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Der Opal.

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Die galaktische Söldnerin Latil - abgebrüht, vielsagend tätowiert, vom Leben hart geprüft und eigentlich nur geringfühig psychotisch - ist daran gewöhnt, immer auf dem Sprung zu sein. Für einen lukrativen Job zieht sie sich schon mal Lerndrogen mit riskanten Nebenwirkungen rein, und selbst die Schikanen der intergalaktischen Bürokratie hat sie weitgehend hinnehmen gelernt. Der aktuelle Auftrag strapaziert allerdings ihre jähzornige Nicht nur, dass das ihr zur Verfügung gestellte Schiff gerade heftig pubertiert und eine adoleszente Schwäche für Latil entwickelt. Der "Opal", Lebensraum ihrer Auftraggeber, ist ein Kosmos für sich, undurchschaubar und von einer Spezies bevölkert, die an Selbstüberzeugtheit kaum zu überbieten ist. Dabei wollen die feinen Bürger ganz das Übliche von Sie soll einen von ihnen um die Ecke bringen, an dem sie sich nicht die Finger schmutzig machen mögen. Anscheinend stellt dieser Abtrünnige eine Bedrohung der vollendet harmonischen, überlegenen Welt des Opal dar ...

Paperback

First published December 31, 2013

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August 19, 2020
Mein damalier Beitrag zum SFCBW-Leserzirkel zu "Der Opal", das damals neu herauskam.
Jeder Science Fiction-Autor sollte einmal eine Space Opera schreiben. Das hat sich wohl Marcus Hammerschmitt gedacht und sich mit "Der Opal" drangemacht, vor dem Leser ein farbenprächtiges Szenario voller Action und Exotik zu entfalten. Um es vorweg zu sagen, das ist ihm auch gelungen.
Im Mittelpunkt steht Latil, eine Söldnerin, die aus dem letzten Loch pfeift. Da bekommt sie einen Auftrag: Für "den Opal" soll sie jemanden umbringen. Um dies zu bewerkstelligen und um überhaupt zu ihren Auftraggebern, den von Menschen abstammenden Taan, zu gelangen, bekommt sie ein hypermodernes Raumschiff mit eigener Persönlichkeit zur Verfügung gestellt.
Die Taan leben im "Opal", eine mit "FeldeffekteTechnik" stabilisierten Blase aus Atemluft, die mehrere Planeten und Monde einschließt. Neben der Feldenergetik haben die Taan vor allem zwei Dinge perfektioniert: Die Biotechnik und den Gesang. Ihre Raumschiffe haben sie aus den Luftwalen genetisch entwickelt. Diese sind genetisch modifiziert und ins Riesenhafte gewachsen und wurden auch mit Triebwerken ausgestattet. Die Taan sind auch Schönheitsfanatiker und haben eine Ideologie, die sie „Treue“ nennen. Sie sind der Erde, der Pflege ihres Erbes verpflichtet.
Latil sind die Taan von Anfang an schlichtweg unsympathisch (als Leser ist man deswegen anfangs irritiert), und sie hat auch gar kein Interesse daran, einen der Taan genauer kennen zulernen. Bald kennt sie auch ihren Auftrag, sie soll einen abtrünnigen Taan mit Namen Eliné, den besten Sänger, der, wie man ihr sagt, den Opal zerstören will.
Aber ihn zu treffen ist nicht so einfach, weil er einerseits verschwunden ist und zum anderen unter den Taan noch viele Freunde hat.
Latil sieht sich gezwungen, sich der "Wallfahrt" anzuschließen, die als Prozession von Schiffen durch den ganzen Opal führt. Dabei lernt sie und der Leser den ganzen Opal mit seiner bizarren Wesen und Gerätschaften, die sich spezialisierten menschlichen Wesen entwickelt haben, kennen. Devolution nennen das die Taan. Für Latil wie auch für den Leser schwer vorstellbar, dass ein kragenartiges Etwas menschliche Gene hat. Auch den in der Space Opera üblichen Gigantismus wird Raum gegeben. Die Wal-Raumschiffe sind bis zu 20 Kilometer lang und Welten für sich. Technisches und Organisches sind bei ihnen ununterscheidbar. Hammerschmitt zeigt hier außerordentliche Phantasie .
Latil wird in die Machtkämpfe einbezogen, sie ist ein Spielball, kann nie eigenmächtig handeln. Sie versucht zu fliehen, scheitert aber. Die Ereignisse spitzen sich zu, als die Wallfahrer angegriffen werden und der Entscheidungskampf um das Bestehen des Opals sich unbarmherzig anbahnt. Latil erlebt noch schlimme Überraschungen und wäre ohne ihr Schiff, das auf den Namen Passage engloutie hört und das Latil einfach mag, verloren.
Latil ist eine Antiheldin. Der Leser kann sie wegen ihrer Verstocktheit und ihrer Aggressivität nicht sympathisch finden. Doch ihre Reaktionen gegenüber den Taan und ihre eigene Rolle im Machtspiel innerhalb des Opal sind zumindest nachvollziehbar.
Aber auch das ganze Universum, das Hammerschmitt vor den Augen des Lesers entstehen lässt, ist ein wenig wohnlicher Ort, es ist eine posthumane Welt. Menschliche Werte zählen nichts mehr oder werden zur Ideologie wie die "Treue" der Taan zur alten Erde. Es ist ein perverses Universum, sozusagen ein Uniperversum. Da ist es nicht verwunderlich, dass Latil am Ende nur den einen Wunsch hat, dieses Universum hinter sich zu lassen.
Zu den Taan als Menschen hat der Leser nie den richtigen Zugang. Sie bleiben Aliens, fremd. Das ist die Gefahr, wenn man sehr fremdartige Zivilisationen schildert. Auch dadurch wirkt der ganze Roman kühl, das Schicksal der Taan berührt einem bei Lesen kaum und man hat das Gefühl
Eine Steigerung der Spannung ist in den ersten zwei Dritteln nicht zu erkennen, erst bei der dramatischen Zuspitzung der Ereignisse in den letzten Kapiteln.
So ist mein Eindruck von diesem Roman ziemlich zwiespältig. Es ist Hammerschmitts erster längerer (sprich über mehr als 200 Seiten gehender) Roman, und die Leserführung und der Handlungsaufbau hat er noch nicht richtig im Griff. Aber es steckt viel Raffinesse und Gedankenarbeit dahinter, und ganz ohne Bezug zur Gegenwart ist der Roman auch nicht, erscheinen die Taan in ihrem Willen nach Schönheit und Beherrschung der Natur wie ein Spiegel unserer Zivilisation.
Positiv an diesem Roman ist die Covergestaltung. Anders als die bei der Social Fantasies üblichen eher dekorativen und manchmal unbedarften Montagen ist hier ein Gemälde, das die Clanstätowierungen Latils zeigt, wobei die Haut an den schimmernden Farbton eines Opals erinnert.
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