Der »Klassiker der steirischen Nationalliteratur« erschien 1973 und machte seinen Autor schlagartig zu einer Institution. Gruber gilt als das das klassische Beispiel einer seltenen Gattung: der spöttische Heimatdichter. Seit nun fast einem halben Jahrhundert bewährt sich der Hödlmoser als Prototyp moderner romantischer Ironie. R. P. Gruber legte darin ein verspieltes Modell eines Romans vor, der das Erzählen und den Kommentar zur Erzählung amüsant und hintersinnig miteinander verknüpfte und die verschiedensten Stilebenen von vulgär bis wissenschaftlich nebeneinander montierte.
Zur Freude am literarischen Spiel kommt die liebevolle Respektlosigkeit gegenüber dem Prototypen des »wilden Steirers«: Gruber exemplifiziert an seinem Hödlmoser, »wie wir steirer leben«, »was wir steirer sind« und »was wir steirer wollen«. Das Ergebnis ist ein Pop-Roman mit Gamsbart, eine Philosophie-Parodie im Steireranzug.
Was für ein eigenartiges Buch. Ich weiß nicht wirklich was ich schreiben soll... hat es mir gefallen? Jein. Manchmal lustig, manchmal traurig, manchmal psychopathisch... alles in allem eine seltsame Kombination, die ein interessantes (und ab und zu erschreckendes) Bild von der Steiermark verschafft.
14.06.2014 Dieses Buch war in meinen Jugendtagen Pflichtlektüre. Die Geistesriesen unter uns konnten ganze Passagen zitieren. Ein Heimatroman ganz nach unserem anarchistischen Geschmack. So sahen wir uns zumindest damals selbst. Wie harmlos ist die Lektüre heute. Obwohl ich das Buch noch immer amüsant finde. Der Humor wird nicht jedem Leser zugänglich sein aber man kann mir vertrauen - er ist sehr umfangreich vorhanden. Es ist ein eigenwilliger Text so wie halt auch der Hödlmoser als Person und als Steirer eigenwillig ist und trotzdem immer als Steirer erkennbar ist und somit gar nich so einzigartig sein kann weil es ja viele Steirer gibt. Wie da sind: Feldsteier, Waldsteirer, Flußsteirer, Bachsteirer, Bergsteirer, Alpensteirer, Steinsteirer und Kernsteirer und natürlich der Weinsteirer. Wer das nicht glauben will sollte das Buch lesen. Sex und Mord und Totschlag kommen auch noch darin vor, schon lange bevor diese Krimimanie in den Buchhandlungen ausgebrochen ist. Am 21.8.2017 wiedergelesen. Obiger Eindruck stimmt so noch...
Ja, vielleicht dann doch öfters österreichische Literatur. Das ist ein Anti-Heimatroman, der sich wunderbar liest, der Lust macht, so etwas über Luxemburg zu schreiben. Wahrscheinlich ist das noch lustiger, wenn man mehr über die Steiermark weiß. Anfangs stirnrunzelte ich ein bisschen ob des Stils, der konsequenten Kleinschreibung und der "Regieanweisungen", aber daran gewöhnte ich mich nach 20 Seiten und genoss es nur noch.
grasser gönnt sich heute inbrünstig. heute ist grasser auf den hügel gestiegen um sich die geschichte hödlmosers zu verinnerlichen. grasser hat das buch schon fast ausgelesen. "ist das ein gutes buch", sagt grasser einstweilen. manchmal muss grasser laut auflachen. später gibt grasser hödlmoser fünf sterne auf goodreads.
Ein gaanz geniales Buch um die steirische Seele zu verstehen - unbedingt lesen!!! Am besten sind die doppelt geschriebenen Szenen in denen die geistigen Blähungen der Regieanweisungen im Gegensatz zur simplen steirischen Dialektsprache wirklich einen komplett abstusen irrwitzigen Kontrast bilden