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Krötensex

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Weder verliebt, noch in Berlin

Amerika. So heißt das Kaff in der ostdeutschen Provinz, in das es Frieda verschlägt, um ihr Studium zu beenden. Selbst schuld, wer das Kleingedruckte in der Studienordnung nicht liest. Leider passt dieses Provinzloch so gar nicht zu Friedas life goal: vegane, Adorno zitierende Weltverbessererin sein, die um die W›elt trampt und ihren shit together hat – wie Freia, Friedas perfekte Zwillingsschwester. Mühelos attraktiv sein wie Freia, das ist die Devise! Sonst wird’s zu viel. Und zu viel ist Frieda eh schon: zu laut, zu groß, zu viel Make-up. Immer und überall. Ob sich am Ende trotzdem body positivity und ein lebenslauftaugliches Praktikum finden lassen?»Ein wahnwitziges Buch. So federleicht wie Franka schreiben nur die, denen das Leben noch nicht dazwischen gekommen ist.« Caroline Rosales

448 pages, Paperback

Published March 8, 2021

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About the author

Franka Frei

3 books11 followers

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77 (33%)
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34 (14%)
1 star
8 (3%)
Displaying 1 - 30 of 42 reviews
Profile Image for melodram.
143 reviews67 followers
March 8, 2021
Bin ich zu alt für diesen Roman?
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Frieda ist Anfang 20, mitten im Findungsprozess des eigenen Erwachsenwerdens und mitten in ihrem Studium. Sie hat sich für „Irgendwas mit Wirtschaft“ entschieden. Sie lebt und studiert eigentlich in Berlin. Für ein Semester verschlägt es sie ins kleine Kaff „Amerika“ nach Sachsen, dass wenig hipstertauglich und ansprechend rüberkommt. In der sächsischen Peripherie lernt sie neben ländlich geprägten Individuen ein völlig anderes Leben kennen und stellt fest, dass es nicht mal so schlecht ist, fernab vom Großstadtleben und dem täglichen Kampf gesehen und geliebt zu werden.
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Zurück in Berlin, mit ihrem ersten Prakitkumsplatz in der Tasche, wird es für Frieda zunehmend schwieriger den Maßstäben der sie umgebenden Gesellschaft zu genügen und dabei will sie doch nur eines: endlich zu sich selbst finden.
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Für mich persönlich war dieses Buch ein witziges, lockeres Leseerlebnis. Ein Roman, der mich gut unterhalten hat.
Hätte ich das Buch im Alter von 20 Jahren gelesen, hätte es mich vermutlich mehr abgeholt mit all den Problemen, die Protagonistin Frieda so im Rucksack hat.
Denn so ein klassischer Coming of Age-Roman punktet ja auch und gerade deswegen, weil man sich mit der Hauptfigur identifiziert.
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Fernab vom richtigen Zeitpunkt des Lesens musste ich aber auch feststellen, dass der Roman zwar total am Puls der Zeit vibriert, jedoch insgesamt zu viel an Trending Topics unterbringen will. Durch das beiläufige Unterbringen wichtiger Themen (Feminismus, Umweltaktivismus, Essstörungen, Selbstwertgefühl junger Menschen, uvm.) werden Seiten gefüllt. Die Wichtigkeit dieser Topics gehen dabei aber meiner Meinung nach im Romankomplex unter, wodurch der Roman an dieser Stelle für mich wenig Aufklärungsarbeit leistet und etwas an Wertigkeit verliert.
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Fazit: „Krötensex“ ist ein kurzweiliger, witziger Coming-of-Age Roman, der durch weniger - noch mehr hätte sein können.
Profile Image for Shawnnnee.
116 reviews21 followers
September 20, 2021
KRÖTENSEX ist ein Romandebüt, das anfänglich in der sächsischen Provinz spielt und dementsprechend auch in Dialekten geschrieben ist. Vom Sinn und Unsinn über den Einsatz dieses "stilistischen Mittels" möchte ich nicht anfangen, denn mit zunehmender Handlung wirkt der Sprung zwischen Sprachen und besagten Dialekten einfach ünnötig, gar nervig. Gleichzeitig wird mit jeglichen Klischees und Vorurteilen gespielt, was die Charaktere neben einer enormen Anzahl dieser wirklich nicht greifbar machte. Dass ostdeutsche Städte nur mit grauen Betonbauten und Nazis bevölkert sind und Berlin natürlich cool ist, aber dann doch so schroff; sind nur einige davon. Schade, dass die Autorin nicht wenigstens mal eine Google-Bildersuche benutzt hat, um zumindest zu heucheln ein Gefühl für die Orte zu entwickeln, in denen sie ihre Geschichte spielen lässt. Da im Vor- und auch Nachwort immer wieder betont wird, wie wichtig doch dieses Buch für sie ist, wäre ein bisschen mehr Mühe schön gewesen. Auch die Handlung empfand ich als nicht ausgereift, leider. Die permanten Korrekturen zu zeitpolitischen Themen wie Feminismus, Poltik, Social Media sind nicht zwingend neu, sondern eher eine erneute Wiederholung des Altbekannten. Was nicht falsch ist, obwohl auch die Frauen in diesem Buch eigentlich modern sein sollen, machen sie trotzdem die Fehler, die man kennt. Das wäre nicht schlimm, wenn sie eben nicht immer betont abgeklärt auf die Welt und ihre Fehler schauen würden. Der Kniff "immer zu viel, aber nicht richtig zu sein" als DAS Problem der Protagonistin herauszustellen, erschloss sich mir nicht organisch, sondern wirkte eher wie eine Verzweiflungstat, diesem Roman noch eine Tiefe geben zu wollen, die er vielleicht nicht hat. Für mich zwar ein Ärgernis, könnte der Roman jedoch für eine jüngere Generation vielleicht etwas sein, in denen diese sich wiederfindet und vor allem auch verstanden fühlt.
Profile Image for DrunkenCherry.
782 reviews135 followers
April 7, 2021
Krötensex ist ein Buch, in dem ich mich sofort wohlgefühlt habe. Und das, obwohl alles daran Berliner-Hipstergöre schreit.
Denn das ist Protagonistin Frieda. Zu Beginn des Buches denkt sie, Berlin sei der Heilige Gral, hat eine große Klappe und hat mit ihren zwanzig Jahren das drängende Ziel von Selbstverwirklichung. Bloß nicht langweilig sein.
Ihr großes Vorbild ist dabei ihre Zwillingsschwester Freia, eine Influencerin, die sich nimmt, was sie vom Leben will – und die so ganz anders ist als Frieda.
Ich mochte Frieda einfach gern. Auf den ersten Blick ist sie super selbstbewusst – aber innerlich ist sie zerfressen von Selbstzweifeln über ihr Leben, ihr Lieben und sich selbst. Das Leben ihrer Schwester scheint da viel aufregender und Frieda macht sich auf den Weg, genau so zu werden wie Freia, übersieht dabei aber, dass es für sie vielleicht gar nicht das richtige Leben ist.
Aber natürlich geht es auch um den Wunsch, geliebt zu werden. Friedas Dating Leben war etwas, womit sich bestimmt viele junge Erwachsene identifizieren können. Die ständige Suche nach Aufmerksamkeit und Liebe in einer Zeit, in der man selbst noch nicht so recht weiß, wohin das Leben einen führt.
Interessant war auch, dass die Autorin immer wieder politische und umweltbezogene Themen in ihre Geschichte einfließen lässt und wie die Figuren diese dann für sich auslegen. Hier wird zum Beispiel oft nur so lange über die Umwelt nachgedacht, wie es ins eigene Lebenskonzept passt. Dann ändert sich die Meinung rasant wieder – fand ich sehr lebensnah und die stetige Auseinandersetzung mit Social Media und Lebenskonzepten wie Veganismus, der plötzlich zum Trend wurde, sind natürlich super aktuell und wichtig.
Eigentlich hätte ich hier rundum zufrieden mit dem Buch sein können, aber ein bisschen was zu meckern habe ich doch. Franka Frei schreibt in Dialekten. Schließlich tummeln sich in ihrem Leben Sachsen, Österreicher und noch viele mehr....Das war teilweise wirklich lustig und passend. Andererseits manchmal aber auch etwas anstrengend. Genau so verhielt es sich mit der Tatsache, dass in Berlin eben auch viele englischsprachige Menschen leben und Friede diese auch kennenlernt. Und die reden dann auch auf englisch. Permanent. Für Leute, die des Englischen nicht mächtig sind, ist das Buch dann also nichts. Und dabei tut das englische nichts für die Geschichte. Man hätte erwähnen können, dass die Person englisch spricht, in deutschen Dialogen fortfahren können und gut wäre gewesen.Damit schließt man einige Menschen einfach von dieser tollen Geschichte aus – und das komplett unnötiger Weise.
Auch das Ende war für mich nicht komplett rund. Ich finde, es ging zu schnell und es fehlte etwas für mich.
Aber trotzdem hoffe ich, dass Franka Frei noch mehr Romane schreiben wird. Denn Friedas Geschichte ist definitiv lesenswert.
Profile Image for Literaturina.
197 reviews15 followers
April 5, 2021
Wichtiger und hochaktueller Coming-of-Age-Roman

An diesem neuen Roman von Franka Frei mit dem auffälligen Cover dürfte man als Leser*in in den letzten Wochen schwer vorbei gekommen sein.
Ich selbst war in erster Linie gespannt darauf, endlich etwas von der Autorin zu lesen, die mich mit ihren feministischen Themen auf Social Media neugierig gemacht hatte und deren Erstlingswerk „Periode ist Politisch“ auch schon länger auf meiner Wunschliste steht.
Beides – Feminismus und Social Media (ach und auch Periode) – wird in diesem Roman ausführlich reflektiert.
Unter dem Klappentext konnte ich mir ehrlicherweise nur bedingt etwas vorstellen, doch meine schon seit der Kindheit bestehende Faszination für Zwillinge und andere Schlagwörter wie „Kaff“, „vegane, Adorno zietierende Weltverbessererin“, „um die Welt trampen“ und „body positivity“ trafen bei mir einen Nerv.

Anfangs hatte ich Bedenken, ob ich mit dem extrem von Jugend- und Gendersprache sowie Anglizismen geprägten Schreibstil klarkommen werde, schnell entwickelte eben dieser jedoch eine Sogwirkung, die mich immer tiefer in die Geschichte hineinzog. Selbst mit den vielen verschiedenen Dialekten kam ich klar, haben mich sogar regelmäßig zum Lachen gebracht, obwohl das für mich normalerweise ein No-Go ist. Und auch in die Protagonistin, die als sehr extrovertiert dargestellt wird und damit meinem genauen Gegenteil entspricht, konnte ich mich gut hineinversetzen. Schreiben kann die Frau wirklich!
Humoristisch und zugleich (selbst)kritisch schafft sie es hier, die Problematiken (und irgendwo auch Luxusprobleme) von heute und insbesondere von Frauen meiner Generation aufzuzeigen: die Schwierigkeit, den Spagat zwischen wichtigen hochaktuellen und politischen Themen wie Rassismus, Rechtsruck, Ost-West-Konflikten, Vorurteilen, Klimawandel und Umweltbewusstsein, Kapitalismus(-Kritik), der digitalen Welt, (intersektionalem) Feminismus etc. und einem zugleich erfolgreichen und selbstbestimmten Leben zu meistern (Beispiel: Sexismus im Berufsleben oder ähnlicher Abhängigkeit und damit verbunden die Vermischung von privat und offiziell/beruflich, ebenso in Bezug auf Social Media).
Sie zeigt die Diskrepanz und daraus resultierende Überforderung, etwas in der Theorie für richtig zu halten und in der Praxis danach zu handeln, obwohl es sich falsch anfühlt (vielleicht auch, weil man sein bisheriges Leben von der Gesellschaft anders sozialisiert wurde), ein Idol und Vorbild zu haben und zu merken, dass auch dieses weder unfehlbar, noch allwissend ist und man ihm nicht in allem nacheifern kann … und bei all den genannten Einflüssen von Beginn an herauszufinden, wer frau eigentlich ist, was frau will – während sie nur eine Rolle nach der nächsten spielt.
Das einzige Problem, das ich wie auch einige andere zu haben scheinen, war die inhaltliche Zweiteilung des Buches. So fühlte sich die Hauptprotagonistin beispielsweise manchmal unterschiedlich alt an: mal sehr jung und naiv, mal älter ... was natürlich auch ein bewusstes Stilmittel sein könnte, mir persönlich jedoch nicht ganz gefiel, da ich mich immer wieder neu auf sie einstellen und sie einschätzen musste. Und zuletzt gaben mir Details wie der „Muschi-Saft“ im Kühlschrank und generell die Zustände der Berliner WG Rätsel auf/waren mir etwas zu over the top, während ich die Charaktere und Beziehungen durchaus als charmant empfand.

Danke an das Bloggerportal und den Heyne Verlag für dieses Rezensionsexemplar!
Profile Image for Mira123.
669 reviews10 followers
August 23, 2021
Ich habe mir dieses Buch besorgt, da ich Franka Freis Sachbuch "Periode ist politisch" gefeiert habe. Hier ist die Autorin auf ein anderes Genre umgestiegen: den Roman. Am ehesten würde ich das Buch als Coming-of-age-Roman bezeichnen.

Die Grundidee fand ich cool: Studentin Frieda geht zum Studieren nach Amerika... in Deutschland. Sie hat den Vertrag ihrer Uni zu schnell gelesen und deswegen muss sie jetzt nach Ostdeutschland und nicht auf die andere Seite der Welt. Amerika ist ein winziges Kaff und dort soll sie ein Semester lang ausharren... Ob sie das durchhalten wird?

Leider wirkte der Roman auf mich überladen. Es geht nämlich nicht nur ums Studentenleben in Amerika, sondern gefühlt um jedes Thema, das man in einem Roman behandeln kann. Feminismus, Sex, toxische Beziehungen, Liebe, Tinder, der Traum von Ruhm, Party, den Versuch, seinen Platz in der Welt zu finden, Essstörungen, Umweltschutz, Praktika und so weiter und so weiter. Das sind noch nicht alle Themen. Den Stoff hätte man wahrscheinlich problemlos auf mehrere Bücher aufteilen können und das wäre vielleicht sogar eine gute Idee gewesen.

Ein Problem hatte ich auch mit dem Dialekt, der hier ausgeschrieben wird. Das war für mich schwer auszuhalten, vor allem der "österreichische" Dialekt. (Die Anführungszeichen sind da, weil es keinen österreichischen Dialekt gibt, auch wenn das hier vielleicht so wirkt. Die Personen im Buch kommen wahrscheinlich aus dem Osten, aus Wien oder Niederösterreich also. In Tirol oder Vorarlberg spricht man anders. Das nur als kleinen Funfact am Rande.) Generell bin ich kein Fan davon, wenn im Dialekt geschrieben wird. Das ist für mich in privaten Nachrichten in Ordnung, in Büchern gefällt mir das nicht. Für mich war es anstrengend, den Dialekt zu lesen. Meiner Meinung nach wäre es besser gewesen, einmal am Rande zu erwähnen, dass die Figuren Dialekt sprechen und das wars.

Positiv hervorheben möchte ich den Humor der Geschichte. Der Roman hat mich immer wieder zum Lachen gebracht und konnte damit bei mir punkten.

Fazit: Stellenweise ganz unterhaltsam und lustig. Durch die unglaublich vielen Themen wirkte das Buch auf mich aber überladen und mit den Dialektstellen konnte ich nur wenig anfangen.
180 reviews10 followers
March 20, 2021
Ich habe es geliebt. Der Roman ist witzig, ehrlich, zeitgemäß und authentisch. Oft habe ich mich in Frieda wiedererkannt, konnte ihre Gefühle so gut nachempfinden. Es gibt so viele Parallelen, auch wenn ich mir manche erst nicht eingestehen wollte. Durch die Passagen, die im Dialekt (der nicht künstlich wirkt) oder im Englischen verfasst sind, wirkt der Roman abwechslungsreich. Die Themen sind Themen, die einfach in die Zeit passen. Krötensex beschäftigt so viele von uns.
Und können wir unseren Blick kurz auf das grandiose Cover und den grandiosen Titel werfen.
Profile Image for Rosa Hafetzi raschid.
21 reviews2 followers
April 19, 2021
Hat sehr Spaß gemacht zu lesen und eine schöne message! Außerdem relatable wegen Berlin struggles.
Profile Image for Lesefruechte.
130 reviews1 follower
March 18, 2021
„Krötensex“ von Franka Frei ist ein Roman über das Jungsein und alles, was dazugehört. Das mag jetzt sehr unspezifisch klingen, aber die Autorin spricht in diesem Buch unglaublich viele wichtige Themen aus allen Ecken des Lebens an. Feminismus, Umweltschutz, Rechtsextremismus in Ostdeutschland, Aktivismus, Sexualität, Bodyshaming, Leistungsdruck und vieles mehr. Die Aufzählung ließe sich beliebig verlängern. Dabei sind diese Themen eingebettet in die sehr persönlichen Erfahrungen der Hauptprotagonistin Frieda und zeigen, wie sie jeden einzelnen betreffen und beschäftigen können. Sie wirken weder konstruiert noch im Kontext von Friedas Leben an den Haaren herbeigezogen. Doch worum geht es überhaupt?
Aufgrund ihres Studiums muss die zwanzigjährige Frieda ein Semester in dem mittelsächsischen Städtchen Amerika verbringen. Die ostdeutsche Provinz entspricht jedoch so gar nicht den Vorstellung, die Frieda von ihrem Leben hat, das dem Leben ihrer Schwester Freia ähnelt, die sich als Aktivistin und Influencerin in vielen Projekten engagiert, die Welt besser macht und scheinbar ein perfektes Leben führt. Dazu kommt noch, dass Frieda neben einem Semester auf dem Land, auf das sie gar keine Lust hat, noch irgendwie einen Praktikumsplatz finden muss. Außerdem hadert sie mit sich selber und den Erwartungen, die die Gesellschaft an den weiblichen Körper und das Verhalten von Frauen hat. Doch dann ist das Semester endlich vorbei und Frieda zurück in Berlin.
Frieda ist jung und lebt ihr Partyleben in vollen Zügen. Jedoch steht sie immer im Schatten ihrer Schwester. Sie ist sich unsicher über ihre eigenen Grenzen und über sich selbst, weiß nicht, wer sie ist und wohin sie will. Immer fühlt sie sich „zu viel". Im Verlauf des Romans macht sie jedoch eine starke Entwicklung durch und kommt sich selber und ihren Wünschen immer näher.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr leicht, umgangssprachlich. Die Dialoge sind geprägt von Dialekten aus allen Landschaften Deutschland. Zum ersten Mal lese ich einen Roman, in dem gegendert wird. Diese spannende Neuerung tut dem Lesefluss dabei überhaupt keinen Abbruch.
Der Autorin ist es auf beeindruckende Art gelungen, aktuelle Themen mit individuellen Erfahrungen und Problemen zu verknüpfen und das Ganze mit einem fantastischen Humor zu vermitteln. Alle Charaktere waren, auch aufgrund der Vielfalt der Dialekte, sehr authentisch und nah an dem*der Leser*in.  Ich konnte mit den ersten 150 Seiten, also der Zeit, die Frieda in Amerika verbringt, wenig anfangen. Weder der Handlung, die nur aus Partys besteht, noch der Figur der Frieda, deren Lebensstil nicht gerade dem Meinen entspricht, konnte ich etwas abgewinnen. Glücklicherweise verlieren sich diese Anfangsschwierigkeiten jedoch im Verlauf der Geschichte. Ich konnte Frieda wirklich in mein Herz schließen und mich fast mit ihr identifizieren. Durch diesen ersten Teil muss sich die*der Leser*in allerdings erst hindurcharbeiten, um auf das „Kerngeschehen“ zu stoßen.
Als sehr störend empfand ich auch die sehr klischeehafte und vorurteilsbehaftete Darstellung von Sachsen als „Naziloch“. So wenig die Probleme mit Rechtsextremismus und Neonazimus ignoriert werden dürfen, so viele Menschen leben hierzulande, die sich gegen „Rechts“ tatkräftig engagieren. Das gilt auch für eine kleine Hochschulstadt, die sehr an Mittweida oder Zittau/Görlitz erinnert.
Auch wenn die Handlung nicht übertrieben spannend ist, so ist es der Autorin im weiteren Verlauf des Buches dennoch gelungen, mich immer wieder zu überraschen und mitzureißen, hinein in die Welt einer jungen Studierenden, die versucht, sich zwischen Studium, Partys, Praktika und Erfahrungen mit Männern selbst zu finden. Friedas Verhalten passt immer zu ihrem Charakter und wirkt nie überzogen oder unrealistisch.
„Krötensex“ ist ein wunderbarer, humorvoller Roman, in dem akute Fragen und Probleme im Leben einer jungen Frau sowie gesellschaftlich wichtige und aktuelle Themen kritisch aufgegriffen werden, ohne dabei belehrend rüberzukommen oder anstrengend zu wirken. Auch wenn Frieda sich oft als „zu viel“ wahrnimmt, will ich nur eins: mehr davon.
Profile Image for Yvonne.
109 reviews16 followers
May 1, 2021
Alles in dem Buch “Krötensex” von Franka Frei schreit “Hipster” und deshalb hat das Buch auch nach mir geschrien. Zumindest werde ich von einigen Freund*innen in diese Kategorie eingeordnet und ich stehe auch einfach auf “Hipster-Cafés” 😌 Dementsprechend gehöre ich zu der Zielgruppe von “Krötensex”. Danke an @heyne.verlag und @bloggerportal für das Rezensionsexemplar!
⚠️ [CN: Depression, Essstörung, Sexismus]

Anfangs war ich etwas von der Dicke abgeschreckt, aber ich bin nur so durch die Seiten geflogen, obwohl ich mich erst an die “Digga-Sprache”, den Dialekten und den vielen Anglizismen gewöhnen musste, weil ich selbst nicht so spreche. Das hat sich nach dem Buch etwas geändert… Ich wehre mich weniger gegen Anglizismen 😂 Aber die Verschriftlichung von den Dialekten waren für mich manchmal doch anstrengend. Richtig toll finde ich aber, dass durchgehend gegendert wird!

Frieda ist super relatable. Anfang 20 auf der Suche nach sich selbst und steckt mit drei Kommilitonen in Amerika fest. Nicht in den USA, sondern in einem Kaff in Sachsen. Dann muss sie auch noch ein Praktikum finden und lernen aufzuhören sich unentwegt mit ihrer vermeintlich perfekten Zwillingsschwester Freia zu vergleichen. Denn Frieda hat das Gefühl zu viel zu sein: zu laut, zu groß, zu viel Make-Up.

“Krötensex” spricht so vieles an, was aktuell ist. Klimawandel, Kapitalismus, Sexismus, Rechtsextremismus, Sexualität und mehr. Dabei wird nicht mit dem erhobenen Zeigefinger darauf aufmerksam gemacht, sondern frech und reflektierend. Es wird sich aber auch nur solange damit auseinandergesetzt, wie es einem passt und das finde ich sehr realitätsnah. Auch das Thema Social Media kommt nicht zu kurz. Zurück in Berlin will Frieda nämlich ihr Leben verändern und wird von Freia mit ins Influencer*innen-Boot geholt. Anfangs noch voller Elan, merkt Frieda nach und nach und der Stress und die Erwartungen anderer zu viel sind.

Im Großen und Ganzem habe ich Frieda und ihre Freund*innen und Bekanntschaften total lieb gewonnen und es war ein lustiges und lockeres Leseerlebnis, das ich allen empfehlen kann, die kein Problem haben viele Anglizismen, Englisch und die Verschriftlichung von Dialekten zu lesen.
Profile Image for Katischakalaka.
79 reviews12 followers
April 20, 2021

Dass der neue Roman von Franka Frei die Leserschaft spaltet, ist bekannt. Auch ich habe beim Lesen immer wieder mit mir gehadert; mich gefragt, ob ich einen Verriss schreibe oder es an mir liegt, dass ich mit „Krötensex“ so gar nicht warm werden wollte.

Verstehe ich die Probleme einer getriebenen Generation, die alle Möglichkeiten und gleichzeitig alle Krisen so unmittelbar und auf einmal erlebt, nicht mehr? Ich war doch gerade selbst noch Anfang 20, hatte meine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen und streckte trotzdem in einer kleinen Lebenskrise.

Die Fülle an wichtigen Themen, die hier angesprochen werden (von Feminismus über Bodyshaming bis zu Rechtsextremismus), machen jedes einzelne unspezifisch. Franka Frei will viel. Für meinen Geschmack zu viel. Die Betrachtungen bleiben oberflächlich, die Probleme von Hauptfigur Frieda konstruiert und manches fast schon klischeehaft. Da helfen auch ein lockerer Sprachstil und der ein oder andere Schmunzler nicht.

Die Entwicklung auf den letzten Seiten hat mich noch ein bisschen versöhnlich gestimmt, aber im Großen und Ganzen leider nicht mein Fall.

Neben den Problemen im Inhaltlichen hat mich übrigens besonders die Verschriftlichung diverser Dialekte gestört. Unnötig!
Profile Image for Lucia Mack.
6 reviews1 follower
March 29, 2021
Krötensex - so heißt das neue Buch von Franka Frei, die dem/der ein oder anderen schon durch ihr vorangegangenes Werk „Periode ist politisch“ bekannt sein dürfte. Nun hat Franka frei ein Buch geschrieben, was wie sie zu Anfang erwähnt autobiografisch inspiriert ist aber natürlich keine echten Handlungen und Personen reproduziert. Eins ist klar, ich hab schon lange nicht mehr so schnell ein Buch durchgelesen. Knapp zwei Tage nach dem ich es gekauft habe war ich damit durch. Ob ich es gut fand? Bei dem Tempo sollte Mann das war vermuten, ich kann es jedoch ehrlich gesagt nicht so richtig beantworten.
Frei hat mit diesem Buch Manifest einer Generation geschrieben. Echt ist das der Grund dafür, dass ich mich zwischen viel Lachen und „Grunzen“ beim Lesen - in Freis Sprachduktus ausgedrückt - manchmal unangenehm konfrontiert gefühlt habe. Fast wie ertappt, als würde die Hauptdarstellerin Frieda nicht wie so häufig in dem Buch sich selber sondern mich durch das Buch hindurch kritisieren. Besonders gut gefallen hat mir die Kurzlebigkeit des Romans. Gerade wenn man noch im mittelsächsischen Amerika, dann kann sich Frieder plötzlich über eine Praktikumsstelle im Kulturbereich eines Senders freuen. Und Ehe Man Sich Versieht reist sie von Bordeaux über Amsterdam nach Barcelona. Sehr sympathisch fand ich die Einbindung der männlichen Charaktere. Auch wenn ich bis jetzt nicht weiß, welcher Mitbewohner noch mal wie gesund ist und mit wem vögelt, haben wir besonders die Herren an Friedas Seite gut gefallen. Am allerbeste natürlich Stijn, wen wundert das, aber auch für Jens, Degenhardt und die anderen Knaben aus dem liebgewonnen Amerika konnte ich mich begeistern.
Auch hat es mir imponiert, dass Freii den Mut gehabt hat, nicht nur begehrenswerte Protagonisten in diese Geschichte einzubringen. Nein, vielmehr ist sie gezeichnet von absoluten Ottonormalverbrauchern. Den Leuten von nebenan, bei denen nicht eben einfach alles läuft wie im Film wie bei dem holländischen Künstler Stijn am Ende.
Ob mir das neue Buch von Frei gefallen hat, kann ich bis jetzt immer noch nicht sagen. Fakt ist: es hat mich angezogen und beim Lesen festgehalten und ich denke immer noch darüber nach und ich bin der Überzeugung, dass das viel wichtiger ist als das ein Buch einen Wohlfühlimpulse verleiht.
Profile Image for Nora Möller.
116 reviews
November 20, 2024
Ich war am Anfang kurz davor das Buch abzubrechen. Ich empfand die ganzen dargestellten Dialekte als überspitzt und sie Hauptfigur hat mich mit ihrer gewollten coolness irgendwie genervt. Aber ich kam immer weiter rein und ich konnte Friede immer besser verstehen. Viele Konflikte von ihr hatte ich auch schon und ich hab mich sehr gut abgeholt gefühlt. Nicht mein Lieblingsbuch, aber ein gemütliches Buch für zwischendurch.
Profile Image for Winterhummel.
537 reviews17 followers
April 18, 2021
Ich hab einfach irgendwie was anderes erwartet. Ich hab vieles gefühlt und verstanden und trotzdem auch gar nicht. Komisch. Vielleicht bin ich zu alt dafür. Und ich mag es absolut nicht, wenn Dialekte und Akzente geschrieben werden. Das macht mich aggressiv. Schade.
Profile Image for Nachtwandlerin.
30 reviews
April 25, 2021
Dieser große Brummer von Buch stand schon eine Weile in meinem Regal und hat mich erwartungsvoll angesehen. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich diesem kleinen Wälzer widmen konnte. Ich habe bereits ein Sachbuch von Franka Frei gelesen und „Krötensex“ hat mich durch die Inhaltsangabe schon sehr angesprochen. Wer kennt dieses Gefühl Anfang 20 nicht, wenn im Außen alles zu viel und wir selbst viel zu wenig sind? Die Gestaltung des Covers, welches auf den Titel, einige Szenen und den im Buch stark vertretenen Feminismus und die weibliche Sexualität anspielt, gefällt mir auch sehr. Passt gut zum Gesamtkunstwerk. Ich habe mich am Anfang ein bisschen von der Dicke des Buches abschrecken lassen, aber bin erstaunlich schnell durchgekommen. Das lag vor allem an Freis erfrischendem, humorvollem Schreibstil.

Frieda, die sich irgendwie durch Studium, Leben und Berlin schlägt, muss mit drei Kommilitonen ein Semester im sächsischen Amerika verbringen. Ein typisches Provinzkaff, wo wochentags 19:00 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden und das öffentliche Leben sich auf einen kleinen Marktplatz beschränkt. Dort kommt sie für einige Monate bei ihrem Vermieter Herrn Zankzahn und nerdigen Lääsarteschniggan unter, deren einzige kulturelle Einrichtung der Studentenclub bzw. wohl eher die Dorfdisko ist (Dorfkinder, meldet euch!). Dann muss sie sich für die kommenden Monate auch noch einen Praktikumsplatz suchen, die unerwiderte Zuneigung zu einem ihrer WG-Kollegen in Berlin verdauen und permanent verhindern, ihr heikles Selbstbewusstsein aufgrund ihrer perfekten Zwillingsschwester Freia zu verlieren.

Entgegen anderer Rezensionen hatte ich nicht das Gefühl, dass die verschiedenen Dialekte zu verwirrend waren. Ich selbst stamme aus Thüringen (was in der Hinsicht viele Parallelen zu Sachsen besitzt), bin viel in Berlin unterwegs (wenn nicht gerade Pandemie herrscht), habe österreichische Freunde und hatte Spanisch in der Uni… Daher fand ich viele der Konversationen urkomisch und habe mit Freuden einige Passagen Freunden und Familienmitgliedern vorgelesen. 😀 Ich kann den Einwand verstehen, dass einige es als Hürde ansehen, die englischsprachigen Konversationen zu verstehen, die besonders in der zweiten Hälfte des Buches aufgetaucht sind. Mir persönlich haben sie keine Schwierigkeiten bereitet. Dit is halt Berlin, oder irgendwie so. Wobei ich wahrscheinlich auch zu den Hipstern gehöre, die die Stadt manchmal romantisieren und sich schön reden.

Ohnehin hatte ich beim Lesen das Gefühl, genau die richtige Zielgruppe für dieses Buch zu sein. Populärkulturelle Referenzen zu „Die Wilden Hühner“ (mein Herz hat einen freudigen Sprung gemacht), Peter Fox‘ „Schwarz zu Blau“ (mein Herz hat einen NOCH größeren freudigen Sprung gemacht) oder Social Media habe ich demnach sofort verstanden. Sie haben eine Bindung zwischen dem Buch und dieser unentschlossenen, überforderten Generation hergestellt und ich finde nicht, dass das Buch zu viele Themen unter einen Hut bringt. Denn so fühlen wir uns, besonders als die weiblich gelesenen Wesen dieser Generation. Man denkt über Feminismus, Sexualität und Neokolonialismus nach und das innerhalb einer Sekunde oder einem einzigen Wisch bei Instagram. Frieda, Freia oder auch andere Charaktere wie Friedas beste Freundin Culita (bzw. im weiteren Verlauf der Handlung dann „Lolo“) sind schmerzhaft realistische und organische Charaktere. Oft gab es Stellen, bei denen ich mir dachte: „Verdammt, ich kenne niemanden im Freundinnenkreis, denen es nicht genauso geht oder ging. Wie traurig ist das denn?!“

Besonders die breite Palette an Themen in „Krötensex“, in der teilweise „Periode ist politisch“ weitergeklungen ist, zeichnen das Buch aus. Weibliche Ejakulation, die Risiken der Pille, Alltagssexismus, das Nicht-Hinein-Passen. Es gibt so vieles, wo junge Menschen in der Öffentlichkeit und in der Welt anecken oder auffallen können. Dabei möchten die meisten einfach nur dazugehören und in der breiten Masse nicht auffallen. Lieben und geliebt werden, ohne sich selbst und den Partner*innen dabei etwas vorzumachen. Frei zu sein und dennoch einen sicheren Hafen haben. Friedas Verhältnis zu sich selbst und zu anderen verändert sich im Laufe der Handlung und es hat Spaß gemacht, diesem jungen Menschen beim Wachsen und Entwickeln zuzusehen. Auch, weil sie selbst einiges hinterfragt und versucht, sich selbst zu sensibilisieren.

Für mich wäre die Sprache kein Kritikpunkt, sondern dass mir manches ein bisschen zu schnell ging. Besonders im hinteren Drittel des Buches hat sich einiges ganz schön rasant und mit großen Zeitsprüngen entwickelt. Da hätte ich mir ab und an eventuell ein bisschen mehr Seiten für die Handlung gewünscht. Dennoch ist „Krötensex“ ein wichtiger Coming-of-Age-Roman, den viele brauchen und gebraucht hätten. Und auch, wenn ich verstehe, dass ältere Generationen sich als „zu jung für das Buch“ empfunden haben – ich denke, ich würde es ihnen dennoch einfach allen empfehlen. Denn es fängt den Zeitgeist dieser unentschlossenen Generation Y (und ein bisschen den der Generation Z) treffend ein. Ganz besonders den der Frauen. Ich gebe dem Buch jedenfalls 4 von 5 Sternen und leihe es liebend gern an interessierte (Blogger-)Freund*innen aus.
Profile Image for Océane Meloni.
40 reviews5 followers
June 27, 2021
Vielleicht hatte ich ein ganz kleines bisschen zu hohe Erwartungen an dieses Buch.

Ich finde die Themen und vor allem die Message, die angesprochen wird wirklich wichtig. Wer fühlt sich nicht zu viel und gleichzeitig zu wenig? Wer strugglet mit anfang 20 nicht?

Aber dennoch konnte ich mich mit dem Schreibstil nicht anfreunden. Es ging zu schnell, war zu oberflächlich. Auch, wenn es Themen waren, die mich angesprochen haben, konnte ich mir darunter trotzdem nichts vorstellen…

Wie gesagt, vielleicht waren es einfach von Anfang an ein bisschen zu hohe Erwartungen, aber trotzdem endlich jemand, der solche Themen in einem Roman anspricht!
Profile Image for Buchstabenwald.
155 reviews5 followers
May 16, 2021
Die subjektive und die objektive Kathi ringen gerade miteinander, zwicken, beißen, Haare ziehen.

Katharina Obektivarina: Franka Frei schafft es in diesem Buch so viele aktuelle und allgegenwärtigen Situationen einer jungen Frau auf die Bühne zu bringen, und das auch noch in einer Art, wie zumindest ich das selber nur allzu gut kenne. Neben den eh schon fast „normalen“ Problemen einer Frau in der Gesellschaft (Feminismus, Sexismus, Gleichberechtigung) kommt auch der persönliche tägliche Struggle mit einem selbst mal auf die Bühne. Kompensation des Minderwertigkeitsgefühls durch unpassende Partner. Zukunftsangst, in allen Facetten des Regenbogens. Der Druck, unter den man sich durch die eigene Erwartungshaltung setzt. Der Druck, dem man tatsächlich durch unsere (dezent gestörte) Gesellschaft ausgesetzt ist. Überforderung durch das viel zu große Angebot an Möglichkeiten. Ständige Unzufriedenheit. Der andauernde Drang nach „mehr“. All das packt Franka Frei in ihren Charakter Frieda, die ein recht turbulentes Jahr durchlebt.

Katharina Subketivarina - und das bezieht sich wirklich nur auf meine persönliche Meinung, aber wie kann man so leben??? Vielleicht bin ich steif, streng und nicht weltoffen genug, aber wenn da wildfremde Menschen über den Kamin in meine Wohnung einsteigen, sich die Madenkolonien in der Küche tummeln und sich der Fokus der jungen Menschen auf Zigaretten, Alkohol und Drogen legt, wird mir doch etwas anders. Jedem das seine, doch so wie Friedas Lebensumstände dargestellt werden, da wird mir beim Lesen richtig unwohl. Und ja, ich bin ordnungsliebend, ich wohne sehr sehr sehr gerne alleine - also mit Loverboy und Wachhühnern, und ich trinke und rauche wenn es mich gelüstet… beim Lesen dieses Buches war ich einerseits heilfroh, dass ich nicht so lebe wie Frieda, andrerseits kam ich mir richtig spießig vor, weil ich auch mit 20 nicht mal annähernd so ein Leben geführt habe.

Zusammenfassend für mich: Identifikation mit dem Gedankengut - 100%. Identifikation mit den Charakteren und der Umgebung - 0%. Zeigt mir gerade auch, dass es im Endeffekt egal ist, wie und wo man lebt - die Probleme bleiben desselben.
Profile Image for julesandherbooks.
158 reviews8 followers
September 22, 2021
Ich habe ZWEI Monate gebraucht, um das Buch endlich fertig zu lesen.
Bei Seite 120 angekommen fragte ich mich "was soll das hier eigentlich? Und warum ist das Buch über 400 Seiten lang?" ... danach brauchte ich Verschnaufpause und einen großen Anlauf, um das Buch endlich fertig zu lesen. Es konnte mich also nicht wirklich abholen.

Ich würde aber auch nicht so weit gehen und sagen, dass das Buch Zeitverschwendung war. Irgendwie gefiel es mir, denn Frei hat mal alles auf den Tisch gebracht, was uns so bewegt, nervt, beschäftigt. Die Art, wie sie es tat, kam bei mir allerdings nicht so gut an.

Es wird buchstäblich A L L E S einmal oberflächlich angeschnitten: von Feminismus zu Rassismus und Diskriminierung zu Greenwashing, Social Media, Influencertum und dessen Konsequenzen und mentaler Gesundheit. Es wurde viel gewollt und dabei ist viel auf der Strecke geblieben. Der Humor war nicht meiner, ich fand es größtenteils sehr albern und tone-deaf. Im Schreibprozess wurden Entscheidungen getroffen, dessen Absichten sich mir nicht erschließen, wie z.B. das konsequente Verschriftlichen von Dialekten und "Ossi-Bashing"?

Ich bin mir sicher, dass dieses Buch sein Publikum findet. Für mich war es zu "all over the place" sowie klischeehaft & das Ende war dann doch sehr abrupt. Es machte den Eindruck, als würde die Autorin versuchen dem Buch mit den Ende noch eine gewisse Tiefe und den Bedeutungsstempel aufzudrücken.
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July 24, 2021
Eingängiger Schreibstil, ein bisschen zu viel Mundart in der wörtlichen Rede und die englischen Konversationen hätte ich nicht gebraucht. Ansonsten bringt der Roman jedoch ziemlich gut auf den Punkt, mit welchen Schwierigkeiten Menschen sich in der heutigen Zeit herumschlagen müssen - das zu viel sein, das gut genug sein, das den Ansprüchen genügen wollen. Darin habe ich mich doch wiedergefunden, wenngleich ich nie auf die Idee kommen würde, Influencer-Kram zu machen. Bin ich vielleicht doch etwas zu alt für ;)
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May 16, 2022
Anders, unterhaltsam, kurzlebig.

Definitiv lesenswert, doch irgendwie auch verwirrend, worauf liest man hinaus? Was ist der Kern?

Ich habs gerne gelesen, musste oft schmunzeln, liebte die Dialekte, die dieses Buch authentisch machten, doch es hatte auch ein paar Schwächen.
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May 18, 2021
An 'Krötensex' habe ich über zwei Wochen gelesen. In der ersten Hälfte kam ich kaum voran und musste mich quasi aufraffen weiterzulesen. Die zweite Hälfte des Buchs habe ich dann gestern fast in einem Stück gelesen und wirklich sehr gemocht.

Der Schreibstil von Franka Frei ist in meinen Augen nicht immer einfach zu lesen und ich glaube man braucht auch etwas Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Abgesehen von den eingebauten Dialekten, Jugendsprache oder ganzen Gesprächen auf englisch, fand ich vor allem am Anfang auch Dinge wie Doppelmoral, Sarkasmus oder auch fast satirische Darstellungen sehr gewöhnungsbedürftig. Ich glaube gerade in der ersten Hälfte der Geschichte, fehlte mir persönlich auch die Lebens- oder Realistätsnähe und Authentizität, um richtig ins Buch eintauchen zu können. In Amerika wurde ich mit Frieda und ihrer Art noch nicht ganz so warm und zurück in Berlin ereilte mich als (im Vergleich dazu "braves") Dorfkind quasi ein Kulturschock. Trotzdem gab es auch hier schon einige Denkanstöße und viele humorvolle Szenen.

Der Umschwung kam bei mir in etwa mit dem Start des Praktikums. Mir persönlich erschienen die Probleme von Frieda ab da greifbarer und ich fand ich mich oft in der Situation, wo ich mir dachte "Ja, genau! Ich weis was du meinst".
Generell konnte ich Frieda in vielen Punkten absolut nachvollziehen und würde dabei auch sagen, dass die Mehrheit unserer Generation auch schon die selben Gedanken hatte. Manches konnte ich nicht verstehen, aber solche Aspekte waren eher in der Minderheit. Frieda durchläuft in der Zeit, in der man sie begleitet eine enorme Entwicklung, die ich gerne verfolgt habe und die am Ende des Buchs logischerweise noch nicht abgeschlossen ist. Meine Charakter-Lieblinge waren Miro und Culita, bei denen ich mich bei jedem Wiedersehen gefreut habe.

Man könnte garnicht alle Themen, die Franka Frei versucht in ihrem Roman anzusprechen, auflisten, solch eine Vielfalt ist geboten. Und ich finde das auch nicht verkehrt, denn alle Themen sind aktuell und im realen Alltag kann man sich auch nicht nur auf eine Auswahl davon beschränken. Sowohl Rassismus als auch Nachhaltigkeit, psychiche Krankheiten oder Body Shaming uvm. sind allgegenwärtig! Franka Frei spielt dabei nicht mit Klischees oder gesellschaftlichen Problemen, sondern stellt eben diese direkt ins Scheinwerferlicht. Neben dem Unterhaltungsaspekt ist das Buch also auch (für mich vor allem im Bereich hormonelle Verhütung) sehr informativ!

Das Ende hat mir wirklich gut gefallen, auch wenn einiges nicht richtig abgeschlossen wurde. Für mich passte es perfekt, war rund und harmonisch. Ich hab mich mit Frieda gefreut und konnte das Buch mit einem zufriedenen Lächeln schließen. Ich glaube aber auch, dass mich viele Gedanken aus 'Krötensex' noch für einige Zeit beschäftigen werden.

Fazit: Trotz für mich schwierigem Einstieg, wobei die Geschehnisse oder die Ausdrucksweise mir persönlich zu realitätsfremd waren, ist 'Krötensex' ein humorvoller Coming-of-age Roman über eine 20-Jährige, die sich mit unzähligen aktuellen Theman auseinandersetzen muss.
4/5 ⭐
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May 11, 2021
Manchmal kommt es anders als man denkt

Krötensex – wenn man den Titel liest, geht gleich ein Kopfkino los und was für eines! Genau das hat wohl Franka Frei im Sinn gehabt bei dem Titel kombiniert mit dem abstrakten Bild auf dem Cover.
Wer kennt sie nicht, die Perioden-Expertin durch Zufall: Franka Frei, die nun einen Roman veröffentlicht hat. Sie bleibt ihren Themen treu und spielt eine kreative Coming-of-Age Geschichte durch die offener ist als Bekanntes und sehr im Hier und Jetzt verortet ist.
Frisch, aber unfrei. So könnte man auch die Protagonistin vorstellen: Frieda. Eine junge Frau, Single, studiert in Berlin „Business“ an einer teuren Privatuni. Sie ist im Bachelorstudium und steht kurz vor einem Auslandsstudium in Amerika. Tja, hätte sie mal das Kleingedruckte gelesen. Denn die Reise ist nicht weit, denn es geht nach Sachsen, dort gibt es ein kleines Kaff das eben auch Amerika heißt. Dumm gelaufen.
Es ist kein Satire-Roman oder ein witziges Feel-good-Buch. Dieser Roman über Frieda ist eine Reflektion der Generation Y, den sogenannten Millennials. Wir als Leser begleiten sie in ihrem Veränderungsprozess, ihrem anfänglichen Erwachsen werden.
Es geht viel um Ideale und Erwartungshaltungen an sich selbst und denen der eigenen Umwelt, sei es die Familie oder die Freunde. Frieda vergleicht sich viel und oft mit ihrer Zwillingsschwester Freia. Frieda sieht sie als die coolere, die Feministin, „grün“ und unabhängig. Frieda ist zerrissen zwischen den sich widersprechenden Idealen und Anforderungen an sie und arbeitet sich durch den Sumpf um sich selbst zu finden, sich selbst zu definieren. Dabei ist es vielleicht nicht schlecht statt in einer Metropole in den USA in einem kleingeistigen Dorf in der Provinz gelandet zu sein.
Das hört sich jetzt allerdings tiefgreifender an als es dann ist. Denn der Roman ist trotzdem oder gerade wegen dieser Auseinandersetzung gut zum Weglesen und macht viel Spaß! Aufgelockert durch einige Dialekte, die aus meiner Sicht gut getroffen sind und die mit voller Absicht sehr stereotypischen Darstellungen unterstützen.
Ein unterhaltsamer Roman mit viel Metaebene, der an Fahrt aufnimmt und zum Schluss ein wenig ins Rasen kommt, aber es sind ja schon knapp 450 Seiten, mehr hätte es auch nicht werden dürfen, daher auch ok, dass im letzten Drittel das Tempo anzieht.
Und warum heißt dieses Buch jetzt Krötensex? Eine Kindererinnerung der Protagonistin spielt hier eine Rolle. Lese, dann findest du es heraus!
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264 reviews7 followers
March 26, 2021
Klappentext
Amerika. So heißt das Kaff in der ostdeutschen Provinz, in das es Frieda verschlägt, um ihr Studium zu beenden. Selbst schuld, wer das Kleingedruckte in der Studienordnung nicht liest. Leider passt dieses Provinzloch so gar nicht zu Friedas life goal: vegane, Adorno zitierende Weltverbessererin sein, die um die W›elt trampt und ihren shit together hat – wie Freia, Friedas perfekte Zwillingsschwester. Mühelos attraktiv sein wie Freia, das ist die Devise! Sonst wird’s zu viel. Und zu viel ist Frieda eh schon: zu laut, zu groß, zu viel Make-up. Immer und überall. Ob sich am Ende trotzdem body positivity und ein lebenslauftaugliches Praktikum finden lassen?

Meine Meinung
Das Cover des Buches ist einfach der absolute Hammer! Ich liebe es total!

Die Protagonistin des Buches ist Frieda Flieker, die meist eins ist – zu viel. In „Krötensex“ begleiten wir sie bei ihrem Selbstfindungsprozess. Im Verlauf der Geschichte merkt man wie sie sich weiterentwickelt und ihre Ansichten hinterfragen. Insgesamt sind die Charaktere des Buches sehr authentisch, dennoch ist es mir teilweise schwer gefallen einen Zugang zu diesen zu finden.

Die Handlung war mir teilweise etwas wirr und ich habe den ein oder anderen Zusammenhang aus den Augen verloren. Besonders am Anfang fand ich das Buch auch eher zäh und langatmig. Es wurde jedoch von Seite zu Seite besser. Besonders die letzten 100 Seiten fand ich sehr stark, eindringlich und aussagekräftig. Die Darstellung wie Frieda mit den Anforderungen ihrer Generation zu kämpfen hat ist aber insgesamt sehr gelungen und macht deutlich wie es ist in der heutigen Zeit jung zu sein. Man steht nicht nur unter dem Druck der Leistungsgesellschaft, sondern soll sich möglichst umweltfreundlich verhalten, unabhängig, schlank und feminin sein. Dabei spielen natürlich auch Social Media eine große Rolle.

Der Schreibstil von Franka Frei hat mir gut gefallen. Die Sprache im Buch ist sehr vielfältig. Der Leser trifft nicht nur auf einige Dialekte sondern auch auf die englische Sprache. Dies könnte eventuell für einige Leser problematisch sein. Franka Frei spricht in diesem Buch sehr viele wichtige Themen an. Es geht nicht nur um Bodyshaming, Sexualisierung, Selbstfindung und Selbstzweifel sondern unter anderem auch um Tierschutz und Umweltschutz!

Fazit
„Krötensex“ ist ein Coming-Of-Age-Roman über Selbstfindung und das Jungsein, der wichtige und hochaktuelle Themen anspricht. Leseempfehlung!
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120 reviews5 followers
June 7, 2021
Krötensex von Franka Frei ist ein gesellschaftskritischer Roman am Geist der Zeit, der allerdings so einige Klischees - wie beispielsweise, dass Sachsen komisch reden („Lääserteschnig“, „Dömas“) und rechts sind - überspitzt darstellt.

Frieda Flieker geht zum Studieren in die sächsische Provinz, genannt Amerika. Dort bleibt sie aber nicht, sondern geht wieder zurück in ihr WG-Leben nach Berlin - die Drogenszene dort war mir viel zu glorifizierend dargestellt. Außerdem shamed sie ihren Body die ganze Zeit und sieht ihre Schwester Freia als die bessere Version ihrer selbst.

Was genau mit Krötensex eigentlich gemeint ist, ist mir bis heute nicht so klar.

Bei den vielen neu auftauchenden Personen stellt man sich immer wieder die Frage: wer ist denn das jetzt schon wieder/wo kommt der auf einmal her? Viel zu viele Typen, Beziehungsgeschichten - war mir auf der einen Seite zu langweilig, auf der anderen alles viel zu viel.

Was mir sehr gut gefallen hat, war, wie Franka Frei super relevante Themen wie Period Shaming, Gendern, toxische Beziehungen und geschlechtsspezifische Gewalt, Homosexualität, Geschlechtsidentität, Sexismus, Influencerlifestyle vs. Reality etc. eingebaut hat.

Allerdings hab ich mich während des Lesens so oft einfach wie end die letzte uncoole Spießerin gefühlt - mir ist echt schlecht geworden bei Menstruationsbluttrinken, kollektivem Virusgekotze und die auf Instagram zu postende Squirtaktion - WTF 😅

Auf jeden Fall ein etwas anderer Roman - die sprachlichen Einflüsse (Englisch, Spanisch, Niederländisch, Französisch und auch Österreichisch) haben mir auch ganz gut gefallen.
Profile Image for Vanessa.
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April 24, 2021
Der Roman „Krötensex“ von Franka Frei ist ein gesellschaftskritischer Roman, der die heutige Gesellschaft widerspiegelt. Der Leser verfolgt das Leben von Frieda die versucht den Ansprüchen der Gesellschaft gerecht zu werden. Wir begegnen der Protagonistin das erste Mal als sie anfängt in Amerika zu studieren. Jedoch ist dies nicht das Amerika, welches sie sich wünscht, sondern ein kleines Dorf in der ostdeutschen Provinz. Neben dem zurechtfinden der Berlinerin in ihrem neuen Leben begibt diese sich auf eine Art Selbstfindung reise.
In diesem Roman werden viele wichtige Aspekte angesprochen wie Feminismus, Toxische Beziehungen, Bodypositivity, Instagram und co. Die Aussage die die Autorin mit ihrem Werk dem Leser näher bringen will ist, dass man für sich selbst einstehen soll und die eigene Meinung vertreten soll. Ebenso beleuchtet sie die Seite das nicht alles was man in den Sozialen Medien sieht auch wahr ist und welche Auswirkungen diese auf die Nutzer haben können. Am Anfang des Romans habe ich mir jedoch schwergetan, da ich mich oft gefragt habe „Reden die Leute wirklich so oder kenne ich das ganze nicht, weil ich in einem kleinen Dorf aufgewachsen bin“. Auch der Drogenkonsum der dargestellt wird konnte ich persönlich nicht nachvollziehen. Der Schreibstil hat mir jedoch sehr gut gefallen, weswegen ich das lesen nach den Anfänglichen Schwierigkeiten trotzdem noch genossen habe. Zusammenfassend würde ich sagen der Roman spricht sehr wichtige Themen an, jedoch ist er nicht jedermanns Sache.
Profile Image for Aus Liebe zum Lesen.
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May 8, 2021
Das Cover und der freche Titel „Krötensex“ haben mich sofort angesprochen. Zudem steht Franka Freis erstes Buch „Periode ist politisch“ aufgrund einiger Empfehlungen schon lange auf meinem Wunschzettel.

In ihrem ersten Roman schreibt Franka Frei über das Leben der 20-jährigen Frieda, die ein Semester im Rahmen ihres privaten Studiums in Amerika verbringt. Amerika – ein Kaff in Sachsen, nicht zu verwechseln mit dem land of the free.

Der erste Teil des Buchs dreht sich um dieses Semester im Osten der Republik, wo Frieda nicht nur auf Nazis, sondern auch linke Aktivisten und nerdige „Ossis“ trifft. Zurück in Berlin entwickelt sich das Buch in Richtung Selbstfindungstrip infolge dessen Frieda bis an den Rand ihrer Grenzen geht.

Die Story an sich lässt einen an manchen Stellen schmunzeln, hat aber viele Längen und auch eher unglaubwürdige Parts. Die Protagonistin ist recht gut ausgearbeitet, die Nebenfiguren sind mir aber alle zu überzeichnet und oft zu stereotyp.

Gerade im ersten Teil ist mir auch die Sprache, vor allem von Kommilitone Miro, zu flapsig, zu gewollt jung und hip. Reden junge Leute heute wirklich so? Bin ich mit Mitte 30 tatsächlich schon so alt?

Letztlich bin ich froh, dass ich dieses Alter schon hinter mir habe und im Leben an einem anderen Punkt stehe. Ich hätte mir gewünscht, das Buch 15 Jahre früher gelesen zu haben, um zu sehen, dass auch andere mit Selbstzweifeln und dem „Dazugehörenzuwollen“ kämpfen. Die feministischen Positionen in Ehren, konnte mich das Buch leider nicht wirklich überzeugen.
Profile Image for Tessa.
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May 5, 2021
Woher wusste ich, was ich wollte und wer ich war, wenn mir immer alles in Form einer Norm vorgegeben war?

Ich weiß nicht so Recht, was ich von diesem Buch erwartet habe. Ich sah es überall auf Bookstagram und wurde angefixt es zu kaufen. Im Nachhinein hätte ich vielleicht warten solle, bis ich es irgendwo in einer Bibliothek ausleihen kann.
Mir fehlte hier einfach das gewisse Extra, eine richtige Story mit Wendungen und Charakterentwicklung. Es wurden in diesem Buch viele wichtige Themen angerissen - von Seximus über Bodyshaming über Rechtsextremismus - ohne tatsächlich irgendetwas tiefer zu behandeln. Ich erwartete nicht unbedingt die Lösung für Weltfrieden, aber es war mir doch eher zu oberflächlich.

Der Humor war tatsächlich ganz nett, ab und zu schmunzelte ich. Mir gefiel der Teil der tatsächlich in Amerika spielte viel besser als alles nach ihrer Rückreise nach Berlin. Ab da wurde es mir tatsächlich zu wild und nicht mehr nachvollziehbar genug. Ab da begann das Buch für mich sich unglaublich in die Länge zu ziehen und ich wunderte mich immer wieder: wo soll das denn noch hinführen?
Aber ist dieses Buch ein wahres Must-Read? Meiner Meinung nach nicht. Krötensex ist absolut Geschmackssache so wie es scheint, meinen traf es allerdings nicht wirklich.
Profile Image for Clarissa.
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July 16, 2021

Franka Frei hat mit Krötensex einen Roman über das Jungsein und all den damit verbundenen Problemen geschrieben. Die Protagonistin Frieda ist quasi die Personifizierung aller Klischees die über Mittzwanziger derzeit existieren. Franka Frei schafft es somit Themen wie Feminismus, Veganismus, Sexismus, Nachhaltigkeit, Körperwahrnehmung, etc zu erwähnen.Womit sie etwas über das Ziel hinausgeschossen ist, für mich wirkte es leider es zu verkrampft. Als hätte sie eine Liste mit den Begriffen gehabt und sie abgehakt. Jedoch sind die Gedankengänge von Frieda sehr authentisch und man kann sich in vielen selbst wiederfinden. Auch ihre charakterliche Entwicklung ist schön mitzuverfolgen.
DerSchreibstil leicht zu verstehen und man braucht nicht allzu viel Konzentration beim Lesen. Der Wechsel zwischen den verschiedenen Dialekten, ist am Anfang zwar noch amüsant, mit der Zeit nervt es leider dann nur noch. Toll ist jedoch, dass die Autorin gendert.
Alles in allem ist ein netter, erfrischender Roman für zwischendurch, den man lesen kann, aber nicht muss.
Profile Image for Leesbookshelf.
53 reviews13 followers
did-not-finish
June 21, 2021
Nach 100 Seiten abgebrochen.
Das Buch will einfach so viel auf einmal sein: feministisch, öko-kritisch, (body)positiv - und macht sich damit verwirrend und uninteressant. Gleichzeitig wirft es mit unlustigen Stereotypen um sich und versucht, Leute mit ihrem Dialekt lächerlich wirken zu lassen.
Meiner Meinung nach eher uncool.
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