Hamburg, 1887. Das junge Blumenmädchen Tine Tiedkens lebt in ärmlichsten Verhältnissen. Um ihrer Not zu entfliehen, will sie ihr Glück auf Helgoland suchen. Doch die Überfahrt auf die mondäne Insel wird zum Albtraum, und vor Ort scheint sich alles gegen sie zu verschwören. Als sie zufällig den jungen Hotelier Henry Heesters wiedertrifft, der in Hamburg Blumen bei ihr gekauft hat, erhält sie eine Stellung in seinem eleganten Hotel. Mit Fleiß und Leidenschaft arbeitet sich Tine vom Serviermädchen zur Hausdame hoch – und verliebt sich in Henry, der ihre Gefühle erwidert. Doch als ihr Glück zum Greifen nah scheint, wendet sich das Schicksal erneut ...
Der Auftakt zur Reihe "Die Insel der Wünsche" konnte mich sehr schnell begeistern und in seinen Bann ziehen. Mit sehr viel Interesse habe ich Tine durch das Gängeviertel und als Blumenmädchen im Hamburger Hafen begleitet, bis es es sie dann auf die Insel Helgoland zieht.
Ich fand das Buch größtenteils unglaublich spannend und interessant geschrieben und es ist immer wieder etwas im Leben von Tine passiert. Lediglich gestört hat mich, dass vieles in ihrem Leben einfach zu glatt läuft und erst zum Ende kommt dann sehr viel Drama auf einmal. Jedoch macht dies sehr neugierig wie es mit Tine und ihrem Leben weitergeht.
Das Setting in Hamburg, aber insbesondere auch auf Helgoland, fand ich sehr interessant und spannend. Da ich die Insel selbst kenne, war es interessant ein wenig über die Geschichte zu erfahren und wie das Leben dort zum Ende des 19. Jahrhunderts war. Sehr unterhaltsam fand ich auch das Hotelsetting und wie sich dies auf der Insel entwickelt.
Mir hat dieser erste Teil der Reihe sehr gut gefallen, was auch an dem sehr flüssigen Schreibstil der Autorin lag, und ich bin sehr gespannt wie die Reihe weitergeht.
„Die Insel der Wünsche - Stürme des Lebens“ ist der erste Teil der Helgoland-Saga von Anna Jessen aus dem Goldmann-Verlag.
🅄🄼 🅆🄰🅂 🄶🄴🄷🅃 🄴🅂 1887. Tine Tiedkens ist ein Hamburger Blumenmädchen und lebt mit ihrer Familie im Gängeviertel. Sie gehören der untersten Schicht an, aber Tine träumt von mehr. Durch einen Zufall lernt sie den Hotelier Henry Heesters kennen und kurze Zeit später geht sie nach Helgoland, um dort als Zimmermädchen zu arbeiten. Der Start in das neue Leben auf der Insel ist nicht leicht, aber Tine meistert es. Bis ein unvorhersehbarer Sturm aufzieht, der ihr Leben durcheinander bringt.
🄼🄴🄸🄽🄴 🄼🄴🄸🄽🅄🄽🄶 Das Cover stimmt den Leser wunderbar ein auf die Geschichte. Es zeigt Helgoland an einem schönen Tag und vermittelt Urlaubsfeeling. Der Schreibstil war sehr gewöhnungsbedürftig für mich, da die Erzählperspektive sich mitten im Kapitel ändert. So ist zum Beispiel die ganze Zeit von Tine die Sprache und im nächsten Satz wird sie als das Mädchen bezeichnet. Tatsächlich konnte ich mich bis zum Ende nur recht schlecht daran gewöhnen. Der Hauptcharakter Tine wird gut beschrieben, ebenso wie die anderen Charaktere. Dennoch haben mir die Gefühle in der ganzen Geschichte gefehlt. Es wurde zwar geschrieben, dass sie Henry mochte, aber es kam einfach nicht bei mir an. Für mich wirkte die Geschichte eher wie eine Erzählung der Tatsachen und nicht wie ein Roman. Durch diese Erzählung der Tatsachen hat die Tiefe des Romans gelitten. Es wurde alles sehr oberflächlich behandelt und die Autorin ist nicht wirklich in Handlung eingetaucht. Das Setting und die Idee hat mir dennoch gefallen. Die Geschichte selbst war an einigen Stellen sehr überraschend, ebenso wie das Ende, welches offen ist und im zweiten Teil der Helgoland-Saga fortgeführt wird.
🄵🄰🅉🄸🅃 „Die Insel der Wünsche - Stürme des Lebens“ hat einen vielversprechenden Klappentext, dennoch hat mir der Schreibstil und die Erzählperspektive nicht zugesagt. Der Roman wirkte daher eher wie eine Erzählung ohne in die Tiefe zu gehen. Ebenso die Gefühle haben mir gefehlt, daher kann ich dem Buch leider nur 3 von 5 Punkten geben.
Tine Tiedkens ist Blumenmädchen im Hamburger Hafen. Sie und ihre Familie leben in bitterer Armut. Eines Tages lädt sie ein Hotelier, der mit einem der Dampfschiffe im Hafen ankam, ein, in seinem Hotel auf Helgoland zu arbeiten. Tine folgt seinem Ruf, fährt nach Helgoland, wird Zimmermädchen in seinem Hotel.
Ich habe das Buch als Vorab-Exemplar des Verlags bekommen. Eigentlich mag ich Familiensagas und leichte Unterhaltung. Von "Insel der Wünsche : Stürme des Lebens" in Verbindung mit dem Cover erwartet wohl niemand ein Buch mit Tiefgang oder viel Anspruch. Das ist auch vollkommen in Ordnung. Wenn um mich herum die Welt untergeht, träume ich mich gerne mal in eine komplett andere. Da hält das Buch sein Versprechen. Tine Tiedkens passieren ganz wunderbare Sachen und sie selbst ist natürlich durch und durch gut. Tine nimmt Boshaftigkeit von anderen mit totaler Demut hin, wird natürlich von allen auf der Insel geliebt (vielleicht nicht von Anfang an, aber schließlich doch), verzeiht alles und tut selber nie etwas falsches. Und natürlich erinnert sich der Hotelier noch an sie und ... [Märchenende vom Prinzen hier einfügen].
Die Heldin ist überzogen in ihrer Gutmütigkeit und - ja - Naivität. Es liegt in der Natur der Sache, dass bei solchen Escapismus-Büchern die Glaubwürdigkeit nicht oberstes Gebot ist. Das ist auch richtig, denn wenn ich Realität will, kann ich ja die Zeitung lesen. Aber hier wird das ganze doch etwas strapaziert. Das geht schon damit los, dass Tines (unwesentlich) ältere Schwestern ganz selbstverständlich anschaffen gehen, aber sie am Elbufer Blümchen pflückt und Sträußchen verkauft. Und natürlich kann sie überhaupt nicht verstehen, wieso ihre Schwester so hübsche Unterwäsche hat, die sieht ja eh niemand. Und dann wird sie in ihrem ersten Job von dem ersten Zimmermädchen übelst getriezt, muss alle Arbeit für sie machen und bekommt kaum Lohn dafür. Aber natürlich verzeiht Tine ihr später und sie werden beste Freundinnen. Ach ja, zwischendurch hilft Tine ihr auch noch bei der Geburt. Das kann Tine nämlich auch. Und ihr eigenes Kind wirft sie mal eben im Galopp, zeigt zwei Wochen später einer internationalen Delegation ein riesen Hotel und durchtanzt dann mit ihrem Märchenprinz die Nacht.
Ich habe das Buch ziemlich schnell durchgelesen und fand Tines Leben durchaus interessant. Ich fand einige Charakter zwar komplett unglaubwürdig, aber sie waren (gerade deshalb) oft liebenswert und das Buch hat insgesamt gut unterhalten. Richtig ans Herz gewachsen ist mir dabei aber niemand und wirklich mitgefiebert, -gelitten und mich gefreut habe ich auch nicht. Das Ende ist praktisch wortwörtlich ein Cliffhanger und es ist somit ein "billiger Trick", dass ich schon gerne wissen würde, wie es Tine weiter ergeht. Aber vielleicht hab ich das übermorgen auch schon wieder vergessen.
Als 1,99€ E-Book für zwischendurch fände ich das Buch in Ordnung. Aber mehr wäre es mir nicht wert.
Freue mich, wieder eine so tolle Autorin kennengelernt zu haben. Dieser Roman ist der Auftakt zu einer großen Romantrilogie über eine mutige Frau, deren Schicksal Helgoland ist. Der Inhalt: Hamburg, 1887. Das junge Blumenmädchen Tine Tiedkens lebt in ärmlichsten Verhältnissen. Um ihrer Not zu entfliehen, will sie ihr Glück auf Helgoland suchen. Doch die Überfahrt auf die mondäne Insel wird zum Albtraum, und vor Ort scheint sich alles gegen sie verschworen zu haben. Als sie zufällig den jungen Hotelier Henry Heesters wiedertrifft, der in Hamburg Blumen bei ihr gekauft hat, erhält sie eine Stellung in seinem eleganten Hotel. Mit Fleiß und Leidenschaft arbeitet sich Tine vom Serviermädchen zur Hausdame hoch – und verliebt sich in Henry, der ihre Gefühle erwidert. Doch als ihr Glück zum Greifen nah scheint, wendet sich das Schicksal erneut….
Wow! Was für ein gigantischer Auftakt – noch jetzt nach Beendigung dieser herausragenden Lektüre habe ich am ganzen Körper ein Kribbeln und stehe nach wie vor unter Hochspannung, denn spannend war die Geschichte vom Anfang bis zum Ende. Der Schreibstil der Autorin hat mich beeindruckt. Helgoland erwacht vor meinem inneren Auge zum Leben, ich sehe es in all seiner Schönheit vor mir. Dazu trägt natürlich aus das herrliche Cover des Buches bei. Interessant fand ich auch die Geschichte der Insel und deren Zugehörigkeit im Jahr 1887. Man lernt nie aus. Und dann lerne ich eine Protagonistin kennen, die ich sofort ins Herz geschlossen habe und die ich für ihren Mut, ihre Lebenswillen und alle ihren besonderen Eigenschaften bewundere. Tine, die in Hamburg als Blumenmädchen ihre selbstgemachten Sträußchen verkauft hat und damit ihre Familie, die im Gängeviertel – dem Armenviertel Hamburgs – gelebt hat, zu unterstützen. Dann ihren Mut in Helgoland ein neues Leben anzufangen, sie hat ihr Glück, das sie sich wahrlich mehr als verdient hat, gefunden und dann dieser grausame Schicksalsschlag. Ich war und bin noch immer total erschüttert. Was muss und kann ein Mensch alles ertragen und warum werden manche so hart bestraft. Tines Leben und ihre Geschichte haben mir wirklich bis tief in die Seele berührt. Eine atemberaubende Geschichte voller Emotionen, die mich wirklich von Anfang an in ihren Bann gezogen und nicht mehr losgelassen hat. Selbstverständlich vergebe ich für dieses Lesehighlight, das mir Traumlesestunden beschert hat 5 Sterne und warte voller Spannung auf die Fortsetzung.
Tine wohnt mit ihrer Familie über einem Barbierladen im Hamburger Gängeviertel. Es ist das Jahr 1887, und die Tiedkens und ihre zehn Kinder existieren am Rande der Gesellschaft in bitterster Armut, seit der Vater sein Bein verlor und nicht mehr arbeiten kann. So muss auch Tine zum Auskommen beitragen, indem sie selbst gepflückte Blumensträuße verkauft. Dabei trifft sie auf Menschen verschiedener Herkunft, von denen es vielen besser geht. Tine träumt von einer lebenswerteren Zukunft. Nach einer Begegnung mit einem jungen Hotelier, der ihr eine Chance als Zimmermädchen in seinem Hotel bietet, sieht Tine einen Lichtstreifen am Horizont. Doch wie soll sie auf die Insel Helgoland gelangen?
Mit Hilfe erreicht sie tatsächlich ihr Ziel. Allerdings erfüllen sich Tines Hoffnungen keineswegs. In Henry Heesters Hotel wird sie nicht erwartet, und das Schicksal scheint ihr anfangs erneut Steine in den Weg zu werfen. Tine lernt indes, damit nicht zu hadern. Sie will nicht aufgeben und allen Hindernissen trotzen, um mit Fleiß, Eifer und Zielstrebigkeit ihr Glück zu finden...
In „Die Insel der Wünsche. Stürme des Lebens“ begleiten wir für einen Zeitraum von zwei Jahren das Blumenmädchen Tine Tiedkens. Zunächst führt uns Anna Jessen in die laute Hafenstadt Hamburg, bevor wir auf die malerische Nordseeinsel Helgoland reisen. Hier gelingt der Wechsel vom grauen Alltag in der Stadt zur lichtdurchfluteten Insel, auf der andererseits nicht bloß Sonnenschein herrscht. Mit diesen unterschiedlichen Handlungsorten treffen nicht nur zwei Welten aufeinander. Es sind ebenso Menschen, die ungleichen gesellschaftlichen Schichten entstammen.
Die Autorin erzählt mit vielfältiger Intensität und stimmungsvoller Zuwendung, manchmal etwas zu abundanter Detailverliebtheit, die zudem in einigen Szenen eine sehr verträumte Wirkung entfaltet. Außerdem sei ihr der vorhandene Anteil an Sentimentalität verziehen, da dieser in Maßen zu einer ergriffenen und emotionalen Geschichte dazugehört. Daneben ist ihre ruhige, anschauliche und dadurch oft eindringliche Betrachtungsweise des Beispiels ihrer jungen Heldin und ihrer Familie – einfache Menschen, die jeden Tag um ihre Existenz kämpfen – ansprechend. Die Einbindung der historischen Zusammenhänge, durch die sich die damalige Realität der gesellschaftlichen und politischen Ereignisse erschließt, kann ebenfalls als gelungen bezeichnet werden.
Anna Jessen hat eine Schar vielfältiger Figuren gestaltet, die in divergierendem Umfang Gefühle beim Lesen hervorrufen. Die im Mittelpunkt stehende Tine ist von ihrer Anlage her bedauerlicherweise etwas zu positiv geraten. Denn ihre Jugend und Naivität können ihr nicht wirklich als Fehler ausgelegt werden, ebenso wenig, dass sie jede Beschwerlichkeit, die andere verzweifeln lassen würden, mit Zurückhaltung, ja sogar Demut hinnimmt, obwohl es in ihrem Inneren brodelt. Tine zeigt sich einfach sympathisch, energisch und mit Herzblut ausgestattet, großmütig, verzeihend, und sie entwickelt ihr Selbstbewusstsein im Verlauf des Geschehens spürbar. Trotzdem hätten einzelne Schwächen ihre Darstellung abgerundet.
„Die Insel der Wünsche. Stürme des Lebens“ erfüllt zwar nicht alle Wünsche, besteht aber im Sturm der Unterhaltung mit einer freundlichen und teilnahmsvollen Lektüre.
Dieser Auftakt handelt von der jungen Tine, die mit ihrer Familie im Armenviertel von Hamburg lebt und als Blumenmädchen den Lebensunterhalt mit bestreiten muss. Durch einige Begegnungen gelangt sie nach Helgoland, dort möchte sie als Zimmermädchen arbeiten. Doch als ungelernte junge Frau werden ihr viele Steine in den Weg gelegt...
Der Roman hat mir vom Schreibstil gut gefallen. Lebendig und anschaulich wird das Leben des armen Mädchens in Hamburg geschrieben. Wie kommt eine Familie in so eine enge finanzielle Lage, was müssen die einzelnen Geschwister tun um mit zum Lebensunterhalt bei zu tragen? Später wird Helgoland sehr bildhaft und schön beschrieben. Ich war mal einen Tag auf Helgoland und hatte durch das Buch alles wieder vor Augen, ob Oberland, Südstrand oder die "lange Anna". Auch Tine als Protagonistin hat mir zunächst gut gefallen, ihr wird nichts in den Schoß gelegt und sie kämpft für ihr Glück. Fast schon zu "perfekt" wirkt sie in Augenblicken in denen sie viel Leid und Bosheit einfach hinnimnt, ohne sich zu beschweren oder ein böses Wort über den Menschen zu verlieren . Hier hätte ich mir ein wenig mehr Ecken und Kanten gewünscht. Dafür habe ich die zurückgebliebe Fritzi sofort in mein Herz geschlossen, sie ist ein toller Charakter!
Die ersten 2/3 des Buches haben mir super gefallen, dann hätte es für mich auch enden können und ich wäre sehr zufrieden gewesen. Im letzten Teil hat die Autorin meiner Meinung nach dann zu dick aufgetragen und es war mit zu sprunghaft in der Handlung, Tine wurde mir zu naiv und ich konnte einige Personen und ihre Handlungen nicht mehr ganz verstehen, deshalb auch ein Stern Abzug.
Fazit: Ein Buch mit tollen Beschreibungen von Helgoland und einigen historischen Ereignissen auf der Insel, die ich interessant fand. Die ersten 2/3 haben mir sehr gefallen, das Ende war dann leider etwas schwächer. Nichtsdestotrotz kann ich das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen wenn man etwas über den Tourismus und die Insel um 1887 wissen möchte.
Klappentext: Hamburg 1887. Das junge Blumenmädchen Tine Tiedkens lebt in ärmlichsten Verhältnissen. Um ihrer Not zu entfliehen, will sie ihr Glück auf Helgoland suchen. Doch die Überfahrt auf die mondäne Insel wird zum Albtraum, und vor Ort scheint sich alles gegen sie zu verschwören. Als sie zufällig den jungen Hotelier Henry Heesters wiedertrifft, der in Hamburg Blumen bei ihr gekauft hat, erhält sie eine Stellung in seinem eleganten Hotel. Mit Fleiß und Leidenschaft arbeitet sich Tine vom Serviermädchen zur Hausdame hoch – und verliebt sich in Henry, der ihre Gefühle erwidert. Doch als ihr Glück zum Greifen nah scheint, wendet sich das Schicksal erneut ...
Meine Meinung: Bereits wenn ich das wunderschöne Cover betrachte, komme ich sofort ins Träumen. Auch die Geschichte die dahintersteckt, konnte mich auf ganz besondere Weise berühren. Tine ist ein so liebenswürdiger Charakter, man muß sie einfach gern haben. Sie ist noch sehr jung, aber man kann soviel von ihr lernen. Sie besticht durch ihre Natürlichkeit, hat einen wundervollen Charakter, einen enorm starken Willen und lässt sich niemals unterkriegen. Gebannt habe ich ihren Werdegang von allerärmsten Verhältnissen bis zu ihrem Aufstieg in Helgoland verfolgt, der einem Märchen gleicht. Allerdings wird ihr wirklich nichts geschenkt, sondern sie muß sehr um ihr Glück kämpfen und erlebt immer wieder Rückschlage. Wir dürfen Tine von 1887 - 1891 begleiten. Auch die anderen Protagonisten, allen voran Tine´s Schwester Fritzi (von der ich gerne noch viel mehr lesen würde) machen das Buch zu einem besonderen Leseerlebnis. Anna Jessen hat einen sehr flüssigen, lebendigen, mitreisenden und sehr bildhaften Schreibstil, der mir die damalige beschwerliche Zeit und die Schönheit Helgolands vor Augen führte.
Fazit: Ein wirklich mehr als gelungener Auftakt, der mir sehr emotionale Lesestunden geschenkt hat. Ich kann Teil 2 kaum erwarten, da die Geschichte am Schluß ziemlich aufwühlend war.
Angetan von der Insel, habe ich mir das Buch kurz vor Ende meines Helgoland Urlaubs gekauft.
Die erste Hälfte beziehungsweise 2/3 des Buchs hat mir gut gefallen. Zu Beginn führt die Autorin die Hauptfigur Tine Tiedkens ein. Man erfährt über Tines familiären Hintergrund und ihren harten Alltag im Hamburger Gängeviertel. Die Protagonistin wird langsam aufgebaut, die Handlung ist in kleinen Etappen erzählt, denen man gut folgen kann.
Auch die erste Phase der Orientierung von Tine auf der Insel Helgoland ist noch nachvollziehbar dargestellt. Doch dann nimmt die Handlung schnell an Fahrt auf, einiges wird übersprungen und nicht erzählt, obwohl es durchaus Potential gehabt hätte. Wiederum die Dialoge zwischen Tine Tiedkens und ihrem Ehemann sind teilweise so schnulzig, dass es kaum auszuhalten ist. Zudem wiederholen sie sich. Hier hat das Buch die größten Schwachpunkte meiner Meinung nach.
Vom Ende des Buchs war ich dann doch eher positiv überrascht. Hier ging es dann aber auch sehr schnell, es gibt ein paar Lücken, und man hat das Gefühl, die Autorin wollte das Buch schnell beenden.
Ein weiterer Minuspunkt ist für mich das Frauenbild, das Tine Tiedkens verkörpert. Voller Demut erträgt sie alle Ungerechtigkeiten, schuftet sich ab ohne zu klagen, stellt ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse hinten an und buckelt vor allen. Dafür bleibt sie unerreichbar perfekt und lässt sich nichts zuschulden kommen. Langweilig und auch schwierig so als feministisches Vorbild.
Insgesamt würde ich das Buch eher nur Helgoland-Liebhaberinnen und -Liebhaber weiterempfehlen.
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Tine Tiedkens lebt 1887 in Hamburg, in Armut. Täglich geht sie los und verkauft Blumen, um wenigstens etwas Geld für ihre Eltern und ihre 9 Geschwister beizusteuern.
Eines Tages fasst sie ihren Mut zusammen und sucht ihr Glück auf Helgoland. Dort fängt sie an als Zimmermädchen zu arbeiten.
Sie verliebt sich in den Hotelier Henry Heesters. Tines Glück scheint perfekt. Doch das Schicksal hat andere Pläne.
Meine Meinung
Die Autorin hat einen wirklich besonderen Schreibstil. Er lässt sich flüssig lesen und man versinkt einfach darin.
Ich war noch nie auf Helgoland, hatte aber alles bildlich vor Augen. Sowohl die Landschaft als auch die Menschen. Auch die Atmosphäre wurde gut eingefangen und entführte mich ins Jahr 1887.
Besonders gut gefallen haben mir die authentischen Protagonisten. Tine ist sehr hilfsbereit aber auch Naiv und Tollpatschig und das macht sie so Echt und sympathisch. Auch die meisten anderen hatten gute sowie schlechte Seiten. Das brachte mich noch näher in die Geschichte. Denn wer ist schon nur gut oder nur schlecht?
Man wird von Seite 1 mit genommen den Weg der jungen Tine zu begleiten, die sich erst als Blumenmädchen in Hamburg durchschlagen muss, bis sie ihr Glück auf Helgoland versucht. Man fühlt mit ihr und erlebt beim Lesen alle Höhen und Tiefen von Tine mit und bewundert ihre Stärke. Natürlich muss ich wissen, wie es nach diesem Ende weiter geht und freue mich auch schon auf die nächsten beiden Bände. Insgesamt ein wunderschönes Buch, welches sich klasse lesen lässt, durch den tollen Schreibstil von Anna Jessen. Mir persönlich waren einige Stellen jedoch ein wenig zu lang und ausführlich, warum ich auch einen Stern abgezogen habe, dies mindert aber nicht meine Leseempfehlung!