Christinas Lebensgefährte wird angeschossen und im Krankenhaus notoperiert. Während er im Koma liegt, finden seine Kinder die Wahrheit über ihre leibliche Mutter heraus. Wird Christina das Geheimnis lüften? Ungeduldig trommelt Christina gegen die Glasscheibe. Der Flur ist menschenleer. Thorbens Kollege hat sie vor der Tür abgesetzt. Christina und die Kinder warten seitdem in der Notaufnahme, ohne dass sich jemand blicken lässt. Mit dem Fuß tritt Janis an die Wand. „Das Warten macht mich irre.“ Jana steht stumm daneben und kaut an den Fingernägeln. Endlich taucht eine Krankenschwester auf. Christina geht ihr entgegen. „Können Sie mir etwas über den Patienten Thorben Harth sagen? Er wurde eben eingeliefert." „Und wie ist Ihr Name?", fragt die Krankenschwester, wobei sie weiter läuft und sich hinter die Theke der Notaufnahme begibt. „Christina Holzer." Fragend blickt sie Christina durch die Scheibe an. „Verheiratet oder verwandt mit dem Patienten?" Christina blickt verlegen zur Seite. „Ich bin seine Lebensgefährtin." „Dann darf ich Ihnen keine Auskunft geben." Schon will sie sich abwenden, da tritt Janis neben Christina. „Ich bin sein Sohn. Dürfen Sie mir Auskunft geben?" Dabei legt er den Arm um Christina. Die Krankenschwester blickt ihn kurz an. „Wenn Sie volljährig sind", antwortet sie gleichgültig. „Bin ich." Janis Augen funkeln böse. „Einen Moment." Sie beugt sich über den Computer und tippt auf der Tastatur herum. „Er wird gerade operiert. Über seinen momentanen Zustand kann ich keine weiteren Angaben machen. Tut mir leid. Am besten gehen Sie nach Hause. Wir rufen Sie an, sobald die Operation beendet ist." „Wir warten hier", entscheidet Janis. Die Krankenschwester zuckt mit den Schultern. „Dann warten Sie bitte vor der Intensivstation. Einer der Ärzte wird Sie dann informieren." Sie folgen den Schildern. Christinas Herz pocht wild. Ihre Ohren rauschen. Die Schuhe quietschen auf dem glatt gewienerten Boden. Thorben. Jedes Mal, wenn er Nachtschicht hat, fürchtet sie sich vor dem Schlafengehen. Oft hat sie von einem nächtlichen Anruf geträumt, der ihr die Schreckensnachricht bringen würde. Jedes geträumte Klingeln ließ sie aus dem Schlaf hochschrecken. Einschlafen danach unmöglich. Bis zum Morgengrauen lag sie jedes Mal ruhelos im Bett und wartete darauf, dass Thorben nach Hause kam. Jetzt wünscht sie sich nichts sehnlicher, als aus diesem Alptraum zu erwachen. Unvermittelt fragt „Warum haben Papa und du nie geheiratet? Das ist doch Bullshit. Ohne uns wärst du eben echt aufgeschmissen gewesen." Christina schüttelt unwillig den Kopf. Darüber will sie im Moment nicht diskutieren. „Wir sind beide verheiratet, nur eben nicht miteinander", antwortet sie, ohne stehen zu bleiben. „Warum hast du deinen verschollenen Mann nie für tot erklären lassen?", mischt sich Jana ein. Janis wartet die Antwort nicht „Wie beide? Mit wem ist Papa verheiratet?" Abrupt bleibt Christina stehen. Unsicher blickt sie sich um. „Ich glaube, wir müssen dort hin" und zeigt in den linken Gang. „Ja, müssen wir", antwortet Janis. „Aber das beantwortet nicht meine Frage." „Papa war nur mit unserer Mutter verheiratet, oder?", wundert sich auch Jana. Christina blickt von einem zum anderen.