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Aus den Papieren eines Wärters. Frühe Prosa

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Libro usado en buenas condiciones, por su antiguedad podria contener señales normales de uso

201 pages, Paperback

First published January 1, 1996

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About the author

Friedrich Dürrenmatt

409 books1,026 followers
Friedrich Dürrenmatt (1921 – 1990) was a Swiss author and dramatist.

Dürrenmatt was born in the Emmental (canton of Bern), the son of a Protestant pastor. His grandfather Ulrich Dürrenmatt was a conservative politician. The family moved to Bern in 1935. Dürrenmatt began to study philosophy and German language and literature at the University of Zurich in 1941, but moved to the University of Bern after one semester. In 1943 he decided to become an author and dramatist and dropped his academic career. In 1945-46, he wrote his first play, "It is written". On October 11 1946 he married actress Lotti Geissler. She died in 1983 and Dürrenmatt was married again to another actress, Charlotte Kerr, the following year.

He was a proponent of epic theater whose plays reflected the recent experiences of World War II. The politically active author gained fame largely due to his avant-garde dramas, philosophically deep crime novels, and often macabre satire. One of his leading sentences was: "A story is not finished, until it has taken the worst turn". Dürrenmatt was a member of the Gruppe Olten.

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Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Matti.
58 reviews
January 7, 2026
Mir hat in diesem Buch schmerzlich der Dürrenmatt'sche Humor gefehlt. Obwohl ich andere seiner Qualitäten hier in seinen frühen Werken durchaus schon erkenne (das Groteskte, Absurde, Vulgäre) - so fehlt der Humor, um das Gesamtbild abzurunden. Stattdessen erzählt Dürrenmatt in den kleinen Geschichten dieser Sammlung im bieder-ernsthaften Ton und mit künstlich nihilistischer Sprache, die auf mich keine Wirkung erzielt haben.

Ich bin froh, dass Dürrenmatt seinen Stil im Verlauf seiner Karriere verändert und diesen herrlichen Humor ergänzt hat.
Profile Image for Connie Ruoff.
128 reviews3 followers
March 10, 2021
Seit Ende Januar lesen wir in der Facebook Gruppe „Wir lesen Dürrenmatt“, das Prosawerk. Mit „Aus den Papieren eines Wärters“, Frühe Prosa, haben wir begonnen und lesen entsprechend der Werkausgabe weiter. Falls schon die Rezensionen zu den Erzählungen vorliegen, sind die Titel mit Links hinterlegt.

Der vorliegende Band ist sicherlich für Neulinge im Kosmos Dürrenmatt schwierig, aber um Dürrenmatts Werk zu verstehen und zu begreifen, ist meines Erachtens, dieser Band der Wichtigste. Hier finden wir die Urformen vieler späteren Werke. Werke, die immer wieder von ihm bearbeitet wurden, weil er noch mehr aus dem Stoff herausholen musste.

Aus den Papieren eines Wärters Friedrich Dürrenmatt
Frühe Prosa I-IV
„Diese Prosa ist nicht als ein Versuch zu werten, irgendwelche Geschichten zu erzählen, sondern als ein notwendiger Versuch, mit sich selbst etwas auszufechten, oder, wie ich vielleicht besser, nachträglich, sage, einen Kampf zu führen, der nur dann einen Sinn haben kann, wenn man ihn verlor.“

Nachwort zum Sammelband Die Stadt, Verlag der Arche, zürich 1952,
Vor allem in den ersten Erzählungen bzw. Parabeln, fehlt noch Dürrenmatts Humor. Er hatte den Humor, als Ausweg wahrzunehmen und einzubauen, noch nicht erkannt. Im weiteren Werk hat laut Ulrich Weber der Humor eine aufklärerische Funktion und ist ein Mittel der Distanz bzw. ein Verfremdungseffekt.

1952 veröffentlichte Dürrenmatt noch beim Arche Verlag in Zürich sein viertes Buch: Die Stadt, Prosa I-IV. Die darin enthaltenen neun Texte entstanden zwischen 1942 und 1952.

Das Bild des Sisyphos erschien 1947 zuerst in der Wochenpresse. Die Falle erschien 1950 unter dem Titel der Nihilist in einer kleinen illustrierten Ausgabe und Piatus erschien 1949 als limitierter Einzeldruck. Die restlichen Texte wurden erstmals 1952 publiziert.

In den Werkausgaben wurden die frühen Erzählungen ein wenig anders arrangiert:

Pressebild duerrenmattDiogenes Verlag 72dpi
In diesem Band sind 9 Erzählungen, die sich laut Dürrenmatt-Handbuch und Ulrich Weber in vier Einheiten gliedern lassen:

Frühe Prosa 1:
Die ersten zwei Text beschäftigen sich mit Gottes Weigerung, die von der Menschheit verpasste Gnade seiner Menschwerdung, die Erlösung zu wiederholen. (Vgl. Rüedi, Peter: Dürrenmatt oder die Ahnung vom Ganzen. S. 246).

„Weihnacht“,

„Der Folterknecht“,

„Die Wurst“ hieß zuerst, „Die Zungenwurst“. Eine Groteske, die sich wohl auch auf den kannibalischen Fall Haarmann, dem Kannibalen aus Hannover, der in die Schweiz floh, bezieht. Peter Rüedi nennt die Erzählung ein „schrilles Präludium zu F. D.s späterem Generalthema Justiz, Recht und Gerechtigkeit. „

und „Der Sohn“

Frühe Prosa II:
„Der Hund“,

„Das Bild des Sisyphos“: Ist die Geschichte eines Malers, der unbedingt aus Nichts etwas Schaffen will. Nihilismus lässt grüßen. (Rezension folgt)

„Der Theaterdirektor“(1945): Die Wissenschaft ist sich uneins, ob sich der Text auf Hitler und das Nazi-Deutschland bezieht oder nicht. Für Ulrich Weber und Peter Rüedi ist es zweifellos ein Gleichnis für Terror des Nationalsozialismus, der von einer Massenhysterie begleitet wird. (Rezension folgt).

„Die Falle“ Die Geschichte eines Selbstmörders der mordet. Rezension folgt.

Frühe Prosa III:
„Die Stadt“ (Rezension folgt). Im vorliegenden Band ist „Im Großen jene Fassung des Jahres 1947″ wiedergegeben. Die ehemalige Titelerzählung ist das Kernstück des Prosabandes, in der F. D. die Dramaturgie des Labyrinths als Gleichnis einführt. Hinter der Stadt finden wir Platons Höhlengleichnis verborgen.

Frühe Prosa IV:
„Der Tunnel“,

„Pilatus“,

„Aus den Papieren eines Wärters“ entstand aus dem Versuch „Die Stadt.

Die Rezensionen reiche ich in den nächsten Wochen nach.

Dürrenmatts Stil – Frühe Prosa
Die Groteske
Die Groteske ist die überzeichnete Darstellung ungeheuerlicher Taten. F.D., wie er sich selbst nennt, bildet die Brutalität der Welt, in Verbindung mit der schlimmst möglichen Wendung, sarkastisch ab.

Der Nihilismus
Der Geist der Zeit und der Philosophie in Form des Existentialismus hatten Einfluss auf das Werk. In den Erzählungen „Das Bild des Sisyphos“, „Der Theaterdirektor“ und weiteren Texten des Bandes sind die Protagonisten Nihilisten.

An die Tür der Studentenbude heftete Dürrenmatt einen Zettel, der neben seinem Namen die Berufsbezeichnung »Nihilistischer Dichter« trug.

Weber, Ulrich: Friedrich Dürrenmatt. Eine Biographie.
Das Gleichnis
Peter Rüedi verweist hier auf Sören Kierkegaard und seine Theorie der indirekten Mitteilung:

„Gleichnisse sind an sich mehrdeutig, eindeutig werden sie nur durch den Deuter, durch den Leser, durch den Zuschauer, und das nur, wenn er vom Gleichnis betroffen ist.

Das Labyrinth.
Auf das Labyrinth werde ich in einem späteren Artikel weiter eingehen.

Biographische Daten – „Aus den Papieren eines Wärters“
In der Biografie Ulrich Webers (Rezension) kann man nachlesen:

Biographie Friedrich Dürrenmatt. Eine Biographie. Ulrich Weber
Pressebild_friedrich-duerrenmattDiogenes-Verlag_
1941 sympathisiert Dürrenmatt mit Hitler und tritt einer frontistischen Jugendorganisation bei. Er schreibt sich an der Philosophisch-historischen Fakultät in Bern ein und belegt Neuere Deutsche Literatur, Germanistik und Kunstgeschichte.

Im Juli 1942 wird er von der Rekrutenschule eingezogen, wird aber nach drei Wochen wegen Kurzsichtigkeit entlassen und in den Hilfsdienst versetzt. (Ulrich Weber beschreibt die Zeit sehr humorvoll.)


Danach setzt er sein Studium in Zürich fort. Dabei lernt er seine erste Freundin, Christiane Zufferey kennen und hält sich viel im Kreis um den Maler Walter Jonas auf. Der Text „Weihnacht“ entsteht.

1943-1946 setzt Dürrenmatt in Bern sein Studium mit den Fächern Psychologie, Nationalökonomie und dem Schwerpunkt Philosophie, fort. Er beschäftigt sich mit Platon, Kant, Kierkegaard, Nietzsche und Schopenhauer und plant eine Dissertation über „Kierkegaard und das Tragische“, die er nie umsetzen wird.

Während seiner Zeit des Militärischen Hilfsdienstes (1944/45) in Interlaken und La Plaine fällt er die Entscheidung, Schriftsteller zu werden. Im gleichen Jahr ist seine erste literarische Publikation „Der Alte“ in der Berner Tageszeitung.

F. D. trennte sich von Christiane, verliebte sich in Lotti Geisler und heiratete. Das junge Paar lebte in Basel. Das Geld war knapp. 1949 war Lotti mit dem zweiten Kind schwanger und zwei Jahre später kam das dritte Kind. Es musste Geld in die Kasse kommen.

1949 wird bei F. D. eine schwere Diabetes diagnostiziert. Die Krankenhauskosten sind riesig. F. D. wird von Freunden unterstützt und lebt von Auftragsarbeiten, Theaterkritiken und dem Auftrag, für den „Schweizer Beobachter“ einen Fortsetzungsroman zu schreiben, „Der Richter und sein Henker“.

Die kontinuierliche Wiederkehr der Stoffe
In den Stoffen lässt sich nachlesen, dass es einen Arbeitstitel „Weihnacht II“ gibt, der schließlich in dem Roman „Durcheinandertal“ seine Bestimmung findet.

Besonders der Stoff „Die Stadt“ ließ ihn nicht los. Er betrachtete „Aus den Papieren eines Wärters“ als Zwischendokument.

„In einem neuen Anlauf vollendete ich den Stadt-Stoff zwanzig Jahre später in einem Werk, das unter dem Titel „Der Winterkrieg in Tibet“ in Stoffe I-III erscheinen wird: erst dann war ich ihm denkerisch gewachsen. Daß er in der Frühen Prosa erscheint, bin ich ihm und mir schuldig.

Aus den Papieren eines Wärters. Anmerkung II.
Fazit Frühe Prosa „Aus den Papieren eines Wärters“
Die Erzählungen des 19. Bandes der Werkausgabe sind schwer zu interpretieren und manchmal genauso schwer zu ertragen. Sie transportieren eine große Auseinandersetzung mit der Religion und dem Glauben oder in F. D.s Worten:

„Ich bin ein Protestant und ich protestiere.“

Weber, Ulrich: Friedrich Dürrenmatt. Eine Biographie.
Durch die frühen Texte, kann man sich Dürrenmatts Bilder und Gleichnisse gut verinnerlichen und verstehen. Das bedeutet, dass auch das Verständnis der weiteren Texte dadurch erleichtert wird.

Hierbei möchte ich mich, nochmals herzlich bei der Facebook Gruppe „Wir lesen Dürrenmatt“ bedanken. Durch die gemeinsame Auseinandersetzung mit den Texten, wurden unterschiedliche Interpretationsansätze durchgespielt. Jeder interpretiert mit seinen Erinnerungen, seiner Kindheit, seinen Erfahrungen, seiner Bildung und seinen Vorlieben und dem eigenen Charakter. Umso zahlreicher diese Voraussetzungen sind, desto komplexer und aufschlussreicher sind die Ergebnisse.
Profile Image for Raymond.
76 reviews
August 14, 2020
After having read the book again after more than 20 years, I look at it today in a very different way.
Although Dürrenmatt's images still seem strong to me, the stories were not able to captivate me as they did when I was a teenager.
Profile Image for Peter.
317 reviews150 followers
July 27, 2025
This is your chance to read Dürrenmatt’s prose (he’s mostly known as a playwright), written as a young man before he was famous. He wrote the stories in this book between 1942 and 1952, when he was in his twenties and early thirties. Like most young people, he hadn’t yet found his sense of humour, which is a prominent feature in his later writings for the stage and especially in his prose. However, apart from the stories being too earnest, he’d already developed his wonderfully ponderous yet punctilious style.

Many of the stories are clearly experimental, where he plays, and hones his skills, with the absurd and the grotesque. The similarity of his early prose—as opposed to his more mature prose and all of his plays—with that of Franz Kafka is striking, although stylistically very different. Dürrenmatt’s mythologising of reality also reminded me of another writer, Kafka’s contemporary Bruno Schulz (although he wrote in Polish). I now wonder if Schulz was an early influence on Dürrenmatt—Kafka clearly was!

Just a few words about the stories in this wondrous book:

Weihnacht (Christmas) is a panting micro-story about a meeting with Baby Jesus designed to shock, written entirely in incomplete sentences.

Der Folterknecht (The Torturer) is another breathless and frightening micro-study in terror.

Die Wurst (The Sausage) is a third and especially grotesque and surging micro-story of a man who kills his wife and turns her into a sausage. The judge who presides over his case unexpectedly allows him to eat the juicy and fragrant sausage. Dürrenmatt’s friend and biographer Peter Rüedi apparently called Die Wurst “a shrill prelude to Dürrenmatt’s later general theme of legality, law, and justice [Justiz, Recht, und Gerechtigkeit].”

Der Sohn (The Son) deals with the peculiarities of father-son relationships and takes an especially unexpected and abrupt end—like all the stories in this book.

Der Alte (The Old One) is about oppression and the incredible power of hatred. It also graphically shows the strange allure of dictatorship—from both sides of the equation. This short story ought to be required reading for all U. S. Americans!

Das Bild des Sisyphos (The Picture of Sisyphus) is about a painter who absolutely wants to create something from nothing—but ultimately fails…

Der Theaterdirektor (The Theatre Director) is—I think—a simile of Nazi Germany, complete with mass hysteria!

Die Falle (The Trap) is a short story about a murderer who ends up commiting suicide.

Pilatus (Pilate) deals with the terror of being a judge.

Die Stadt (The City) is a sort of a preview of the longest story in this book: Aus den Papieren eines Wärters.

Aus den Papieren eines Wärters (From the Papers of a Guard) is a chilling story about the frightening similarity between opposites: rebel and authoritarian, prisoner and guard, hell and heaven—you can’t tell one from the other.

Verdict: surprisingly, many of the stories is this book are nihilistic—not something you expect from a young writer! However, as I said already, stylistically this is already Dürrenmatt through and through—minus the humour. In case you’re a Dürrenmatt fan, you’ll want to visit his centre digitally or, preferably, in person: Centre Dürrenmatt Neuchâtel.
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