Jump to ratings and reviews
Rate this book

Die Verlassenen

Rate this book
Kein Mensch ist vor den Momenten sicher, die alles von Grund auf ändern

Was würde man lieber vergessen, wenn man könnte? Johannes blickt zurück auf eine ostdeutsche Kindheit, die von feinen Rissen durchzogen war. Der frühe Tod seiner Mutter, das rätselhafte Verschwinden seines Vaters. All seine Fragen dazu blieben unbeantwortet, weshalb er noch als Erwachsener vorsichtig tastend durchs Leben geht. Ein melancholischer Eigenbrötler, der sich in einer stillen Existenz eingerichtet hat. Als Johannes in einer alten Kiste auf einen Brief stößt – adressiert an seinen Vater und abgeschickt nur wenige Tage, bevor dieser den Sohn wortlos verlassen hatte –, verändert dieser Fund nicht nur seine Zukunft, sondern vor allem seine Vergangenheit als Kind der Vorwende-DDR. Seine Erinnerungen sortieren sich neu und mit ihnen sein Blick auf das eigene Leben.

In eindringlicher Dichte und mit kraftvoller Klarheit erzählt Matthias Jügler von Verlust und Verrat, vom Wert des Erinnerns und den drängenden Fragen einer ganzen Generation. Ein warmherziger, leuchtender Roman von außergewöhnlicher sprachlicher Intensität.

159 pages, Kindle Edition

Published March 1, 2021

1 person is currently reading
69 people want to read

About the author

Matthias Jügler

9 books4 followers

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
27 (24%)
4 stars
46 (41%)
3 stars
29 (26%)
2 stars
8 (7%)
1 star
1 (<1%)
Displaying 1 - 13 of 13 reviews
Profile Image for Prusseliese.
439 reviews24 followers
August 4, 2025
Bis zur Hälfte fand ich es gut, aber dann wurde es richtig abstrus. Ich konnte die Handlung nicht mehr nachvollziehen und soll ich mir wirklich die ganzen Seiten voller abgedruckter Beobachtungsberichte und zum Teil handschriftliche Briefe hier in meiner Taschenbuchausgabe durcharbeiten, um zu verstehen?!
Profile Image for Kristall86.
345 reviews4 followers
April 22, 2021
!ein Lesehighlight 2021!

Klappentext:
„Was würde man lieber vergessen, wenn man könnte? Johannes blickt zurück auf eine ostdeutsche Kindheit, die von feinen Rissen durchzogen war. Der frühe Tod seiner Mutter, das rätselhafte Verschwinden seines Vaters. All seine Fragen dazu blieben unbeantwortet, weshalb er noch als Erwachsener vorsichtig tastend durchs Leben geht. Ein melancholischer Eigenbrötler, der sich in einer stillen Existenz eingerichtet hat. Als Johannes in einer alten Kiste auf einen Brief stößt – adressiert an seinen Vater und abgeschickt nur wenige Tage, bevor dieser den Sohn wortlos verlassen hatte –, verändert dieser Fund nicht nur seine Zukunft, sondern vor allem seine Vergangenheit als Kind der Vorwende-DDR. Seine Erinnerungen sortieren sich neu und mit ihnen sein Blick auf das eigene Leben.“

Autor Matthias Jügler hat mich mit seiner Geschichte „Die Verlassenen“ ganz tief berührt. Mit seiner punktgenauen Wortwahl und seiner Sprachmelodie ist ihm etwas ganz Großes hiermit gelungen. Die Geschichte um Johannes ist emotional in jeder Weise. Ihn hier kennenzulernen ist ein besonderer Weg, den wir Leser uns erstmal erarbeiten müssen. Wir müssen versuchen ihn mit seiner Art zu verstehen....Wer, wie er und ich, selbst in der DDR groß geworden ist, wird viele Parts in diesem Buch wiederfinden und sich daran erinnern, wie es damals war. Das war ein echter Flashback, den ich so nicht erwartet hätte (hier nur das Beispiel Kindergarten). Die Geschichte um Johannes‘ Vater ist für mich das eigentliche Mysterium und bekommt eine sanfte und bewegende Führung der besonderen Art.
Auch hier finden wir meine liebsten Buchdetails: die Zeilen und Gedanken zwischen den Sätzen, die uns der Autor fein dosiert vor die Füße legt. Johannes‘ Gedankengänge im Hier und Jetzt aber auch die Rückblicke sind extrem feinstimmig, aber auch die Qual nach dem Ungewissem, nach alle den Antworten auf die Fragen die er hat und die nie beantwortet werden. Wir erleben ihn in seiner Welt und erfahren die Hintergründe seiner Welt in einer warmherzigen, leisen Sprache. Hier ist kein Wort zu viel, keine Emotion zu wenig - hier ist alles ganz perfekt abgestimmt!
Ich hatte hiermit ein ganz perfektes und besonderes Leseerlebnis, welches mich noch lange beschäftigen wird. 5 von 5 Sterne
Profile Image for Machines are Human.
2 reviews
June 10, 2025
Gelesen nachdem ich Maifliegenzeit gelesen hatte. Das Buch beginnt stark, gegen Ende wirkt es aber sehr gehetzt. Schade
Profile Image for Estrelas.
944 reviews
December 18, 2021
Der Ich-Erzähler berichtet vom Aufwachsen bei der Großmutter, nachdem seine Mutter gestorben und sein Vater „verschwunden“ ist. Die Episoden reichen bis in sein Erwachsenenleben hinein, das weiter von der ungewöhnlichen Kindheit in der DDR geprägt ist.
Die Stimme von Florian Lukas passt sehr gut zur unaufgeregten Erzählweise der Hauptfigur. Beim Sichten von Stasiakten kommt beinahe Hörspielatmosphäre auf, als man diese rascheln hört.
Der Aspekt der DDR-Geschichte hatte mich an diesem Buch am meisten gereizt, kam aber für meinen Geschmack viel zu kurz, was an der Gesamtlänge von weniger als vier Stunden liegen könnte. Die Auflösung kam abrupt und wirkte für mich nicht ganz passend zum Rest der Handlung, was meine anfängliche Begeisterung etwas getrübt hat.
Profile Image for Sandra von Siebenthal.
99 reviews26 followers
April 21, 2021
«Schliesslich kam Grossmutter aus dem Wohnzimmer. Sie verlor kein Wort über Vaters Abwesenheit, stattdessen hielt sie eine Tüte Bonbons in der Hand…zum Trost, wie sie sagte. Als ich sie nun sah, die Tüte in der Hand, mitleidig ihr Blick, da begriff ich, dass Vater nicht wiederkommen würde. Ich fing an zu weinen. Viel lieber wollte ich wütend sein, auf Vater, so wütend, wie ich es am Vormittag gewesen war. Aber es klappte nicht.»

Johannes hat schon früh seine Mutter verloren. Als auch noch sein Vater von einem Tag verschwindet, bleibt er bei der Grossmutter zurück. Mit ihm bleiben viele offene Fragen, über die aber nie gesprochen werden kann. Auf diesem unsicheren Boden wächst er zu einem melancholischen, an vielem zweifelnden Mann heran, sucht seinen Platz im Leben und kann sich doch nicht frei einlassen.

„Dann entdeckte ich den Brief, und kaum dass ich ihn gelesen hatte, wusste ich, dass dies der eine Moment war, der alles änderte, nicht nur meine Zukunft, sondern vor allem meine Vergangenheit, beziehungsweise das, was ich dafür gehalten hatte.“

Als er eine Kiste mit Briefen findet, in welcher auch einer an seinen Vater adressiert ist, sieht er plötzlich einen Weg, doch noch zu Antworten zu kommen. Dazu macht er sich auf nach Norwegen, wo er immer tiefere Einsichten in seine Kindheit in der DDR und das, was damals ablief bekommt.

Matthias Jügler erzählt die Geschichte eines Jungen, Johannes, aus dessen Sicht und es gelingt ihm dabei, das Erzählte in Sprache und Denken authentisch und dem Alter entsprechend zu halten. Trotz der tragischen und Johannes erschütternden Umstände verfällt die Erzählung nie in eine zu melancholische Stimmung, das Beibehalten einer Sachlichkeit und Distanz sind die dem Verhalten von Johannes entsprechend Form. Sie bringen es aber auch mit sich, dass es nicht möglich ist, dem Protagonisten und seinem Fühlen wirklich nahe zu kommen. Man bleibt als Leser der Betrachter von aussen, so wie es wohl im wirklichen Leben bei einem Treffen mit Johannes auch gewesen wäre.

So begleitet man Johannes durch seine Kindheit, Jugend hinein ins Erwachsenenalter, sieht ihn eine Familie gründen, doch etwas bleibt immer präsent: Die Erinnerung an die Vergangenheit, die Ungewissheit, was wirklich war damals und die Unsicherheit im Leben und in seinem Sein, die daraus entstanden ist. Das Finden des Briefes erscheint da wie ein Weckruf aus einem Schlafzustand. Endlich schreitet er zur Tat, endlich zeigt er den Willen, den Dingen auf den Grund zu gehen.

„Die Verlassenen“ ist ein Buch ohne grosse Ereignisse, ohne laute Töne, ohne eindringliche Bilder. Leise und sanft fliesst die Erzählung dahin und nimmt den Leser mit auf eine Reise ins Ungewisse. Was dann ans Licht kommt, hätte man zwar bei dem Setting erahnen können, und doch liegt es nicht so offen da, dass das Weiterlesen sich erübrigen würde.

Eine durch und durch gelungene Erzählung, in welcher der Autor es versteht, Inhalt und Form in ein stimmiges Ganzes zu verweben und den Leser durch eine unterschwellige Melancholie zu berühren, die nie zu abgrundtief wird, dass sie bedrückt.

Fazit:
Ein Buch der leisen Töne, die Lebensgeschichte eines Jungen, der zu früh von den nächsten Menschen verlassen wird, dabei das Vertrauen verliert, und erst zu sich selber findet, als er sein Leben selber in die Hand nimmt und Antworten auf seine offenen Fragen sucht. Grosse Empfehlung!
Profile Image for Aus Liebe zum Lesen.
269 reviews8 followers
October 3, 2022
Ist über die DDR nicht eigentlich schon alles erzählt? Vielleicht. Auf mich übt dieses Kapitel der Geschichte dennoch einen gewissen Sog aus, sodass ich Matthias Jüglers Roman „Die Verlassenen“ gar nicht erst auf meinen SuB wandern lassen, sondern gleich gelesen habe.

Johannes wächst bei seinem Vater in Halle auf. Die Mutter ist schon vor einiger Zeit gestorben. Eines Tages bringt ihn sein Vater zu Oma und verschwindet wortlos aus seinem Leben. Als er später einen Brief findet, beginnt er, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Die DDR spielt nur eine kleine Rolle, vielmehr geht es um Beziehungen von Menschen.

Matthias Jüglers Schreibstil ist sehr eingängig und entsprechend schnell hatte ich das Buch fertiggelesen. Durch gekonnt eingesetzte Zeitsprünge und dezent gesetzte Hinweise, schafft es der Autor Spannung zu erzeugen und so fiebert man bis zum Schluss der Aufklärung der damaligen Umstände in Johannes‘ Familie hin. Genau hier liegt allerdings für mich die Schwachstelle des Romans, denn mir blieben zu viele Fragen offen.

Auch die Charaktere, allen voran der Protagonist, blieben mir bis zum Schluss sehr unnahbar, sehr diffus, ihre Handlungen an einigen Stellen nicht nachvollziehbar. Dennoch konnte mich das Buch gut unterhalten. Manchmal muss man eben, wie Johannes, mit offenen Fragen leben.
Profile Image for Margarethe.
572 reviews
June 18, 2021
Hörbuchfassung
Das sehr schöne Titelbild des Hörbuchs und die Thematik hat mich auf das Buch aufmerksam werden lassen. Die Kinder der Übergangsphase, was ist mit denen eigentlich - die haben doch gar nichts mitbekommen - war meine Auffassung bisher! Viele wurden mit der plötzlichen Arbeitslosigkeit der Eltern konfrontiert. Und was war mit den Kindern, deren Eltern unter der DDR gelitten haben?
Diesen gib Jügler eine Stimme.
Aus der Perspektive eines Kindes in der Nachwendezeit in Halle an der Saale. Die Mutter gestorben und der Vater verschwindet eines Tages, ist weg und taucht nie wieder auf. Johannes wächst bei der Großmutter auf und versucht den Alltag zu meistern und den Verlust zu überwinden bis er eines Tages einen Brief findet, der die Gelegenheit gibt seine Kindheit zu erklären.

Florian Lukas' jugendliche Stimme führt uns behutsam durch das Buch und man taucht in die Abgründe des DDR Alltags ein und man fühlt mit Johannes und erlebt die DDR und die Nachwendezeit aus den Augen eines Kindes.
Interessant ist auch der Einschub mit der Verlesung der Stasi-Akten mit viel Geraschel, als ob man es selber gerade überfliegt.
Das Ende hat mich erschüttert, dass ich einfach nur verharrte.
Hätte ich so gehandelt? Ich glaube nicht!
2,281 reviews13 followers
May 28, 2021
Zum Inhalt.
Johannes wuchs in der DDR auf, seine Mutter früh verstorben, sein Vater irgendwann einfach verschwunden. Dennoch lebt er sein Leben. Eines Tages stößt er in einer Kiste mit alten Büchern seiner Eltern auf einen Brief, der seine gesamte Vergangenheit auf den Kopf stellt. Er muss seine Erinnerung an die Vergangenheit neu sortieren und das hat auch Einfluss auf seine Gegenwart
Meine Meinung:
So richtig war mir nicht klar, was mich bei diesem Buch so erwartet, aber irgendwie klang es interessant. Das war es auch irgendwie, was mich aber aufgrund der Geschichte schon etwas irritiert hat, war wie abgeklärt die Geschichte erzählt wurde. Ich hätte mehr Emotionen erwartet, aber irgendwie blieb der Protagonist seltsam kühl. Aber sicher geht auch jeder anders mit solchen Situationen um. Den Sprecher kannte ich bisher nicht, er passte aber sehr gut zur kühlen Erzählung, weil er die Geschichte ebenso emotionslos vorgetragen hat.
Fazit:
Seltsam kühl erzählt
2 reviews
June 28, 2024
Die Hauptfigur, ein Junge von 8 Jahren, rätselt, warum er eines Tages von seinem Vater ohne Vorwarnung oder Erklärung verlassen und bei der Großmutter untergebracht wird. Seine Mutter, so lernen wir, ist schon länger verstorben.

Eine Geschichte darüber, welche Folgen die Arbeit des MfS und seiner inoffiziellen Mitarbeiter hat, auch eine Generation später.

Als Erwachsener stößt der Junge auf eine Spur, die ihn nach Skandinavien führt, und er versucht, das Schicksal seiner Familie aufzuklären.

Der Erzählton ist unterkühlt, passend zur Hauptfigur, der sich zu einem jungen Mann entwickelt, der sich aus allem raushält und, wen wundert‘s, Schwierigkeiten hat, vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen.
6 reviews
April 18, 2023
Junger Mann reflektiert über sein Aufwachsen in der DDR (Halle) und beschreibt die Suche nach seinem Vater, der ihn kurz nach dem Tod seiner Mutter verlässt und den er in Norwegen ausfindig macht, jedoch nur seine dortige Exfreundin zur Rede stellt und nicht diesen selbst, obwohl er ihn schließlich ausfindig macht. Wolfgang, der beste Feund der Eltern und beliebter Typ war IM und wahrscheinlich Schuld am Tod der Mutter sowie am verschwinden des Manuskripts des Vaters. Erzähler wächst bei Großmutter auf die verstirbt als er 17? ist.
This entire review has been hidden because of spoilers.
267 reviews3 followers
September 21, 2021
Bedrückend.
Faszinierend.
Ernüchternd.
Fesselnd.

Ein ganz anderes Deutschland (für uns Westgeborene). Ein Schmerz, den auch das heutige Einheitsdeutschland noch immer durchweht, hie und da.
Displaying 1 - 13 of 13 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.