Nach ihrem Schulabschluss muss Carlin einfach weg aus Berlin und fort von den Problemen ihrer Mutter, die sie so lange gedeckt hat. Ihre eigenen Bedürfnisse hat sie tief in ihrem Herzen vergraben – damit ist jetzt Schluss! Bei ihrer Oma in Caladale im Norden Schottlands angekommen, nagen Carlins Schuldgefühle an ihr. Aber in der wilden Einsamkeit der Highlands verspürt sie zum ersten Mal eine unglaubliche Freiheit.
In dem verwunschenen Küstenort begegnet Carlin Arran Mackay. Er sitzt im Rollstuhl und ist der wohl nervtötendste Schotte der ganzen Grafschaft. Carlin begreift, dass im Land der Legenden alte Feindschaften zwischen den Clans noch immer das Leben der Menschen bestimmen.
Als sich dann Veränderungen wie Sturmwolken am Horizont zusammenbrauen, muss Carlin eine Entscheidung treffen. Denn es geht um die Zukunft Caladales! Und ausgerechnet Arran scheint das egal zu sein. Wird Carlin den Mut haben, für ihre Liebe und den Sommer der blauen Wünsche zu kämpfen?
Ich wurde 1963 in Jena geboren, bin drei Jahre später mit meinen Eltern nach Gotha gezogen, wo ich aufwuchs und zur Schule ging. Nach dem Abi habe ich als Hortnerin in einer kleinen Dorfschule gearbeitet und danach in Saalfeld eine Töpferlehre absolviert. In dem schönen Thüringer Städtchen habe ich auch meinen Mann kennengelernt. Für eine Weile habe ich bei einem Töpfer in Friedrichroda gearbeitet, dann als Arbeitstherapeutin mit Kindern in der Psychiatrie in Stadtroda. Mein Mann und ich wollten gerne auf dem Land leben und haben uns in das Abenteuer gestürzt, ein 86 Jahre altes Fachwerkhaus zu kaufen. Für kurze Zeit hatte ich darin auch eine eigene Töpferwerkstatt, aber nach der Wende begann ich Bücher zu schreiben und diese Leidenschaft hat mich nicht mehr losgelassen.
Im Jahr 1996 habe ich die Leidenschaft zum Beruf gemacht und arbeite seither als Schriftstellerin.
Seit meiner ersten Reise ins Indianerland, das war 1994, habe ich Romane über das heutige Leben der amerikanischen Ureinwohner für Erwachsene und für Jugendliche geschrieben.
Nach 15 Indianerromanen bekam ich große Lust, mit einer Geschichte in meine Heimat Thüringen zurückzukehren – sozusagen zu meinen Wurzeln. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und mit Sicherheit wird es weitere, in Thüringen angesiedelte Romane geben.
Wohin dieser Weg mich führen wird, weiß ich im Augenblick selbst noch nicht. Das ist das große Abenteuer des Schreibens.
Als Teenie war ich ein sehr großer Fan von Antje Babendererde, kaum gab es ein weiteres Buch von ihr in der Bücherei, da hatte ich das auch ausgeliehen und dann nicht nur einmal. Dementsprechend erfreut war ich, als ich ein Buch von ihr im Buchladen gesehen habe, obwohl mir als erstes der Titel ins Auge gesprungen ist – denn mal ehrlich, wie schön ist der bitte?
Mit diesem Buch begibt Antje Babendererde sich mal nicht zu den Native Americans, sondern in eine andere Region, nämlich nach Schottland. Wie oft beginnt das Buch damit, dass die Hauptfigur vor etwas/jemandem flieht und an einen anderen neuen Ort kommt, in der Hoffnung auf Ruhe. In diesem Fall ist es Carlin, weg aus Berlin und weg von ihrer Mutter, zu ihrer Granny nach Schottland. Recht am Anfang ihres Aufenthalts lernt sie auch Arran kennen, den männlichen Protagonisten des Buches. Arran: Erbe eines reichen schottischen Lords, berühmt-berüchtigt als Aufreißer und Raufbold – und seit einem Unfall im Rollstuhl. Carlin lernt während ihrer Zeit in Caladale die Menschen dort kennen und lieben (insbesondere Arran, natürlich ;) ), aber auch, was es bedeutet, von der Landwirtschaft in einer kargen Landschaft zu leben, in der das Land denjenigen, die es bewirten, nicht gehört und ein möglicher Verkauf drohend über ihnen schwebt.
Die Geschichte hat mir grundsätzlich ziemlich gut gefallen. Es gibt zwar keine wirkliche Spannungskurve, aber das ist okay. Manche Bücher funktionieren auch ganz gut, wenn nicht so viel passiert bzw. eigentlich klar ist, worauf es hinausläuft. Wie die anderen Bücher der Autorin ließ es sich sehr angenehm und sehr zügig runterlesen – ich habe etwa einen Tag dafür gebraucht. Der Stil ist dem sehr zuträglich, eher schlicht, ohne viele Schnörkel und zu viele Metaphern. Die Charakterdarstellung halte ich auch für gelungen. Da ist einmal Carlin, die sehr hadert zwischen dem, das sie gerne möchte und von dem sie weiß, dass es für sie gut wäre, und dem, zu dem sie sich verpflichtet fühlt und wegen dem sie seit Jahren ihre eigenen Bedürfnisse zurück stellt. Darüber hinaus hat sie noch ein weiteres Päckchen zu tragen, das ihr den Umgang mit Arran etwas erschwert. Das war meiner Meinung nach realistisch gestaltet, da diese Sorgen nicht sofort verflogen sind, als sie Arran nähergekommen ist, das im Gegenteil noch verstärkt wurde. Arran ist komplizierter, aber er ist auch ein wütender, frustrierter und trauriger Charakter. Dennoch verhält er sich die meiste Zeit Carlin gegenüber nicht wie ein Arschloch, wie das in vielen anderen Büchern dann durchaus mal der Fall ist. Manchmal verletzt er sie durch seinen scharfen Sarkasmus und ihm werden viele nicht sehr positiv konnotierte Eigenschaften zugeschrieben (trinkt zu viel, kifft zu viel, schreckt trotz Rollstuhl vor keiner Prügelei zurück), Carlin gegenüber verhält er sich aber sehr nett und kümmert sich, wenn nötig, auch um sie. Die Dorfbewohner*innen spielen keine zentrale Rolle, aber trotz ihres oftmals kurzem Auftreten werden sie allesamt gut und auf den Punkt charakterisiert.
Die Geschichte selbst hat mir gefallen… vieles in der Geschichte selbst nicht, leider. So finde ich den Umgang mit einem Charakter mit Behinderung an vielen Stellen höchst problematisch. Die Feststellung Carlins, dass Arran im Rollstuhl sitzt, ist regelrecht unangenehm geschrieben, insbesondere im Umgang damit. Das verläuft sich glücklicherweise nach einigen Aufeinandertreffen, aber es war wirklich cringy geschrieben und zu lesen. Da unterscheidet sich das Buch leider nicht von vielen anderen Büchern und ich hätte mir hier einen deutlich unbefangeneren Umgang auf Seiten Carlins gewünscht, einfach dass sie nicht so ein riesiges Ding daraus macht. Aber wenigstens hat der arme Junge im Rollstuhl schöne Augen (Sarkasmus off). Damit einher gehen die ganzen unangenehmen Klischees, die es immer gibt, wenn der Protagonist im Rollstuhl sitzt, dabei hätte es auch vollkommen ohne die einschlägige Google-Recherche, wie es mit seinen sexuellen Fähigkeiten aussehen könnte, funktioniert. Des Weiteren bezeichnet Carlin seinen Rollstuhl regelmäßig als „sein Gefährt“ bezeichnet, was gar nicht geht, da es sich dabei um ein Hilfsmittel handelt, das es Menschen ermöglicht, aktiv und selbstbestimmt ein Leben zu führen und daran teilhaben zu können.
CN: Fremdouting, Narben, Suizidversuch Des Weiteren kommt es zum Fremdouting queerer Charaktere, mehrfach, was gar nicht geht. Genau wie anderen Personen von den Narben und dem Suizidversuch einer anderen Person zu erzählen. CN Ende
Dies schätze ich alles als sehr problematisch ein. Darüber hinaus finde ich es schade, dass auf den Titel quasi keinen Bezug genommen wird. Die titelgebenden blauen Wünsche werden einmal erwähnt, haben aber nichts mit Carlin oder dem Plot zu tun, was somit verschenktes Potenzial ist. Des Weiteren… sind die Auflösungen mancher Dinge eine Katastrophe. Carlins Problemstrang wird zu einfach abgehandelt, bei Arran deutet sich zunächst eine absolut unrealistische Auflösung an, die dann noch eine Kurve macht und letztlich bei einem eher unangenehmen Romance-Trope landet. Es ist plausibel und begründbar, aber es lässt mich sehr seufzend zurück. Für die Auflösungen hätte ich mir persönlich wirklich einen anderen Weg gewünscht, manche Sachen im Voraus etwas anders etabliert und angesetzt…
Fazit: grundsätzlich eine nette und schöne Geschichte, aber einige Sachen haben mich schon beim Lesen sehr gestört, weshalb ich sie dann nicht komplett genießen konnte.
Die Werke von der Antje Babendererde begleiten mich seit meiner Jugend und allesamt waren sie Highlights für mich. Als ich nun von ihrem neuen Jugendroman „Sommer der blauen Wünsche“ hörte, stand für mich daher natürlich sofort fest, dass ich ihn unbedingt bei mir einziehen lassen muss. Auf Antje Babendererdes neues Buch, in welches sie uns in die atemberaubenden schottischen Highlands mitnimmt, habe ich mich riesig gefreut!
Carlin möchte einfach nur noch weg. Sie möchte weg aus Berlin und fort von den Problemen ihrer psychisch kranken Mutter. Die 16-jährige flüchtet daher kurzerhand nach Schottland, zu ihrer Oma in das kleine verwunschene Küstenstädtchen Caladale. Von der weiten Landschaft, der wilden Einsamkeit der Highlands und der rauen See ist Carlin sofort ganz verzaubert. Endlich hat sie das Gefühl, durchatmen zu können und frei zu sein. Carlin merkt jedoch schnell, dass auch an diesem Sehnsuchtsort nicht alles eitel Sonnenschein ist. Sie wird kurz nach ihrer Ankunft auf den 19-jährigen Schotten Arran Mackay treffen und erhält durch ihn neue Einblicke in das Land. Das Festhalten an Traditionen, der Aberglaube vieler Bewohner und die alten Feindschaften zwischen den Clans – all das bestimmt auch heute noch das Leben der Menschen in Caladale und sorgt für Konflikte. Carlin wird aber noch etwas ganz anderes begreifen: Man kann sich nicht aussuchen, wann und in wen man sich verliebt. Obwohl sie der Liebe eigentlich abgeschworen hatte und Arran ziemlich nervig und launisch sein kann, fühlt sie sich von der ersten Begegnung an zu ihm hingezogen. Arran hat es allerdings auch nicht einfach im Leben. Nach einem tragischen Unfall sitzt er im Rollstuhl und versucht seinen Problemen mithilfe von Whiskey und Joints zu entkommen. Carlin muss sich sehr bald eingestehen, dass sie sich in Arran verliebt hat. Ihre Zeit in Schottland wird ihr einen unvergesslichen und alles verändernden Sommer bescheren.
Wie oben bereits erwähnt hat mich bisher noch kein Buch aus der Feder von Antje Babendererde enttäuscht. Ich liebe ihre Bücher einfach. Ihre Geschichten stecken stets voller Authentizität und Einfühlsamkeit und nehmen uns Leser*innen immer an die wunderbarsten Orte mit. Mit „Sommer der blauen Wünsche“ entführt uns die preisgekrönte Autorin nun also nach Schottland – eines meiner liebsten Settings in Büchern. Leider war ich im wirklichen Leben noch nie in diesem einzigartigen, magischen Land, aber über das Lesen durfte ich es nun schon öfters bereisen. Und „Sommer der blauen Wünsche“ hat mir definitiv einen von meinen bisher schönsten buchigen Schottland-Aufenthalte beschert.
Ich habe mich eindeutig mal wieder zurecht so sehr auf einen neuen Antje Babendererde-Titel gefreut: Mir hat „Sommer der blauen Wünsche“ unvergessliche Lesestunden bereitet. Ich habe mich von den ersten Zeilen an pudelwohl zwischen den Buchdeckeln gefühlt und einmal in die Geschichte versunken, wollte ich am liebsten gar nicht mehr aus ihr auftauchen. Obwohl die Handlung sehr ruhig erzählt wird, war ich von den Geschehnissen von Anfang bis Ende völlig gebannt und habe das Buch regelrecht verschlungen. Dies ist in meinen Augen eine ganz große Stärke von Antje Babendererde: Ihr gelingt es in ihren Büchern stets meisterhaft, uns Leser*innen ganz ohne dramatische Cliffhanger oder viele unerwartete Plottwists durchgehend an die Seiten zu fesseln. Bei mir zumindest war dies bisher jedes Mal der Fall. Und da Antje Babendererde nicht nur diese Kunst perfekt beherrscht, sondern auch einen wunderschönen Schreibstil hat, lesen sich ihre Bücher für mich einfach immer nur fantastisch und super angenehm. (Und leider viel zu schnell, seufz.)
Worin die deutsche Autorin ebenfalls eine wahre Könnerin ist, ist das Erschaffen von lebensnaher Figuren. Ihre Charaktere wirken immer so echt und sind stets mit ganz viel Einfühlungskraft und Tiefsinn ausgearbeitet. So auch in „Sommer der blauen Wünsche“. Ob unsere beiden Hauptprotagonisten oder die Nebenfiguren: Mir haben sie allesamt unheimlich gut gefallen. Besonders gerne mochte ich unsere 16-jährige Ich-Erzählerin Carlin. Sie war mir auf Anhieb sympathisch und dank der anschaulichen Darstellungsweise ihrer Gefühls- und Gedankenwelt ist es mir von Beginn an mühelos gelungen, mich in sie hineinversetzen. Carlins Sorgen bezüglich ihrer psychisch kranken Mutter; ihre Schuldgefühle, weil sie ihre Ma gegen deren Willen in die Klinik hat einweisen lassen und danach allein nach Schottland geflüchtet ist; ihre innere Zerrissenheit zwischen der Verantwortung ihrer Mutter und ihren eigenen Bedürfnissen, die viel zu lange hinten anstehen mussten; ihre große Faszination und Liebe für Schottland; dieses herrliche Gefühl, endlich frei zu sein – all das konnte ich nur zu gut nachvollziehen. Auch in Arran, der ebenfalls ein großes Päckchen zu tragen hat, habe ich mich jederzeit hineinfühlen können. Wie er mit seinen Problemen und seinem Kummer umgeht, fand ich zwar nicht immer gut, aber ich konnte verstehen, warum er so handelt. Ich fand sein Verhalten nur realistisch.
Mit der Liebesgeschichte, die ich als völlig glaubhaft und authentisch empfunden habe, konnte mich die Autorin ebenfalls überzeugen. Carlin und Arran werden mit der Zeit Gefühle füreinander entwickeln und wie das beschrieben wird, ist einfach nur bezaubernd schön.
Wovon ich euch nun endlos etwas vorschwärmen könnte, ist das Setting. Wie die Charaktere, so beschreibt Antje Babendererde auch die vielen Schauplätze mit ganz viel Liebe und Echtheit. Die malerische Landschaft Schottlands, die Natur, das Meer, der fiktive schottische Küstenort Caladale, das Haus von Carlins Gran – traumhaft, sag ich euch! Ich hatte beim Lesen richtiggehend das Gefühl, live dabei zu sein. Ich habe die salzige Meeresluft förmlich schmecken, den für Schottland typischen vielen Regen auf meiner Haut regelrecht spüren und die Landschaft buchstäblich vor meinen Augen sehen können. Man merkt wahrhaft nur zu gut, dass die Autorin weiß wovon sie schreibt und für ihre Recherche selbst vor Ort war. So hat Antje Babendererde natürlich auch lauter interessante Fakten über die Bräuche und Legenden Schottlands in ihre Erzählung einfließen lassen. Ihre große Begeisterung für dieses faszinierende Land spürt man einfach auf jeder einzelnen Seite. In mir haben ihre bildhaften Beschreibungen ein richtiges Fernweh ausgelöst. Irgendwann möchte ich auch mal nach Schottland. Ich stelle mir dieses Land wahnsinnig toll und beeindruckend vor.
Meine Sehnsucht und Reiselust sollte dann nur noch größer werden, als ich mir die Bilder vorne und hinten auf den Innenseiten der Klappenbroschur anschaute, bei denen es sich um Fotos von Antje Babendererdes Recherchereise handelt. Die Innengestaltung ist wirklich klasse und auch das stimmungsvolle Cover ist in meinen Augen rundum gelungen. Sieht es nicht wunderhübsch aus? Also bei mir war es Coverliebe auf den ersten Blick.
Fazit: Ein großartiger Sehnsuchtsschmöker, der von den ersten Seiten an zum Träumen und Wohlfühlen einlädt. Antje Babendererde hat es mal wieder geschafft und mir mit einem ihrer Bücher ein echtes Highlight beschert. „Sommer der blauen Wünsche“ erzählt eine wundervolle Geschichte über Liebe, Freiheit und Geheimnisse. Über Schicksalsschläge, Entscheidungen, Veränderungen und dem Erwachsenwerden. Die Handlung steckt voller Feingefühl, Wärme und Tiefgang und verzaubert uns Leser*innen mit einer atemberaubend schönen Kulisse. Von mir gibt es eine ganz große Leseempfehlung und sehr gerne 5 von 5 Sternen!
Lange Jahre war Antje Babendererde eine meiner Lieblingsautorinnen und auch immer noch möchte ich jedes ihrer neuen Bücher lesen, auch wenn ich von den letzten, wie etwa "Wie die Sonne in der Nacht", überhaupt nicht begeistert war. Auch bei diesem Buch hatte ich zuvor große Hoffnungen und bin am Ende enttäuscht zurückgelassen worden. Der Schreibstil ist wie gewohnt locker und schnell zu lesen, auch die Charaktere und das Setting fand ich grundsätzlich sehr ansprechend. Allein zwei Punkte lassen mich sehr zwiegespalten zurück. Zuerst ist hier die fehlende Reflexion der Hauptfigur über ihr eigenes Verhalten zu nennen. Carlin hat (zu Recht) Vertrauensprobleme, scheut sich vor Nähe und hat Bindungsängste. Ein interessanter Startpunkt für die Hauptperson und auch ihre immer wieder auftretende Eifersucht wird zumindest gegen Ende hin thematisiert. Jedoch kommt es immer wieder zu Situationen, in denen sie Arren, in den sie sich verliebt, vorwirft, nicht ehrlich mit ihr zu sein, seine Erwartungen und Wünsche nicht zu verdeutlichen, und gleichzeitig bleibt sie vage, weicht jedem tieferen Gespräch aus und läuft immer wieder weg. Hier hätte sich mehr machen lassen, eine verpasste Chance.
Der zweite und meiner Meinung nach sehr viel größere Kritikpunkt betrifft die Tatsache, wie damit umgegangen wurde, dass Arren im Rollstuhl sitzt. Da meine Kritik sich auf einen wichtigen Plotpoint bezieht, werde ich sie in einem Spoilertag diskutieren, hier nur so viel: Arrens Angewiesenheit auf den Rollstuhl wird bis zum Ende der Geschichte als Problem, als Einschränkung gezeigt, der Fokus liegt auf allem, was er nicht kann. Carlin verliebt sich augenblicklich in den Ort Caladale, an den sie zu Beginn der Geschichte zieht, will am Liebsten nie wieder weg. Doch gleichzeitig ist es ein Ort, der mit Arrens Rollstuhl nicht kompatibel ist und die Art und Weise, wie dieser Konflikt aufgelöst wird, gefällt mir überhaupt nicht.
Und jetzt die Spoiler-Variante:
Und am Rande sei auch kurz noch die bi-erasure erwähnt, die mir negativ aufgefallen ist. Charaktere sind entweder komplett lesbisch oder komplett hetero - hatten sie Erlebnisse, die nicht in dieses Schema passen, dann werden sie als "Ausnahmen" tituliert und die Möglichkeit, dass man Gefühle für mehr als ein Geschlecht haben kann, auf textlicher Ebene ausgeschlossen.
Insgesamt bleibt bei mir der Eindruck, dass dieses Buch sehr von Sensitivity-Leser:innen profitiert hätte, da wohl sehr viel Recherche in die schottische Landschaft, aber recht wenig in die Themen Queerness und Behinderung geflossen zu sein scheint.
Ich habe die Bücher der Autorin als Jugendliche förmlich verschlungen und wollte deshalb auch diesem Roman eine Chance geben. Leider hat es außer dem schönen Setting und der spannenden schottischen Kultur nicht viel zu bieten. Einen Plot gibt es quasi nicht, die "Liebesgeschichte" besteht aus einem endlosen Kreislauf aus Streit, Versöhnung, Streit, Versöhnung, ohne dass je richtig klar wird, was die beiden überhaupt aneinander finden. Am schlimmsten aber war die latente Homophobie, die im Umgang mit den wenigen queeren Charakteren durchschimmert, und der ungeheuerliche Ableismus. Die Autorin hat es sicherlich nicht "böse gemeint", aber der Text gibt eindeutig ein problematisches, veraltetes Bild von queeren Menschen und Menschen mit Behinderung wider.
Eine schöne Geschichte über die Liebe, den Bund der Familie und die wilde Natur Schottlands. Leider teilweise etwas langatmig geschrieben, mit einem dann doch abrupten Ende.
When I started this book I was mainly hoping for an atmospheric setting, because I’ve read two other books by this author before and was pretty impressed by how she can bring the settings to life. And I got that out of this book as well, I felt like I was there, and it even made me emotional at points. Unfortunately I didn’t get a lot of other things I liked.
This book attempts to discuss a lot of topics including mental health, disability, pressure to fit in and “be normal” and land being taken away from the people who need it to make a living and places being destroyed. The way in which it handled them was a mixed bag though, for some it did a pretty decent job, others had some good points and some I was unsure about, and then there were some things I really had issues with, and I’m going to talk about some of them later.
But first, let’s discuss this romance. I didn’t like it, I didn’t buy into the feelings between the two, and was pretty annoyed by several aspects of it. At first I thought their dynamic might still be somewhat interesting, and that I might enjoy reading about it without shipping it, but in the end that wasn’t the case. This romance was a constant back and forth, they would get close, probably even kiss or make out or something, then they would get mad at each other for some reasons or another, the main character would run away and the love interest tell her to stay away from him, but they then almost immediately made up again and the cycle started all over. It got pretty repetitive after a while. Carlin’s jealousy issues were annoying as hell too, and also super unnecessary for the plot.
Talking about unnecessary things, there was a scene where Carlin kisses a girl, and somehow there was a lot more chemistry in this scene than I ever saw between her and Arran, but then it immediately gets brushed off as “she was just thinking about Arran during it”. The thing is, her thinking about Arran wasn’t exactly on page during that scene, in fact she seemed to be pretty attracted to the girl, and it definitely read at least a little bi to me. I hoped we would get some scenes of her reflecting on her sexuality, maybe figuring out she liked women too, but that whole thing was done away with so quickly, and in the end only served to create drama and to out a side character as a lesbian. To make matters even worse, the main character then outs not only this girl to Arran, but another gay side character, who barely even had anything to do with the situation, as well. That other side character had even talked about how it wasn’t safe for him to be out at a place like that, yet she totally ignores that.
Let’s talk about Arran’s penis next. Or rather, Carlin’s obsession with it and whether or not it functions that she had from the very start of the book. Soon after she first meets Arran, way before she realizes she had feelings for him, or even develops those feelings in the first place, she was already thinking about whether him being in a wheelchair meant he couldn’t have sex. And not only once, but all the fucking time. It felt creepy, it felt invasive, it felt a little ableist, and also are we really still writing books about characters who think you need a penis to have sex? (Spoiler alert: Of course he can get hard. Because apparently you have to be able to put a penis into our protagonist, otherwise you are not worth being a love interest.)
I really thought things couldn’t get any worse, but then Arran’s disability suddenly gets “cured” and he can walk normally again. So not only do people need to be able to get hard, they also need to not be in a wheelchair in order for it to count as a happy ending. Had we been told from the start that there’s a chance Arran might get out of the wheelchair again, it would have been an entirely different matter, but the book made us (and Carlin) believe differently and then used it as a plot twist.
Die Bücher von Antje Babendererde begleiten mich seit meiner Jugend. Ihre Geschichten über das heutige Leben der indigenen Völker Amerikas hatten mich berührt, wie beispielsweise zuletzt „Wie die Sonne in der Nacht“ oder „Schneetänzer„. Einfühlsam und lebensnah, gleichzeitig spannend für jugendliche und erwachsene Leser, werden darin die Lebensumstände, die Vergangenheit der Völker sowie heutige Konflikte beschrieben. Umso neugieriger war ich auf ihren neuen Jugendroman, „Sommer der blauen Wünsche“, der statt in Amerika in Schottland spielt, der sich der schottischen Clan-Historie widmet, mit einer Prise schottischer Rauheit vielleicht. Und was soll ich sagen? Was war dieser Roman wundervoll! Ich habe mich verliebt in Schottland und in diese Geschichte.
Doch von Anfang an. Worum geht es eigentlich? Wie in fast allen Romanen von Antje Babendererde beginnt die Geschichte mit einer Reise. Carlin flieht aus Berlin, wo sie mit ihrer psychisch kranken Mutter lebt, zu ihrer Oma in eine Kleinstadt im Norden Schottlands. Hier hofft sie, zur Ruhe zu kommen, denn in Berlin haben die Stimmungsschwankungen ihrer Mutter ihr Leben bestimmt. Hinzu kommt eine bittere Erfahrung mit der Liebe, die sie am liebsten vergessen möchte. In Schottland empfangen sie die weite Landschaft und das raue Meer und Carlin hat zum ersten Mal seit langer Zeit wieder das Gefühl, durchatmen und nur sie selbst sein zu können. Doch kaum ist sie angekommen, lernt sie den launischen Arran kennen. Durch ihn erfährt Carlin mehr über das Land, aber auch, wie die Vergangenheit der Clans bis heute das Leben der Bewohner Caladales bestimmt. Und während sie noch damit beschäftigt ist, deren Konflikte zu verstehen und sich ihrer Gefühle für Arran klar zu werden, merkt sie, dass sie ihrer eigenen Vergangenheit ebenfalls nicht entfliehen kann.
Die Handlung mag, wenn man viel im Genre Young und New Adult liest, etwas abgenutzt klingen. Doch dem ist ganz und gar nicht so. Die Autorin hat mit „Sommer der blauen Wünsche“ wie so oft eine ganz besondere Geschichte erzählt. Das liegt unter anderem an ihrer Art, die Realität immer auch mit einem Hauch Magie zu verbinden. In früheren Büchern waren es die Rituale der indigenen Völker und ihre Verbundenheit mit der Natur, die dies herbeiführten. Hier ist es der Aberglaube der Bewohner Caladales, die tiefe Verwurzelung mit der Vergangenheit inklusive Landeroberungen und Clan-Fehden, und natürlich die atemberaubend schöne Landschaft, die alles etwas geheimnisvoll wirken lassen. Ich war ganz gebannt von dieser Mischung.
Auch ihren Figuren begegnet Babendererde mit viel Tiefsinn und Feingefühl. Carlin ist hin- und hergerissen zwischen der Verantwortung für ihre Mutter und der neu gewonnen Freiheit in Schottland. Arran hadert mit seinem Schicksal, ihn belasten Schuldgefühle, denen er durch Teilnahmslosigkeit zu entkommen versucht. In beide konnte ich mich unmittelbar hineinversetzen. Auch die Nebenfiguren sind vielschichtig ausgearbeitet. Besonders schätze ich an „Sommer der blauen Wünsche“, dass die Gefühle der Protagonisten nicht in kunstvollen Metaphern beschrieben, sondern schlicht und klar benannt werden. Zudem sind die Figuren absolut realistisch gezeichnet. Arran ist beispielsweise oft verschwitzt, wenn er im Rollstuhl fährt. Er trinkt zu viel, er kifft, er prügelt sich und ist die meiste Zeit weit davon entfernt, der Held der Geschichte zu sein. Doch darauf kommt es gar nicht an. Gerade diese Unvollkommenheit ist es, die die Figuren so einnehmend macht. Sie machen Fehler, stehen dazu und lernen daraus, ohne dass dies dramatisch zugespitzt wird.
Die Spannung entsteht folglich nicht durch dramatische Cliffhanger oder überraschende Plottwists, sondern ganz natürlich. Das Lesen ist wie ein ruhiger Fluss, dessen Sog man sich dennoch nicht entziehen kann. So angenehm! Überhaupt ist das eine absolute Stärke der Autorin, die ich bislang in jedem ihrer Romane bewunderte. Nichts erscheint übertrieben, alles – die Figuren, die Landschaft – wirkt angenehm echt und greifbar. Man merkt, dass die Autorin für die Recherche vor Ort war und ihre Begeisterung für das Land unmittelbar auf das Papier übersetzte. Als Leserin war ich da: Am Meer, auf den windumtosten Wiesen und Weiden, in Caladale (übrigens ein fiktiver Ort), im Pub. Ich schmeckte den Whiskey, die salzige Luft, ich spürte den kalten Regen und die wärmenden Sonnenstrahlen. Herrlich.
Es steckt also ganz viel Liebe in „Sommer der blauen Wünsche“, die Liebe zur Landschaft und zu den Figuren. Dies spiegelt sich in der Gestaltung des Romans wieder. Die Details haben mich verzückt: Die Fotos auf der Innenseite der Klappenbroschur, die Antje Babendererde bei ihrer Reise durch Schottland zeigen, die Vogelbilder auf einzelnen Seiten und das wunderschöne Cover, das einen Eindruck von Freiheit vermittelt. Dieses hübsche Buch gesellt sich nun zu den anderen Romanen der Autorin, um irgendwann sicherlich erneut gelesen zu werden.
„Sommer der blauen Wünsche“ von Antje Babendererde erzählt unglaublich warmherzig und offen vom Erwachsenwerden, von der ersten Liebe und ernsten familiären Problemen. Ich war wie verzaubert – von den Figuren, vom Setting Schottland und von der Story im Allgemeinen. Ideal für alle, die Fernweh nach Schottland verspüren und sich mal wieder so richtig in einer Erzählung verlieren möchten!
Ich mochte die Kulisse in der das Buch geschrieben wurde aber leider konnte mich die Protagonistin nicht überzeugen. Ich fand ihr handeln sehr sprunghaft und wenig überlegt.
Sommer der blauen Wünsche ist der neue Jugendroman aus der Feder von Antje Babendererde und im Arena-Verlag erschienen. Die Autorin hat ja bereits einige Jugendbücher geschrieben und ich bin immer wieder über ihre Romane gestolpert, habe mich aber dann doch noch nicht an ihre Bücher getraut. Mit "Sommer der blauen Wünsche" hat mich ihr neuer Roman aber sofort angefixt und es war an der Zeit endlich einmal eins ihrer Bücher zu lesen und ich bin definitiv überzeugt worden!
Das Cover finde ich wirklich hübsch, nicht zu auffällig und von den Konturen schlicht gehalten, aber die Mischung aus den dunklen Farben und dem warmen Pink gibt einen tollen Kontrast und schreit nach Natur und Abenteuer und durch das Paar in der Mitte auch dem Zauber einer wunderschönen Liebe. Es passt also wirklich super gut zur Geschichte und auch die Innengestaltung ist toll geworden, sogar mit echten Fotos aus einer Schottlandreise der Autorin und der Titel hat eine echt berührende Bedeutung.
Nach dem Chaos bei sich in Berlin, soll Carlin zu ihrer Großmutter ins kleine Caladale ziehen, ein kleiner Ort in der wunderschönen wilden Gegend von Schottland. Obwohl Carlin in der Großstadt aufgewachsen ist, so fühlt sie sofort die Verbindung zu diesem magischen Ort, dessen Natur sie bezaubert und nicht nur das. Auch die Menschen in Caladale sind so ganz anders, als Carlin kennt und besonders als sie Arran, den jungen Sohn des Lords, kennenlernt, ist ihre Neugier und Faszination geweckt. Doch kann man sich wirklich so schnell in ein Land und eine Person verlieben? Dazu ziehen dunkle Wolken über Caladale auf, die alles zerstören könnten, was Carlin zu lieben gelernt hat ...
Der Schreibstil der Autorin hat mir von Anfang an sehr gut gefallen und man merkt ihren eigenen Stil Geschichten zu erzählen schnell kennen. Durch die detailreichen Beschreibungen erweckt sie das Setting zum Leben und da Schottland ein wirklich tolles Land ist, hat es bei mir direkt Fernweh ausgelöst. Auch wenn es für meinen Geschmack ab und zu vielleicht etwas zu ausschweifend war, hat die Autorin eine wirklich schöne Art Geschichten zu erzählen und das sehr realistisch und sehr tiefgründig.
Die Charaktere sind ebenfalls sehr gut gezeichnet worden, denn nichts ist besser als Charaktere als wirkliche Menschen kennenzulernen, mit all ihren Fehler und Kanten. Sowohl Carlin als auch Arran sind alles andere als perfekt, haben ihre eigenen Päckchen und Erfahrungen und dass da auch nicht beschönigt wird, finde ich einen tollen Zug der Autorin. Nichtsdestotrotz wachsen sie einem total ans Herz und man kann nicht anders, als sich über ihre Entwicklung zu freuen. Auch Nebencharaktere erreichen Tiefe und Sympathie und vervollständigen die einzigartige Atmosphäre des Romans.
Ich kannte zuvor noch kein Buch der Autorin und wusste deshalb nicht, was mich erwartet, aber ich habe es definitiv keine Sekunde bereut endlich ein Buch der preisgekrönten Autorin gelesen zu haben. Man merkt, wie viel Herzblut in das Buch geflossen ist, denn auch wenn der Fokus natürlich auf Carlin und ihrer Suche nach ihrem Weg gelegt wurde, erfährt der Leser auch ganz viel über die schottische Geschichte und wie diese die Menschen noch bis zum heutigen Tage geprägt hat, ihre Kultur und ihre Denkweise. Nur so konnte die Autorin diese Tiefe erreichen, die diese Geschichte wirklich ausmacht. Das Buch ist leicht zu lesen, aber gewiss keine leichte Lektüre und widmet sich ernsten Themen, wie gefühlvollen Szenen gleichermaßen gut. Mir hat ein bisschen der letzte Funke zwar noch etwas gefehlt, aber ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen und die Begeisterung der Autorin kam nur allzu deutlich an. Ich vergebe sehr gute 4****!
Meine Meinung Die Geschichten von Antje Babendererde begleiten mich schon seit meiner frühen Teenagerzeit. Ich liebe es, wie die Autorin einen an die schönsten Orte der Welt mitnimmt und einem stets etwas zum Nachdenken mitgibt.
Darum habe ich mich sehr darüber gefreut, als ich gelesen habe, dass ein neues Buch von ihr erscheint. Und noch mehr, als ich ein Hörbuchexemplar für eine Lovelybooks-Leserunde erhalten habe.
Das Cover finde ich traumhaft schön, weil es die Stimmung der Geschichte perfekt einfängt. Die rosa-blaue Farbgebung und das dezent aufgegriffene Schottenmuster, ebenso wie die Silhouetten der Protagonisten und die Weite der schottischen Landschaft haben mich direkt angesprochen.
Weil das Zusammenleben mit ihrer Mutter nicht mehr funktioniert, verschlägt es Carlin zu ihrer Großmutter nach Caladale. Der kleine Ort im Norden Schottlands bietet die perfekte Kulisse für die Geschichte einer jungen Frau, die ihren Platz im Leben sucht.
Die Suche nach einem Sinn hat Arren bereits aufgegeben. Seit einem Unfall sitzt er im Rollstuhl und ist gezwungenermaßen zurück in seine Heimat Caladale gekehrt.
Das ungleiche Paar findet alles andere als reibungslos zueinander, gibt sich, was es in seiner komplizierten Lebenssituationen braucht.
Die Entwicklung der beiden hat mir gut gefallen. Man wusste nie genau, was als nächstes passiert. Ihre Beziehung ist so stürmisch, rau und regnerisch wie die schottische Landschaft, aber gleichzeitig wunderschön und vor allem echt.
Erneut gelingt es der Autorin die Probleme der Menschen in der Region unaufdringlich aber eindrucksvoll zu vermitteln, sodass ich etwas gelernt habe.
Die Themen sind zum Teil sehr erwachsen. Verlust, psychische Krankheit, Alkohol, Drogen, Sexualität und Co. spielen im Leben der Figuren eine große Rolle. Ich finde es authentisch und gut, dass diese Einfluss in die Geschichte finden. Für das empfohlene Lesealter sind sie vielleicht etwas schwierig, zumindest hätte mein 14-jähriges Ich sich an der einen oder anderen Stelle vielleicht etwas überfordert gefühlt.
Antje Babendererde hat einen einmaligen Schreibstil, der auch diese Geschichte geprägt hat.
Ausgesprochen gerne mochte ich die Sprecherin Katinka Kultscher. Es ist sehr erfrischend, bei einem Jugendbuch eine Stimme etwa im Alter der Protagonistin zu hören.
Auch dass die Printversion nachhaltig produziert ist, finde ich aufgrund der Naturverbundenheit der Geschichte sehr passend. Leider ist eine solche Produktion noch nicht selbstverständlicher Standard.
Mein Fazit Insgesamt wieder eine wunderschöne Geschichte, die sich trotz ihrer zum Teil ernsten Themen wie ein kleiner Urlaub nach Schottland anfühlt!
Genau den will die fast 17-jährige Carlin an der Nordküste Schottland. Sie ist weg von Berlin, weg von ihrer Mutter und deren Problemen und endlich bei ihrer Oma. Angekommen in einer Traumhaften Kulisse, weitab vom Trubel der Großstadt, lernt Carlin, dass in Caladale, im Norden Schottlands die Uhren anders laufen. Hier trifft sie auf den 19-jährigen Arran MacKay, der im Rollstuhl sitzt und der ihr sehr vertraut vorkommt, auf eine seltsame Art und Weise. Dabei ist Arran kein gern gesehener Gast in Caladale, denn sein Vater will Caladele verändern und alte Clan-Fehden scheinen immer noch Bestand zu haben. Carlin ist sich sicher, das mehr hinter Arran steckt als er selbst weiß und stellt Nachforschungen an und erfährt mehr und mehr, dass Caladele Hilfe braucht.
Meine Meinung
Das Cover hat mich bei diesem Titel nicht sofort angesprochen, aber der Klappentext. Ich muss gestehen, dass dieses Buch eines meiner absoluten Lese-Highlights ist. Ich liebe den bildhaften, emotionalen Schreibstil, der bei mir absolutes Kopfkino ausgelöst hat in einem Setting, das zum Träumen einlädt.
In Schottland, in einem kleinen Örtchen, lebt die Oma von Carlin, die mir sehr gut gefällt und die ihre Enkelin mit offenen Armen begrüßt, nachdem sich die beiden Jahre nicht gesehen haben.
Dann ein geheimnisvoller Junge, der nicht nur arrogant ist, sondern auch ein Selbtsbewusstsein hat, das Carlin im ersten Moment erschreckt. Nur, dann erfährt sie das er im Rollstuhl sitzt und das er erst einen schlimmen Unfall hatte, der dafür verantwortlich war.
Nur was ist passiert?
Hier erfährt man die Hintergründe Stück für Stück, wie auch Carlins Entscheidung von Berlin und vor ihrer Mutter zu flüchten. Denn Carlin hat einiges hinter sich und will hier zur Ruhe kommen und vor allem zu sich selbst finden. Eine interessante Story über zwei Seelen, die das Schicksal wieder zusammenführt.
Für mich ein gelungener Buchtipp für alle, die Schottland genauso faszinierend finden wie ich und vor allem die auf tolle Lovestorys stehen.
Jugendroman in wunderschöner Kulisse und mit tiefgründiger Geschichte
„Sommer der blauen Wünsche“ ist der neue Jugendroman der Autorin Antje Babendererde, in welchem sie die Leser*innen diesmal ins malerische Schottland entführt. Nicht nur die eindrücklichen Beschreibungen der Natur lesen sich bezaubernd, auch die Geschichte ist ansprechend, tiefgründig und auch ein wenig magisch. Alle Protagonisten wurden stimmig, individuell und vielfältig dargestellt und so geht die Handlung schnell in die Tiefe. Es geht nicht „nur“ um eine schöne Liebesgeschichte, sondern um so viel mehr. Neben den gelungen dargestellten zwischenmenschlichen Beziehungen, kommt auch wunderbar der Charme und die Besonderheiten der Gegend heraus. Dabei erfährt man unter anderem was Gemeinschaft bedeutet, erkennt aber auch Nachteile des abgeschotteten Lebens, wie die unfassbare Engstirnigkeit mancher Bewohner und jahrelang andauernde Familienfehden. Teil der Geschichte sind nämlich auch immer wieder Mythen und Sagen der Umgebung und die Lebensweise der Highlander. Immer wieder konnte mich die Handlung überraschen und war auch durch den Schreibstil ein echtes Highlight für mich. Deshalb kann ich das Buch nicht nur jungen Leser*innen, sondern auch allen Anderen wärmsten empfehlen.
Die 16 Jährige Carlin reist nach ihrem Schulabschluss zu ihrer Großmutter nach Schottland. Berlin und seine grauen Wohnblöcke und alle die Probleme mit ihrer Mutter bleiben zurück. In Caladale lernt sie Arran Mackay kennen, einen jungen Schotten, der im Rollstuhl sitzt. Arran scheint nicht recht zu diesem Stückchen Erde zu passen, während Carlin sich regelrecht zu verlieben scheint . Aber wo ist ihr eigentliches zu Hause ? Finden beide Ihr Stückchen Erde, zu dem sie gehören können?
Nach all den fantastischen Indianergeschichten, reisen die Leser von @antje.babendererde.autorin nun nach Schottland. Eine natürliche Atmosphäre mit viel Liebe zum Detail lässt den Leser einen Teil von Schottland bei sich zu Hause erleben. Um für ihre Geschichten so hautnahe wie nur möglich zu sein, reiste die Autorin mehrere Male nach Schottland. Dort lernt sie die Menschen und auch ihre Landesgeschichte kennen. Ich freue mich bereits auf die noch kommenden Geschichten :)
Ein typischer Babendererde-Roman: Teenager-Mädchen aus Deutschland (Carlin, fast 17) mit schwierigem Hintergrund (Mutter manisch-depressiv, Vater hat die Familie vor langem verlassen) fährt zu Verwandter ins Ausland (Oma in Schottland), wo sie sich selbst findet und einen Jungen trifft, der große eigene Probleme hat (Arran hat ein schwieriges Verhältnis zu seinem Vater und sitzt nach einem Unfall im Rollstuhl). Die gut recherchierte lokale Kultur bildet den Hintergrund für die Geschichte. Kurzweilige Unterhaltung.
Ein absolutes Wohlfühlbuch. Ich wollte gar nicht, dass es endet. Der Schreibstil der Autorin ist sehr fließend und fängt die Atmosphäre super ein. Die Charaktere sind durch ihre Makel sympathisch. Auch wenn die Geschichte nicht spannend im herkömmlichen Sinne ist, habe ich mitgefiebert und möchte nun auf der Stelle nach Schottland reisen.
Der Anfang hat mir gut gefallen, besonders die Erzählungen zu Schottland. Zum Ende hat die Qualität des Schreibstils und die Storyline stark abgenommen und es wurde sehr vorhersehbar, unrealistisch und wenig fesselnd. Ein typisches Büchereibuch. War nett zu lesen.
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Wie immer wunderbar geschrieben, als wäre man selbst dort gewesen. Spannende Geschichte und wunderschönes Cover. Wäre toll, wenn weiter Geschichten von ihr in Schottland spielen würden
Eine besondere und atmosphärische (Liebes-)Geschichte mit Tiefe.
Zur Geschichte:
In meiner frühen Jugend habe ich die Bücher von Antje Babendererde reihenweise aus unserer Stadtbücherei ausgeliehen und so sehr geliebt, dass für mich schnell feststand, dass ich ihr neues Buch unbedingt lesen und besitzen muss!
Die Kulisse ist traumhaft schön und besticht mit rauen, aber eindrucksvollen Schottland-Vibes. Durch die bildhaften Beschreibungen hatte ich das Gefühl, selbst vor Ort zu sein und bekam beim Lesen immer stärkeres Fernweh. Eine große Besonderheit der Autorin ist, dass sie fremde Kulturen (insbesondere die der Indianer) detailliert und so weit ich es vom Gefühl her beurteilen kann realitätsgetreu beschreibt, was ich an ihren Büchern unheimlich schön und beeindruckend finde. Man lernt beim Lesen etwas über unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, ihre Werte, Einstellungen und Probleme und das finde ich toll!
Neben typischen Jugendbuchthemen wie Familie, Freundschaft, Erwachsenwerden, Loslassen, Liebe, Sexualität und Selbstfindung spricht Antje Babendererde hier auch einige ernste Themen an, welche sie authentisch umsetzt und jugendgerecht aufbereitet. Die Geschichte hat Tiefe, besitzt Lebensnähe und Bedeutung, was sie in meinen Augen mehr als lesenswert macht. Manche Aspekte werden nur subtil in die Handlung eingeflochten, erscheinen aber trotzdem durchweg ehrlich, unverblümt und echt. Antje Babendererde täuscht nichts vor oder beschönigt, sondern stellt die Dinge so dar, wie sie wirklich sind und genau das liebe ich so an ihren Büchern. Sie sind wahrhaftig wie das Leben selbst.
Die Liebesgeschichte ist zwar schön aufgebaut, konnte mich aber trotzdem nicht gänzlich abholen, da ich Feuer und Intensität etwas zu sehr vermisst habe. Ich hätte mir stärkere und greifbarere Emotionen gewünscht, die mich richtig mitreißen und ergreifen können. Dennoch ist die Liebesgeschichte von Carlin und Arran einnehmend und gefühlvoll. Ich mochte vor allem ihre Entwicklung und den Kontrast zwischen den beiden Protagonist:innen, die trotz dessen wunderbar miteinander harmonieren (oder gerade deswegen, wer weiß das schon).
Die Handlung hat mir gut gefallen, konnte mich aber nicht hundertprozentig catchen, gerade was den einen Plot Twist anbelangt - mir hat einfach noch das gewisse Etwas gefehlt. Das Buch hat sich für mich beim Lesen nicht ganz so magisch angefühlt wie es andere Werke der Autorin früher getan haben, aber vielleicht liegt das auch einfach an meiner mit dem Alter etwas nachlassenden Begeisterungsfähigkeit...
Zu den Charakteren:
Die Geschichte wird aus der Sicht von Carlin in der ersten Person Singular erzählt.
Antje Babendererde hat hier lebendige und authentische Charaktere mit Ecken und Kanten erschaffen, die menschlich und greifbar erscheinen. Während ich Carlin auf Anhieb mochte und mich gut in sie einfühlen konnte, habe ich eine Weile gebraucht bis ich auch mit Arran warm wurde, aber je besser ich ihn kennenlernte, desto mehr mochte und verstand ich ihn und seine kalte, etwas ruppige Art. Die Protagonist:innen sind perfekt unperfekt, individuell, vielschichtig und echt.
Zum Schreibstil:
Das Buch lässt sich flüssig lesen und hat einen einnehmenden und erfrischenden Schreibstil, der nur so vor bildhaften und atmosphärischen Beschreibungen strotzt. Antje Babendererde hat ihren eigenen Stil, welcher ihren Geschichten eine besondere Note und einen Hauch Magie verleiht. Ihr Schreibstil ist ehrlich, lebendig und gefühlvoll.
Weitere Anmerkungen:
Kapitel 25 fehlt, auf 24 folgt gleich 26, aber dafür kann die Autorin schließlich nichts, weswegen es auch nicht in meine Bewertung miteinfließt.
Fazit:
Ich kann euch dieses Buch nur ans Herz legen, wenn ihr auf der Suche nach besonderen Geschichten mit Tiefe und eindrucksvollen Schauplätzen seid. Das Setting ist magisch und verzaubert seine Leser:innen mit Bildlichkeit, Kultur und Atmosphäre. Sensible Themen werden gefühlvoll und altersgerecht aufbereitet und konnten mich ebenso sehr berühren wie die vielschichtigen Charaktere. Dennoch hatte ich mir von diesem Buch noch ein kleines bisschen mehr (Magie) erhofft, weswegen ich "nur" vier von fünf Sternen vergebe.