Neu Boltenhagen, 1938: Als Helena sich in den deutschen Matrosen Karl verliebt, verlässt sie ihre argentinische Heimat und zieht zu ihm an die Ostsee. Doch in den Wirren des Zweiten Weltkriegs werden die Liebenden getrennt, und Helena gebärt einen Sohn. Über siebzig Jahre später erhält dieser ein rätselhaftes Erbe von seiner Mutter. Mit einem Bernstein und dem Auftrag, seinen deutschen Wurzeln nachzuspüren, reist Robert von Buenos Aires in das vorpommersche Dorf seines Vaters und ist wie vom Donner gerührt. Warum steht auf dem Familiengrab, dass er und Helena hier im Jahr 1945 begraben worden seien? Und wer ist die zweite Frau auf den alten Fotos?
Ein wundervolles Buch, ein bisschen Argentinien, ein bisschen Deutschland und eine ergreifende Geschichte. Mir gelang der Einstieg in das Buch absolut mühelos und ich konnte es von Anfang an nicht mehr aus der Hand legen.
Zuerst lernt man die junge Helena und ihre ganz eigene, berührende Geschichte kennen. Ich habe sie sofort in mein Herz geschlossen, da war immer eine ganz besondere Magie um sie herum. Helena wächst in Argentinien auf und lernt dort ihre große Liebe kennen. Was danach passiert und was das Leben für Helena bereithält, werde ich jetzt natürlich nicht verraten, aber auf den Leser wartet eine ausgereifte Geschichte, die mitten ins Herz geht und auch viel Leiden mit sich bringt. Nicht immer ist alles positiv, der Krieg hinterlässt seine grausamen Spuren. Der Autor hat alles so detailgetreu und authentisch beschrieben, ich habe die ganze Zeit gedacht, die ganze Geschichte wirklich gemeinsam mit Helena zu erleben.
Auch Robert war ein wunderbarer Protagonist und ich war gespannt, was er auf seiner Reise in die Vergangenheit alles erleben wird und auch da gab es natürlich viele kleine Überraschungen und eine ganz große Wendung. Ich war den Tränen nahe, denn ich hatte vieles in meinem Kopf, mit vielem gerechnet, aber nicht DAMIT.
Ich kann nur sagen, ich habe dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite geliebt und kann es wirklich jedem empfehlen!
Argentinien 1938, Helena verliebt sich in den deutschen Matrosen Karl und verlässt ihre Heimat um mit ihm in Groß Boltenhagen an an der Ostsee zu leben. Helena beherrscht die deutsche Sprache, da ihr Mutter deutscher Abstammung ist. Im Krieg wird das Paar getrennt. Helena bekommt einen Sohn. 70 Jahre später vermacht Helena ihrem Sohn Robert einen Bernstein mit der Bitte in das Ort seines Vaters zu reisen. Robert, der nichts über die Zeit seiner Mutter in Deutschland weiß reist in seinen Geburtsort Ambertshagen.
„Das Bernsteinmädchen“ von Hans Meyer zu Düttingsdorf ist ein wunderschöner Roman in dem es um ein Familiengeheimnis geht. Die Geschichte hat zwei Zeitebenen, die in diesem Roman gekonnt miteinander verwoben werden. In der Vergangenheit begleiten wir Helena auf ihrer Reise nach Deutschland. Erleben ihre große Liebe und den Verlust der Trennung. Nachdem Karl eingezogen wurde steht Helena ganz alleine da. Als Fremde kann sie noch nicht einmal auf Hilfe von Karls Familie hoffen.
Dann die Gegenwart wo Helena alt ist, stirb und Robert eben diesen Bernstein vermacht. Robert hatte es nicht leicht. Mit seiner Mutter und ohne Vater ist er in Armut aufgewachsen. Jetzt über 70 Jahre später reist Robert in die Heimat seines Vaters um nach seinen Wurzeln zu suchen. Nur sehr langsam ergibt Stück für Stück ein Bild für Robert.
Hans Meyer zu Düttingsdorf erzählt die Geschichte facettenreich und emotional. Die Protagonisten sind gut in Szenen gesetzt und durchweg sympathisch. Die Zeit in der Helena vor über 70 Jahren nach Deutschland gekommen ist und durch die Kriegswirren plötzlich alleine stand ist sehr gut und authentisch eingefangen.
„Das Bernsteinmädchen“ ist eine große Geschichte die so viele Facetten hat wie ein Bernstein und ihr Geheimnis nur Stück für Stück preisgibt. Für mich ist es der 1. Roman des Autors aber es wird bestimmt nicht der Letzte sein.
Wow, das war definitiv viel besser, als ich bei einem "kostenlos-im-Abo-dabei"-Hörbuch erwartet hätte. Ok, der Sprecher ist nicht so ganz mein Fall - aber das ist persönliche Präferenz, nicht, weil er schlecht lesen würde! Ansonsten fand ich die Geschichte sehr spannend - ich habe zwar schon ab der Episode mit dem Ferienhaus am Meer schon so eine Ahnung gehabt, wie es ausgehen könnte - aber ich musste doch immer weiter hören, weil ich natürlich wissen wollte, wie es ausgeht! Meine Ahnung war richtig, aber wie genau es dazu gekommen ist, wollte ich natürlich en detail wissen. Der "argentinische Teil" der Geschichte kommt ein wenig kurz - Du solltest also nicht zu diesem Buch greifen, wenn Du viel über das Argentinien der 1940ger-1980ger Jahre erfahren möchtest. Die Ereignisse kommen zwar kurz zur Sprache, aber immer nur in kurzen Rückblenden von Robert. Der größte Teil der Geschichte dreht sich im um Elenas Erlebnisse im ländlichen Brandenburg der 1940er Jahre: Wie kommt sie mit der fremden Kultur in Deutschland klar? Wie nimmt ihre Schwiegerfamilie sie auf? Was bekommt sie mit von den Kriegsereignissen? Wieso ist sie nach dem Krieg mit Robert zurück nach Argentinien gegangen? Die Geschichte wird abwechselnd aus Roberts und Elenas Sicht erzählt. Robert ist mit 1 1/2 Jahren nach Argentinien zurückgekommen und sucht jetzt nach dem Tod seiner Mutter seine deutschen Wurzeln. Der namensgebende Bernstein kommt zwar vor, aber außer einem hübschen Namen hat er keine große Bedeutung - hätte man aus meiner Sicht auch weglassen können. Und ob ich jetzt die Geschichte um Roberts' Fahrer und seine Familie unbedingt gebraucht hätte - ich weiß nicht, auch eher nicht. Trotzdem ein interessantes Buch, gut gelesen und für mich wirklich spannend - ich vergebe 4,5 von 5 Sternen!
Beautiful language, terrific story. I can’t wait to read other books by this brilliant author. I cannot believe his books have not been translated to English.