, schriftlich und mündlich? Wie können Formulare, Rechnungen, Anschreiben und überhaupt tägliche Kommunikation gestaltet werden, ohne zu diskriminieren? Wie ist es möglich, Verwandtschaftsverhältnisse zu benennen, ohne immer wieder Geschlecht aufzurufen? Diese Fragen und viele mehr werden mit konkreten Formulierungsvorschlägen beantwortet und anhand zahlreicher Beispiele illustriert. Der Leitfaden hilft beim Formulieren in 100 verschiedenen Alltags- und Berufssituationen – als kleines Nachschlagewerk, als immerwährende Inspirationsquelle, zum Nachdenken und Diskutieren mit anderen.
Ich kenne zwar nur die fünfundneunzigste Seite, aber sie allein reicht aus dem Buch nur einen Stern zu vergeben. Eigentlich Null Sterne hätte es verdient.
Ein guter Beitrag zu gendergerechter Sprache, der zum Nachdenken anregt und Perspektiven aufzeigt. Ich gehe nicht mit allem d'accord, kann aber doch einiges für mich aus der Lektüre mitnehmen. Zum Lesen und zur Auseinandersetzung unbedingt empfohlen.
Als agender Person stimme ich den genannten Vorschlägen für gendergerechte und genderneutrale Sprache generell zu. Auch wenn mir persönlich einige Formulierungen umständlich erscheinen, so sehe ich auch die Problematik, diese Formulierungen weniger umständlich zu gestalten.
Ich denke, dieses Buch wird vielen den Einstieg in dieses Thema erleichtern, und mir gefällt, wie diejenigen, die das Buch geschrieben haben, stets anmerken, dass es nur Vorschläge sind. Sprache ist lebendig, und es ist an uns, sie so zu gestalten, dass sich alle eingebunden fühlen. Genau das drückt dieses Werk aus, was es für mich bereits zu einem Lieblingswerk macht.
Die Welt, die Gesellschaft, die Personen... nichts ist schwarz-weiß. Überall sind Graustufen zu finden und diese sollten (meiner Meinung nach) auch in der Sprache wiederzufinden sein. Vorallem im Arbeitsalltag, im Kontakt mit Menschen, denen mensch nicht nahe steht bzw die einem selbst gänzlich fremd sind, ist es schwierig eine Person "korrekt" anzusprechen. Viele Personen verfallen im Kontakt mit anderen Menschen in die vorurteilbehaftete Umgangsform und wählen zwischen "er" und "sie" anhand des äußeren Erscheinungsbildes. "Logisch - haben wir immer so gemacht" würden vermutlich einige sagen und ihre vorschnelle Zunge rechtfertigen, ohne zuende gedacht zu haben. Denn die eigentliche Begründung wäre: es ist leichter. Gewohntes ist leichter, aber das heißt noch lang nicht, dass dies auch korrekt sein muss. Anders gesagt - ist es meiner Meinung nach Zeit was zu ändern - diese Gewohnheit zu brechen und eine Neue aufzubauen: die Gewohnheit nach Pronomen und Anrede zu fragen, "Menschen" und "Personen" zu schreiben anstelle von "Männer" und "Frauen", das "Sehr geehrte Damen und Herren" durch "Liebe Alle" zu ersetzen oder oder oder.... Dieses Buch gibt neue Möglichkeiten, Inspirationen inklusiv zu sprechen und beschränkt sich dabei nicht auf einen - in den Augen der Autor*innen - "korrekten" Weg, sondern schildern unvoreingenommen, welche Formen mensch nutzen könnte, erklären, wann mensch was wie sagen könnte, was mensch mit welcher Formulierung signalisieren würde und zeigen die Verwendung an mehreren praxisnahen Beispielen. Ich meine nicht, dass dieses Buch perfekt ist - da ich finde, dass noch so einige Optionen und Informationen fehlen bzw ergänzt werden könnten bzw ich mir bei manchen Kapiteln einfach noch mehr Inhalt gewünscht hätte. Aber so wie es ist, finde ich es - trotz dieser "Anmerkung" - ein wirklich gutes und gelungenes Buch <3 Leseempfehlung für alle, die sich hinsichtlich inklusiver Sprache weiterbilden/ informieren wollen :).
Diese Buch hilfst bei Schreiben die verschiedensten Kommunikationen diskriminierungsfrei zu gestalten. Es reflektiert die aktuelle diskriminierungskritische Sprachveränderungen mit Beispiele und verschiedene praktische Hinweise anhand verschiedenen Kommunikationssituationen - auch bei Beruf Anzeige, institutionelle emails usw.