»Dan Diner öffnet einem die Augen« NZZ GeschichteDieses in der Presse gefeierte Buch erzählt die Anatomie des Zweiten Weltkrieges aus einer ungewohnten Im Zentrum des Geschehens steht das jüdische Palästina, gelegen am Schnittpunkt der europäisch-kontinentalen und außereuropäisch-kolonialen Wahrnehmung. Die Kernzeit dieser raumgeschichtlich angelegten Erzählung liegt zwischen dem Abessinien-Krieg 1935 und den Schlachten von El Alamein und Stalingrad 1942. Die Verschränkung zweier, für sich jeweils anderer Kriege – dem Zweiten Weltkrieg und dem Kampf um Palästina – konstruiert das eigentliche Drama der Erzählung und durchzieht als roter Faden das Buch.
Sehr interessante und weniger bekannte Einblicke in den Zeiten Weltkrieg insbesondere aus einer jüdischen Perspektive. Aber wo ist bitte schön der rote Faden?
Der Titel verspricht eine Auseinandersetzung mit der palästinensischen Spannungssituation während des 2. WK, wird dieser jedoch nur bedingt gerecht. Obgleich ein globalpolitischer Kontext nötig ist, wird dieser hier so sehr ausgereizt, dass nur ca. 20% des Buches unmittelbar Palästina und den sich anbahnenden arabisch-jüdischen Konflikt adressiert.
Wer eine fachlich exzellente Aufbereitung des damaligen globalen Kriegsgeschehens mit einzelnen Kapiteln zu Palästina zwischen 1938 und 1947 sucht, wird jedoch sehr zufrieden sein. Das Buch ist zusätzlich mit einem akribischen Anhang mit Personen- und Ortsregister, sowie den passenden Karten versehen.