Was macht frau mit ihrem Geld? Und wie kann sie es vermehren? Christiane von Hardenberg, Wirtschaftsjournalistin und Mutter von vier Söhnen, weiß: Geld allein macht zwar nicht glücklich. Aber es schenkt Unabhängigkeit – besonders Frauen. Sie möchte Mut machen und Frauen das Handwerkszeug vermitteln, ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen, so wie sie es getan mit Freude, Selbstbewusstsein und der Bereitschaft, auch mal einen Fehler zu machen. So kann das Vermögen wachsen, und die persönliche Freiheit ebenso.
In "Selbst investiert die Frau" möchte Christiane von Hardenberg Frauen Mut machen ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen und sinnvoll zu investieren. Dabei gibt sie Ratschläge zur Geldvermehrung und plaudert aus dem Nähkästchen. Mit etwa 6 Stunden Hörzeit ist das Hörbuch nicht gerade kurz. Beate Rysopp hat eine sehr sympathische und eingängige Stimme. Christiane von Hardenberg selbst kam mir allerdings nicht so besonders sympathisch rüber. Etwa 2/3 des Hörbuches umfassen Frau von Hardenbergs Lebensgeschichte - ihre privilegierte Lebensgeschichte wohlgemerkt. Als Erbin einer Unternehmerfamilie hat sie ein weiches Bett in das sie fällt und viel Investitionskapital. Ich hatte bei ihren Erzählungen ständig Probleme die Inhalte auf mein Leben zu übertragen. Ich habe leider kein Au Pair Mädchen, keine Mietwohnungen, keinen Weinkeller... Und damit geht es mir wie 99% der Menschen, an die dieses Hörbuch eigentlich adressiert ist. Warum man sich 4 Stunden Frau von Hardenbergs Luxus Leben vorlesen lassen muss, weiß ich nicht. Mut hat mir das nicht gemacht, eher Frust. Was ich auch schade fand war der hohe Zeitaufwand, den Frau von Hardenberg in ihre Finanzen steckt. Sie sagt zwar, dass die nach den Initialaufwänden nur noch 30 min pro Tag braucht, aber das finde ich auch schon extrem viel nur für Finanzen. Ich hoffe sie braucht 30 min weil sie einfach so viel Vermögen hat. Das letzte Drittel dreht sich um konkrete Tipps. Die fand ich auch alle ganz okay, weil sie wenigstens konkret, nachvollziehbar und vor allem durchführbar waren. Irritiert hat mich aber, dass sie viel aus dem Buch von Bodo Schäfer zitiert hat... sollte man sich dieses Buch etwa besser direkt kaufen? Habe ich nicht verstanden. Ich glaube nicht dass Frau von Hardenberg es mit diesem Buch bös' gemeint hat. Ich vermute eher, dass sie ihr Wissen preisgeben und dabei eine neue Ertragsquelle erschließen wollte. Der Schuss ist allerdings etwas nach hinten los gegangen.
Naja Finanztipps zu geben wie "in Immobilien investieren", ist leicht wenn man diese bereits erbt. Wenn man ohne vererbtes Unternehmen oder Vermögensverwalter auskommen muss, ist dieses Buch nur mäßig in die Praxis übertragbar. Im letzten Kapitel finden sich noch etwas allgemeine Infos und Tipps. Daher gut gemeinte 2 Sterne.
Das Buch ist in zwei Teilen aufgebaut. Teil eins behandelt die Lebensgeschichte der Autorin mit Beispielen aus den Investitionen die getätigt worden sind, hier kommen sowohl gute als auch schlechte Beispiele vor. Teil zwei soll dann eine praktische Anleitung oder Einstieg ins Thema selbst investieren sein.
In Teil eins haben vor allem die Passagen abgeholt die sich um die Beraterbranche drehen, sei es Bankenberatung oder auch Finanzdienstleister. Hier hatte ich das Gefühl einen kleinen Einblick zu bekommen, der mir so bisher nicht gegeben wurde. Auch die Kunstepisode fand ich gut zu lesen, weil es verdeutlicht hat warum dieser Markt bespielsweise nichts für jemanden mit weniger Geld oder Risikobereitschaft ist. Was in dem ersten Teil auch klar wird ist eine Vorliebe für Immobilien der Autorin. Ein Großteil dreht sich um verschiedene Immobilieninvestments und in welcher Gruppe dies erfolgte. Meine Kritik am ersten Teil ist vornehmlich, dass mir zu oft einfach nur erzählt wurde ohne Pointe oder etwas das ich mitnehmen konnte. Anekdoten zu Immobilien ohne das mir hinterher klar wurde was ich hier lernen sollte. Auch der Part über Kinder oder die Großtante blieb hier Anekdotenhaft ohne konkrete Beispiele an aktuellen Gesetzeslagen oder Vorschriften zum Investieren für Dritte. Gefallen hat mir allerdings das alle Themen irgendwie mal vorkommen: Investieren, Kredite, Erben usw.
In Teil zwei mit den praktischen Hinweisen setzt sich leider die Vorliebe für Immobilien fort. Der Aktienpart ist recht oberflächlich gehalten und die Hinweise lesen sich teil eher veraltet oder zu grob für einen Einstieg. Dies ist nicht das erste Finanzbuch was ich lese und simple Investitionsregeln in Bezug zu Aktien sind leider nicht als Merksätze oder Kapitelüberschriften wie in anderen Büchern (nicht alles in einen Korb, Anlagehorizont usw). Auch scheinen hier Renditeerwartungen eher überzogen zu sein und nicht in Relation gesetzt zu dem was die Mehrheit der Anleger am Aktienmarkt bekommt. Unter keep it simple findet sich dann der Hinweis 30 Aktien im Depot und nochmal 40 auf der Watchlist zu haben, das erzeugt einen ganz schön hohen Aufwand wenn man alles beobachten möchte und fällt für mich nicht mehr unter keep it simple. Insgesamt richtet sich das Buch und der praktische Teil an Personen die gerne auch Investitionsverwaltun betreiben möchten, das deckt sich mit dem ersten Teil des Buches indem das Selbstverständnis als Verwalterin geprägt wird.
Hinweise am Ende des Buches Das Buch arbeitet mit Fußnoten in denen teilweise nochmal Bücher genannt werden oder Ausführungen gemacht werden. Leider am Ende des Buches und nicht auf den jeweiligen Seiten, finde ich immer eher Schade. Im Anhang findet sich eine Literaturliste zum Weiterlesen. Zu Aktie und Börse wird dort leider Beate Sander 2x empfohlen, ich schreibe leider weil mich diese Bücher auch nicht überzeugt haben. Damit erklärt sich mir aber auch der Ansatz soviel Zeit in die Börse zu investieren und so viele Aktien zu beobachten. Für ETF wird immerhin auf Kommer verwiesen und in den Internettips wird u.a. auf Finanzfluss, Finanztip und Madame Moneypenny verwiesen was schonwieder ein bisschen witzig ist, da diese allesamt für eher weniger Zeitaufwand fürs investieren stehen.
Frau von Hardenberg berichtet in diesem Hörbuch, wie sie angefangen hat ihr Vermögen ( Erbe ) eigenverantwortlich zu verwalten und durch Investitionen zu vermehren. Ihr Schwerpunkt sind Aktien und Immobilien. Sie lebt in einer gehobenen Gesellschaftsschicht und ich bin mir unsicher, ob sie ein Gefühl für die Lebenswirklichkeit außerhalb ihrer "Welt" hat.
Ich habe das Hörbuch ganz gerne angehört, was hauptsächlich an der hervorragenden Lesung von Beate Rysop lag. Die Anekdoten aus dem Leben von Frau Hardenberg waren unterhaltsam und interessant. Für mich war der praktische Teil am Ende des Buches zu knapp und zu einseitig auf Aktien und Immobilien ausgelegt.
Um die Ratschläge von Frau von Hardenberg umzusetzen, braucht frau Kapital ab 10.000 Euro, um investieren zu können. Auf Sparpläne und Möglichkeiten für kleineres Budget ist sie nicht/kaum eingegangen. Im praktischen 2. Teil des Buches bezieht sie sich kurz auf Bodo Schäfer. Den finde ich als Einstieg in das Thema Geld und finanzielle Freiheit deutlich besser, weil er auch auf die Persönlichkeitsentwicklung eingeht. Das hat Frau von Hardenberg komplett außen vor gelassen.
Was sich bei Frau von Hardenberg leicht und spritzig anhört ( Investitionen in Schwellenländer, Anleihen, Baugruppen,... ) kann für Laien ohne entsprechendes Hintergrundwissen vielleicht zum Komplettdesaster werden.
Wer einen leichten und unterhaltsamen Einstieg in die Welt der Aktien sucht, kann sich hier inspirieren lassen.
"Selbst investiert die Frau" von Christiane von Hardenberg erschien als Hörbuch im Audiobuch Verlag und verspricht Wissen rund um das Thema Finanzen für die moderne Frau. Zunächst einmal habe ich mir das Hörbuch etwas anders vorgestellt. Denn wer einen trockenen Finanzratgeber erwartet (so wie ich) wird überrascht von der Erzählung einer durchaus sympathischen Frau, welche zunächst weniger Tipps gibt, sondern ausführlich aus ihrem Leben erzählt. Verpackt in Geschichten rund um ihre eigene Erfahrungen, lernt man zwar auch in diesem Abschnitt etwas, richtig praktisch wird es allerdings erst im letzten Drittel des achtstündigen Hörbuchs. Gerne hätte das Buch etwas kürzer sein dürfen und auch auf die eine oder andere Wiederholung hätte ich verzichten können. Frau von Hardenberg startete ihre Investitionen darüber hinaus aus einer relativ privilegierten Position heraus, da sie mit dem reichen Erbe ihres Vaters bedacht wurde. So kommt man sich als Durchschnittsverdienerin zunächst etwas mutlos vor, wird für das weiter hören aber dann auch noch mit Spartipps und Ratschlägen für geringerpreisige Investitionen bedacht. So fällt mein abschließendes Fazit durchaus positiv aus, denn egal in welcher Lebenssituation man sich selbst befindet, macht die Autorin Mut mit dem Vermögensaufbau einfach anzufangen. Grundlegende Informationen vermittelt "Selbst investiert die Frau" dafür allemal!
Grundsätzlich finde ich, dieses Buch hat ein gutes Konzept. Die meisten Frauen, die ich kenne, verstehen wenig bis gar nichts von Finanzen. Da kommt so ein Buch gelegen. Hier folgt aber auch schon die erste Kritik: nur sehr wenige Frauen haben die Art von Kapital zur Verfügung, von dem Frau von Hardenberg spricht. Dass sie selbst über ihre durchaus privilegierte Position spricht, stört mich nicht. Es hat mich aber schon gestört, dass die Anlegetipps erst bei 10.000 Euro anfangen. Wer nicht geerbt hat oder im Lotto gewonnen hat, kommt an solche Summen vor allem in jüngeren Jahren nicht heran. Die Basistipps, die das Buch vermittelt, sind meiner Meinung nach aber dennoch gut. Von ETFs hatte ich vorher noch nie gehört und für Aktien war ich bisher viel zu sehr Feigling. Als Start ins finanzielle Wissen liegt man hier sicher nicht komplett falsch. Es werden auch Referenzbücher und Websites angeführt, die einem mehr lehren können. Mich hat das Buch dazu angeregt, mich viel mehr mit dem Thema auseinanderzusetzen und mehr Research zu betreiben. Alleine dafür bekommt es doch den vierten Stern.
Das Buch „Selbst investiert die Frau“ von Christiane von Hardenberg ist eine persönliche und unterhaltsame Einführung in die Welt der Finanzen, die in vielerlei Hinsicht über einen klassischen Ratgeber hinausgeht.
Die vorliegende Rezension bezieht sich auf die 1. Auflage des im Rowohlt Verlag (erstmalig 2021) erschienenen Titels.
Inhalt und Aufbau Die Autorin beginnt mit ihrem eigenen Lebensweg – von der ersten Verunsicherung nach einer Erbschaft als Studentin bis zur souveränen Vermögensverwaltung. Diese biografischen und anekdotischen Elemente nehmen einen großen Teil des Buches ein und geben Einblick in ihre Entwicklung als Anlegerin.
Während dieser persönliche Einstieg Sympathien weckt und das Buch auflockert, wirkt dieser Teil für einen Ratgeber zur Geldanlage stellenweise etwas ausschweifend. Leser, die sich eine direkte Einführung in Finanzthemen erhoffen, könnten sich von der Fülle der Geschichten möglicherweise ein wenig überwältigt fühlen. Erst im weiteren Verlauf des Buches wird gezielter auf konkrete Finanzthemen wie Immobilien, Aktien, ETFs, Anleihen und sogar Kunst als Anlageobjekt eingegangen. Auch aktuelle Bezüge wie die Auswirkungen der Corona-Krise auf das Familienleben und die Finanzen werden thematisiert.
Stärken des Buches Die große Stärke des Buches liegt in der Ermutigung, die eigenen Finanzen selbst in die Hand zu nehmen und insbesondere das Thema Aktien nicht zu meiden. Von Hardenberg zeigt anhand ihrer eigenen Erfahrungen, wie sie selbstbewusst in die Finanzwelt eingestiegen ist. Ihr leicht verständlicher und sympathischer Schreibstil macht es gerade Finanzneulingen den Zugang zu den oft komplexen Themen.
Das breite Themenspektrum – von Aktien über Immobilien bis hin zu Kunst – beeindruckt und bietet viele Anregungen.Allerdings richtet sich das Buch eher an Leserinnen und Leser die bereits ein grundlegendes Interesse an verschiedenen Anlageformen mitbringen. Besonders positiv fällt der lockere und motivierende Zugang auf, der sich durch alle Kapitel zieht.
Kritische Betrachtung Der umfangreiche biografische Teil des Buches ist für einen Ratgeber ungewöhnlich lang und dürfte Einsteiger, die gezielt nach konkreten Anlagetipps suchen, eher überfordern. Wenn das Buch nicht als klassischer Ratgeber konzipiert ist, wäre ein passenderer Titel von Vorteil gewesen, um die Erwartungshaltung des Lesers besser zu steuern.
Das Buch von Hardenberg deckt dagegen ein breites Spektrum von Investitionsformen ab, was für fortgeschrittene Leser interessanter ist. In einem möglichen Buch für Fortgeschrittene könnten die Anekdoten gekürzt werden, um mehr Raum für tiefergehende Analysen zu schaffen.
Wer sollte dieses Buch lesen? Das Buch ist ideal für Menschen, die sich von persönlichen Geschichten inspirieren lassen und gleichzeitig einen ersten Überblick über verschiedene Anlageformen erhalten möchten. Insbesondere Frauen, die sich bisher wenig mit Finanzen beschäftigt haben, finden hier motivierende Impulse, ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen.
Leser, die sich auch für Immobilien, Kunst und andere breitere Anlageformen interessieren, werden die Vielfalt der behandelten Themen zu schätzen wissen. Diejenigen, die bereits ein tieferes Verständnis von Finanzstrategien haben, könnten sich jedoch an den langen biografischen Abschnitten stören und würden vielleicht konkretere und detailliertere Ratschläge bevorzugen.
Fazit ★★★★☆ „Selbst investiert die Frau“ ist weniger ein klassischer Ratgeber als vielmehr eine inspirierende Anlagebiografie. Die persönliche Geschichte der Autorin verleiht dem Buch eine angenehme Leichtigkeit, nimmt aber teilweise zu viel Raum ein, um als reiner Ratgeber durchzugehen. Trotz der Schwächen im Aufbau überzeugt das Buch durch seine motivierende Botschaft und die thematische Vielfalt. Für Leser, die bereit sind, sich auf die Erzählweise einzulassen, bietet es wertvolle Anregungen und praktische Tipps. Ich bewerte das Buch mit BB+, was hier 4 Sternen entspricht.