Wissen, woher man kommt - wissen, wohin man geht. Wie können wir unsere weibliche Kraft und Vision erkennen und leben? Was bedeutet es, wirklich Frau zu sein? Solange wir wider unsere Natur leben, frauenspezifische Rhythmen ignorieren und die Power unserer Ahnen vergessen, bleibt unser weibliches Potenzial ungenutzt. Denn nur wenn wir wissen, woher wir kommen, können wir bestimmen, wohin wir gehen. Mithilfe einer kraftvollen Mischung aus Zeremonien und Übungen zu Ahnenheilung, Energiearbeit und Mindset-Change begleitet und Kaja Andrea Otto auf eine transformierende Reise. Das weibliche Potenzial in uns erwacht. Und plötzlich wird es ganz leicht, uns mit der Kraft unserer eigenen Lebensvision zu verbinden.
Du bist die Antwort auf deine Fragen - Mit Ahnenarbeit zu deiner kraftvollen Lebensvision von Kaja Andrea Otto ist eine Mischung aus Ratgeber, informativem Sach- aber auch praktischem Mitmachbuch, das sehr auf die historischen Ereignisse in Deutschland ausgerichtet ist und sich explizit nur an Frauen richtet und absichtlich andere Geschlechter ausgrenzt mit der Begründung des immer noch vorherrschenden Patriarchats.
Zu Beginn steht die Aufforderung über seine eigenen Vorfahr*innen zu recherchieren und dies eventuell als Stammbaum festzuhalten und mit Fotos, Interessen, Macken etc der jeweiligen Personen zu unterfüttern. Zudem kann man auch nach nicht-verwandten, inspirierenden Vorbildern suchen. Die immer wiederkehrenden Impulse lassen die Leser*innen nach der Informationsdichte der Kapitel kurz innehalten und sich selbst mit den gestellten Fragen auseinandersetzen. Als Unterstützung für die Zeremonien findet man im Anhang den Link zu unterstützenden Audiodateien.
Hat man eine*n Ahnen-Guide und eine*n Ahnen-Mentor*in ausgemacht, kann man diese als Kraftquelle nutzen und die von Generation zu Generation weitergegebenen kollektiven, historischen und persönlichen Traumata wie beispielsweise Sklaverei, Genozid, Hexenverfolgung aufarbeiten.
Zum Inhalt kann ich nicht sonderlich viel sagen, da ich mich bislang noch überhaupt nicht mit diesem Feld beschäftigt habe. In sich klingt die Argumentation schlüssig, auch wenn mir persönlich einiges „zu abgespacet“ war, also vor allem die Kapitel, in denen es um die Ahn*innenarbeit ging. Die zweite Hälfte des Buches war mir viel leichter zugänglich und ich fand es auch sehr interessant, Einblicke in das persönliche Leben der Autorin zu bekommen. Die Selbsttests sind sehr gut, um sich vieles einfach einmal selbst bewusst zu machen, außerdem schaffen die Hilfestellung und Aufforderung zur Veränderung um die Welt zu verbessern, beispielsweise durch Tierschutz, wie auch die Vorbereitungen auf den eigenen Tod (Stichwort Patient*innenverfügung, Testament, Organspende, Bestattung) Anreize.
An einigen Stellen spricht die Autorin die Missstände der Geschlechtergleichberechtigung an, was ich wichtig und gut finde, ich möchte aber betonen, dass das Patriarchat nicht nur für Frauen, sondern für alle Menschen die falsche Gesellschaftsform ist und dass ich es nicht richtig finde, anstelle des Patriarchats den Mann an sich als Feindbild zu betrachten.
Das Buch ist klar strukturiert und in vier große Abschnitte aufgeteilt: den Boden schaffen, aus den Wurzeln schöpfen, der starke Stamm und die Krone wachsen lassen. Der erste Abschnitt ermutigt, sich Gedanken über die eigene Familie und die Verhältnisse innerhalb selbiger zu machen. Für den eigenen Weg ist es wichtig, sich klarzumachen, woher man kommt und wie man dadurch geprägt wurde. Ich muss zugeben, dass ich anfangs doch sehr skeptisch war, als der zweite Teil mit der Beschreibung der Zeremonien begann. Steinkreise legen, Räucherstäbchen und Blümchen verteilen und dabei mit den Ahnen aus dem 15. Jahrhundert "sprechen". Das alles wirkte ein bisschen abgefahren. Im Nachhinein denke ich, dass es hauptsächlich wichtig ist, sich die Zeit zu nehmen, in der man reflektieren kann. Wenn das im Steinkreis besser klappt, warum nicht? Der dritte Block handelt davon, seine eigene Lebensvision auszuarbeiten und sich bewusst zu werden, was man erreichen möchte. Der vierte Abschnitt rundet das Buch passend ab, indem praktische Schritte beschrieben werden, die man direkt umsetzen kann, um Ordnung zu schaffen. Das Buch enthält einige gute Impulse, die einem sicherlich weiterhelfen können, wenn man beginnt, sich mit Selbstreflexion zu befassen. Ob dazu die Ahnen notwendig sind, darf jeder für sich selbst entscheiden. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Weg für manche Menschen hilfreich sein wird, andere werden laut lachen müssen (ich möchte nicht abstreiten, dass ich das auch getan habe). Letztendlich nimmt man das aus Büchern mit, wofür man bereit ist und so wird es auch bei diesem Buch sein. Eine letzte Anmerkung: die Sprache der Autorin ist leicht verständlich formuliert, das Buch lässt sich schnell lesen. Manche Ausdrücke empfand ich als unpassend, da sie meiner Meinung nach nicht in die deutsche Sprache gehören (S. 116: "...kann es hilfreich sein, sich mit der Botschaft zu committen...").
Der Kontakt mit den Ahnen und welche Bedeutung er für uns heute haben kann, beschäftigt mich seit ich angefangen habe, mich mit dem indianischen Shamanismus zu beschäftigen. In verschiedenen Gesprächen und während einiger Rituale wurde mir der Kontakt zu den Ahnen nahe gebracht. Plötzlich konnte ich erfahren und begreifen was es bedeutet in der Reihe meiner Ahnen zu stehen. Eine Erfahrung, die meine Sinne schärfte, die in mir auch ein neues Bewusstsein für das Eingebunden sein in die Natur und ihren Lebensrythmus weckte. Diese Erfahrungen kamen beim Einstieg in das Buch wieder zum tragen. Ich konnte der Autorin gut folgen als sie über die Erfahrungen mit dem Auflösen alter Lasten sprach. Ja es wirkt weiter duch die Geschichte, wenn eine alte Last verschwindet. Ich könnte auch sagen:“Die Ahnen bedanken sich für die Hilfe!“ Die Autorin bietet im Buch unterschiedliche Rituale als Hilfen bei der Arbeit mit den Ahnen an. Ich denke, es ist vielleicht auch Typsache, wie ich damit umgehe.Ich habe teilweise erlebt, das die Ahnen bestimmte Wünsche äusserten. Sie geiserten dann durch meine Gedanken,. Wenn ich sie aufgriff spürte ich Veränderung wachsen, Die Arbeit mit den Ahnen ist ein Prozess, der das weitere Leben begleitet. Neben den vielfältigen Impulsen und Ideen für die Arbeit mit den Ahnen schreibt die Autorin eine sehr angenehm zu lesenden Stil. Die Leserinnen und Leser sind eingeladen sich auf eine spannende Reise zu begeben. Es ist wie ein Aufbruch zu neuen Ufern. Sicher ist es kein Buch, dass sich einfach liest. Wenn ich mich darauf einlasse, brauche ich Zeit für mich und meine Gefühle. Als Arbeitsbuch ist es ein Schatz, aus dem ich immer wieder schöpfen kann.