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Wolf Heller #2

Teufelsberg

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Wer plant einen antisemitischen Anschlag?Westberlin, Ende der Die Frau eines Richters wird brutal erwürgt. Berlin ist in Aufruhr. Denn die Tote war Jüdin, und der Richter erhielt Morddrohungen von der radikalen Linken um Dieter Kunzelmann. Aber war es wirklich ein politisch motivierter Mord? Und was planen die Täter als nächstes? Kommissar Wolf Heller arbeitet eng mit der Nichte der Toten zusammen, der smarten Amerikanerin Louise Mackenzie. Es verdichten sich die Hinweise, dass ein Attentat auf die jüdische Gemeinde geplant ist. Doch bevor Wolf Heller die Verdächtigen festnehmen kann, überschlagen sich die Louise wird entführt, und Heller bleibt nicht viel Zeit, die Katastrophe zu verhindern.»Die drei Autoren haben einen spannenden Kriminalfall mit einem packenden Zeitporträt gekreuzt. Klasse Lektüre.« Münchner Merkur über Die Tote im Wannsee

368 pages, Kindle Edition

Published March 15, 2021

4 people want to read

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Lutz Wilhelm Kellerhoff

3 books1 follower

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Displaying 1 - 15 of 15 reviews
Profile Image for yexxo.
907 reviews27 followers
April 25, 2021
Berlin, Ende der 60er Jahre, ist ein Hexenkessel. Beinahe täglich gibt es Demonstrationen gegen verkrustete Strukturen, Polizeistaat und -gewalt, Nazis in den Behörden, den Vietnamkrieg undundund. Regelmäßig werden die Wohnungen der 'Hippies' durchsucht und deren bevorzugte Kneipen - es scheint nur eine Frage der Zeit, bis es zum großen Knall kommt. In dieser Phase wird die Frau eines jüdischen Richters ermordet - scheinbar von den radikalen Linken. Oder doch Agenten der DDR? Kommissar Wolf Heller ermittelt und weiß schnell mehr als der Verfassungsschutz, der den Fall an sich genommen hat. Und als ob der Fall nicht genug an seinen Nerven zehren würde, verlangt auch sein Privatleben das Äußerste von ihm ab.
Wie bereits der erste Band ist dieser Fall voll und ganz auf die 68er zugeschnitten, die auch hier nicht nur als Hintergrund dienen. Das Autorenteam lässt ein authentisches Bild jener Zeit entstehen, das diesen Kriminalfall umso glaubwürdiger wie auch unglaublich wirken lässt. Obwohl die Hintergründe schnell mehr oder weniger vollständig bekannt sind, bleibt die Geschichte bis zum Ende spannend. Gelingt Wolf Heller eine Aufklärung? Wird der Gerechtigkeit zum Sieg verholfen?
Auch die Wechsel zwischen Privatem und Dienstlichem sind nicht störend, denn sie unterstützen die Darstellung der Atmosphäre Ende der 60er. Geschickt werden Teile des Privatlebens von Wolf Heller in seine Arbeit mit eingebunden, ohne dass es zweifelhaft wirkt.
Einziger kleiner Kritikpunkt: Zu Beginn tauchen derart viele verschiedene Personen mit Namensnennung auf, dass ich völlig den Überblick verloren habe. Nach ca. 50, 60 Seiten wurde es deutlich besser, aber bis dahin verstand ich größtenteils nur Bahnhof. Also: Durchhalten, es wird auf jeden Fall besser und es lohnt sich 😉!
Profile Image for Buchbesprechung.
210 reviews24 followers
April 1, 2021
REZENSION – Ein gewagter Spagat zwischen historischem Tatsachen- und spannendem Unterhaltungsroman ist dem unter dem Pseudonym Lutz Wilhelm Kellerhoff schreibenden Autoren-Trio mit „Teufelsberg“ gelungen, dem zweiten Band um den jungen Berliner Kommissar Wolf Heller, im März im Ullstein Verlag erschienen. Die Handlung ist in den Monaten Juli bis November 1969 in Berlin angesiedelt. Es ist die Zeit gesellschaftlichen Umbruchs und Kalten Kriegs, in der die geteilte Stadt im Mittelpunkt politischer Spannungen zwischen Ost und West steht. Es ist die Zeit der Auseinandersetzung zwischen der Kriegs- und der Nachkriegsgeneration, die Zeit der Studentenunruhen und der zunehmenden Radikalisierung der Linken, die Vorstufe zum Terror der Roten Armee Fraktion. Im brodelnden Schmelztiegel Berlin treffen junge sozialistische Revolutionäre auf alte Spießbürger, die bei aller Gegensätzlichkeit im Antisemitismus ideologisch verbunden sind, kritisiert doch die extreme Linke den Staat Israel „wegen der faschistischen Gräueltaten gegen die palästinensischen Araber“ als „die neuen Nazis“.
Der Roman beginnt im Juli 1969 mit der Ermordung der Jüdin Rebecca Hirsch, Ehefrau des Berliner Richters Joachim Hirsch, der schon Morddrohungen radikaler Linker um Dieter Kunzelmann, Gründer der berühmt-berüchtigten Kommune 1, erhalten hat. War der Mord an Rebecca nun politisch und antisemitisch motiviert oder war sie ein weiteres Opfer jenes Serienmörders, der zuvor schon drei Frauen gleichen Alters umgebracht hatte? Kommissar Wolf Heller beginnt zu ermitteln. Gleichzeitig versucht die Amerikanerin Louise Mackenzie, Nichte der Ermordeten, die zeitweilig in der Kommune 1 lebt, nicht nur den Mord an ihrer Tante, sondern auch ein Familiengeheimnis aufzudecken. Im Zuge der Ermittlungen bekommt der Kommissar schließlich Hinweise auf ein geplantes Attentat auf die jüdische Gemeinde, das es zu verhindern gilt: „In Deutschland sterben 25 Jahre nach Auschwitz keine Juden.“
„Teufelsberg“ ist mehr als ein spannender Unterhaltungsroman. Das wird spätestens dann offensichtlich, sobald man sich mit den drei Autoren beschäftigt, die das Pseudonym Lutz Wilhelm Kellerhoff vereint. Martin Lutz (51), Journalist im Investigativ-Team der "Welt-Gruppe", ist beruflich auf das Thema Innere Sicherheit und Kriminalität spezialisiert. Schriftsteller Uwe Wilhelm (64) ist Drehbuch-Autor bekannter TV-Krimis und Verfasser einiger Kriminalromane – zuletzt „Die Frau mit den zwei Gesichtern“ (2020). Der dritte und für diesen Roman wohl wichtigste des Trios ist der Historiker Sven Felix Kellerhoff (50), der sich bereits in vielen Sachbüchern – zuletzt „Eine kurze Geschichte der RAF“ (2020) – mit der jüngeren Geschichte Deutschlands beschäftigt hat.
Kennt man die fachlichen Hintergründe des Autoren-Trios, wird bei der Lektüre offensichtlich, wie jeder sein Spezialgebiet in den Krimi eingebracht hat. Die gesellschaftliche und politische Gesamtsituation wird im Roman gut recherchiert aufgezeigt und auch für Nachgeborene nachvollziehbar, historisch sachlich und doch recht lebendig und durchaus unterhaltsam geschildert. Die verschiedenen Handlungsstränge – das Leben und ideologische Denken der Kommunarden, die Situation jüdischer Mitbürger im Nachkriegsdeutschland, die schwierige Zusammenarbeit von Kripo und Staatsschutz in Berlin bei der Bekämpfung linken Terrors, die Unterwanderung und Agitation durch den sowjetischen Geheimdienst KGB – werden gekonnt zusammengeführt, so dass „Teufelsberg“ letztlich wie aus einer Hand wirkt. Nur beim finalen Showdown zwischen Kommissar Heller und seinem russischen Gegner hat Drehbuch-Autor Uwe Wilhelm leider allzu filmreif übertrieben.
689 reviews11 followers
March 24, 2021
Berlin-Krimi aus dem Kalten Krieg

Fast drei Jahre hat es gedauert, bis das unter dem Pseudonym Lutz Wilhelm Kellerhoff schreibende Autorentrio (Martin) Lutz, (Sven) Keller und (Uwe) Wilhelm den Berliner Oberkommissar Wolf Heller wieder in einem neuen Fall ermitteln lässt. Und für mich steht fest: Das Warten hat sich gelohnt. Erneut schaffen es die Autoren, Spannung, glaubwürdige Charaktere und viel Zeitkolorit in einem historischen Kriminalroman unterzubringen, der auch die Gesellschaft der 1960-er Jahre kritisch beleuchtet. Ob Auseinandersetzung mit der Nazi-Vergangenheit der Vätergeneration, ob linker Antisemitismus - vieles ist trotz des historischen Settings ganz aktuell.

Wer "Die Tote im Wannsee" gelesen hat, wird außer Wolf Heller noch einige andere vertraute Buchfiguren wiedererkennen. Zuallererst Hellers frühere Vermieterin Paula, mit der der Kommissar mittlerweile verheiratet ist. Doch das Familienleben mit Paula und ihren Kindern wird überschattet. Auch Ryan, der frühere US-Militärpolizist, spielt zumindest eine Nebenrolle als Zuhörer und Seelentröster in seiner Bar, in der sich Heller auch schon mal zu später Stunde ans Klavier setzt.

Neu ist hingegen Hellers Halbschwester Petra, gelernte Kindergärtnerin, die aus dem idyllischen, aber spießigen Berchtesgaden nach Berlin gekommen sind und hier das volle Leben mitnimmt: Sex, Drugs und Studentenbewegung. In der Kommune 1 ist sie oft zu Gast, und dass ihr Bruder ausgerechnet "Bulle" ist und das verhasste System verkörpert, belastet die Beziehung der beiden immer wieder.

Vor allem aber treibt Heller in diesem Fall sein eigenes Versagen um: Nachdem es Drohungen gegen einen Richter gab, bewacht er das Haus des Mannes, führt akribisch Protokoll über die Vorgänge auf der Straße. 17 Minuten fehlen allerdings, in denen Heller wegen andauernden Babygeschreis in einem der Nachbarhäuser nach dem Rechten sah. In dieser Zeit trifft ein Mann ein, der die Ehefrau des Richters tötet.

Der Mord schlägt auch politisch Wellen, denn der bedrohte Richter ist Jude und der Kantor der orthodoxen Gemeinde. Keine 25 Jahre nach der Schoah wirft die Tat Fragen auf, wie es um die Sicherheit von Juden in der Bundesrepublik bestellt ist. Was Heller nicht weiß und wo der Leser schon dank eines zweiten Erzählstrangs sozusagen Täterwissen hat: Ein KGB-Agent hat einen Auftrag in Berlin. Es gilt, die Stadt so zu destabilisieren, dass West-Berlin der Sowjetunion gewissermaßen wie eine reife Frucht in den Schoß fällt. Und es darf kein Schatten des Verdachts auf den Osten fallen. Doch der Agent hat auch noch ein paar eigene Absichten mit seinem Auftrag....

Liebe, Hass und Rache, viel Traurigkeit prägen "Teufelsberg". Das Noir-Konzept funktioniert nicht nur für die 30-er oder 40-er Jahre, sondern auch im Berlin des Jahres 1969. Die Autoren schreiben temporeich, spannend und mit zahlreichen Wendungen, die immer wieder für neue Entwicklungen sorgen. Hoffentlich muss ich bis zum nächsten Band nicht drei Jahre warten!
Profile Image for Havers.
902 reviews21 followers
March 23, 2021
Berlin, 1969: Kommissar Heller hat’s verbockt. Einen Moment nicht aufgepasst, und schon ist es geschehen. Eigentlich sollte er das Haus eines Richters observieren, dem man mit Mord gedroht hat. Aber herzzerreißendes Babygeschrei sorgt dafür, dass Heller seinen Posten verlässt. Dumm gelaufen, denn während dieser kurzen Zeitspanne wird die Frau des Richters ermordet und in der Nacht von ihrer Nichte Louise, die wir bereits aus dem Vorgänger „Die Tote im Wannsee“ kennen, gefunden.

Der Täter ist schnell ermittelt, kann aber nicht mehr befragt werden, da er als verkohlte Leiche in seinem abgefackelten Fahrzeug entdeckt wird. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung werden Nachrichten gefunden, die vermuten lassen, dass Anschläge auf jüdische Einrichtungen geplant sind. Ein Szenario, das es nicht nur im Hinblick auf die jüngste deutsche Vergangenheit unbedingt zu verhindern gilt. Aber es gibt noch einen zweiten Ermittlungsansatz, denn da ist noch ein Mörder, der sein Unwesen in Berlin treibt und bereits mehrere Frauen ermordet hat. Keine leichte Aufgabe für Heller und das Team der Mordkommission.

Die Handlung dieses Krimis bedient sich eines realen Hintergrundes, nämlich dem des Bombenanschlags am 9. November 1969 auf das Jüdische Gemeindehaus in Charlottenburg, der glücklicherweise in die Hose ging. Zugeschrieben wurde dieser den Westberliner Tupamaros, einer linksradikalen Gruppe um Dieter Kunzelmann. Aber mittlerweile ist bekannt, dass - wieder einmal - auch der Verfassungsschutz beteiligt war und die Bombe geliefert hat.

Kunzelmann, Teufel, Langhans, lauter Namen, die wir auch noch heute kennen. Aber neben dem Blick auf die radikale linke Szene nehmen uns die Autoren auch mit zu den KGB gelenkten Aktivitäten der Geheimdienste. Kein Wunder, sind wir doch mitten in der Zeit des Kalten Krieges mit Berlin im Zentrum. Ein interessanter Blick auf eine Zeit des Umbruchs. Geheimdienstaktivitäten, Antisemitismus, alte Nazis und radikalisierte Jugend, neue Beziehungsformen, die in alten Mustern verharren – ein Ausflug mit jeder Menge Zeitkolorit in die deutsche Vergangenheit. Verglichen mit dem Vorgänger haben es die Autoren aber hier leider übertrieben und dabei im Gegenzug die Story vernachlässigt, die für einen Kriminalroman nur mäßig spannend ist, sich immer wieder in Details verliert und dadurch das Lesevergnügen schmälert.
Profile Image for noraslibraryy.
25 reviews
April 9, 2021
Berlin, 1969: Nachdem die Frau eines Richters ermordet wird herrscht Aufruhr in Berlin, denn die Tote war Jüdin und angesichts der jüngsten deutschen Vergangenheit gilt es natürlich diesen Mord so schnell wie möglich aufzuklären. Das wird er auch, doch es gibt ein Problem, denn der Mörder wird verbrannt in seinem Wagen gefunden.

Alles in einem wird schnell klar, dass die Hintergründe rund um den Mord tiefer gehen und nur der kleine Teil eines großen Ganzen sind. Gehört der Mord zu einer Serie von Frauenmorden, die in Berlin ihr Unwesen treiben oder ist er politischer Natur? Diese Frage müssen sich Kriminalkommissar Wolf Heller und sein Team stellen.

Mir persönlich fiel es schwer trotz des angenehmen Schreibstils in die Geschichte reinzukommen, da sie doch erst recht spät anfing. Der Mord wurde schon früh aufgeklärt und geriet irgendwie schnell in den Hintergrund. Die restliche Handlung ließ aber doch noch etwas auf mich warten. Durch den Klappentext weiß man schon, dass Louise entführt werden wird, allerdings passiert das erst ganz zum Schluss, was ich etwas blöd fand. Auch fiel es mir anfangs etwas schwer bei all den Namen zurecht zu kommen, da es ständige Perspektivwechsel aber keine Kapitel gab (das ganze Buch hat vier Kapiteln, die an die hundert Seiten umfassen).

Was man dem Buch aber hoch anrechnen muss ist sein Einblick in die damalige Zeit. Es hält sich gut an historische Fakten und gibt einem einen guten Einblick in die angespannte Stimmung nach dem Krieg, besonders da es sich explizit mit dem Massenmord an Juden beschäftigt. Das Buch lebt von seinen historischen Fakten und politischen Einflüssen, was ich ziemlich interessant zu lesen fand.

Alles in einem muss ich leider sagen, dass Kriminalromane wohl nicht ganz mein Genre sind, was allerdings nicht an diesem Buch explizit liegt, sondern eher allgemein der Fall ist. Teufelsberg ist für mich ein gutes Buch und den Autoren muss definitiv ein Lob zugesagt werden, doch nicht konnte es nicht hundert Prozent von sich überzeugen.
422 reviews4 followers
April 16, 2021
Lange mussten wir warten auf den zweiten Wurf des Trios Lutz/Wilhelm/Kellerhoff. Ihr gemeinsames Debüt gaben sie mit „Die Tote im Wannsee“ (2018) und nun geht es weiter mit „Teufelsberg“.
Meine Begeisterung hält an, denn wieder werden wir zurückversetzt ans Ende der 60er Jahre nach West-Berlin und auch Kommissar Wolf Heller ist wieder der Ermittler der Stunde. Dieses Mal wird die Frau eines Richters erwürgt. Das brisante daran: die Tote war Jüdin. Auch die jüdische Gemeinde wird bedroht und Wolf Heller muss schnell und umsichtig handeln um das Schlimmste zu verhindern, denn die Nichte der Toten wird auch noch entführt!
Spannend ist es wieder und auch wenn ich mich wiederhole. Hier haben die drei Autoren wieder ein großartiges Zeitportrait geliefert das als Kulisse für den Krimifall dient. Die Gefühlslage der Stunde wird hier großartig transportiert. Und erschreckend sind die Parallelen zu heute.
Die Charaktere sind schlüssig und rund, so mancher kantig und rau, macht das Personalkabinett sehr lesenswert.
Auch wenn hier wieder 3 Autoren am Werk waren, es ist rund, liest sich gut wie aus einer Hand geschöpft. Spannend, rasant und auch tiefgründig wird es ab und an. Alles drin um niveauvoll unterhalten zu werden aus meiner Sicht.
Mein Fazit bleibt unverändert zu dem des ersten Falls: Ein Muss für alle ehemaligen West-Berliner und für Krimi-Fans, die es mögen, wenn das Buch mehr zu bieten hat als einen Fall zu lösen.
1,292 reviews2 followers
June 14, 2021
Das Buch spielt in Berlin,Ende der 60er Jahre. Die Frau eines jüdischen Richters wird ermordet. Davor gab es schon drei Frauenleichen, die in das Schema passen. Haben die Mordfälle miteinander zu tun? Der Richter erhielt Morddrohungen von den Linken, war es ein politisch motivierter Mord? Kommissar Wolf und die Nichte des Richters, eine Amerikanerin, ermitteln...

Ich wollte das Buch gern lesen, da in den Rezensionen immer wieder zum Ausdruck kam, dass die historischen Hintergründe gut ausgearbeitet wurden im Roman. Als ich angefangen habe fand ich das Buch auch nicht schlecht, der Schreibstil gut verständlich wenn auch nicht unbedingt sehr spannungsgeladen, der Mordfall interessant. Es kamen dann aber schnell immer mehr und mehr Personen im Buch vor. Zudem wusste ich nicht, dass es sich um ein Krimi einer Reihe handelt. Deswegen wurden einige Personen wahrscheinlich auch nicht wirklich vorgestellt, Tiefe der Charaktere hat gefehlt. Ich als Quereinsteiger habe mich hier sehr schwer getan, zudem stand mir auch der geschichtliche Aspekt nicht genug im Vorddergrund. Da habe ich was anderes erwartet und nach 100 Seiten ohne Spannung und mit sehr vielen verwirrenden Personen habe ich das Buch abgebrochen. Ich habe gemerkt das ich im Moment kein Interesse daran habe und es genug gute Bücher gibt, die gelesen werden möchten. Vielleicht versuche ich es irgendwann einmal mit dem ersten Band der Reihe...Quereinsteigern kann ich das Buch eher nicht empfehlen.
Profile Image for yesterday.
489 reviews4 followers
April 12, 2021
Lutz Wilhelm Kellerhoff lässt den Berliner Kommissar Wolf Heller nach “Die Tote im Wannsee” erneut ermitteln. Wir schreiben das Jahr der Mondlandung, Kommunen sind immer noch attraktiv und gleichzeitig missbilligt und zwischen rechts und links scheint nicht viel Platz zu sein.

Da hinein drängen möchte sich der Kreml, dem West-Berlin ein Dorn im kommunistischen Auge ist. Die Situation der Deutschen, der Berliner ist nicht gerade einfach: Noch deutlich belastet von den NS-Verbrechen, gespalten durch die Mauer und uneins auf welcher Seite man im Konflikt um Israel stehen soll.

In “Teufelsberg” startet Heller mit einem “einfachen Mordfall”, der sich als Startschuss einiger minutiös geplanter und nicht ganz ideal gelaufener Aktionen gegen die stabile West-Berliner Führung herausstellt. Wolf Heller lässt nicht locker und findet beinahe zu spät heraus, was genau wie zusammenhängt. Kann auch er morden, wenn es drauf ankommt?

Die drei Autoren Martin Lutz, Sven Felix Kellerhoff und Uwe Wilhelm flechten ihren spannungsgeladenen Krimi-Plot wieder gekonnt in das so aufwühlende Zeitgefüge ein. Durch Kleinigkeiten und viel musikalischen Background führen sie den Leser in die damalige Zeit. Auch als jüngerer Leser fühlt sich das authentisch an.

Neben Heller treffen wir auch einige bekannte Figuren wieder, dennoch ist es kein absolutes Muss, den ersten Band vorher zu lesen.
406 reviews1 follower
April 20, 2021
+ + 1969, Berlin - - Krimi mit viel Zeitgeschichte [Band 2 - Wolf Heller]

Ich lese sehr gerne Krimis mit historischem Hintergrund, weil man meistens noch was dazulernt. In diesem Buch wird u.a. der versuchte Bombenanschlag auf das Jüdische Gemeindehaus in Berlin thematisiert.

Da ich den ersten Band "Die Tote im Wannsee" nicht kenne, hatte ich am Anfang Schwierigkeiten mit der großen Anzahl von Figuren. Hier wäre ein Personenregister sehr hilfreich gewesen. Die ersten 100 Seiten waren für mich sehr anstrengend zu lesen, weil die Kapitel sehr lang sind und die Szenenwechsel für mich manchmal zu abrupt waren. Als Krimileserin hat mich der Kriminalfall nicht besonders begeistern können , aber das hat das Zeitporträt das Jahres 1969 wieder wett gemacht.

Es gibt 3 Hauptfiguren. Wolf Heller (Polizist), Louise Mackenzie ( Studentin aus Amerika mit jüdischen Wurzeln) und Alexander Poljakov ( russischer Spion). Louise und Alexander haben mir sehr gut gefallen. Mit Wolf Heller bin ich nicht wirklich warm geworden.

Wer sich für die Zeit 1969 interessiert und was mit Spionage, kaltem Krieg, politischen Anschlägen und Linker Szene anfangen kann, wird Freude mit diesem Buch haben. Fans von rasanten Krimis und Mörderjagd, könnten von den vielen Nebenschauplätzen in diesem Buch eher genervt sein.
Profile Image for Lisa_V.
736 reviews3 followers
April 27, 2021
Zeitporträt: Gespaltenes Berlin im Jahr 1969

Das Buch „Teufelsberg“ von Lutz Wilhem Kellerhoff, wurde von gleich drei Autoren gemeinsam geschrieben und ist bereits der zweite Band rund um den Kommissar Wolf Heller. Auch ohne Vorwissen konnte ich der Handlung soweit gut folgen, einige Anspielungen bezüglich des ersten Bandes gab es aber dennoch. Eins sollte ich gleich vorweg sagen, die Genre-Bezeichnung Kriminalroman finde ich irreführend, da die Handlung viel eher einem Spionageroman gleicht und mit einem klassischen Krimi wenig zu tun hat. Dank zahlreicher weiterer Ereignisse, geraten die eigentlichen Mordermittlungen schnell in den Hintergrund. Spannend ist die Geschichte dennoch. Neben der abwechslungsreichen Handlung, punktete das Buch vor allem durch sein umfassendes und eindrückliches Bild der linkspolitischen Szene des geteilten Berlins. Die hier beschriebenen Denkweisen, Lebensverhältnisse und Diskussionen wirkten äußerst authentisch und werteten die Handlung deutlich auf. Häufig wechseln sich die Perspektiven ab und erzeugen so am Ende ein stimmiges Gesamtbild. Wer als Interesse für historische Ereignisse mitbringt, wird an diesem Roman sicherlich seine Freude haben. Für mich wies die Handlung stellenweise Längen auf, so dass ich nur gute 3 Sterne vergeben kann.
Profile Image for AurelyAzur.
79 reviews
April 12, 2021
Westberlin, Ende der Sechzigerjahre: Die Frau eines Richters wird brutal erwürgt. Berlin ist in Aufruhr. Denn die Tote war Jüdin, und der Richter erhielt Morddrohungen von der radikalen Linken um Dieter Kunzelmann. Aber war es wirklich ein politisch motivierter Mord? Kommissar Wolf Heller arbeitet eng mit der Nichte der Toten zusammen, der smarten Amerikanerin Louise Mackenzie. Es verdichten sich die Hinweise, dass ein Attentat auf die jüdische Gemeinde geplant ist. Kann Heller die Täter fangen, bevor es dazu kommt?

Die Atmosphäre, die Ende der Sechzigerjahre in Westberlin herrschte, ist allgegenwärtig greifbar in der Geschichte. Sowohl die politischen als auch die historischen Ereignisse und Haltungen der Menschen sind authentisch und überzeugend dargestellt. Auch wenn es weniger spannend für einen Thriller ist, konnte mich die einzigartige Stimmung fesseln. Zwar waren mir die ganzen persönlichen Verstrickungen zuvor nicht bekannt, aber durch kurze Rückblicke wird erkenntlich wie die Personen zueinander stehen. Die politischen Hintergründe der Tat und die Motivation dahinter fand ich sehr aufregend dargestellt und ich fühlte mich durchgehend unterhalten.
541 reviews
April 11, 2021
Nach "Die Tote im Wannsee" ist dies nun der zweite Krimi aus der Feder des Autorentrios Martin Lutz, Sven Felix Kellerhoff und Uwe Wilhelm. Und wieder einmal führen die Autoren uns zurück in die ausgehenden Berliner 1960er Jahre. Dieses Mal ermittelt der Kommissar Wolf Heller im Fall der ermordeten Jüdin Rebecca Hirsch, deren Mann als Richter arbeitete und ebenso Morddrohungen von einer extremen linken Gruppierung erhielt. Ist sie bereits das dritte Opfer einer Serie? Oder handelt es sich hier doch um antisemitische Motive? Oder aber geht es hier um ein Familiengeheimnis, dem die Nichte der beiden, Louise Mackenzie, auf die Spur kommen möchte und Heller unterstützt. Auch hier geht es wieder um komplexe, weltanschauliche Ereignisse und unterschiedliche Gruppierungen von links und rechts, es geht um die Vergangenheit, aber auch um (das Verhältnis zu) Russland. Ein Glossar für den interessierten Leser liegt bei. Und auch ein wenig Privatgeschichte von Heller wird hier geboten, der keine einfache Zeit durchmacht, da seine Frau an Krebs erkrankt ist.
733 reviews5 followers
April 4, 2021
Meine Meinung:
Normalerweise bin ich kein großer Fan, von historischen Kriminalromane, die in der nahen Vergangenheit spielen und dann noch einen politischen Hintergrund besitzen, doch kaum habe ich dieses Buch geschenkt bekommen, habe ich es auch schon verschlungen.

Denn das Autorenduo hat wirklich einen sehr guten Schreibstil, der mich als Leser sofort in die Geschichte gezogen hat, sodass ich super schnell in die Geschichte eintauchen konnte. Dies ist auch einer der Gründe, weshalb ich das Buch in kürzester Zeit verschlungen konnte, dies lag auch an der durchaus vorbehaltlosen Spannung, die für einen Kriminalroman genau richtig dosiert zum Einsatz kommt, sodass man als Leser zu keiner Zeit langweile verspürt. Dennoch muss ich sagen, dass es ein kleines Manko in der Ausarbeitung der Charaktere gibt, diese bleiben einem leider sehr fern und blass.

Ansonsten ist dies allerdings ein sehr solider Kriminalroman, mit interessanten Hintergrund und guter Spannung.
297 reviews
April 10, 2021
Meinung:
Dieser Kriminalroman ist definitv einer, der mir einige Höhen und Tiefen während des Lesens beschert hat und der zwar über einige spannende Szenen, aber auch etwa langatmig Stellen verfügte.
Der Einstieg in die Geschichte empfand ich noch als wirklich sehr sehr spannend und mutete für einen Kriminalroman, doch überaus fesselnd an und war auch so geschrieben, dass die Szenen nochmals mehr zum Weiterlesen anregte und mich wirklich sehr packen konnte. Die Autoren verstehen es auch sehr gut den historischen Hintergrund gut in die Geschichte einzugliedern, ohne dass dies trocken oder unangebracht wirken würde. Zum anderen muss ich leider sagen, dass die zum Anfang sehr präsente Spannung , ab der Mitte noch nachließ und für mich nicht mehr die Intensität des Anfangs hatte, sondern mir manches Mal eher langatmig anmutete . Auch die Charaktere waren in meinen Augen etwas zu blass und wenig greifbar, dennoch ein solider Kriminalroman, der mehr Potential gehabt hätte.
2,273 reviews13 followers
March 22, 2021
Zum Inhalt:
Kommissar Heller ermittelt wieder. Die Frau eines Richters wird brutal ermordet und sie ist Jüdin, zudem erhält auch der Richter Morddrohungen. Ist es ein politisch motivierter Mord oder steckt doch etwas anderes dahinter? Heller arbeitet eng mit der Nichte der Toten zusammen, doch als diese dann entführt wird, droht alles zu eskalieren.
Meine Meinung:
Die Kunst dieses Autoren-Trios ist es historische Ereignisse sehr geschickt in eine Krimihandlung einzubauen. Der Krimi lebt auch eindeutig davon, dass es eben auch viele historische Ereignisse bekannt sind, durch den Krimi wieder aufgefrischt werden. Man hat also quasi neben dem Krimi noch eine historische Auffrischung. Der Schreibstil ist gut und es macht Spaß das Buch zu lesen. Heller als Protagonist ist interessant und ich würde gerne weitere Bücher mit ihm lesen.
Fazit:
Guter Krimi mit historischem Hintergrund
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