Eine junge Frau zwischen zwei Familien, zwischen Ost und West - ein großer DDR-Familienroman um das Glück im Kleinen und Existenzkämpfe im Großen Berlin, 1992: Erst als junge Frau erfährt Ingke, dass sie als Säugling zu DDR-Zeiten adoptiert wurde. Wer sind ihre wahren Eltern? Warum haben sie sie einst weggegeben? Und was bedeutet das für ihr Leben heute? Sie macht sich auf die Suche und stößt auf die Geschichte ihrer Herkunftsfamilie, die nach einem gescheiterten Fluchtversuch ihre Tochter verlor. Auf einmal hat die junge Frau zwei Familien, die um sie ringen: Ihre leibliche Mutter, die irgendwann von der BRD freigekauft wurde und bisher nichts über Ingkes Verbleib weiß. Und ihre vermeintlichen Eltern, bei denen sie behütet und geliebt aufgewachsen ist. Doch muss sie sich tatsächlich entscheiden? Ulla Mothes wirft in ihrem Debütroman einen intimen Blick auf die unterschiedlichen Facetten des Lebens in der DDR - respektvoll und authentisch.
Ich erhoffe mir durch solche Bücher immer etwas mehr über das Land zu erfahren, in welchem ich 10 Jahre aufwachen durfte. Romane sind oft nicht so trocken wie reine Geschichtsbücher. Das hat dieses zum Teil geschafft. Dennoch hat mir irgendwas gefehlt. Ich kann allerdings nicht genau sagen was. Es war nur ein Fünkchen und keine Flamme, die in mir gelodert hat.
Ingke ist gerade achzehn Jahre alt und steht kurz vor ihrem Abitur, als ihre Mutter Maren an Krebs erkrankt. Durch eine mögliche Stammzellenspende möchte sie ihr helfen und erfährt dabei, dass sie nicht die leibliche Tochter sein kann. Maren und ihr Mann Kalle haben Ingke als Baby adoptiert. Für das junge Mädchen bricht eine Welt zusammen. Sie möchtse wissen woher sie kommt und wer ihre Eltern sind.
In letzter Zeit habe ich so einige Bücher gelesen, die sich mit dem Mauerbau oder dem Mauerfall befassen. Hier sind wir drei Jahre nach dem Mauerfall angesiedelt, aber werden durch Erzählungen in die Vergangenheit zurückversetzt. Die Vorgehensweise der Autorin fand ich allerdings etwas ungewöhnlich. Die befragten Figuren erklären Ingke nicht in kurzen Sätzen was Sache ist, sondern schweifen zu detailiert ab und senden sie danach zum nächsten Familienmitglied. Ich hätte an Ingkes Stelle diese Geduld nicht gehabt.... Es sind oftmals tragische Ereignisse die das junge Mädchen zu hören bekommt, haben aber insgesamt überhaupt nichts mit ihrer Suche nach Antworten betreffend ihrer Herkunft zu tun. Sie geben viel mehr einen Einblick in die Lebensumstände der Menschen in der DDR und lassen den Leser einen Blick auf die historischen und politischen Gegebenheiten werfen. Zusätzlich belastet Ingke auch die Frage ihrer Abstammung und zu welcher Familie sie jetzt eigentlich gehört ?
Die vielen Einzelschicksale verwirren zu Beginn, auch wenn man als Leser mit der Zeit die Familienmitglieder besser kennenlernt. Die eigentliche Hauptprotagonistin geht dabei im ersten Drittel jedoch völlig verloren. Zusätzlich habe ich begonnen mich etwas bei den allzulangen und ausschweifenden Erzählungen zu langweilen. Nach dem ersten Drittel, das mich noch nicht wirklich mitreißen konnte, fand ich dann doch besser in die Geschichte. Ulla Mothes hat zwar ihre spezielle Art der Rückblenden beibelassen, aber es waren nur mehr die wichtigsten Figuren, die auch zur Auflösung von Ingkes Fragen beitragen konnten im Mittelpunkt: ihre leibliche Mutter Petra und deren Vater Bernhard, sowie ihre Adoptiveltern. In diesem Teil des Buches konnte ich mich besser einfühlen und fand auch die Handlung viel spannender. Das Ende fand ich dann etwas zu harmonisch und zu schnell gelöst, was ein bisschen unglaubwürdig wirkt, vorallem weil es das ganz Buch über doch genügend Schicksalsschläge gab.
Die vielen Charaktere machten es mir schwer diese besser kennenzulernen und mit ihnen mitzufühlen, obwohl sie oftmals ergreifende Geschichten aus ihrem Leben erzählten. Ihnen fehlte es an Authentizität. Einzig in Petra konnte ich mich noch am ehesten einfühlen, obwohl sie oftmals auch sehr unreif reagiert. Sie kann nicht über ihren Schatten springen und den Verlust ihres Kindes verarbeiten. Ingke ist in meinen Augen ein noch etwas unbedarftes Mädchen, das mit der gesamten Situation volkommen überfordert ist. Die schwere Krankheit ihrer Mutti und die Offenbarung, dass sie adoptiert wurde, sind aber auch in kurzer Zeit starker Tobak. Sie ist unsicher, reagiert oftmals über und zweifelt an sich und der Welt. Sie bekommt immer mehr das Gefühl sich zwischen den beiden Müttern entscheiden zu müssen...
Obwohl ich zu Beginn doch einige Schwierigkeiten hatte in die Geschichte zu finden, war es nach der Hälfte spannend zu lesen und ich wollte unbedingt wissen wie es ausgeht. Allerdings muss ich auch sagen, dass "Geteilte Träume" an die anderen Romane zu diesem Thema, die ich bereits gelesen habe, leider nicht herankommt.
Fazit: Zu Beginn hatte ich einige Schwierigkeiten mit den vielen Figuren und Einzelgeschichten. Danach fand ich in die Handlung, jedoch habe ich bereits einige andere und bessere Bücher zu diesem Thema gelesen.
Dieses Buch hat mich wirklich beeindruckt. Es schildert glaubwürdig die Verwerfungen, wenn ein junger Mensch herausfindet, dass seine Eltern eben nicht seine Eltern sind. Eine deutsch-deutsche Familiengeschichte, in der ich am Ende alle Seiten verstehen konnte. Besonders gut hat mir die Erzählweise gefallen - die Gegenwart wurde aus der Sicht der achtzehnjährigen Ingke geschildert, Ereignisse in der Vergangenheit wurden in Rückblicken geschildert, so wie sie die einzelnen Familienmitglieder ihr bei der Suche nach der Wahrheit über ihre Herkunft geschildert haben. Man bekam also nach und nach weitere Puzzlestücke, die man gemeinsam mit der Protagonistin zu einem größeren Ganzen zusammensetzen musste. In meinen Augen eine absolute Leseempfehlung.
Leider bin ich nicht völlig überzeugt – trotz des interessanten Themas
Der Inhalt las sich interessant. Auch wenn man kaum Beziehungen zu dem Inhalt hat könnte es interessant sein das Buch zu lesen. Ebenso sollte diese Zeit nicht vergessen werden, daher ist jede Geschichte die die Erinnerung wachhält interessant für mich. Somit ein guter Grund das Buch zu lesen.
Aus dem Inhalt:
Knapp nach der Wende erfährt Ingke das sie zu DDR Zeiten als Säugling adoptiert wurde. Und sie macht sich auf die Suche nach ihren Eltern und ihrer Geschichte welche es in sich hat. Und mit einem Mal hat sie zwei Familien. Wie wird sie dieses Wissen verwenden? Wird sie mit zwei Familien ihren Weg finden? Diese und andere Dinge erfährt man im Buch.
Meine Meinung:
Ich war sehr neugierig auf das Buch, behandelt es doch auch den Blick auf eine deutsche Geschichte welche nicht vergessen werden sollte. Auch hört man immer mehr von Adoptionen welche zu DDR Zeiten fragwürdig abgewickelt wurden. Das in einem Roman zu lesen fand ich im Vorfeld interessant. Der Einstieg in das Buch las sich gut, denn bei dem Versuch ihrer Mutter mit einer Stammzellenspende zu helfen stellt sich heraus, dass die Protagonistin Ingke adoptiert wurde. Das sie dann aufbricht mehr über ihre leiblichen Eltern zu erfahren ist nachvollziehbar. Allerdings beginnt ab da eine Reise wo sie immer mehr und mehr die Hintergründe und Personen ihrer zweiten Familie kennenlernt. Diese Erfahrung teilt der Leser mit ihr. So haben die vielen Anderen – welche mich Mühe gekostet haben alle zu sortieren- eher einen Hauptanteil, da sie pö a pö ihre Geschichte erzählen. Auch hatte ich Probleme mit Ingke als Person. Wenn man derart enttäuscht ist von den Dingen, ist es dennoch schwer zu verstehen, dass sie sich öfters so kindisch- pubertär und wenig feinsinnig verhält. Denn trotz der Enttäuschung zu wissen, dass sie adoptiert wurde, hatte sie ein gutes Elternhaus. Im Buch lesen sich einige Dinge interessant und andere wiederum nicht. Dann der geschilderte Teil der DDR hinterlässt da bei mir nur einen negativen Eindruck. Im Gegenzug kommt die BRD sehr gut weg. Aber es gab nicht nur Schatten im Osten und nur Sonne im Westen. Es waren viele Dinge sehr schlimm und auch menschenverachtend aber ich denke, dass wenn man unterschiedliche Meinungen hört wenn man verschiedene Menschen zu dieser Zeit befragt. Auch ist die im Buch beschriebene Moral leider eine Einbahnstraße und mit hat mussfallen das andere begangene Dinge aus der Familie heraus welche ebenfalls zu den Straftaten zählen entschuldigt wurden. Wenn man das unterscheiden kann, und beherzigt das es sich um einen Roman handelt, ist das Buch mit seinen Blick auf die damaligen Zeiten unterhaltsam zu lesen. Der Schluss hat mich nicht recht überzeugt. Positiv ist der Stammbaum am Ende des Buches welcher einem hilft den Überblick zu bewahren.
Fazit: Auch wenn viele Dinge sich so ereignet haben finde ich das Buch nicht so überzeugend wie ich es mir im Vorfelde erhofft hatte. Vielleicht liest sich das Buch besser, wenn man das System DDR nicht kennt, oder niemanden kennt der dort gelebt hat, da es sonst sehr polarisierten könnte. Daher möchte ich einem Interessierten die Entscheidung das Buch zu lesen selber überlassen und vergebe 3,5 von 5 Sternen.
Die Handlung: Kurz nach der Wende im Jahr 1992 erfährt die 18-jährige Ingke, dass sie als Säugling zu DDR-Zeiten adoptiert wurde. Zunächst bricht eine Welt für sie zusammen, doch ihr ist auch sehr schnell klar, dass sie gerne erfahren möchte aus welcher Familie sie eigentlich stammt und sie ihre leibliche Mutter finden möchte. Gemeinsam mit der Hilfe von Familienangehörigen ihrer Adoptiveltern begibt sie sich zunächst auf eine gedankliche Reise, in der sie erstmal deren Geschichte erfährt, durch welche sie schließlich auf ihre leibliche Familie stößt.
Meine Meinung: Als Fan von historischen Romanen, welche sich mit der Geschichte der DDR befassen, war für mich schnell klar, dass ich dieses Buch sehr gerne lesen möchte. Der Klappentext sprach mich auch direkt an, obwohl oder gerade weil er mit sehr vielen Fragen versehen war. Auch das Cover ist in meinen Augen ansprechend gestaltet, so zeigt es eine augenscheinlich glückliche Familie welche farbig vor einem in mehreren graustufen gehaltenen Anwesen entlang spaziert.
Voller Begeisterung nahm ich also das Buch in die Hand und dann? Ingkes Schicksal hatte mich direkt in den Bann gezogen und ich fühlte mit ihr, als sie von ihrem Adoptivvater Kelle die Wahrheit erfuhr. Dass sie zunächst dann nicht mehr in die elterliche Wohnung wollte und bei einer Angehörigen unterkroch konnte ich sehr gut nachvollziehen. Bis dahin war ich auch schon sehr gut in der Geschichte drin. Dann jedoch wendete sich das Blatt.
Fortan wurde Ingke von einem Familienmitglied zum anderen geschickt, so dass sie selbst schon das Gefühl bekam von „Pontius zu Pilatus“ geschickt zu werden. In den Gesprächen mit ihren Angehörigen, erfährt Ingke zunächst immer erstmal das persönliche Schicksal des einzelnen Gesprächspartners, so dass hier schnell klar wurde, dass das Buch in mehreren Zeitsträngen er-zählt wird. Anfänglich verwirrte mich das ganze sehr und die Zeitsprünge machten mir ziemlich zu schaffen auch wenn die Jahreszahl zu Beginn immer angegeben war. Darüber hinaus machten es mir die vielen Charaktere die nun auftraten auch nicht einfach noch den Überblick zu behalten, darüber wer, wer ist. Nachdem ich dann aber rausgefunden hatte, dass es am Ende des Buches eine Ahnentafel gibt und ich mir diese nochmal genau angeschaut hatte, ging es fortan mit den Charakteren und der Zuordnung leichter. Wer nun denkt, ich hätte mich schließlich nur durch das Buch gequält, den muss ich leider enttäuschen, denn nachdem ich den Zusammenhang zwischen der Familie Beerenhain (Ingkes Adoptivfamilie) und der Familie Schröder (Ingkes leibliche Familie) verstanden hatte, war ich so gefesselt von dem Buch, dass ich es kaum noch zur Seite legen wollte. Dennoch muss ich hier leider dazu sagen, dass es die Grundidee der Geschichte war, die mich fesselte, denn die Protagonisten selbst waren durch Ulla Mothes Erzählstil so oberflächlich beschrieben, dass sie mich nie richtig erreichen konnten.
So zäh der Anfang des Buches war, so abrupt kam dann schließlich das Ende, dies hätte man meiner Meinung nach noch etwas mehr ausarbeiten können und dann wäre es sicherlich ein sehr schönes Happy End geworden.
Allerdings konnte ich für mich selbst noch ein wenig über das Leben in der DDR lernen, was ich zuvor nicht wusste, so zum Beispiel dass es ausdrücklich erwünscht war, dass Frauen arbeiten gingen und Kinder sogar in Wochenkrippen abgegeben werden konnten oder sogar sollten.
Fazit: Das Buch hat mich nicht wirklich enttäuscht aber auch nicht richtig begeistert. Ich habe es gerne gelesen, aber kann es nur bedingt weiterempfehlen.
Voller Vorfreude habe ich zu „Geteilte Träume“ gegriffen, denn die auf dem Klappentext bereits thematisierte Zwangsadoption klang nach einem sehr erschütternden Schicksal. Ulla Mothes machte es mir allerdings wahnsinnig schwer, in die Geschichte hineinzufinden. Ich muss gestehen, dass ich sogar in Erwägung gezogen habe, das Buch auf die Seite zu legen. Gleich zu Beginn erfährt Protagonistin Ingke, ein junges Mädchen kurz vor dem Abitur, dass sie adoptiert ist. Sie beginnt Fragen zu stellen. Bei ihrer Odyssee wird sie von einem Verwandten zum nächsten geschickt und jeder hat einen Schwank anzubieten. Es sind tragische Erlebnisse, aus der DDR Zeit und auch aus dem Krieg, die Ingke hier erzählt werden, aber auf mich wirkte alles sehr verworren und zusammenhanglos. Die vielen Personen und Einzelschicksale überforderten mich und so waren die ersten 150 Seiten ein kleiner Kampf für mich. Nach dem ersten Drittel gewann die Handlung sehr viel an Struktur, der Fokus lag auf weniger Personen und die Kapitel werden länger. Was ich nicht mehr zu hoffen gewagt hatte, trat doch noch ein, „Geteilte Träume“ packte mich und lies mich nicht mehr los. Ulla Mothes taucht sehr tief in die DDR ein, beleuchtet Themen, die ich in dieser Form noch nicht wusste und zeichnet ein erschreckendes Bild. Insbesondere die Schilderung über die gewünschte Berufstätigkeit der Frauen und die Tagesabläufe in der Wochenkrippe, in der Babys betreut wurden, ging mir sehr nahe. Es wird heute gerne verherrlicht, dass es dort keine Arbeitslosen gab, durch diesen Roman habe ich erfahren, dass die Bürger quasi gezwungen waren, eine Stelle anzunehmen, notfalls eine Zugeteilte. Es machte mich sehr betroffen zu lesen, wie die junge Petra von der Fürsorgestelle als asozial abgestempelt wurde, nur weil sie ihren Säugling selbst betreuen und nicht abgeben wollte.
Häufig ist es in Romanen, die in der DDR spielen so, dass die Helden der Geschichte diejenigen sind, die schon immer gegen das Regime gekämpft haben. In „Geteilte Träume“ ist dies grundsätzlich nicht der Fall. Ingkes Adoptivvater Kelle zum Beispiel vertritt auch nach der Wende noch viele Ansichten der DDR und findet es noch immer richtig, dass Ingkes Geburtsmutter das Sorgerecht verloren hat, nachdem sie wegen Republikflucht verhaftet wurde. Die Autorin bietet hier interessante und tiefgehende Einblicke in das Gedankengut mancher DDR Bürger und hilft dem Leser, sich die damalige Zeit besser vorzustellen. All das liegt noch gar nicht so lange zurück und trotzdem klingt es wie ein schlechter Alptraum.
Ich bin froh, dass ich mich durch den Anfang des Romans gekämpft und durchgehalten habe denn insgesamt war dies wirklich ein sehr bewegendes Buch, welches einem die deutsche Geschichte näher bringt.
Am Krankenbett ihrer Mutter Maren erfährt Ingke im Jahr 1992, dass sie zu DDR-Zeiten als Säugling adoptiert wurde. Sie reagiert mit einem Schock und macht sich auf die Suche nach ihren wahren Eltern. Ingke begibt sich auf eine Reise in ihre Vergangenheit und sucht ihre Herkunftsfamilie, ihre Identität und die Wahrheit.
Den Familienroman “Geteilte Träume” hat Ulla Mothes gemeinsam mit dem Verlag Lübbe am 26. Februar 2021 herausgebracht. Das wunderschöne Cover mit der glücklichen Familie und den blassen Farben hat meinen Blick gleich auf sich gezogen. Der Hinweis “eine deutsche Familiengeschichte” deutet einen historischen Roman, der sich mit der deutsch-deutschen Geschichte beschäftigt.
Mit ihrem flüssigen, atmosphärisch dichtem und bildhaften Schreibstil erzählt die Autorin uns diese Geschichte in 2 Zeitsträngen. So begeben wir uns mit Ingke auf eine Reise in ihre Vergangenheit und erleben gemeinsam mit ihr die deutsch-deutsche Geschichte. Mich hat dieser Roman interessiert, da ich selbst in meiner Jugendzeit viele Reisen in die DDR unternommen habe. Doch zurück zu diesem Familienroman. Gut gefallen hat mir, dass Ingke bei jedem Kontaktversuch umfangreiche Informationen zu ihrer ganz persönlichen Geschichte bekommen hat. Es scheint, als müsse ihre Geschichte ans Licht und als haben ihre Familienmitglieder nur darauf gewartet, Ingke ihre Geschichte zu erzählen. Ulla Mothes führt uns in einer ruhigen und aufgeregten Sprachen durch Ingkes dramatische Geschichte und durch den Fluchtversuch und den Lebenslauf ihrer leiblichen Mutter Petra. Die Charaktere sind sauber gezeichnet. Sie handeln in ihrem besten Wissen und Gewissen und richten dadurch häufig viel Unheil an. Letztendlich wird klar, dass hinter ihrem gut gemeinten Handeln häufig ein egoistisches Motiv verborgen liegt, so dramatisch die Lebensgeschichte der einzelnen auch verlaufen ist. Für mich ist das alles nachvollziehbar. Nicht so schön fand ich das Ende. Ingkes Onkel schreibt einen Brief um alle Familienmitglieder an einen Tisch zu bekommen, der mich eher an den kaukasischen Kreidekreis von Bertold Brecht erinnert. Gewünscht hätte ich mir hier einen persönlichen Brief von einem Onkel, der schlichten möchte, an Ingkes leibliche Mutter, ihren leiblichen Großvater sowie an ihre Eltern Maren und Kelle. Gerade der letzte Abschnitt hat mir oft ein bedrückendes Lesegefühl hinterlassen. Somit hätte ich mir ein offenes Ende gewünscht.
Ulla Mothes bringt uns die deutsch-deutsche Geschichte anhand der adoptierten Ingke nahe. Dieser Roman wird zu vielen Diskussionen beitragen. Ich habe mit ihm viele spannende Lesestunden verbracht, die meine eigenen Erinnerungen an das Tageslicht gebracht haben.
Eine junge Frau zwischen zwei Familien, zwischen Ost und West
Berlin, 1992: Erst als Junge Frau erfährt Ingke, dass sie als Säugling zu DDR – Zeiten adoptiert wurde. Wer sind ihre leiblichen wahren Eltern? Warum haben sie sie einst weggegeben? Und was bedeutet das für ihr Leben heute? Sie macht sich auf die Suche und stößt auf die Geschichte ihrer Herkunftsfamilie, die nach einem gescheiterten Fluchtversuch ihrer Tochter verlor. Auf einmal hat die junge Frau zwei Familien, die um sie ringen: Ihre leibliche Mutter, die irgendwann von der BRD freigekauft wurde und bisher nichts über Ingkes Verbleib weiß. Und ihrer vermeintliche Eltern, bei denen sie behütet und geliebt aufgewachsen ist. Doch muss sie sich tatsächlich entscheiden? Der Klappentext hat mich sehr angesprochen zu mal ich auch wieder wirklich Lust auf einen DDR Roman hatte. Gerade auch die Thematik “Adoption zu DDR Zeiten” fand ich sehr spannend. Auch das Cover finde ich mit einigen Elementen aus dieser Zeit sehr gelungen, vor allem sieht man in meinen Augen worum es geht. Ich war sehr gespannt auf Ingkes Geschichte, die in meinen Augen sehr dramatisch beginnt. Denn sie möchte ihrer todkranken vermeintlichen Mutter helfen und nachdem sie sich einigen medizinischen Untersuchungen unterzogen hat, erfährt sie, dass ihre Eltern gar nicht ihre leiblichen Eltern sind. Und damit beginnt die Suche nach ihrer wahren Herkunftsfamilie.
Ich muss leider sagen, dass ich wirklich große Probleme hatte, in die Geschichte rein zu kommen. Viel zu viele Personen, Ereignisse und Zeitsprünge werden in den ersten 150 Seiten beschrieben. In meinen Augen einfach zu viel, da ich immer wieder durch einander gekommen bin, und zurück blättern musste. Auch der ungewöhnliche Schreibstil hat es mir sehr zu schaffen gemacht mich in die Geschichte einzufinden. Erst nach ca. 150 Seiten wurde es dann einfacher, da nicht mehr so viele Zeitsprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit statt gefunden haben. Allerdings waren mir einfach auch zu viele Längen in der Geschichte drin, die mich immer wieder aus dem Geschehen rausgeworfen haben. Auch die Protagonisten blieben sehr blass für mich und konnte sie nicht wirklich greifen. Weniger Einzelschicksale und Personen wären hier angebracht gewesen um den Lesefluss nicht zu stören. Es gab immer wieder Situationen, die mich zurück ins Buch geholt haben, aber leider waren es zu wenige um mich wirklich für diese Geschichte zu begeistern. “Geteilte Träume” kommt leider nicht an die Bücher heran, die ich bereits zu diesem Thema gelesen habe.
Emotional erzählte Familiengeschichte Ingke Beerenhain ist 18 Jahre alt als ihre Mutter Maren an Leukämie erkrankt ist und dringend eine Knochenmarkspende braucht. Auch wenn die Eltern nicht möchten das Ingke Knochenmark spendet, da sie mitten im Abitur steckt, lässt sie sich testen. Dabei erfährt Ingke, dass Maren nicht ihre leibliche Mutter ist. Ingke wurde zu DDR-Zeiten von Maren und Kelle adoptiert. Für Ingke ist das ein Schock und sie stellt sich die Frage warum ihre Mutter sie weggegeben hat. Ingke macht sich auf die Suche nach ihrer Herkunft und erfährt dabei die emotionale Geschichte ihrer Mutter Petra Schröder. Petra Schröder die bei einem Fluchtversuch verhaftet wurde hat man Ingke als Baby weggenommen. Petra selbst wurde später von der BRD freigekauft und lebt heute in Frankfurt. “Geteilte Träume“ ist ein sehr emotionaler Roman von Ulla Mothes. Man spürt, dass die Autorin genau weiß wovon sie schreibt. Sie ist selbst in der DDR aufgewachsen, hat einen Ausreiseantrag gestellt und konnte 1986 aus der DDR ausreisen. Die Erzählung und auch die Protagonisten sind sehr authentisch. Der Leser bekommt einen guten Eindruck vom Leben in der DDR. Von den guten Seiten wie auch von den schlechten Seiten. Von den Menschen die frei entscheiden wollen, die sagen wollen was sie denken. Und auch von den Menschen die sich eins mit dem Staat fühlen. Dabei wird in der Geschichte niemand verurteilt, jeder steht für seine Ansicht. Die Geschichte hat 2 Zeitebenen. Die Gegenwart ist 1992, hier erfährt Ingke, dass sie adoptiert ist und begibt sich auf die Suche nach ihren Wurzeln. Sie fängt in der Familie Beerenhain an, da ihre leibliche Mutter und Großmutter auf dem Familiengut bekannt waren. Die 2. Zeitebene erzählt aus der Vergangenheit der Protagonisten. Der Leser erfährt nach und nach wie es zu dem Fluchtversuch von Petra Schröder kam. Wie ihr Leben vor und nach der Flucht ausgesehen hat. Wie sie bis heute versucht den Verlust ihrer Tochter zu verarbeiten. Ulla Mothes Schreibstil ist flüssigen und leicht verständlich. Die Protagonisten sind rundum sympathisch. Die Geschichte ergreifend und authentisch erzählt. Beim lesen ist mir wieder einmal bewusst geworden wie wichtig Familie ist.
Ingke wächst behütet inmitten einer liebevollen Großfamilie auf, bis zu dem Tag, als sie ihrer an Krebs erkrankten Mutter helfen möchte und im Krankenhaus gesagt bekommt, dass ihr das als nicht leibliche Tochter nur mit sehr viel Glück vergönnt sein wird, denn Ingke wurde adoptiert. Stück für Stück findet der Leser gemeinsam mit Ingke heraus, wie sie vor Jahren als ganz kleines Mädchen zu dem Ehepaar kam, welches sie heute ihre Eltern nennt. Und weil das so kurz nach dem Mauerfall nicht ganz so einfach ist, entrollt sich vor Ingke so langsam aber sicher die komplette Geschichte der Familie Beerenhain die an mehr als einem Punkt mit der der Familie Schröder verknüpft ist. Denn eigentlich ist Ingke Beerenhain eine Ingke Schröder oder kann sie tatsächlich zu beiden Familien gehören oder muss sie sich für eine entscheiden?
Ingke und die Beerenhains habe ich recht schnell ins Herz geschlossen, auch wenn die vielen Namen am Anfang etwas verwirrend waren, weil mir der Hintergrund dazu ein wenig gefehlt hat. Aber recht schnell verfliegt die Verwirrung und das gespannte Netz wird dichter. Nun schwirren nicht nur Namen in meinem Kopf herum, sondern immer mehr Einzelheiten die ich den einzelnen Protagonisten zuordnen kann. Dabei bleibt mir (trotz Ingkes Sympathie für die einzelnen) noch selbst übrig zu entscheiden, wen ich mag und wem gegenüber ich eher skeptisch bleibe. Die einzelnen Geschichten die die Beerenhains und Schröders zu Ingkes Herkunft erzählen habe ich mit Spannung verfolgt. Manches konnte ich nachfühlen, anderes war mir, in einer Welt nach der Wende aufgewachsen, dann doch eher fremd. Umso tragischer, dass hier zwar ausgedachte Schicksale behandelt werden, sich mit etwas Recherche aber tatsächlich herausfinden lässt, dass es nicht wenigen wirklich so ergangen sein könnte. Auch wenn das Ende etwas vorhersehbar war, fand alles einen stimmigen Abschluss und ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen.
Durch die Herkunft und Geschichte meines Mannes habe ich mich in den letzten Jahren verstärkt mit der der Teilung Deutschlands und der DDR befasst und freue mich deswegen, dass ich „Geteilte Träume“ von Ulla Mothes vorab lesen durfte. Morgen erscheint der Roman im Verlag Bastei Lübbe.
Das Buch handelt von Ingke, die 1992 erfährt, dass sie als Baby in der damaligen DDR adoptiert wurde. Für die junge Abiturientin beginnt eine Suche nach ihren leiblichen Eltern, ihrer Identität und der Wahrheit. Neben den Schwierigkeiten, plötzlich mit zwei Familien konfrontiert zu sein und nicht zu wissen, wo man hingehört, kommen hier noch erschwerend die politischen Umstände in der DDR hinzu.
In die Rahmenhandlung im Jahre 1992, die aus Ingkes Sicht erzählt wird, webt die Autorin geschickt Rückblenden in die Vergangenheit Ingkes und ihrer Familienmitglieder mit ein, die die Begebenheiten von Kriegsende bis 1992 nach und nach aufdecken. Die Handlung bleibt so bis zum Schluss spannend. Entsprechend leicht liest sich der Roman, wobei die Sprache immer niveauvoll, eloquent und authentisch ist.
Die Figuren sind sehr überzeugend gezeichnet. Jeder hat seine Eigenheiten und handelt in sich schlüssig. Einzig bei Ingke kann ich die extrem negativen Gefühle ihrer Adoptivfamilie gegenüber manchmal nicht in Gänze nachvollziehen, auch wenn die Situation natürlich nicht leicht für einen jungen Menschen ist.
Meine Kritik betrifft vor allem den Schlussteil. Hier läuft es mir zu harmonisch. Plötzlich herrscht Friede, Freude, Eierkuchen und alle Probleme lösen sich in Wohlgefallen auf. Während über den gesamten Text Spannungen realistisch dargestellt werden, wirkt ein Happy End in dieser Form angesichts der großen Probleme sehr unrealistisch. Hier hätte ich mir beispielsweise gewünscht, dass manche Konflikte offen bleiben und der Leser sich selbst das Fortgeschehen ausmalen kann.
Dennoch kann ich uneingeschränkt eine Leseempfehlung aussprechen, das Buch liest sich gut, die Themen sind interessant und die geschichtlichen Zusammenhänge durchaus schlüssig und realistisch.
Ingkes Mutter ist schwer krank, also lässt sie sich testen, um eventuell Knochenmark zu spenden. Dabei stellt sich heraus, dass ihre Eltern sie adoptiert haben. Ingke fällt aus allen Wolken und fängt an ihrer Lebensgeschichte hinterher zu forschen
Damit beginnt das Buch „Geteilte Träume“ von Ulla Mothes. Ich hatte eigentlich eine Geschichte erwartet, die sich um Ingken dreht. Aber irgendwie war Ingken zwar der Dreh und Angelpunkt, aber die Geschichten, die sie von ihren Verwandten erzählt bekommt haben oft nur am Rande mit ihr zu tun. So stellt die Autorin zwar dem Leser ein breites Spektrum von Lebensgeschichten rund um die DDR vor, allerdings hat mir ein bisschen der Bezug auf Ingke gefehlt. Gerade am Anfang habe ich mir dadurch sehr schwer getan ins Buch zu finden, auch weil die Menge an Protagonisten dem Leser das Leben erst einmal schwer macht. Später habe ich das Buch dann gerne weitergelesen, weil die einzelnen Episoden an sich sehr interessant waren und sich langsam eine Grundstruktur herausschälte. Das Ende war mir dann ein wenig zu glatt, da findet sich doch alles recht schnell. Mit einigen der Protagonisten bin ich nur schwer warm geworden und besonders Ingke fand ich zwischenzeitlich sehr anstrengend. Was ich auch schwer verständlich fand, war, das Ingke die Lebensgeschichten ihrer Verwandtschaft so überhaupt nicht kannte, obwohl sie ja zu dem Zeitpunkt in der Familie gelebt hat. Für mich hat das nicht zum Gesamtbild der sich liebenden und zusammenhaltenden Familie gepasst.
Alles in allem war es ein recht interessantes Buch, dass ich zügig gelesen habe. Es rundet auch sicher den Blick auf die DDR ab, der von mir als Wessi eben nur durch Lektüre und das Erleben anderer geprägt ist. Wer sich also für das Leben in der DDR interessiert, ist hier auf jeden Fall richtig.
Als die junge Ingke erfährt das sie adoptiert wurde, bricht für sie eine Welt zusammen. Sie ist ein "geraubtes" Kind das heißt ihre Mutter wurde bei der Republikflucht gefasst und das Baby wurde zur Adoption frei gegeben. Mit Hilfe der ganzen Familie versucht sie ihre leibliche Mutter zu finden. Dadurch erfährt sie einiges über das Leben in der damaligen DDR die in ihrem fünfzehnten Lebensjahr zu Ende ging. Ich habe in letzter Zeit mehrere Bücher mit dem Thema Leben in der DDR gelesen, mal mehr mal weniger wurde auf die Repressalien eingegangen. Hier gefällt mir das Wenige sehr gut. Mit ganz wenigen Bemerkungen und vagen Beschreibungen schafft Frau Mothes eine Atmosphäre der Beklemmung und Angst entstehen zu lassen. Dieses eher diffuse Gefühl war für mich ungeheuer nachhaltig. Es ist sehr intensiv gewesen. Bei den deutlicheren Beschreibungen hat sich bei mir großes Mitgefühl eingestellt und Dankbarkeit das ich das nicht erleben musste. Aber damit war die Empfindung zu Ende, bei diesem Buch halt es immer noch nach. Auch was Familie ausmacht wird auf unnachahmliche Art und Weise beschrieben. Nicht nur das alle für einen und einer für alle da sind, sondern auch was der/die Einzelne dafür auf sich nimmt damit die Familie auch so bleiben kann wie gewohnt. Der Schreibstil hat mich in das Buch hinein gezogen, anders kann ich es nicht beschreiben. Als ob ich auch an diesen Treffen teilgenommen habe, meine Flucht geplant oder überlegt habe, wie kann ich mehr erreichen ohne das mir der Staat in die Quere kommt. Ich habe mich in Gedanken über Westpäckchen gefreut und um Freunde gebangt die eine Flucht versucht haben. Dieses Buch ist ein Highlight nicht nur wegen dem Thema sondern der Stil und die Menschen sind unvergleichlich.
"Wer von einem Beerenhain wilkommen geheißen war, wurde mit Respekt behandelt, und zwar von allen. Das ist Familie, begriff Ingke. Meine Familie, mein warmes Nest." In "Geteilte Träume" von Ulla Mothes begleitet der Leser Ingke, die gleich zu Beginn der Geschichte erfährt, dass sie adoptiert worden ist, im Jahr 1992 auf ihrer Suche nach ihren leiblichen Eltern, sich selbst und der Bedeutung von Familie. Immer wieder gibt es Rückblenden, wenn die verschiedenen Familienmitglieder Ingke von ihrer Vergangenheit berichten und ihre Schicksale offenbaren, die allesamt melancholisch und teilweise sehr erschreckend sind, aber immer einen Bezug zur DDR haben. Den Titel finde ich daher sehr gut gewählt, da durch die Teilung Deutschlands auch viele Träume geteilt worden sind. Manche Anekdoten tragen vielleicht nicht zum Fortlaufen der Geschichte bei, sind aber dennoch interessant und verschaffen Eindrücke in das Leben zu dieser Zeit. Tatsächlich musste ich das Buch an manchen Stellen zur Seite legen und über das Gelesene nachdenken, um zu begreifen, dass Menschen wirklich solche grauenhaften Dinge angetan worden sind. Sehr hilfreich fand ich auch den Stammbaum, der hinten im Buch abgedruckt ist, um mich in der Großfamilie besser zurechtzufinden. Den Schreibstil und die Charaktere habe ich sehr gemocht, gestört hat mich eigentlich nur, dass Ingke ganz locker nebenher noch ihr Abitur absolviert hat und sich kaum Gedanken um ihre todkranke Adoptivmutter gemacht hat, was aber wohl daran liegt, dass der Fokus in der Geschichte ein anderer war. Insgesamt ein sehr gutes Buch, das ich wirklich jedem ans Herz legen möchte, der sich näher mit persönlichen Schicksalen und Folgen der DDR beschäftigen möchte oder auf der Suche nach einem guten historischen Roman ist.
[Rezensionsexemplar, dies hat jedoch keinen Einfluss auf meine Meinung] ♡ "Auch wenn meine Kinderwelt zusammen gebrochen ist, dachte sie, meine Erwachsenenwelt muss ich mir sowieso selbst aufbauen, und die gehört mir allein." ∞ Ich hab vom Lübbe Verlag vor kurzem den Roman geteilte Träume von Ulla Mothes gelesen und will ihn euch heute vorstellen. Klappentext: Eine junge Frau zwischen zwei Familien, zwischen Ost und West - ein großer DDR-Familienroman um das Glück im Kleinen und Existenzkämpfe im Großen Berlin, 1992: Erst als junge Frau erfährt Ingke, dass sie als Säugling zu DDR-Zeiten adoptiert wurde. Wer sind ihre wahren Eltern? Warum haben sie sie einst weggegeben? Und was bedeutet das für ihr Leben heute? Sie macht sich auf die Suche und stößt auf die Geschichte ihrer Herkunftsfamilie, die nach einem gescheiterten Fluchtversuch ihre Tochter verlor. Auf einmal hat die junge Frau zwei Familien, die um sie ringen: Ihre leibliche Mutter, die irgendwann von der BRD freigekauft wurde und bisher nichts über Ingkes Verbleib weiß. Und ihre vermeintlichen Eltern, bei denen sie behütet und geliebt aufgewachsen ist. Doch muss sie sich tatsächlich entscheiden? ⭒Meine Meinung: Ich hab ja schon vor ein paar Wochen die Bücher Palais Heiligendamm und die vier Gezeiten vorgestellt und euch von meiner Liebe zu historischen Romanen erzählt. Da war ich dann gleich begeistert, als ich geteilte Träume auch noch erhalten habe. Aber leider hat es mich nicht so abgeholt, wie ich es mir gewünscht hab. Das liegt daran, dass ich erstens die Protagonistin Ingke nicht sympathisch fand und mir ihr Charakter irgendwie nicht gefallen hat. Sie hat ganz anders reagiert in Situationen, als ich das tun würde und war oft irgendwie dramatisch und gefühlt auch etwas anstrengend. Die Geschichten der anderen Charaktere fand ich spannend und das alles irgendwie zusammen gefunden hat. Otto mochte ich am liebsten und die Geschichte von Maren war am interessanten. Der Schreibstil war nicht so flüssig und es hat sich am Anfang auch ziemlich gezogen. Dafür war das Ende dann irgendwie so richtig schnell abgehandelt. [Weiter in den Kommentaren] Aber sonst fand ich es ganz gut zum Lesen, würde aber nicht eine hunderprozentige Leseempfehlung geben. Ich gebe 3 von 5 ⭐. Und 5/10. ☯ Lest ihr gerne historische Romane?
Die Schriftstellerin Ulla Mothes verwebt in ihrem Roman „Geteilte Gebiete“ den Osten und den Westen Deutschlands.
Es beginnt 1992, als 18jährige Inke erfährt, das sie adoptiert ist. Sie ist in der DDR aufgewachsen und ihrer Mutter Petra wurde wegen Republikflucht, die Erziehungsberechtigung aberkannt. Denn Inke will verstehen was Familie ist. Aus ihrer Adoptivfamilie erfährt sie von deren Schicksalen ab 1945.
Die Autorin schafft es die Erlebnisse aller Beteiligter ganz gut zu beschreiben. Besonders kann man Inkes Emotionen nachvollziehen. Es wurden menschliche und politische Katastrophen liebevoll verwebt.
Vielleicht ist das Ende etwas zu einfach, aber der Roman liest sich schön.
Ein Lese Exemplar meiner Tochter - sehr interessant, da ich zwischen Ost und West hin und her pendel und an beiden Orten wohne. Was für ein Segen, dass wir in Freiheit und Einheit leben können. Ich wusste nicht darum, wie weit sich der Staat in die Erziehung zum Beispiel allein erziehender Mütter eingemischt hat, damit sie im Dienst des Sozialismus ihre Kinder erziehen und auch die Pflicht zur Arbeit für die Mütter war mir nicht klar.
Ich fand den Roman extrem fazinirend. Es geht nicht nur um die Adoption und wie Ingke damit umgeht sondern auch um Deutsch deutsche Geschichte. Die Geschichte von Ingkes Familien geht am Ende des zweiten Weltkrieges los und endet in der Nachwendezeit. Das ganze ist extrem spannend und emotional erzählt.