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Der Hüter #1

Stadt der Tiefe

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Biota, 1888

Biota - Die Stadt, die nach dem großen Krieg auf dem Meeresboden gebaut worden ist. Für die Bewohner ist sie eine sichere Heimat, denn die Oberen haben dafür gesorgt, dass jede gewalttätige Tendenz in den Menschen ausgelöscht wurde.
Doch dann taucht eine grausam zugerichtete Leiche auf , die es nie hätte geben dürfen. Alexander, oberster Hüter der Stadt, und die Biologin Nic ermitteln und stellen bald fest, dass dieser Mord erst der Anfang war. Denn Biota ist längst nicht die sichere Zuflucht, die sie zu sein scheint ...
Sie müssen sich entscheiden: Ist die Wahrheit es wert, dass sie dafür ihr eigenes Leben und die Existenz der gesamten Stadt aufs Spiel setzen?

296 pages, Kindle Edition

Published March 8, 2021

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About the author

Jasmin Jülicher

17 books6 followers

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Community Reviews

5 stars
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14 (32%)
3 stars
9 (20%)
2 stars
8 (18%)
1 star
2 (4%)
Displaying 1 - 10 of 10 reviews
Profile Image for Denise.
625 reviews9 followers
November 26, 2017
Biota, 1888: In der Stadt tief unten im Meer herrscht Frieden und Mitmenschlichkeit. Nach dem großen Krieg blieb den Menschen nichts anderes übrig, als auf den Meeresgrund zu flüchten. Um nie wieder Gewalt aufflammen zu lassen, entfernten Forscher allen Bewohnern die Fähigkeit Gewalt auszuüben. Und doch wird der oberste Hüter Alexander zu einer grausam enstellten Leiche gerufen. Wie kann das sein? Ist Biota nicht mehr sicher?

"Der Hüter - Stadt der Tiefe" war mein erster Roman von Jasmin Jülicher und hat mir gut gefallen. Die Autorin verbindet geschickt Fantasy, Thriller und Steampunk-Elemente und erschafft einen spannenden wie bezaubernden Roman.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei erfährt man zu Beginn, warum Biota überhaupt entstehen musste. Später macht man sich dann mit dem obersten Hüter Alexander auf die Suche nach dem Mörder. Jasmin Jülicher legt sehr großen Wert auf Details und Beschreibungen. So konnte ich mir das Leben in Biota und auch den Alltag des Hüters sehr gut vorstellen.

Ich muss allerdings zugegeben, dass ich am Anfang Schwierigkeiten hatte, mit Alexander und der Biologin Nic warm zu werden. Auch wenn die Details zahlreich waren, blieben die beiden mir fern. Erst im Laufe der Geschichte schloss ich beide immer mehr ins Herz und flog nur durch die Kapitel.

Die Story selbst ist spannend und mitreißend erzählt. Dabei verzichtet die Autorin auf effekthaschende, übertrieben blutige Details und konzentriert sich mehr auf die Gedanken ihrer Figuren. Das fand ich großartig. Das Finale hat mich dann überrascht, passt aber zum gesamten Werk.

Der Stil von Jasmin Jülicher ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist geprägt von Detailreichtum und großen Bildern. Klasse.

Fazit: In der Tiefe lauert die Gefahr. Ich kann das Buch empfehlen.
Profile Image for Tilly Jones.
175 reviews6 followers
August 8, 2017
Inhalt/Meinung
„Die Stadt der Tiefe – Der Hüter“ war für mich der Einstieg in die Welt von Jasmin Jülicher. Ich steh total auf Steampunk und stelle immer wieder fest, dass ich viel zu wenig aus diesem Genre lese. Deswegen hab ich mich echt auf diese Geschichte gefreut!

Am Anfang gibt es einige Kapitel, die den Leser mit auf die Reise nehmen, um die Vorgeschichte zu ergründen. Die Stadt in der Tiefe ist nämlich genau das, was sie vorgibt zu sein. Eine Stadt unter vielen Kuppeln in der Tiefe des Meeres. Als Leser „sehe“ ich also, wie es überhaupt dazu kam, dass diese Stadt entstand und ich gebe zu, dass ich darüber gerne noch mehr gelesen hätte. Ich gehe sogar soweit, dass ich behaupte, eine eigenständige Vorgeschichte wäre vielleicht eine Möglichkeit gewesen. Andererseits, hätte man diese auch in die eigentliche Story einbauen können. Ich weiß nicht, wie wichtig die Vorgeschichte noch wird, deswegen fällt es mir echt schwer, mich da auf eine Meinung festzulegen. Soviel sei aber gesagt; die Vorgeschichte ist mega interessant und ich hätte gerne noch mehr darüber gelesen. Über die Golems, deren Erschaffung und Ausbreitung auf der Welt. Über den Konflikt, der sich dadurch unter den Wissenschaftlern ergibt… all das beinhaltet so viel Wissen und macht echt neugierig.

Erst, nachdem der Leser „aufgeklärt“ ist und über die Vorgeschichte Bescheid weiß, startet die eigentliche Erzählung. Es geht um Alexander. Er ist Hüter in Biota, der Stadt in der Tiefe. Biota wirkt im ersten Augenblick perfekt. Jeder hat seine Stellung und weiß, was er tun muss, tun darf und was er unterlassen sollte. Der Hüter passt auf, dass das alles eingehalten wird und hat eigentlich auch kaum etwas zu tun, denn es gibt kaum Streit, kaum Dreck und Gewalt. Es ist schön. Für jedes Bedürfnis wird gesorgt und jeder scheint mit seinem Leben rundum zufrieden.

Dass dem nicht so ist, findet Alexander heraus, als eine Leiche auftaucht und er im Grunde nicht weiß, was er machen soll, denn so etwas hat es bis jetzt noch nie gegeben. Die „Regierung“ will das vor den Menschen geheim halten und daran muss sich auch der Hüter halten. Diese Auflage arbeitet allerdings gegen den Drang von Alexander, den Mord aufzuklären. Er ist viel zu neugierig, um wirklich die Finger davon zu lassen. Außerdem scheint er nicht ganz hinter den Regeln von Biota zu stehen, was ihn nur noch interessanter gemacht hat. Er hasst es, dass die Oberen sich Freiheiten nehmen, die den anderen Menschen nicht zugestanden werden und er hasst es, dass sie einen Mörder nicht bestrafen wollen.

Zum Glück gibt es noch Nic. Sie ist Biologin und hat durch ihre Stellung zeitgleich einen höheren Rang als Alexander. Er darf sie nur besonders ansprechen, am besten eigentlich gar nicht. Und was sie sagt, muss getan werden. Aber auch Nic nimmt die Regeln nicht so genau und hasst die Zwänge, die in Biota herrschen. Das Auftauchen der Leiche nimmt sie als willkommene Abwechslung auf und genießt fast schon die Aufregung, die damit einhergeht. Natürlich weiß sie Dinge, von denen Alexander niemals wissen dürfte und so begeben sich die beiden auf eine sehr gefahrvolle Reise, bei der das Ende ungewiss ist.

Die Geschichte um Alexander und Nic hatte mich sehr schnell in ihren Bann gezogen und entließ mich tatsächlich erst, als das Buch vorbei war. Es war spannend, zusammen mit Alexander und Nic die Stadt und deren verschiedene Bewohner kennen zu lernen und zu entdecken. Die vielen Ebenen, Biosphären und Andersartigkeiten waren interessant und ich bekam davon kaum genug.

Der Erzählstil von Jasmin Jülicher war sehr bildgewaltig, sodass mein Kopfkino auch die Dinge bildete, die ich ja eigentlich gar nicht kannte. In Biota gab es Bekanntes und Unbekanntes, aber die Autorin verstand es wunderbar, beides zu verbinden und mir als Leser so den Zugang zur Stadt zu vereinfachen. Ich ging neben Alex und Nic durch die Gänge und verschwand in den Tiefen unter Biota. Ich roch den Dreck, den andere zu versteckten versuchten und spürte die Angst, als ich mich mit ihnen verbergen musste.

„Der Hüter“ ist in sich abgeschlossen, das Ende macht allerdings viel Lust auf mehr und ich bin wirklich gespannt, was die Autorin aus dieser Geschichte noch herausholt! Keinen Druck, liebe Jasmin, aber die Erwartungen liegen hoch!^^

Fazit
„Der Hüter“ ist der Auftakt zu mehreren Bänden, die alle im Steampunk-Genre angesiedelt sind. Der Schreibstil hatte mich sofort in der Geschichte gefangen. Auch wenn ich gerne noch mehr von der Vorgeschichte gelesen hätte, war die eigentliche Geschichte über Alexander, den Hüter, so interessant und spannend, dass die Vorgeschichte alsbald in den Hintergrund rückte. Es ist m.M.n. schwer, dem Steampunk-Genre gerecht zu werden, den Steampunk ist für mich ein Gefühl, eine Art zu Leben und nicht immer leicht in Worte zu fassen. Jasmin Jülicher wird dem aber vollkommen gerecht und schafft es, dass ich mich ganz in ihrem Biota verlieren konnte.
Klare Kaufempfehlung!
Profile Image for CrowAndKraken.
62 reviews17 followers
October 31, 2017
-- Worum geht’s?--
Biota, 1888. Die Stadt auf dem Meeresboden des Atlantik wurde während des Großen Krieges heimlich gebaut, um dort Menschen vor dem Terror an der Oberfläche zu schützen. Vorrausetzung, um in die Stadt einziehen zu dürfen: Löschen des Gedächtnisses sowie ein Vorgang, der alle gewalttätigen Regungen unterdrückt. So entstand in Biota eine gewaltfreie Gesellschaft, in der die spannendste Aufgabe der Hüter ist, einen Streit zwischen Wissenschaftlern zu schlichten.
Umso schockierter ist der oberste Hüter Alexander, als er von einer Leiche erfährt, die keines natürlichen Todes gestorben ist, mehr noch: die Frau wurde auf bestialische Weise umgebracht. Fieberhaft fängt er an zu ermitteln und bekommt dabei Hilfe von der Botania Nic. Doch die Leichen häufen sich, und die Oberen der Stadt sind nicht scharf darauf, dass der Hüter zu tief ermittelt, denn er könnte auf den ganzen Dreck stoßen, auf dem Biota aufgebaut ist.

-- Wie war’s? --
„Mein Buch ist mehr Krimi als Steampunk“, meinte Jasmin Jülicher in unserem Email-Austausch. Das war eine kleine Untertreibung, denn ich hatte auf einmal einen handfesten Thriller in der Hand. Spannenderweise funktioniert das Setting der Story sowohl als Steampunk als auch als postapokalyptische Dystopie. Die Seiten flogen nur so dahin, das Buch hielt ich sogar in der Hand, während in mit der anderen in Kochtöpfen rührte (was man leider auch sieht…). Ich musste einfach wissen, wie es weitergeht.

Der Aufbau der Gesellschaft Biotas ist spannend durchdacht. Religion gibt es nicht mehr, Verstand und Wissenschaft sind das Maß der Dinge, weswegen die Wissenschaftler die Oberschicht der Gesellschaft bilden. Das Geschick lenken die Oberen, die ein autoritäres System mit viel Zucker errichtet haben. Solange man nicht zu kritisch denkt, kann man in der Unterwasserstadt, in der es wirklich alles gibt, gut leben. Der Lebensweg wird mit Analysen in der Kindheit vorgegeben, eine Abweichung ist nicht möglich, aber die Menschen sind zufrieden. Das Leben in Biota funktioniert reibungslos, doch wie jedes totalitäre System hat auch Biota mehr Dreck am Stecken als ein Hund nach einem Sprung in den Matsch.

Zwei Haare in der Suppe habe ich dennoch gefunden.
DNA ist in Biota schon lange bekannt, denn anhand von DNA-Analysen wird das Potenzial jedes Kindes beurteilt und der Lebensweg vorgegeben. Bakterien und Viren sind aber erst „vor kurzem“ wieder entdeckt worden, was mir spanisch vorkommt, denn Bakterien wurden schon im 17. Jahrhundert das erste mal beschrieben. Zwar wurden die Erinnerungen der Mitbewohner gelöscht, als sie sich auf den Weg nach Biota machten, aber solches Wissen sollte doch eigentlich erhalten bleiben, oder nicht? Aber gut, kleines Detail, an dem man sich nicht aufhängen muss.
Das zweite Haar ist das Ende. Es ist spannend und schnell, man merkt förmlich, wie der Puls beschleunigt. Ein, zwei Actionszenen und Figuren weniger wären dennoch nicht verkehrt gewesen, denn so wirkt es ein bisschen überladen.

Trotzdem hatte ich meine helle Freude an Der Hüter, und ich bin gespannt, wie es mit Alex und Nic weitergeht!
Profile Image for Weltengeist.
145 reviews3 followers
March 16, 2019
Bisher waren ja alle Rezensenten von diesem Buch begeistert - leider kann ich mich dieser Einschätzung so gar nicht anschließen.

Beginnen wir mit dem Positiven: Die ersten 35 Seiten, in denen die Vorgeschichte im Zeitraffer beschrieben wird, haben mir Spaß gemacht. Und die letzten 100 Seiten waren zumindest spannend. Dazwischen aber fand ich das Buch langatmig. Viel zu häufig werden Szenen beschrieben, die weder Bedeutung für die Handlung haben (z.B. das wiederholte Untersuchen von falschen Fährten) noch spannend sind.

Mein größtes Problem habe ich aber mit der Plausibilität der beschriebenen Handlungen. Die Protagonisten bleiben ebenso wenig nachvollziehbar wie die wichtigsten Nebenfiguren. Eine Identifikation mit den Handelnden gelingt so nicht, und ich war auch die ganze Zeit genervt über ihre Vorgehensweise. Vieles erinnerte mich an typische Teenager-Romane: der arme Protagonist darf natürlich niemanden ins Vertrauen ziehen und bekommt keinerlei Unterstützung von seiner Umwelt, befolgt aber gleichzeitig brav weiter alle Anweisungen. Und auch der Rest der Welt bleibt für mich nicht nachvollziehbar: Über einen Zeitraum von mehreren Wochen werden gleich fünf Frauen auf bestialische Weise ermordet, und es gibt auch genügend Personen, die von den Todesfällen und ihrer Grausamkeit erfahren haben. Dennoch hat das in der Stadt (die ja daran glaubt, dass Menschen zu Gewalttaten nicht in der Lage sind) keinerlei Konsequenzen. Nicht nur reagiert die Bevölkerung schlicht überhaupt nicht (keine Gerüchte, keine Aufstände, nichts), nein: Auch die Stadtoberen schauen einfach nur zu, wie die Morde weitergehen (obwohl sie sie jederzeit unterbinden könnten!), obwohl dabei nicht weniger als die gesamte politische Ordnung und damit ihre eigene Position gefährdet ist.

Das Buch hat mich daher über weite Strecken eher genervt, und wenn ich mir nicht vorgenommen hätte, einmal in Goodreads eingetragene Bücher zu Ende zu lesen, dann hätte ich es schon vor der Hälfte abgebrochen. Nun habe ich mich bis zum Ende gekämpft, aber die Geschichte hängt noch an allen Ecken und Enden in der Luft - der Leser kann vieles noch immer nicht nachvollziehen, viele Erzählstränge sind noch offen für künftige Fortsetzungen. Die ich aber wohl nicht mehr lesen werde.

P.S.: Eine weitere Sache mochte ich überhaupt nicht, nämlich die Verwendung Personen aus der realen Geschichte mit teilweise komplett anderen Charakterzügen. Insbesondere die Darstellung Nicola Teslas (der von Zeitzeugen als liebenswürdig, charismatisch und umgänglich beschrieben wird) als gewalttätigen, menschenfeindlichen Psychopathen empfinde ich als respektlos gegenüber einem Menschen, der Großes geleistet hat. Mir ist schon klar, dass dafür in kommenden Bänden noch eine Begründung geliefert werden kann, das ändert aber nichts an dem Gefühl, dass hier jemandem grob Unrecht getan wird.
Profile Image for Monerl.
482 reviews14 followers
August 28, 2017
Für Selfpublisher ist es nicht immer leicht ernst genommen zu werden und ihre Bücher unter die Leserschaft zu bringen. Umso erfreuter bin ich, dass ich das Glück hatte und auf dieses Buch aufmerksam gemacht wurde. Der Kontakt mit der jungen Autorin war ganz schnell geknüpft und das Buch auf meinem Reader.

Im Bereich Steampunk bin ich nicht so bewandert und bin erstaunt, wie viele Möglichkeiten er aber bietet. Kann man doch auf so leichte Art und Weise Vergangenes, Gegenwart und zukünftige Innovationen in einem Genre verbinden und was ganz Tolles kreieren. Genau so, wie es Jasmin Jülicher gemacht hat!

Eine spannende und ganz neue Unterwasserwelt eröffnet sich einem. Dabei ist natürlich nicht der Gegenstand einer Welt in einer Kuppel unter Wasser ansich neu, jedoch ihre Struktur und WIE sie funktioniert; gesellschaftlich als auch technisch. Immer wieder staunte ich ob dem Einfallsreichtum der Autorin. Von Vorteil war / ist sicherlich Jasmin Jülichers gelernter Beruf als Biologin. Das spürt man deutlich und es macht vieles, das in der Geschichte damit zu tun hat, sehr glaubwürdig und dennoch für Laien wie mich verständlich.

Detailliert und sanft wird man als Leser in Biota eingeführt. Man gewöhnt sich an die Besonderheiten und Andersartigkeiten und ist sodann bereit für den eingebetteten Krimi und kriminalistische Aufkärungsarbeit.

Mit Alexander, dem obersten Hüter und Nic, einer aufstrebenden Biologin auf dem Weg in den Rat der Oberen, sind der Autorin zwei ganz tolle Protagonisten gelungen. Der zu Anfang noch etwas naive Gesetzeshüter entwickelt sich entsprechend seiner Rolle und seinen ihm gegebenen Möglichkeiten. Da er nicht einfach so aus seinem Gefüge und seinem Rang ausbrechen und dabei seine Glaubwürdigkeit behalten könnte hat Jasmin Jülicher dies sehr geschickt in die Geschichte eingeflochten. Dabei werden nach und nach Besonderheiten von Biota enthüllt, die nicht immer schön und positiv sind. Bekanntlich hat jede Medaille zwei Seiten und auch Nic hat das bereits zu spüren bekommen. Obwohl sie Alexander gegenüber einen deutlichen Wissensvorsprung hat, da sie als Wissenschaftlerin zur Elite, der gehobenen Bevölkerung von Biota, gehört, hat auch sie einiges zu fürchten und zu verlieren.

Je weiter ich in der Story vorankam desto klarer wurde, das auch in Biota nicht alles Gold ist was glänzt. Obwohl das Böse im Menschen ausgelöscht sein sollte, scheint dies auf Dauer nicht zu funktionieren. Schlimme Vorahnungen werden noch schlimmer bestätigt.
Als Leser wird man dabei mit verschiedenen Fragestellungen konfrontiert, wie z.B. "Wie weit darf Forschung gehen?", "Darf am Menschen geforscht werden und wenn ja, in welchen Bereichen?", "Kann man Menschen kontrollieren?" und "Was passiert, wenn ein Teil der Bevölkerung wissentlich unterdrückt wird?".

Die aufgefundenen Tote, sie wurde ermordert, dürfte es in der strukturierten und neu gegründeten Gesellschaft eigentlich nicht geben. Daher ist auch Alexander als Hüter mit der Aufklärung des Mordes, völlig überfordert. Geschickt gibt die Autorin ihm verschiedene Hilfsmöglichkeiten zur Seite, die nicht konstruiert wirken. Das hat mir sehr gut gefallen! Wem kann der Hüter vertrauen? Ist Nic wirkich ehrlich ihm gegenüber? Die Spannung steigt beim lesen und ist mit dem Showdown tatsächlich am Höhepunkt angelangt und treibt den Leser immer weiter an. Ich stellte mir permanent die Frage, wie es denn nun weiter gehen könnte.

Am Ende hat man Antworten auf die wichtigsten Fragen erhalten und hat große Lust sofort den nächsten Band in die Hand zu nehmen und weiter zu lesen. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass im nächsten Band die Welt eine andere sein könnte.

Mein einziger Kritikpunkt bezieht sich auf den Anfang der Geschichte. Etwas holprig erschien mir die Darstellung, wie es zu Biota, der Unterwasserwelt, kommen konnte. Teilweise große, manchmal auch kleine Zeitsprünge suggerierten mir, dass ich auf die Örtlichkeit und die Jahreszahlen achten sollte und ich fand dabei keinen richtig roten Faden. Die sprunghafte Erzählung der Vorgeschichte und des Krieges, die Erfindung der Golems und die Übersiedlung einiger Menschen in die Kuppel unter Wasser hatte mich ein bisschen irritiert und im Lesefluss gestört. Da dieser Teil, im Vergleich zur Gesamtgeschichte, jedoch nicht allzu groß ist, habe ich nur einen halben Stern abgezogen. Eigentlich könnte ich mir zur Vorgeschichte ein Prequel vorstellen, das ausführlicher auf den Krieg und die damaligen Ereignisse eingeht und tiefer beleuchtet, denn darin verbirgt sich das Potential zu einem eigenen Büchlein.

Fazit: Eine absolut fesselnde und fantasiereiche Idee, die ich mir über einige Bände verteilt sehr gut vorstellen kann! Wer Steampunk noch nicht kennt, kann mit diesem Buch einen wunderwollen Einstieg in einen ungewöhnlichen Genrebereich feiern. "Stadt der Tiefe - Der Hüter" ist ein Buch, an dem man sehr schön sehen kann, dass es sich lohnt auch mal über den Tellerrand zu schauen und Perlen bei Selfpublishern finden kann. Eine Geschichte, hat man sie mal angefangen zu lesen, einen bis zum Ende nicht mehr loslässt.
Profile Image for Anke.
58 reviews
November 1, 2023
Liebe Leserin, lieber Leser,

"Stadt der Tiefe" war mein erster Steampunk-Roman und ich war gespannt, was mich erwartet. Bis dato wußte ich noch nicht mal, dass es dieses Genre gibt, sonst hätte ich mich bestimmt schon eher daran versucht. Steampunk an sich ist mir seit ein paar Jahren ein Begriff und mich fasziniert die Mischung aus viktorianischer Zeit und moderner Technik, die mit damaligen Mitteln verwirklicht wird. By the way: Hat Jules Verne Steampunk geschrieben? Ich denke das speziell an seine "Nautilus". Egal, ich schweife ab. Jedenfalls hab ich mich auf storrie.de bei Jasmin beworben, ihr Buch lesen und rezensieren zu dürfen, und dankenswerterweise hat sie zugestimmt.

Im Grunde ist "Stadt der Tiefe" ein ganz normaler Krimi - wäre da nicht der Schauplatz. Wir werden mitgenommen in eine Stadt, die von einem Visionär auf dem Meeresgrund gebaut wurde, um der Menschheit den langersehnten Frieden zu ermöglichen. Lange Zeit ging es auch gut, doch dann geschieht der erste Mord - und der Oberste Hüter Alexander muss zum ersten Mal zeigen, dass er diesen Rang zu recht bekleidet. Zum Glück ist er ein Fan von Sherlock Holmes und seinen Methoden, so dass er wenigstens eine grobe Anleitung hat, wie solche Ermittlungen ablaufen können. In seiner Ausbildung war so ein Fall nämlich nicht berücksichtigt worden, da es in Biota keine Aggressionen gibt.

Ich fand es wahnsinnig spannend, zu verfolgen, wie Alexander und Nic, die Biologin, gemeinsam lernen, wie Spuren gesammelt und verfolgt werden. Außerdem begleiten wir die beiden, wie sie die Standesunterschiede zwischen ihnen Stück für Stück überwinden und zu Freunden werden. Und last but not least lernt Alexander eine Seite Biotas kennen, von deren Existenz er bis dato überhaupt nichts wußte.

Das Buch zu lesen hat einfach nur Spaß gemacht. Die Story an sich, der Schauplatz, die Protagonisten ... es ist fesselnd, all das zu erforschen. Selbst wenn ich es gewollt hätte, hätte ich das Buch nicht aus der Hand legen können. Und ich bin froh und dankbar, dass es noch drei weitere Abenteuer von Alexander und Nic gibt, die gelesen werden wollen.
Profile Image for Selena.
Author 4 books6 followers
November 2, 2023
Eine alternative Vergangenheit zu unserer Welt, ausgelöst durch phantastische Elemente. Dann eine Geschichte, die eher an eine mystery novel in einem phantastischen Setting erinnert und doch kommt es in der Mitte des Buches nochmal ganz anders als gedacht.

Biota wird am Anfang als die utopische Stadt unterwasser verkauft, die fernab von den Kriegen der Erdoberfläche existiert, nur regiert durch Wissenschaft…ler. Schnell merkt man, dass das System in der Stadt alles andere als utopisch ist und eher halb dystopisch anmuted. Die Menschen wurden "angepasst" bevor sie in der Stadt leben durften. Erinnerungen gelöscht, auf das Leben unter Wasser vorbereitet und in ein strenges Kasten-System gepresst, in der Wissenschaftler das Sagen haben. Und dann geschieht in dieser "perfekten" Stadt ein Mord und jemand der sowas überhaupt nicht kennt, muss nun versuchen den Fall zu lösen.

Alles in allem, eine Geschichte die sich gut liest, tolles world-building und man merkt, dass sich ein echter wissenschaftlicher Hintergrund in die phantastischen Elemente einmischt. Magie gibt es keine, daher keine fantasy, aber eine alternative Vergangenheit mit Elementen, die einer alternativen science-fiction entsprungen sind. An zwei Stellen waren gewisse geschehnisse für meinen Geschmack etwas zu schnell – daher nur vier von fünf Sternen – aber insgesamt hat mir das Buch gefallen und ich gedenke mir das zweite Buch in der Reihe zu holen, um herauszufinden, wie es mit dem Hüter weitergeht ...
Profile Image for Josina.
8 reviews
February 22, 2025
Mega!!! In jedem Satz ist Spannung!!!
Am Anfang war ich ein wenig verwirrt und
musste mich erst reinfinden, aber dann, ab
dem ersten "richtigen" Kapitel einfach nur
wow! Es hat mich mit jedem Satz gebracht es
weiterzulesen und es war immer eine Spannung
da. Ich habe dieses Buch innerhalb 3 Tage
durchgelesen und der zweite Band steht schon in meinem Regal. Es war mega!!! Definitiv ein Buch was,
wie ich finde, mehr Aufmerksamkeit verdient
hat! Ich habe dieses Buch im März 2024 gelesen!
Profile Image for Thomas Heiligenhaus.
14 reviews
November 16, 2025
Ich hatte keine Ahnung worauf ich mich einlasse, als ich diese Bücher gesehen habe. Ich wurde einfach von dem Begriff "Steampunk" angezogen. Ein Genre das ich sehr mag. Ohne auf Details eingehen zu wollen (hat hier manch anderer schon) hat mich die Story ziemlich gefesselt und ich kann es kaum erwarten die weiteren Bände zu lesen (die nächsten beiden habe ich bereits hier). Ich mag die Chemie zwischen den beiden Protagonisten sehr.
Profile Image for Rebecca.
2 reviews
September 29, 2020
Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut und war zu Beginn wirklich angetan von dem Prolog, in dem die Ereignisse beschrieben werden, die zum Bau der Unterwasserstadt Biota führen! Leider fand ich im Folgenden die eigentliche Geschichte an vielen Stellen langatmig und unschlüssig.

Die vielen, viiielen fruchtlosen Ermittlungsversuche der Hüter und die Befragungen von Personen, deren Dialoge eigentlich sehr kurz sind und eher einem zufälligen Gespräch anstatt einer richtigen Befragung gleichen, fand ich eher mäßig spannend. Denn ich bin - offenbar im Gegensatz zu dem Protagonisten - bereits nach den ersten paar Malen zu der Erkenntnis gekommen bin: Das wird nix. Gleichzeitig habe ich mich gefragt, woher die Hüter überhaupt wissen, dass und wie man überhaupt eine Mordermittlung durchführt. Gewalt gibt es ja nun mal eigentlich in Biota nicht.
Kurze Frage aus Eigeninteresse: Wenn jedwede Tendenz zu Gewalt ausgelöscht wurde...wieso wird dann trotzdem Fisch und Fleisch von den Bewohnern konsumiert? Die Tiere legen sich ja nu nicht selbst auf den Teller, sondern müssen vorher getötet werden.

Die Verwendung von realen Personen hat mich ebenfalls sehr gestört. Ein Nikola Tesla, der gewalttätig ist und jungen Frauen (Prostituieren) das Jochbein bricht? Eh nnnooo.

Ebenso unbefriedigend fand ich die teils abgedroschenen "Wendungen" in der Geschichte. Der Schock, dass Nic (*SPOILER*) "ein doppeltes Spiel spielt", Alex mitbekommt, wie sie ihn augenscheinlich verrät und daraufhin ihre Motive anzweifelt, ist beispielsweise weder überzeugend, noch besonders innovativ.

Auch stilistisch bin ich leider nicht wirklich überzeugt gewesen. Sätze wie "Was war bitte mit dem obersten Hüter los?", die von der Erzählstimme geäußert werden, klingen in meinen Ohren sehr flapsig und haben mich eher aus der Geschichte herausgerissen statt mir die Charaktere und ihre Denkweise näherzubringen.

Ich finde es super schade, dass ich so wenig Gutes über dieses Buch sagen kann, da ich mich wirklich darauf gefreut hatte, es zu lesen und mir gewünscht hatte, in eine spannende Steampunk-Welt eintauchen zu können! Mich konnte dieses Buch jedoch leider nicht überzeugen und ich werde die Fortsetzungen von "Der Hüter" in nächster Zeit wohl nicht lesen.
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