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Warum wir nichts über Gott wissen können

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Was können wir über Gott wissen? Nach Auffassung des Autors, die dieser in seinem luziden Essay systematisch begrü nichts. Diese Auffassung ist kein Atheismus, sondern ein religiöser Agnostizismus, der zwar auf eine reiche historische Tradition zurückblicken kann (angefangen vom frühen Christentum über mittelalterliche Denker wie R. Bacon, Duns Scotus und Ockham bis zu Hume und Kant), aber im gegenwärtigen religiösen Diskurs nur eine marginale Rolle spielt. Wolfgang Detel geht in seinem Essay von dem grundlegenden Gottesbegriff der führenden monotheistischen Religionen aus, die Gott als maximal große immaterielle Person, also als unendlichen Geist betrachten. Sein zentrales systematisches Argument ist, dass wir Gott nicht einmal denken und daher erst recht nichts über ihn wissen können. Zugleich arbeitet er heraus, dass Gott selbst kein Denker sein kann. Dabei stehen die beiden grundlegenden Merkmale Gottes im Wenn Gott absolut perfekt ist, muss er aktual unendlich sein; aber aktuale Unendlichkeit können wir Menschen als endliche Wesen nicht denken. Und wenn Gott ein maximal großes und perfektes Wesen ist, dann muss er ein perfekter Geist sein und über optimale Denkfähigkeit verfügen; doch die Ideen eines perfekten Geistes und einer optimalen Denkfähigkeit sind inkonsistent, so dass wir Gott weder als Geist noch als Denker denken können. Das Besondere an Detels Vorgehensweise ist der Rückgriff auf moderne wissenschaftliche Theorien der Unendlichkeit und des Geistes. Sein Essay schließt mit einigen Reflexionen über eine zeitgemäße Religiosität ohne Gott - eine Religiosität, die tiefer ist als Gott, die auf infantiles und spekulatives religiöses Wunschdenken verzichten kann, die über Ambitionen auf politischen Einfluss und dogmatische Menschenführung erhaben ist und die uns gerade deswegen erfüllen und voranbringen kann.

120 pages, Paperback

Published January 1, 2018

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Wolfgang Detel

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Profile Image for André.
131 reviews6 followers
March 10, 2026
Schon das Programm, die Aufgabe ist genau mein Thema - genial. Nach nur 36 Seiten bin ich vom Stil und der Methodik vollkommen begeistert.
Perfekt, bisher: 10/5 !!

Das sogenannte göttliche Denken und der sogenannte göttliche Geist sind semantisch leere Namen.

Im Namen des Göttlichen und im Namen polytheistischer Re-ligionen wurden so gut wie nie Gewalttaten begangen oder gar Kriege geführt.

Mit dem Siegeszug des abrahamitischen Monothe-ismus nahmen physische Übergriffe, Terror und Kriege sprunghaft zu.

Die Religiosität ohne Gott kann auf archaisches Wunschdenken und anthropomorphistische Projektionen verzichten, ist über Am-bitionen auf politischen Einfluss und dogmatische Menschenfüh-rung erhaben und kann uns gerade deswegen erfüllen und voran-bringen. Um mit Dworkin zu sprechen: »Religion ist etwas Tieferes als Gott.«

Nach wie vor 10/5.
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