Siegfried von Xanten hat nur ein Er möchte der mächtigste Krieger in seinen Landen sein. Deshalb kämpft er gegen einen Drachen und erbeutet dabei einen fluchbeladenen Goldschatz. Dann zieht er in den Suavawald, um sich bei einem sagenumwobenen Schmied ein Schwert anfertigen zu lassen. Doch zu seiner Überraschung ist der Schmied eine schöne Frau – die Königin Brunhild selbst. Die beiden verlieben sich. Brunhilds Seherin aber prophezeit, dass Siegfried die Königin einst verraten wird.
Als Siegfried wenig später dem Königreich Burgund gegen die Sachsen zu Hilfe eilt, verliebt sich die Königstochter Kriemhild in ihn – und das Schicksal, das ganze Völker ins Unglück reißen wird, nimmt seinen Lauf ...
Das größte Helden-Epos des Mittelalters – packend, atmosphärisch und völlig neu erzählt
Ich habe mich schwer getan das Buch bis zum Ende durchzulesen. An dem Thema selbst lag es nicht, es geht um die berühmte Sage um Siegfried und Co aus dem Nibelungenlied. Ein spannendes und bekanntes Thema an sich, auch für solche, die sich nicht mit Literatur beschäftigen. Diese Nacherzählung lehnt sich an das Nibelungenlied und erzählt eine Abenteuergeschichte, wo mir zwar die Dialoge aber nicht die insgesamt einfache Erzählsprache gefallen hat. Es war nicht spannend genug und es hat sich wirklich angefühlt als würde mir jemand die Geschichte nacherzählen ohne Tiefen und Höhen. Vielleicht hatte ich auch einfach zu hohe Erwartungen? Als Abenteuerroman als leichte Unterhaltung ist das Buch ok, aber ich hatte eine komplexere, tiefgründigere Erzählung erwartet.
** Dieses Buch wurde mir über NetGalley als E-Book zur Verfügung gestellt **
Bevor isch mit dem Lesen des Romans begann, habe ich die ursprüngliche Sage gegooglet, denn bei einer Adaption finde ich es immer wichtig, dass man die Basics gut kennt. (Ist nebenbei bemerkt wahrscheinlich eine Komparatisten-Eigenart, dass man immer alles miteinander vergleichen will).
Ich begann das Buch also zu Lesen und ich fand richtig großen Gefallen daran. Die Szenen in Burgund und dem Suavawald waren schön bildlich beschrieben, sodass ich ein richtig tolles Kopfkino hatte.
Was die Charaktere angeht, so hätte ich mir gewünscht, dass Hagen etwas sympathischer dargestellt wird, und Siegfried nicht umbringt. Aber das wäre dann wahrscheinlich eine zu große Abweichung an das Helden-Epos geworden. Hagen stellt auch hier seinen König Gunther in den Schatten und Gunther wirkt für mich leider keinenfalls als Respektsperson, die ein Land regieren soll. Im Gegensatz zu Brunhild. Brunhild ist für mich die Personifizierung des Feminismus. Sie regiert alleine als Frau das Reich im Suavawald und ist dazu auch noch Schmiedin und eine hervorragende Kämpferin. Auch die Szenen, in denen sie mit Siegfried schläft zeigen, dass Brunhild eine selbstbewusste Frau ist und Sex mehr ist, als nur den Mann zu befriedigen. Die Rolle der Brunhild hat das ganze Epos sehr viel moderner gemacht, der Schreibstil war sehr locker und deshalb habe ich sehr gerne weitergelesen.
Dieses Buch ist für mich ein zweischneidiges Schwert. Einerseits kann ich es nur weiterempfehlen, denn der Schreibstil ist grandios. So macht Geschichte richtig Spaß. Andererseits könnte ich mir auch gut vorstellen, dass Leser*innen, die das Epos kennen, verwirrt von diesem Werk sein könnten. Oder sogar enttäuscht. Aber das ist ja bei allen Adaptionen das Risiko.
Eine wirklich ungewöhnliche Variante der weithin bekannten Nibelungensage um Siegfried, Kriemhild und Brunhild. Sie kommt ohne Magie aus und ersetzt diese stattdessen mit einem gehörigen Schuss Realismus. Wie der Untertitel schon sagt, handelt es sich um einen historischen Roman, sodass das Buch sich streng an die historischen Fakten hält, was zu einigen überraschenden Änderungen führt. So residiert Brunhild nicht in Island, sondern im Harz, denn die große Insel der heißen Vulkane und der eisigen Gletscher war zur Zeit der Handlung, der die Jahre 430-436 umfasst, noch gar nicht besiedelt. Ebenso unerwartet ist das Auftauchen der Römer, die bei dem Untergang der Burgunder eine wichtige Rolle gespielt haben, was die Legende uns verschweigt. Als jemand, der bei Mythen immer nach dem realen Hintergrund fragt, ist dieser Roman genau das Richtige für mich. Wolfs Erklärungen für die scheinbare Magie in der Handlung scheinen mir schlüssig. Hinzu kommt, dass die Geschichte durchweg spannend und atmosphärisch dicht erzählt wird. Deshalb gibt es eine klare Empfehlung von mir.
Nachdem ich im Studium mehrmals mit dem mittelhochdeutschen Originaltext gearbeitet habe, der zwar natürlich als Epos genial ist, aber für den Leser/die Leserin des 21. Jahrhunderts absolut nicht spannungsgeladen erzählt, habe ich mich riesig gefreut, zu lesen, dass eine Neubearbeitung erscheinen soll. Deswegen habe ich mich sofort für das Leseexemlar von "Die Nibelungen" von Roman Wolf entschieden. Leider bin ich nur bis zum Drachenkampf Siegfrieds gekommen - was laut eReader etwa 5% des Buches sind -, bis ich den Roman weggelegt habe. Leider haben mich die sprachliche Umsetzung, die Erzählweise und auch die Figurenzeichnung überhaupt nicht überzeugt. Vielleicht hätte ich dem Buch noch ein wenig mehr Zeit geben sollen, sich zu entwickeln, aber nachdem der Drachenkampf derart wenig Spannung, dafür sehr viel Mimik von Siegfried bereithielt, war ich nicht bereit, mehr Zeit in dieses Buch zu investieren. Auch ein loses Durchblättern und szenenweises Lesen späterer Ereignisse hat meine Entscheidung gegen das Weiterlesen nur bestätigt.
Die bekannte Geschichte wird hier zur Abwechslung nicht als Legende, sondern als historischer Roman erzählt, was ich reizvoll finde. Dadurch wird das Buch zu einem Abenteuerroman, der uns viel über das Leben und die politischen Gegebenheiten der Völkerwanderung erzählt. Es gibt viele Romane, die im Hochmittelalter spielen, aber wenige, deren Handlung sich in der Zeit des Übergangs von Antike auf Mittelalter abspielt. Ich finde, das ist eine interessante Neuerung, die den tatsächlichen Begebenheiten (wenn es sie denn tatsächlich gab) näherkommt als die bisherigen Versionen. Das Nibelungenlied wurde zwar um 1200 geschrieben, beschreibt aber Ereignisse, die viele Jahrhunderte vorher geschehen sind. Im übrigen ist - wie im Original - der zweite Teil des Epos der spannendere, aber diese kleine Schwäche kann man dem Autor eigentlich nicht vorwerfen, ist sie doch schon im Mythos so angelegt. Fazit: Wer sich für den Nibelungenstoff interessiert, sollte ernsthaft darüber nachdenken, das Buch zu lesen, es lohnt sich.
Die Handlung war leider nicht packend genug erzählt, sodass das Lesen zwischendurch sehr zäh wurde. Es fehlt in den einzelnen Szenen an Detailliebe und Tiefe der Geschichte, um das Gefühl zu bekommen, hineingesaugt zu werden und das Buch nicht mehr weglegen zu können.