Helium-3 ist eine SF-Geschichte, wie ich sie so noch nirgends gelesen habe, es ist auch ein völlig untypischer Roman von Brandon Q. Morris, der ihn, mit einem mir unbekannten Co-Autor, Cliff Allister, geschrieben hat.
Er beschreibt eine Begegnung zweier Spezies, die die letzten ihrer Gattung sind, auf der Suche nach einer neuen Heimatwelt.
Die eine Spezies, eine vogel-ähnliche, intelligente Rasse, deren Heimatplanet durch Naturkatastrophen zerstört wurde, fliegt in einem Generationenraumschiff (ein riesiger, ausgehöhlter Asteroid) in ein Sonnensystem ein, in dem es 4 Gasplaneten gibt, auf dem es ihr dringend benötigter Brennstoff; Helium-3, in reichlichen Mengen gibt. Sie beschließen deshalb, dieses System als neue Heimat in Besitz zu nehmen und bremsen ihre Fahrt mit einem Nanoseil am innersten Planeten ab, ihr Flug wird gebremst und aus dieser Folge wird der innerste Planet aus der Bahn geworfen der ihn auf einen Kurs führt der ihn schließlich aus dem Sonnensystem führen wird.
Zur gleichen Zeit entstehen 20 Wurmlöcher außerhalb des Systems, aus dem 20 Raumschiffe erscheinen, die einer spinnenartigen Rasse gehören. Auch sie brauchen für ihr Überleben dringend Helium-3, die sie aus den Atmosphären der vier Gasplaneten gewinnen wollen, auch sie sind die letzten ihrer Art, die durch interne Kriege ihren Heimatplaneten zerstört haben. Als sie das Generationenraumschiff bemerken, das auf den 5. Planeten, den größten Gasplaneten zusteuert, kommt es zu einem Konflikt zwischen den Spinnenartigen; eine Fraktion versucht in Verhandlung mit den Vogelartigen zu treten, die andere will sie ausrotten, um das System nicht mit ihnen teilen zu müssen.
Die Vogelartigen wissen zu diesem Zeitpunkt noch nichts von der Anwesenheit einer anderen Spezies, die auch Anspruch auf das Sonnensystem anmeldet, ein Erkundungsteam der Vogelartigen wird am 5. Planeten angegriffen, eine Überlebende wird von der "Friedens-Fraktion" gerettet und es findet ein Erstkontakt und eine Verständigung statt.
Als jedoch sich die gewalttätige Fraktion bei den Spinnen sich durchzusetzen droht und der Krieg mit den vogelähnlichen beginnt, tritt eine Dritte, technologisch überlegene, Macht auf den Plan, die vom 3. Planeten stammt. Sie verhindert die Kampfhandlungen und setzt schließlich eine Übereinkunft zwischen den Streitenden durch...
Mir hat dieser Roman ausgezeichnet gefallen, insbesondere überlassen die Autoren den Lesern auch einen Teil beim Lösen der Rätsel, so war mir bald klar, dass es sich bei diesem Sonnensystem nur um das Solsystem handeln kann. Nur über die Zeit der Ankunft war ich mir nicht im Klarem, so beschreiben die Autoren die Erde als Wasserplaneten mit einem einzigen Kontinent, die Tatsache, dass der Merkur aus der Bahn geschleudert wurde, signalisiert, dass es sich nicht um die Vergangenheit des Kontinents Gondwana handeln kann. Erst am Schluss wird klar, dass es sich um das Solsystem, Millionen von Jahren in der Zukunft, handelt. Die Menschheit existiert noch, downgeloadet als Bewußtseine in einem Quantencomputer, einige können sich in Klon-Körpern downloaden und so tätig werden, hier als Schlichter des Konflikts der zwei Rassen.
Auch die Charakterisierung der Protagonisten bei den Vogelartigen und den Spinnenartigen, ist den Autoren sehr gut gelungen, man konnte sich in die Charaktere sehr gut einfühlen, insbesondere die Figur der weiblichen Kimi bei den Vogelartigen, ist mir ans Herz gewachsen. Auch sind die Ideologien der beiden Spezies nicht stereotyp, sondern nachvollziehbar und manigfaltig.
Etwas unlogisch empfand ich die Tatsache, dass sich niemand um den 3. Planeten gekümmert hat, alle waren sofort scharf auf die Gasplaneten, der 3. Planet wird beschrieben als paradiesische Wasser- und Sauerstoff- Welt, an einer Stelle wird geschrieben, dass die Spinnenartigen darauf nicht leben können, wegen des Sauerstoffs, andererseits herrscht an Bord ihrer Raumschiffe eine Sauerstoff-Atmosphäre.
Mir hat das trotzdem sehr gut gefallen, bin mal gespannt, ob es eine Fortsetzung geben wird, allerdings denke ich, dass man es dabei belassen sollte, denn man kann damit auch eine großartige Utopie kaputt machen...