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Anderswelt

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Seit undenklichen Zeiten erzählen sich die Menschen Geschichten aus der Anderswelt, Geschichten vom kleinen Volk. Ihre Vertreter hausen in den sonnendurchflutenden Feldern, beobachten uns im smaragdenen Dämmerlicht uralter Wälder, sie atmen in den lichtlosen Tiefen der mächtigen Gebirge, lachen im hellen Gluckern der fröhlich zu Tal plätschernden Bäche, toben in der wütenden Gischt des aufgebrachten Ozeans oder räuspern sich zu perfiden Zeitpunkten in den spinnwebverhangenen staubig-dunklen Kellerecken.
Meistens klein und unsichtbar, können sie auch menschengroß in strahlend-majestätischer Gestalt erscheinen oder ungestalt und nachthimmelhochragend wie Berge. Egal ob es sich um Shakespeares niedlich flatternde Feechen handelt, um Tolkiens edle Elben, um das bösartige Rumpelstilzchen der Gebrüder Grimm, um menschenfressende Trolle, hinterhältige Wassergeister oder die botmäßigen Heinzelmännchen - wer sich mit dem so weiten wie komplett unübersichtlichen Feld der fortgeschrittenen Albologie beschäftigt, der merkt bald, dass die Wesen der Anderswelt sich jedem endgültig klassifizierenden Zugriff stets konsequent entziehen. Gerade noch gütig und wohlwollend, fühlen sie sich im nächsten Moment schon wegen irgend einer Kleinigkeit tief beleidigt, zwacken einen boshaft in den Hintern, lassen die Milch sauer werden, führen uns in die Irre oder trachten uns gar nach dem Leben.

234 pages, Paperback

Published December 1, 2018

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Benswerk

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Profile Image for Alice.
231 reviews34 followers
June 13, 2021
"In der Neujahrsnacht trafen sich die Geister von Rosa Luxemburg, Rudi Dutschke und Rio Reiser im Nachtcafé der Stadtmission und beratschlagten, wie sie dem Teufel die Seele von Claudia Roth wieder abluchsen könnten."
- Jasper Nicolaisen

Insgesamt gefielen mir 15 von den 28 Geschichten und Gedichten, die in diesem phantastischen Sammelband enthalten sind. Den Rest habe ich mit 2 oder weniger Sternen bewertet. Die Bilder (26 Seiten) sprachen mich allesamt an.

Wir fragen uns nie, meine Freunde und ich, ob die Einhörner noch existieren
und niemals, ob Irrlichter oder nur Glühwürmchen schweben im flirrenden Tanz.
Wir fragen uns viel mehr, muss man ohne Drachen und Phönix nicht leidvoll erfrieren?
Besteht zwischen Wahrheit und Phantasterei nicht im Grunde eine Scheindiskrepanz?
- Asp Spreng
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