Karl Georg Büchner was a German dramatist and writer of prose. He was the brother of physician and philosopher Ludwig Büchner. Georg Büchner's talent is generally held in great esteem in Germany. It is widely believed that, but for his early death, he might have attained the significance of such central German literary figures as Johann Wolfgang von Goethe and Friedrich Schiller.
Da Büchners gesamtes Werk ja von eher geringem Umfang ist, kann man es auch mal relativ einfach in seiner Gänze lesen. Dabei ist jedoch nicht alles von so großem Interesse, wie die bekannten Dramen und der Landbote. Die Briefe haben mir gut gefallen und geben auch nochmal, neben dem umfangreichen Kommentar, einen guten Einblick auf persönlicher Ebene, in das politische Zeitgeschehen. Am Ende bleiben aber die alten Bekannten Woyzeck und Leonce und Lena meine Lieblinge.
Was bleibt denn nun von Georg Büchner? Ein schmales Werk, und in der Münchner Ausgabe ist der kritische Apparat inzwischen auf zwei Drittel des Buches angeschwollen. Nützlich, okay, aber man muss ja nicht jeden Einkaufszettel des Dichters kennen, um sein Werk zu schätzen und zu beurteilen. Ich lasse mal die frühen Gedichte, die Korrespondenz und die wissenschaftlichen Publikationen beiseite und konzentriere mich auf die drei Stücke und die Novelle. Die da wären:
"Dantons Tod" bleibt nach wie vor aktuell: das Drama des französischen Revolutionärs, dessen wachsende Apathie dem Fanatiker und skrupellosen Machtmenschen Robespierre den Weg ebnet. Viele der im Stück enthaltenen Reden sind authentisch und, sagen wir's ruhig, Büchner hat sie schlicht abgeschrieben. Insgesamt jedoch entzaubert Büchner jeglichen Revolutionskitsch als Manipulation einiger weniger. Danton musste letztendlich sterben, weil er ein Bonvivant blieb. Auf die Dauer nervend sind die ständigen Bezüge auf römische Autoren, historisch sicherlich korrekt, wirken aber so, als wolle der Student Georg Büchner unbedingt zeigen, wie gründlich er seine Klassiker studiert hat.
"Leonce und Lena", eine Komödie (oder wie man früher sagte: ein "Lustspiel"), ist das schwächste seiner Werke. Weder besonders lustig noch besonders originell, vor allem, wenn man zeitgenössische französische Komödien kennt, etwa die von Musset, deren Einfluss hier unverkennbar ist.
"Wozzek" schließlich, das modernste seiner Stücke, allein schon deswegen, weil nach all den Götz von Berlichingens und Maria Stuarts Büchner es wagte, einen ungehobelten Proll zur Hauptfigur seines Dramas zu machen. Die Tatsache, dass das Stück Fragment geblieben ist, kommt modernen Inszenierungen sehr entgegen, allerdings muss davon ausgegangen werden, dass Büchner das Stück vollendet hätte, wäre er denn gesund geblieben.
Das Beste für mich bleibt die Novelle "Lenz", ein immer noch atemberaubendes Psychogramm des Sturm-und-Drang-Dichters und Goethe-Kumpels Jakob Michael Reinhold Lenz, der nach einer missglückten Liebesaffäre in die Vogesen flieht und dort allmählich dem Wahnsinn verfällt.
Fazit? Vieles bleibt. Nicht alles, aber doch mindestens ein Stück und eine Novelle. Es ist ein Jammer, dass Büchner schon mit 23 Jahren gestorben ist. Da hätte noch viel mehr kommen können und müssen.