Überleben ist nicht immer die beste Option Während eines heißen Sommers geschieht das Der schwelende Konflikt mehrerer Supermächte eskaliert, es folgen weltweite nukleare Einschläge. Für die neunzehnjährige Nina beginnt ein verstörender und unfassbarer Albtraum. Wie viele andere Metropolen wird auch das nahe liegende München ausgelöscht. Völlig überhastet flieht sie zusammen mit ihren beiden Gefährtinnen Julia und Valerie sowie ihrem Freund Sascha nach Süden, dorthin, wo man keine radioaktive Verseuchung vermutet. Doch mit jedem Tag stirbt mit den Bewohnern auch die Menschlichkeit der Überlebenden. Gibt es in den Alpen wirklich die ersehnte Schutzzone? Und wie viel Zeit bleibt ihr noch in einer grausamen, nuklear verstrahlten Welt, in der Leben kein Gewinn, sondern eine verdammte Strafe ist?
Des Öfteren stellte ich mir die Frage, wie ich in dieser Situation reagieren würde. Ich muss sagen, ich war teilweise richtig gefesselt an das Buch. Die düstere Stimmung hat der Autor sehr gut rübergebracht. Mit Nina und ihren Freunden litt ich mit und so manchmal blitzte in mir der Gedanke auf: „Was würdest du tun an ihrer Stelle?“ und ehrlich, ich wusste darauf nicht recht eine Antwort. Ich fand es gut, jeden Tag miterleben zu können, auch wenn die Eindrücke der Protagonisten sich ähnelten. Und der Schluss ... na ja ... ich hab zwar auf etwas anderes gehofft, aber der Autor hat einen realistischen Schlussstrich gesetzt. Alles in allem, ein super Buch, das eine absolute Leseempfehlung von mir bekommt.
Ja, das war für mich mal wieder ein ganz klarer „Pätzold“! Ich dachte zwar, dass ich nach „Mathilda“ und dem Zweiteiler „Die Letzten“ ziemlich genau weiß, was mich erwartet, was ich nach Beendigung von „30 Tage“ allerdings nicht bestätigen kann. Denn für mich war es noch mal viel krasser.
Schon alleine das Buchcover verursacht mir beim Betrachten eine Gänsehaut, denn es ist so unglaublich gut gewählt. Genau so ein Szenario hatte ich während des kompletten Lesens vor Augen. Und wenn ich meine Leseeindrücke in Farben ausdrücken müsste, wären „grau“ und „rot“ wohl die Farben, die ich wählen würde.
Auch schafft es Oliver Pätzold mit seinem Schreibstil wieder komplett, mich von der ersten bis zur letzten Seite in die Handlung des Buches zu entführen. Zu Beginn des Buches gibt es ein ganz kurzes Kapitel, das den Leser ziemlich genau erahnen lässt, was auf ihn zukommt und mir direkt ein beklommenes Gefühl verursacht hat. Dann baut sich die Katastrophe langsam auf und endet im kompletten Chaos. Ich habe so sehr mit Nina und ihren Freunden gelitten, dass mich die Handlung bis in meine Träume verfolgt hat und ich oft eine Lesepause einlegen musste.
Der Schreibstil ist sehr mitreißend und bildlich. Manchmal hätte ich mir fast gewünscht, dass ich nicht alles so klar vor Augen gehabt hätte. Wobei ich gar nicht genau sagen kann, was mich am meisten mitgenommen hat: die wachsende Unmenschlichkeit, die verzweifelte Suche nach einem Ort, an dem es endlich Hilfe gibt oder das Fortschreiten der Strahlenkrankheit. Alles wirkte ungemein beklemmend auf mich. Besonders gruselig war das Gefühl beim Lesen – das ich bei Oliver Pätzold übrigens immer habe -, dass die Handlung nicht ganz und gar aus der Luft gegriffen ist, sondern genau so passieren könnte. Oft habe ich mich gefragt, was ich nun wohl tun würde.
Ich habe das Buch mit einem beklommenen Gefühl geschlossen und bin mir absolut sicher, dass es mich noch eine ganze Weile begleiten wird.
Mein Fazit:
„30 Tage“ von Oliver Pätzold ist ein unglaublich bedrückendes Buch, das mir durch seinen bildlichen Schreibstil schlaflose Nächte bereitet hat und das ich bis zum Schluss mit Herzklopfen gelesen habe. Für schwache Nerven ist es bestimmt nichts, wer aber ein Fan von Dystopien ist, sollte hier unbedingt zuschlagen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!
30 Tage hat mich vor allem erschreckt. Nicht wegen klassischer Spannung oder Horror, sondern weil vieles so realistisch wirkt und dadurch unglaublich bedrückend ist.
Besonders die Darstellung der Strahlenkrankheit fand ich gleichzeitig faszinierend, traurig und stellenweise wirklich eklig. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr rückt die eigentliche Handlung in den Hintergrund und der körperliche Verfall übernimmt die Hauptrolle. Genau das macht das Buch so beklemmend. Mehr als einmal habe ich beim Lesen gedacht, dass ich manche Details eigentlich gar nicht so genau wissen möchte.
Eine große oder besonders komplexe Story sollte man hier nicht erwarten. Der Fokus liegt klar auf den Auswirkungen der Strahlenbelastung und dem, was sie mit einem Menschen macht. Das ist teilweise schwer auszuhalten, aber gerade dadurch auch unglaublich eindringlich.
Trotzdem hat mir das Buch insgesamt gut gefallen. Es ist gut geschrieben, sehr atmosphärisch und hat mich emotional deutlich mehr mitgenommen, als ich erwartet hatte. Der Grund, warum es für mich keine vollen 5 Sterne sind: Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass die Entwicklung der Krankheit die Handlung fast komplett verdrängt und dadurch etwas die Dynamik verloren geht.
Ein erschreckendes, trauriges und stellenweise wirklich unangenehmes Buch, das mir aber definitiv im Gedächtnis bleiben wird. 📚☢️
Die Figuren sind bis zum Erbrechen naiv und schmerzhaft dumm. Sie stellen sich selbst und anderen immer wieder Fragen, die längst durch Andere oder sich selbst beantwortet wurden. Die ewigen Wiederholungen der immer gleichen Gedanken und Gefühle mögen in einer solchen Situation realistisch sein, aber sie sind leider arschlangweilig zu lesen.
Etwas mehr als die Hälfte des Buches besteht aus Reisen, dämlichen Fragen, sich mehrfach wiederholenden Gedanken und jeder Menge Kotzen, Kacken und Pissen. Im Anschluss folgt ein Abschnitt mit weniger Kotze und Kot, aber zum Ausgleich mit um so mehr Wiederholungen der Fragen, die bereits lange zuvor beantwortet wurden.
Ab der Mitte des Buches nerven die Dummheit der Figuren und vor allem die sich ewig wiederholenden Fragen und Gedanken nur noch. Dazu kommt dann noch ein so dermaßen künstlicher Konflikt, dass ich hart mit den Augen rollen musste.
Außer Kotzen, Pissen, Scheißen, Blut, Blut-Kotze, Blut-Pisse, Blut-Scheiße hat das Buch leider keine nennenswerte Story zu bieten. Die Figuren sind zum himmelschreiend strunzdämlich-naiv und die ewigen Wiederholungen nerven so abartig, dass man selber regelmäßig kotzen möchte.
Ich habe das Hörbuch 2022 oder 2023 gehört und es gibt nur wenige Bücher, die mich Jahre später noch so beschäftigen. Klar, das mag insgesamt an der Ausgangssituation liegen, aber auch am Handlungsverlauf. Verstörend, Trauma an Trauma - danach muss man sich erstmal ein Witzebuch durchlesen. Äußerst anschaulich wird man an die Abgründe der Menschheit herangeführt. Ständig stellt man sich die Frage, wie man selbst in dieser Situation handeln würde. Ich werde das Buch definitiv noch einmal hören.