Noah Klieger war 13, als er sich während der deutschen Besatzung Belgiens einer jüdischen Untergrundorganisation anschloss und half, jüdische Kinder in die Schweiz zu schmuggeln. Noah Klieger war 16, als er im Morgengrauen als Häftling in Auschwitz ankam, bei Minusgraden. Noah Klieger hatte noch nie geboxt, als am Tag seiner Ankunft im Vernichtungslager gefragt wurde, ob sich Boxer unter den Häftlingen befänden und seine Hand nach oben ging. Die tägliche Sonderration Suppe für die Mitglieder der Boxstaffel von Auschwitz ließ ihn lange genug überleben. Noah Klieger war 20, als die Vernichtungslager befreit wurden. Er hat drei Todesmärsche und vier Konzentrationslager überlebt in einer Zeit, in der ein Wort, eine gehobene Hand oder ein Schritt den Tod bedeuten konnten oder das Leben. Auch in den dunklen, eiskalten Stunden fand er Hoffnung, fand er Kämpfer für den Widerstand gegen die Deutschen, fand er Verbündete, die mit ihm Kartoffeln stahlen, fand er einen Arzt, der ihm das Leben rettete, fand er List und Glück und einen letzten Laib Brot.
Takis Würger erzählt die Lebensgeschichte des Noah Klieger – von seiner Kindheit im Frankreich der 1920er Jahre, seinem Überleben in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten bis zu seinem Engagement für die Staatsgründung Israels. Der Bericht eines großen Lebens – atemberaubend gut erzählt. Eine Geschichte, die nicht vergessen werden darf.
Takis Würger, geboren 1985, ist Redakteur beim Nachrichtenmagazin »Der Spiegel«. Im Alter von 28 Jahren ging er nach England, um an der Universität von Cambridge Ideengeschichte zu studieren. Dort boxte er als Schwergewicht für den Cambridge University Amateur Boxing Club und wurde Mitglied in verschiedenen studentischen Klubs.
Dieses Buch , die Biographie, die Reise in eine lange, dunkle, grausame Vergangenheit Deutschlands, muss gelesen werden. Sie darf nicht vergessen werden. Gerade in der heutigen Zeit muss sich jeder Mensch vergegenwärtigen, wozu Politikverdrossenheit und Populismus gepaart mit manipulativer Rhetorik in der Geschichte geführt haben. Welch Grauen für alle Menschen weltweit daraus entstanden sind. Was Menschen anderen Menschen antun können.
Ein kurzes Buch mit einer beeindruckenden Lebensgeschichte, die nur so aufgeschrieben wurde, wie sie erzählt wurde. Die Sprache ist einfach und vereinfachend, Anekdoten wurden aneinandergereiht, es gibt keine Differenzierungen in den Personen. Der Inhalt des Buches lässt den Atem anhalten, das Erlebte ist schon beim Lesen kaum auszuhalten, der Respekt vor der Person Noah Klieger kann kaum größer sein. Erst durch das Nachwort habe ich verstanden, warum das Buch genau in dieser Weise geschrieben werden musste. Einerseits ist es ungeheuer wichtig, zu einem Zeitpunkt, an dem die Augenzeugen verschwinden, deren Berichte für die Nachwelt zu bewahren und zwar in einer Weise zu bewahren, die emotional bewegt, um Herzen und Sinne folgender Generationen zu erreichen. Andererseits muss man sich darüber im Klaren sein, dass nur die Wahrnehmung Noah Kliegers beschrieben wird und wenn sie wirkungsvoll veröffentlicht werden soll, kann sie nicht korrigiert werden. Unser aller Lebenserinnerungen sind von Täuschungen durchsetzt, die zu unserem Leben gehören und unsere Entwicklung mitbestimmt haben. Ein Überlebender von Auschwitz, der es als seine Pflicht ansieht, die Erinnerung an schlimmste Ereignisse aufrecht zu erhalten, musste eine Möglichkeit finden, zu erzählen, ohne durch das Erzählen retraumatisiert zu werden. Diese Funktion erfüllen die Anekdoten, die in immer gleicher Weise aneinandergereiht, die Zuhörer erreichen, ohne den Erzähler zu überfordern.
Meine Bewertung kann die Hintergründe nicht wiedergeben. Das Buch ist wichtig und es konnte nur so geschrieben werden, aber es ist eben auch keine herausragende Literatur (die es auch nicht sein muss, um den Zweck zu erfüllen).
2.10.2023 - die AFD kommt laut wahltrend momentan auf 21,6%. erinnerungskultur ist so unglaublich wichtig und ich bin froh das noah krügers geschichte aufgeschrieben wurde und uns für immer an dieses leid erinnern wird.
ein unglaublich wichtiges, trauriges und mitreißendes buch. ich konnte es nichtmehr weglegen und habe es an einem abend durchgelesen.
Erst 16 Jahre ist Noah Klieger alt, als der Jude in die Fänge der Nazis gerät. Er wird als Mitglied einer jüdischen Widerstandsgruppe enttarnt und muss im Anschluss als Jugendlicher die Konzentrationslager Auschwitz, Dora-Mittelbau und Ravensbrück durchleiden. Unvorstellbare Gräuel muss Noah im Vernichtungslager mitansehen, Qualen und Demütigungen auch selbst über sich ergehen lassen. Doch er überlebt den Holocaust und beschließt, seine neue Heimat in Israel zu suchen.
„Noah - Von einem, der überlebte“ ist ein Buch von Takis Würger, das die Lebensgeschichte des Shoah-Überlebenden Noah Klieger erzählt.
Meine Meinung: Das Buch ist kein fiktives Werk, sondern stützt sich auf Gespräche, die der Autor mit Klieger geführt hat. Es besteht aus vier Teilen. Der erste umreißt Noahs Kindheit und Jugend sehr kurz und schildert vor allem seine Zeit im Vernichtungslager. Der zweite Teil erklärt, wie es nach der Befreiung durch die Russen mit ihm weiterging, der dritte erzählt von Noahs Fahrt mit dem Schiff Exodus und den Anfängen seines Engagements um die Gründung des Staates Israel. Der Schluss ist ein Mix von Anekdoten, kurzen Zusammenfassungen, was aus den zuvor genannten Personen wurde, und einem anklagenden Fragenkatalog zum Thema Holocaust.
Der Schreibstil ist geprägt von einer klaren, aber reduzierten Sprache mit einer einfachen Syntax. Kurze Hauptsätze reihen sich aneinander. Dieser Stil passt im ersten Teil noch ganz gut, wenn man davon ausgeht, dass die Leserschaft viele der Bilder ohnehin im Kopf hat. Trotz des Weglassens von Details und ausführlicheren Beschreibungen ist das Buch zunächst sehr eindringlich und eindrucksvoll. Schnell wird klar, warum Klieger ein so wichtiger Zeitzeuge war. Seine Erlebnisse machen betroffen, erschüttern, bewegen und sind der Grund, weshalb das Buch noch sehr lange bei mir nachhallen wird.
Doch je weiter das Buch und Noahs Lebensgeschichte voranschreiten, umso weniger funktioniert für mich das stilistische Konzept, denn der Text wird immer fragmentarischer. Zusammenhänge und Hintergründe werden nicht erklärt, verschiedene Zeiträume einfach übersprungen. Ohne Vorkenntnisse und zusätzliche Eigenrecherche bleibt das Buch in mehreren Punkten leider unverständlich.
Mehr noch: Viele interessante Stationen im Leben von Klieger, der eigentlich Norbert mit Vornamen hieß und in Straßburg aufgewachsen ist, fallen unter den Tisch oder werden nur kurz erwähnt. Dabei bietet seine Biografie, die von mehreren glücklichen Fügungen gekennzeichnet ist, eine Menge Stoff. Somit drängt sich mir der Eindruck auf, dass es doch mehr als der bloß rund 150 Seiten bedarf, um das Leben Kliegers ausreichend darzustellen und zu erklären.
Andererseits legt Würger in seinem Nachwort Wert darauf, dass der im Jahr 2018 Verstorbene das Buch noch vor seinem Tod gelesen, korrigiert und abgesegnet habe. Der Autor schreibt darin: „Er wollte, dass ich sie [seine Geschichte] so festhalte, wie sie in diesem Buch erscheint.“ Er persönlich hätte gerne mehr über Kliegers Leben festgehalten, lässt Würger seine Leserschaft wissen. Über die konkreten Gründe für die Auslassungen lässt sich nur spekulieren. Daher fällt es mir schwer, die Umsetzung der Buchidee ausschließlich dem Autor anzukreiden.
Zwei weitere interessante Nachworte ergänzen das Buch. Zum einen äußert sich Kliegers einzig noch lebende Verwandte, seine Nichte Alice. Zum anderen kommt eine Expertin aus Israel, Sharon Kangisser Cohen, zu Wort, die unter anderem Zweifel aufkommen lässt, ob jeder der Erinnerungen Kliegers zu trauen ist. Sinnvoller wäre es sicherlich gewesen, diese Erläuterungen dem eigentlichen Text voranzustellen.
Das sehr puristische Cover und der prägnante Titel passen meines Erachtens bestens zum Buch.
Mein Fazit: „Noah - Von einem, der überlebte“ von Takis Würger ist eine Lektüre, die mich ein wenig zwiegespalten zurücklässt. Zwar sagt mir die Kürze und Stilistik des Buches nicht zu. Allerdings sind diese Punkte offenbar genauso beabsichtigt und ändern nichts daran, dass ein wichtiger Inhalt transportiert wird.
Die Frage ob man eine Lebensgeschichte bewerten sollte ist natürlich immer berechtigt, dieser Geschichte kann und muss ich 5 Sterne geben. Die Geschichte von Noah muss gelesen werden und darf niemals in Vergessenheit geraten, Takis Würger erzählt auf beindruckende weiße von einem Schicksal das tief berührt, daß wütend macht und mir auf jeder Seite das Herz brach. Lest dieses Buch, denn nur die Geschichte kann uns lehren wie wir die Zukunft gestalten wollen.
Es gibt Bücher, die man liest und wieder vergisst. Und es gibt Bücher, die einen nicht mehr loslassen. "Noah" von Takis Würger gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. In eindringlicher, fast lakonischer Sprache erzählt Würger die wahre Geschichte von Noah Klieger – einem Mann, der den Holocaust überlebte, der kämpfte, der Hoffnung fand und der sein Leben dem Erinnern und Erzählen widmete. Ein Zeitzeugnis, das unter die Haut geht und gerade in unserer heutigen Zeit von enormer Bedeutung ist. Ein Leben im Angesicht des Todes Die ersten Seiten reißen uns sofort mitten hinein in den Albtraum, den Noah als junger Mann durchleben musste. Auschwitz. Der Ort des unvorstellbaren Grauens. Noahs Entscheidung, sich als Boxer auszugeben, rettet ihm das Leben – die zusätzliche Ration Suppe macht den Unterschied zwischen Leben und Tod. Doch das ist nur der Anfang seiner Leidensgeschichte. Todesmärsche, Hunger, Kälte, der allgegenwärtige Tod. Bis zur Befreiung durch die Alliierten ist jeder Moment ein Kampf ums Überleben. Zwischen Hoffnung und Heimatlosigkeit Nach der Befreiung kehrt Noah nach Brüssel zurück, doch was bedeutet "nach Hause kommen", wenn die Heimat nicht mehr dieselbe ist? Wenn Familie und Freunde ermordet wurden? Getrieben von der Vision eines jüdischen Staates versucht er, mit der "Exodus" nach Palästina zu fliehen – eine Reise voller Hoffnungen und Hindernisse. Der Wunsch nach Sicherheit, nach einem Ort, an dem Juden in Frieden leben können, bleibt seine treibende Kraft. Was bleibt? Noah überlebte. Doch was wurde aus den anderen? Das Buch zeichnet nicht nur sein Schicksal nach, sondern wirft auch die Frage auf, wie die Überlebenden mit ihrer Vergangenheit umgehen. Noah selbst wird Journalist, bereist die Welt, berichtet über Kriege und Konflikte, erzählt als Zeitzeuge seine Geschichte, damit sie nicht vergessen wird. Die Kraft der Worte Takis Würger wählt eine bewusst knappe, fast minimalistische Sprache. Kurze, eindringliche Sätze durchziehen das gesamte Buch und machen Noahs Geschichte noch intensiver. Gerade diese Prägnanz macht das Buch so einprägsam. Man könnte über sein Leben ganze Romanreihen füllen, doch in dieser Form wird die Unmenschlichkeit der Täter und das unermessliche Leid der Opfer umso deutlicher. Die Nachworte – sowohl von Takis Würger als auch von Noahs Nichte – sind essenziell, um die besondere Erzählweise des Buches zu verstehen. Sie bieten eine psychologische und literarische Einordnung und könnten sogar vorab gelesen werden, um den Text noch bewusster wahrzunehmen. Ein unverzichtbares Zeitzeugnis "Noah" ist mehr als eine Biografie. Es ist eine Mahnung. Gerade heute, in Zeiten des erstarkenden Rechtsextremismus, ist es wichtiger denn je, sich zu erinnern und zu handeln. Noah Klieger konnte keine Antwort auf die Frage "Warum?" finden. Doch wir können dafür sorgen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt. Fazit: Lesenswert! 5 von 5 Sternen.
Es gibt Bücher, die brauchen nicht viele Worte, nur die richtigen. Dieses hier ist eins davon.
Denn bald wird es keine Zeitzeugen mehr geben. Dieses Buch ist eins von denen, dass ihre Schilderungen nicht ersetzen, aber würdig lebendig erhalten kann. Ein wichtiges Buch, dazu noch großartig erzählt.
Wer Probleme mit dem reduzierten, aber eindrücklichen Erzählstil hat, sollte die drei Nachworte vorab lesen. Sie zu kennen, nimmt dem Buch nichts, im Gegenteil. Allein hier lernt man so viel über "Oral History" in Bezug auf die Überlebenden des Holocaust und es wird sehr deutlich, warum Takis Würger das Buch so reduziert geschrieben und Noah Klieger es genau so gewollt hat.
Mich hat Noah Kliegers Geschichte, so wie Takis Würger sie erzählt, sehr berührt.
Habe ich anfangs noch gedacht - hm, also eine weitere Holocaust-Geschichte - na gut - konnte ich mich schon mal nicht mehr der Emotionen entziehen!! Takis hat mich auch dieses Mal nicht enttäuscht! Wieviel kann einen Mensch ertragen?! Egal wie tief man sich glaubt, es geht immer noch was! Aufgeben? Keine Option! Kämpfen! Schließlich hat man nur das eine Leben! Für mich, neben dem Mahnmal, die große Botschaft dieses Buches! Danke Takis!!!
Ein weiteres, wichtiges Buch, welches dazu beiträgt, dass die Erinnerung an den Holocaust nicht verloren geht, und dass das Gedenken an all die Menschen, die dort ums Leben gekommen sind, erhalten bleibt.
Ein ABSOLUTES must-read, insbesondere in Zeiten, in denen sich erneut eine rechte Politik an die Spitze der Macht arbeitet. Man bleibt einfach fassungslos zurück.
Es kann nie genug solcher "Zeugnisse" geben, damit dieses von Menschen angerichtete Grauen für die Nachwelt dokumentiert und unvergesslich bleibt - auf dass sich die Geschichte niemals in dieser oder ähnlicher Form wiederholen kann. Immer schwierig, solch ein Buch zu bewerten: Der Stil ist sehr nüchtern und trotzdem oder gerade deshalb stellen sich die Nackenhaare an vielen Stellen auf. Es liest sich flüssig, ich hatte es nach zweimal aufschlagen durch.
Selbst nach der Lektüre mehrerer Bücher über die Zeit des Holocaust überrascht es immer wieder, welche neuen Geschichten ans Licht kommen – und was Menschen ertragen mussten, um zu überleben. Es ist erschütternd und zugleich beeindruckend, wozu der Überlebenswille fähig ist. Diese Geschichten sind nicht nur Zeugnisse des Überlebens, sondern auch Mahnungen, die Vergangenheit niemals zu vergessen – auch wenn die Menschheit leider oft allzu vergesslich ist.
„Ich weiß, es ist schwer zu ertragen, aber es war so.“ - aus „Noah“ von Takis Würger und Noah Klieger
„Noah“ erzählt die Lebensgeschichte von Noah Klieger, die niemals vergessen werden darf.
Noah Klieger war Jude und überlebte Auschwitz und die sogenannten „Todesmärsche“. Zudem war er ein Schmuggler und Verfolgter, ein Häftling und Matrose - vor allem aber war er ein Kämpfer, ein Überlebender und ein Retter.
Um dieses Buch zu schreiben, reiste Würger für mehrere Monate nach Tel Aviv um sich Kliegers Geschichte anzuhören und um diese, mit ihm gemeinsam, in Erinnerung zu halten.
Seine Geschichte ist grausam und emotional und Würger verleiht dieser, durch seinen schonungslos ehrlichen und klaren Schreibstil, genau den richtigen Ton.
Das Buch „Noah“ enthält die Erinnerung eines Menschen, der die Hölle überlebt hat und danach trotzdem ein beeindruckendes Leben geführt hat. Es enthält die Geschichte eines Helden, aus der wir lernen müssen und die niemals vergessen werden darf.
Trotz allem finde ich es schade, dass auf dem Cover des Buches nur Würger als Autor kenntlich gemacht wird, da es sich in dem Buch um das Autorenduo Noah Klieger/Takis Würger handelt.
“Noah Klieger hat sie alle überlebt, Mengele und die Nationalsozialisten, die Exodus und das Meer, die Briten und die Feinde Israels, ein paar Kriege, das Alter, seine Freunde und einen Herzinfarkt. Auschwitz blieb.” S. 138
Bitte lest diese wunderbare, ergreifende, traurige Geschichte. Ich wünschte dieses Buch wäre Schullektüre. Nicht nur die Geschichte Noah Kliegers hat mich emotional bewegt, auch die aufgeführten Schicksale der verschiedenen Personen, die Noah auf seinem schweren Weg begegnet sind und ihn für kurze oder lange Zeit begleitet haben.
Nichts, was man jemals wieder lesen will, und doch etwas, was jeder lesen muss. Die schönste, schreckliche Geschichte des Jahres. #NieWieder. Nie nie nie wieder.
Takis Würger hat mich schon mit „Der Club“ komplett begeistert. Mit „Noah – Von einem, der überlebte“ hat er eine ganz besondere Geschichte aufgeschrieben. In kurzen Sätzen gibt er das wieder, was ihm Noah Klieger über sein Leben erzählt hat. Das Buch beginnt mit einem Zitat von Noah Klieger
"Ich weiß, es ist schwer zu ertragen, aber es war so." (Buchbeginn)
was mich schon schwer hat schlucken lassen. Doch was ich dann gelesen habe, hat alles übertroffen, mit dem ich gerechnet bzw. was ich gefürchtet habe. Ich kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass mich noch nie ein Buch so sehr berührt und beschäftigt hat wie dieses hier.
Der Schreibstil von Takis Würger ist kurz und knapp. Dachte ich zu Beginn noch, dass es sehr emotionslos ist, hat dieser Schreibstil dann jedoch die größtmöglichen Emotionen in mir hervorgerufen, die ich kaum zu beschreiben vermag. Es geht nicht nur um das Leben von Noah Klieger, sondern es werden viele Schicksale oft nur kurz angerissen. Diese haben mich aber mit voller Wucht mitten ins Herz getroffen und oft schwer schlucken lassen.
Tief erschüttert haben mich die brutale Willkür und die unfassbaren Grausamkeiten, denen Noah und natürlich auch alle anderen Menschen, die sein Schicksal auf irgendeine Weise teilten, ausgesetzt waren. Und dennoch gibt es in diesem Buch so viele wunderbare Menschen, die sich nicht unterkriegen lassen und sich gegenseitig unterstützen.
Sehr gefreut habe ich mich darüber, dass das Buch auch nach dem Ende der NS-Zeit Noahs Geschichte weitererzählt. Auch fand ich es sehr schön, dass gegen Ende des Buches viele Schicksale von Menschen, die Noah im Laufe seines Lebens getroffen hat, kurz zu Ende erzählt werden.
Mein Fazit:
„Noah – Von einem, der überlebte“ von Takis Würger ist so ein wichtiges Buch, das ich jedem mehr als empfehlen kann. Noahs Geschichte hat mich tief beeindruckt und sehr bewegt. Bitte lest dieses Buch!
Content Note: Gewalt, Tod, Mord, Vergewaltigung, Blut, Menschenverachtung, Shoah, etc.
Wo soll ich hier nur anfangen? Was für ein Buch! So eine herzzerreißende und traurige Geschichte. Und dass die Geschichte wahr ist, macht sie umso tragischer. Umso wichtiger, dass sie gelesen wird (sofern man dazu emotional in der Lage ist), damit all das nie vergessen wird.
Einige Male musste ich das Buch beiseitelegen, einige Passagen sind sehr schwer zu verdauen, da z. B. Gewalttaten teilweise explizit beschrieben werden. Immer wieder werden Tode beschrieben, tausende Tode und immer, immer wieder sterben Menschen wegen nichts, aber irgendwie ist es richtig (?), dass es so oft erwähnt wird, denn dadurch bekommt man erstmal eine ungefähre Ahnung, wie es wirklich war und wie viele wirklich durch reine Willkür gestorben sind. Generell ähnelt der Schreibstil einem Report. Aber das ist ja nur klar, wenn der Autor selbst Journalist ist.
Eine Anmerkung habe ich allerdings. Ich finde es nicht gut, dass Noah Klieger auf dem Einband nicht als Autor genannt wird. Ja, faktisch gesehen ist er auch nicht der Autor der Geschichte, aber nur durch ihn existiert der Roman. (Da reicht mir persönlich auch nicht, dass der Titel ihn benennt.) Ich persönlich finde ihm und seiner Geschichte zu Ehren, wäre es das Mindeste gewesen. (Und auf den ersten Seiten wird er ja schließlich auch als Autor erwähnt. Warum also nicht außen?)
Insgesamt spreche ich eine große Empfehlung für dieses Buch aus und empfehle es dringend allen Lehrkräften und allen Schulklassen ab Klasse 10. So wichtig und es bringt einem so viel mehr bei als jeder deutsche Geschichtsunterricht.
Noah Klieger war noch ein Jugendlicher, als er von den Nazis verhaftet und ins KZ gebracht wird. Von da an kämpft er um sein Überleben, immer mit der Hoffnung auf ein "danach". Ein bewegendes Schicksal von Takis Würger sehr gut erzählt. Mir gefiel auch die Aufteilung des Buches. Erst erfahren wir Noahs Geschichte, recht sachlich - wenig emotional, dann kommt Noah selbst zu Wort mit der Frage, die sich einfach nicht logisch beantworten lässt: "Wieso?", etwas das sich viele fragen. Und zum Schluss bekommen wir noch ein Nachwort von Noahs Nichte, sowie von einer Holocaust-Expertin. Alle bringen wichtige Beiträge zu diesem Buch, denn es wurde geschrieben, um gegen das Vergessen zu arbeiten. Die Überlebenden des Holocausts sind inzwischen fast alle verstorben, doch die Erinnerung muss weiter leben, gerade wenn man sich die aktuellen Geschehnisse ansieht. Wieder flammt Antisemitismus auf, wieder sind Rechte im Bundestag, wieder gibt es mehr und mehr rechtsradikale Übergriffe. Und wir dürfen nicht so tun, als würden wir nichts sehen. Wir dürfen sich die Vergangenheit nicht wiederholen lassen, nicht mal im kleinen oder Ansatz, gar nicht.
Sehr gut geschrieben, hab’s in einem Rutsch gelesen. Im DLF-Artikel vonChristoph Schröder zu diesem Buch lautet der letzte Satz »Dass Takis Würger aus den Erzählungen Noah Kliegers kein anderes, sondern dieses Buch gemacht hat, ist möglicherweise ein Symptom. Es zeigt den Typus eines Autors, dessen schriftstellerische Legitimation im Vibrato der Selbsterregung liegt.«, worüber ich noch nachdenken muss bzw. mich mit dem journalistischen Handwerk schlicht nicht auskenne.
Eine "Oral history" über den Holocaust. Einen Lebensbericht eines Ausschwitz-Überlebenden kann man wohl kaum mit 1 - 5 Sternen bewerten. Wohl aber kann ich feststellen, dass mich der Aufbau und die Erzählweise von Würgers Buch sehr eingenommen und berührt hat. Ein schonungsloses und ehrliches Buch über das Leben eines außergewöhnlichen Mannes.
Mit immer weniger lebenden Zeitzeugen ist es umso wichtiger, die Erinnerung an das Geschehene mit Büchern aufrecht zu erhalten. 'Noah' ist ein hervorragender Beitrag dazu.
»Was sollen wir machen, wenn Sie nicht mehr da sind, um uns davon zu erzählen, was in Auschwitz passiert ist?« Noah schaute kurz zum Fenster, er atmete durch, dann schaute er mir ins Gesicht und sagte: »Ich weiß es nicht.«
Ha! Ich liebe es, wenn ein Lesejahr so gut aufhört, wie es angefangen hat und das war bei mir in 2021 der Fall. Mein letztes Buch in 2021 war „Noah – von einem der überlebte“ von Takis Würger. Der Journalist und Autor erzählt in seinem Buch die grandios faszinierende aber auch mitunter sehr grausame Lebensgeschichte von Norbert „Noah“ Klieger, der das KZ in Auschwitz überlebt hat und auch die die gefährliche Überfahrt nach Palästina auf der Exodus im Jahr 1947. Was für ein Leben und was für ein toller Mann Noah Klieger war. Ich habe im Anschluss an das Buch mehrere Interviews oder Berichte auf Youtube über ihn geschaut, weil ich ihn noch nicht loslassen konnte.
Wenn das Leben nicht so grausam sein wäre, würde ich ja sagen, die besten Geschichten erzählt das Leben selbst. Ich kann mir wirklich schönere, glücklichere Geschichten vorstellen, die ich lesen kann, aber selten hat mich ein Leben/ ein Mensch so sehr fasziniert wie das von Noah Klieger. Ich hatte hier ein Déjà-vu, denn mit vielleicht 14 oder 15 Jahren (das ist eine Weile her) war ich auf meiner ersten Autoren-Lesung und zwar von Valentin Senger zu „Kaiserhofstraße 12“, der ebenfalls als Jude das Dritte Reich überlebt und von seinem Leben erzählt hat. Diese schlimme Zeit darf nie in Vergessenheit geraten, gerade wo so viele Zeitzeugen inzwischen nicht mehr am Leben sind und wir die eigenen Verwandten vielleicht nicht mehr fragen können. Aber Bücher wie „Noah“ oder „Kaiserhofstraße“ und viele andere halten die Erinnerung wach und müssen in die Welt hinausgetragen werden, wo es die Autoren und Zeitzeugen selbst nicht mehr können.
Ich scheue mich wirklich, Büchern über die Zeit des Zweiten Weltkrieges 5 Sterne zu geben, egal ob Roman oder Non-Fiction. Nur weil ein Buch ein wichtiges Thema behandelt, ein Thema/ eine Zeit die nicht vergessen werden darf, ist trotzdem noch nicht jedes Buch auch gut erzählt. Doch hier ist das der Fall. Takis Würger findet den perfekten Ton, die perfekte Mischung. Mit seinen teilweise sehr kurzen und einfachen Sätzen, und einer Erzählweise, die fast schon nüchtern und emotionslos wirkt, hat er mich voll und ganz packen können. Gerade diese Art, Noahs Geschichte zu erzählen, macht sie so unfassbar eindrücklich. Ich hatte Gänsehaut am ganzen Körper, mir liefen Schauer über den Rücken, ich war fassungslos und ich habe geweint. Und gerade auch die Überfahrt der Exodus nach Palästina macht mich neugierig. Ich möchte mehr über die Geschichte erfahren, die Gründung des Staates Israel. Ich werde mich hier definitiv nach weiterem Lesestoff umschauen. Und ich möchte mehr von Takis Würger lesen, vor allen seinen Roman „Stella“, so umstritten er auch sein mag.
„Über vieles aus Noahs Leben hätte ich gerne mehr geschrieben, über seine Kindheit, das Verhältnis zu seinen Eltern, den Tag seiner Befreiung, wie er genau den Mann erinnerte, der ihn im Schonungsblock selektierte. Ich habe Noah danach gefragt, aber auf manche Fragen konnte oder wollte er nicht antworten.“
Das Zitat ist ein Absatz aus dem Nachwort von Takis Würger und eins dürfte nach dieser Rezension klar sein: Ich hätte auch gerne sehr viel mehr über Noah, seine Familie und sein Leben gelesen. Aber ich kann auch verstehen, wenn Noah nicht alles erzählen wollte oder konnte. Die insgesamt drei Nachworte, das von Takis Würger, von Noahs Nichte und das von Sharon Kangisser Cohen sind wahnsinnig aufschlussreich.
Noah konfrontiert den Leser schonungslos mit der Wirklichkeit des letzten Jahrhunderts und lässt die Schrecken und die unvorstellbare Grausamkeit der Nazi-Herrschaft lebendig werden. Es führt schlicht kein Weg an einem Buch wie diesem, das Dokumentation und Erinnerung in einem ist, vorbei.
Noah Klieger, dessen Erinnerungen das Buch festhält, wurde 1925 in Straßburg geboren, verbrachte seine Jugend in Belgien und schloß sich einer Organisation an, die jüdische Kinder in die Schweiz brachte. Als er beschlossen hatte, dass es auch für ihn an der Zeit war, das Land zu verlassen, wurde er von der Gestapo an der französisch-belgischen Grenze festgenommen. Er war 17 Jahre alt.
Noah wurde zunächst in ein Sammellager gebracht, um anschließend nach Auschwitz deportiert zu werden. Dort gab er sich als professioneller Boxer aus, um sich mit der Suppe, die die Boxer bekamen, stärken zu können. Mehrmals entglitt er in seiner Zeit in Auschwitz dem Tod nur knapp, überlebte eine Lungenentzündung und eine Selektion, bei der er den Todeskandidaten zugeordnet wurde.
Noah überlebte Auschwitz. Er war Zeuge der Befreiung durch die Alliierten und bestieg schließlich nach Ende des Krieges in Sète das berühmte Flüchtlingsschiff Exodus, das jüdische Flüchtlinge nach Palästina bringen sollte. Noah erlebte die Gründung des israelischen Staates, wurde Journalist, begleitete die Auschwitz-Prozesse und hielt unzählige öffentliche Vorträge. 2018 verstarb er.
Das Buch ist das Zeugnis dieser außergewöhnlichen und erinnerungswürdigen Lebensgeschichte und Takis Würger hat einen Stil gefunden, der diesem Leben gerecht wird. Er verzichtet auf Ausschmückungen und auf Nebensächlichkeiten. Noahs Leben wird in kurzen, klaren Sätzen wiedergegeben, die den dokumentarischen Charakter des Buches unterstreichen.
Dieses Buch in Händen halten zu dürfen und Noah Kliegers Geschichte kennenlernen zu dürfen, ist eine Bereicherung für jeden Leser. Es ist ein kostbares Zeitzeugnis, das Noahs Stimme laut und klar in die Zukunft trägt und das auch all denjenigen, denen Noah auf seinem Weg begegnet ist und die den Holocaust zum großen Teil nicht überlebt haben, ein Denkmal setzt.
In den vergangenen Jahren hat es wohl nur wenige Neuerscheinungen gegeben, die für so viel Gesprächs- und vor allem Zündstoff innerhalb der Literaturbranche gesorgt haben wie Takis Würgers Roman "Stella". Trotz der massiven Kritik – oder vermutlich eher: Der massiven Kritik zum Trotz –, die Würger damals vor allem von Seiten des Feuilletons einstecken musste, hat er sich mit seinem Nachfolger "Noah: Von einem, der überlebte" erneut in ähnliche Wasser begeben: Auf rund 150 Seiten schildert er die Lebensgeschichte des Auschwitz-Überlebenden Noah Klieger. Bereits bei einer Lesung Anfang 2019 hatte er von seiner Arbeit an dem Buch und seiner gemeinsamen Zeit mit Klieger erzählt und schon da war Würger deutlich anzumerken, wie sehr ihn dieses dunkle Thema der Geschichte im Allgemeinen und Noahs persönliche Geschichte im Besonderen beschäftigen. Damals äußerte der Autor auch, dass er schon auf die Reaktionen des Feuilletons auf sein neues Werk gespannt sei. Nun, etwa zwei Jahre später, liegt das Ergebnis seiner Bemühungen vor und die Kritiker haben gegenüber Würger diesmal größtenteils Gnade walten lassen, doch zwischen den vielen anerkennenden Worten sind auch ein paar kritische Töne zu vernehmen. Auch mit "Noah" liefert Takis Würger also wieder reichlich Gesprächsstoff. Das ist aber auch gut so, denn dieses Buch hat vor allem aufgrund seines aufschlussreichen, berührenden Inhalts sämtliche Aufmerksamkeit und insbesondere eine große Leserschaft verdient.
Die komplette Rezension gibt es auf meinem Blog Emerald Notes nachzulesen.
Ein Buch - nein: eine Lebensgeschichte. Takis Würger schafft das fast Unmögliche, einem Zeitzeugen nahe zu kommen, ihm Raum für Erlebtes oder Erinnertes zu geben, ohne in Rührseligkeit zu verfallen. Ein wichtiges Werk, das zudem vielen Unbekannten und Bekannten ein Denkmal setzt. Nie darf vergessen werden, was damals geschah. Takis Würger trug zu Grosses und Nachhaltiges zu dieser Forderung bei. Danke, Herr Würger.
Een mooi, hartverscheurend boek. Ik vond de schrijfstijl (kort/bondig) erg fijn. Het liet nog steeds alle duisternis zien. We lezen over kampen, over vriendschap/kameraadschap in de kampen, over familie, over de reis naar Israel, en meer. Noah heeft heel veel meegemaakt. Veel te veel. Ik vond helaas alleen de toegevoegde stukken aan het einde niet helemaal mijn ding. Vooral de laatste, ik merkte gewoon dat mijn hoofd het niet opnam.